Forum: Politik
Debatte um PID: Bundesrat streitet über Gentests bei Embyros

Auch Eltern mit erblichen Vorbelastungen wünschen sich gesunde Kinder - sollen deswegen Gentests an Embryonen aus der Petrischale erlaubt sein oder würde eine Präimplantationsdiagnostik einem "Dammbruch" gleichkommen? Im Parlament wurde heftig diskutiert. Welche Position sich durchsetzt, ist noch unklar.

Seite 1 von 17
wkaiser 14.04.2011, 16:17
1. ....

Zitat von sysop
Auch Eltern mit erblichen Vorbelastungen wünschen sich gesunde Kinder - sollen deswegen Gentests an Embryonen aus der Petrischale erlaubt sein oder würde eine Präimplantationsdiagnostik einem "Dammbruch" gleichkommen? Im Parlament wurde heftig diskutiert. Welche Position sich durchsetzt, ist noch unklar.
Diese Diskussion ist an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten, das hohle Gesülze unerträglich.

Warum soll am Embryo nicht erlaubt sein, was beim Fötus problemlos möglich ist???
Eine Gesellschaft, die die Abtreibung aus beliebigsten und belanglosesten erlaubt, hat abschließend über alle Themen in diesem Bereich entschieden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wkaiser 14.04.2011, 16:18
2. ....

Zitat von sysop
Auch Eltern mit erblichen Vorbelastungen wünschen sich gesunde Kinder - sollen deswegen Gentests an Embryonen aus der Petrischale erlaubt sein oder würde eine Präimplantationsdiagnostik einem "Dammbruch" gleichkommen? Im Parlament wurde heftig diskutiert. Welche Position sich durchsetzt, ist noch unklar.
Diese Diskussion ist an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten, das hohle Gesülze unerträglich.
Warum soll am Embryo nicht erlaubt sein, was beim Fötus problemlos möglich ist?
Eine Gesellschaft, die die Abtreibung aus beliebigsten und belanglosesten erlaubt, hat abschließend über alle Themen in diesem Bereich entschieden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Rainer Helmbrecht 14.04.2011, 16:32
3. Ohne Titel ist man freier.

Zitat von sysop
Auch Eltern mit erblichen Vorbelastungen wünschen sich gesunde Kinder - sollen deswegen Gentests an Embryonen aus der Petrischale erlaubt sein oder würde eine Präimplantationsdiagnostik einem "Dammbruch" gleichkommen? Im Parlament wurde heftig diskutiert. Welche Position sich durchsetzt, ist noch unklar. .....
Ich habe heute morgen die Argumente von der Ex-Ministerin Ursula Schmitt gehört und sie hat sich gegen die PID ausgesprochen. Das steht ihr zu, weil es ihre Meinung ist, was ihr nicht zusteht ist ein Verbot zu fordern. Denn es geht nicht um den Begriff des unwerten Lebens, sondern auch darum Menschen, in bestimmten Fällen eine Krankheit zu ersparen, Eltern die Pflicht und die Last ein Kind quasi bis ans Lebensende zu Hüten und versorgen.

Einerseits ist Abtreibung an gar nichts, außer einer Beratung gebunden. Andererseits stehen wirkliche Krankheiten und Behinderungen dagegen, die man willentlich auferlegt. Was von den Hilfen und Unterstützungen für die Betroffenen zu halten ist, wissen die, die darauf angewiesen sind. Wenn die Zeit von3 Monaten vorbei ist, gibt es keine Möglichkeit zu einer anderen Entscheidung mehr.

Gerade weil heute schon ein gesundes Kind ein Armutsrisiko bedeutet, sind die Beeinflussungen für ein krankes Kind Augenwischerei. Mütter haben schon Schwierigkeiten eine Arbeitsstelle zu bekommen, weil jeder weiss, dass eine ganz "normale" Krankheit, zusätzlich Freizeit verlangt. Ist das Kind regelmäßig auf Pflege angewiesen, ist nicht nur der Job in Gefahr, sondern auch noch die Ehe.

Ich bin dafür, es den Eltern und den Medizinern zu überlassen.

MfG. Rainer

Beitrag melden Antworten / Zitieren
DonCarlos 14.04.2011, 17:31
4. Was ist PID?

Zitat von wkaiser
Diese Diskussion ist an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten, das hohle Gesülze unerträglich. Warum soll am Embryo nicht erlaubt sein, was beim Fötus problemlos möglich ist? Eine Gesellschaft, die die Abtreibung aus beliebigsten und belanglosesten erlaubt, hat abschließend über alle Themen in diesem Bereich entschieden.
PID ermöglicht nur die frühst möglich Form einer Abtreibung. Daher müsste nach einer PID ein Beratungsschein ausreichen, um sich gegen das Einpflanzen von Embyonen zu entscheiden.
Das einzige was der Gesetzgeber entscheiden sollte ist, welche Informationen der Arzt über den Embryo weitergeben darf. Geschlecht, Augenfarbe und ähnliches wären natürlich tabu.

Sorry liebe "Lebensbefürworter", aber PID abzulehnen halte ich gegenüber den Frauen bzw. Müttern eine unglaubliche Verantwortungslosigkeit. Sobald nämlich der Embryo im Bauch der Mutter ist, dürfte er untersucht und abgetrieben werden.

Jetzt kann man aber mal diese "Lebensbefürworter" fragen, was sie dazu meinen: Man pflanzt der Mutter nicht den kompletten Zellhaufen ein sondern zweigt von dem undiferenzierten Zellhaufen ein paar Zellen ab. Wie bei der PID. Nach der Erfolgten Einpflanzung untersucht man die restlichen Zellen auf Erbschäden und treibt dann im Falle eines Falles den Embryo mit einer Tablette wieder ab.

Ist eine Frau eingentlich kein schützenswertes Leben, dass keine unnötige Torturen über sich ergehen lassen muss?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jüttemann 14.04.2011, 19:28
5. Keine weitere "Option auf Selektion"

Zitat von DonCarlos
... Sorry liebe "Lebensbefürworter", aber PID abzulehnen halte ich gegenüber den Frauen bzw. Müttern eine unglaubliche Verantwortungslosigkeit. Sobald nämlich der Embryo im Bauch der Mutter ist, dürfte er untersucht und abgetrieben werden. ...
Kulturhistorisch gesehen ist der Schwangerschaftsabbruch ein glatter Anachronismus.
Es gibt wirklich keinen Grund, einen neuen zivilisatorischen Rückschritt wie PID mit einem alten zu rechtfertigen.
Die existierende "Option auf Selektion" ist schon eine zu viel!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Rainer Helmbrecht 14.04.2011, 20:05
6. Ohne Titel ist man freier.

Zitat von jüttemann
Kulturhistorisch gesehen ist der Schwangerschaftsabbruch ein glatter Anachronismus. Es gibt wirklich keinen Grund, einen neuen zivilisatorischen Rückschritt wie PID mit einem alten zu rechtfertigen. Die existierende "Option auf Selektion" ist schon eine zu viel!
Ich stimme ihnen in sofern zu, als dass es ja auch noch die Möglichkeit gäbe, verantwortungsbewusst mit der Verhütung um zu gehen.

Leider scheint das trotz Pille und anderen Möglichkeiten zu schwer zu sein.

Aber ist die Vermengung von PID, Verhütung und Abtreibung zulässig? Bei der PID geht es darum, Menschen eine Krankheit zu ersparen und den Eltern die zusätzliche Verantwortung für ein krankes Kind.

MfG. Rainer

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mausiie 14.04.2011, 20:19
7. selbst betroffen

Wie kann man sich das Recht herausnehmen, einer Familie das Recht zu verwehren, ein gesundes Kind zu bekommen ? Ich bin Überträgerin für Hämophilie A (Bluterkrankheit), also selbst betroffen. Ich könnte "kotzen", wenn ich hören muss, dass etwas in einer Petrischale ein Recht auf Leben hat. Es ist den Herren Politikern lieber, dass man ein behindertes Kind bekommt oder es abtreibt. Frau Merkel (und wahrscheinlich jeder andere auch) würde das Ganze wohl anders sehen, wenn sie/ er selbst betroffen wäre. Ich kann nur hoffen, dass diese ganzen Egoisten überstimmt werden...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jüttemann 14.04.2011, 20:45
8. Schwere Frage

Zitat von Rainer Helmbrecht
Ich stimme ihnen in sofern zu, als dass es ja auch noch die Möglichkeit gäbe, verantwortungsbewusst mit der Verhütung um zu gehen. Leider scheint das trotz Pille und anderen Möglichkeiten zu schwer zu sein. Aber ist die Vermengung von PID, Verhütung und Abtreibung zulässig? Bei der PID geht es darum, Menschen eine Krankheit zu ersparen und den Eltern die zusätzliche Verantwortung für ein krankes Kind. MfG. Rainer
Letzteres hat sich die medizinische Indikation beim Schwangerschaftsabbruch ja auch als "humanes Ziel" auf die Fahnen geschrieben.
Was mich jedoch stutzig macht sind die alarmierenden Untersuchungen über die physischen und psychischen Spätfolgen einer Abtreibung, die merkwürdigerweise fast nur von Abtreibungsgegnern veröffentlicht (und vielleicht auch in Auftrag gegeben) wurden, aber seitens der offiziellen Stellen (Gesundheitsministerium etc) ist zu diesem Thema selbst bei langem nachgoogeln nichts zu finden.
Ich habe den Verdacht, dass man politischerseits keine neue Debatte über den Schwangerschaftsabbuch will und deshalb die Risiken und Nebenwirkungen schlichtweg verschweigt.
Glaubt man hingegen den vorliegenden Untersuchungen, dann ist ein Schwangerschaftsabbruch für eine Frau etwa genau so "hilfreich" wie die Verschreibung von Heroinspritzen gegen Husten, d.h. man löst ein "Problem" nur dadurch, dass man ein noch graviererendes Leiden verursacht.
Und ich bin mir wirklich nicht sicher, ob PID-Eltern das nicht am Ende ähnlich empfinden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
reuanmuc 14.04.2011, 20:50
9. .

Zitat von jüttemann
Die existierende "Option auf Selektion" ist schon eine zu viel!
Ich frage mich, warum die Bischöfe permanent die Willensfreiheit des Menschen betonen, gleichzeitig diese Willensfreiheit mit Vorschriften und Verboten permanent untergraben. Das ist wohl die höhere Philosophie der Theolügen;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 17