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Debatte um Pofalla: Das dröhnende Schweigen der Genossen
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Ist was? Noch vor kurzem nutzten SPD-Politiker jede Gelegenheit, um die Union zu kritisieren. Im Fall Pofalla verhalten sich die Genossen auffallend ruhig, manche unterstützen den möglichen Wechsel des Ex-Kanzleramtschefs zur Bahn sogar. Warum eigentlich?

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annibertazeh 06.01.2014, 18:30
1. Stuttgart 21 ging ganz gewiß über den Schreibtisch dieses Herrn

Da die Kanzlerin das unsinnige Immobilienspekulationsprojekt wider besseres Wissen-können gerade zu dem Zeitpunkt zu eigen machte, zu dem die Kostenexplosion nicht mehr zu verheimlichen war, muss man davon ausgehen, dass der Herr Pofalla (es fällt schwer, nicht Profalla zu schreiben) involviert war. Die Deutsche Bahn ist dem Herrn also zu viel, sehr viel Dank verpflichtet.

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mainzelmännchen 1 06.01.2014, 18:32
2. Es gibt keine Anschlußverwendung für Pofalla...

...bei der Bahn: Der Vorstandsvorsitzende Grub ist mit dem Kanzleramt bestens vernetzt, der Aufsichtsrat mit drei Staatssekretären in allen relevanten Bundesministerien vertreten, kein Grund für eine Erweiterung der Führungsspitze, statdessen sollt die Bahn das Geld besser für Lokführer und Weichensteller ausgeben, damit nicht wieder ganze Bahnhöfe stillgelegt werden müssen wegen Personalmangel.

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Hamada 06.01.2014, 18:33
3. Ist schon eine lustige Angelegenheit

Die Opposition (Die muss das ja) schimpft ohne wenn und aber. Die SPD schweigt. Die CDU schimpft erst verhalten und jetzt etwas lauter. Die SPD schweigt.
Gabriel und Co haben schon das Rückgrat wie erwartet abgegeben. Was Unrecht ist muss bei der SPD nicht mehr Unrecht sein. Die Genossen denken auch an das Morgen.

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Ex-Kölner 06.01.2014, 18:34
4. Ist doch klar...

Zitat von sysop
Warum eigentlich?
Na - auch wenn Pofallas Wechsel (so er denn wie derzeit kolportiert stattfände) schon eine neue Stufe der Dreistigkeit darstellt (einen Vorstandsposten zu schaffen, um die Kontakte zum Eigentümer zu verbessern, ist schon ziemlich frech) - viel besser waren "Spitzen"sozen in der Vergangenheit doch auch nicht.

Man schaue sich doch mal Gas-Gerd an, den extrem erfolglosen Herrn Beck oder Münte - von denen darbt keiner. Wer sich in NRW ein bißchen auskennt, darf gern noch außer der WestLB weitere Beispiele sozialdemokratischer Pöstchenschiebereien aufführen.

Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.

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oberrat 06.01.2014, 18:42
5. Zu diesem "Herrn"

Der arme Pofalla - mit einem schweren karnevalesken Akzent auf die Welt gekommen, verschärft durch ein durchdringendes Näseln - hatte schon während des Studiums Finanzprobleme. Aber der junge, aufstrebende CDU-Politiker fand einen reichen Gönner, der ihn mit monatlich 1.200 Mark unterstützte. Der Unternehmer Bernhard Josef Schönmackers, der mit dem CDU-Jungstar einen "Beratervertrag" abschloss, betrieb im Kreis Kleve eine Reihe von Entsorgungs- und Umweltfirmen. Wer aus Müll Gold machen will, der muss mit den Ämtern reden. Und in den Ämtern sitzen die Parteileute. Dort wird über die Vergabe der kommunalen Müllentsorgung entschieden. Deshalb war eine Investition in den geldhungrigen Pofalla eine gute Investition. Sinn und Zweck dieser Anlage, sagte Schönmackers, habe in "der politischen Unterstützung des Aufbaus und der Erweiterung unseres Betriebes“ bestanden."

Als Pofalla mal wieder in Geldnot war, seine Ehe war 1996 in die Brüche gegangen, brauchte der arme Ronald, obwohl er längst gut bestallter Rechtsanwalt war und auch seine Bundestags-Diäten seit sechs Jahren pünktlich eintrafen, mal wieder dringend Geld: 150.000 Mark. Sein Unternehmerfreund ließ sich nicht lumpen und legte die Summe auf den Tisch. Schönmackers wunderte sich allerdings, dass der CDU-Funktionär das Geld bar haben wollte. Er hatte angenommen, "dass solche Geldbewegungen von Konto zu Konto zu erfolgen haben". Und als der Müllbaron mal wieder Besuch von der Steuerfahndung bekam, gab er zu Protokoll, er habe seinen Schützling Pofalla "regelmäßig" auf die Rückzahlung angesprochen, der aber habe "jedes Mal weiterhin den Wunsch geäußert, diese Rückzahlung zu verschieben". Ob das Darlehn jemals zurückgezahlt wurde, ist unbekannt.

Immer wenn es um dubioses Geld geht, ist Ronald zur Stelle. Als in den 90er Jahren der CDU mal 2,1 Millionen abhanden gekommen waren und Kanzler Kohl zwar zugab, dass er das Geld an der Kasse seiner Partei und dem Fiskus und dem Parteiengesetz vorbei gemogelt hatte aber leider den Spendern eine Schweigegelöbnis gegeben habe, da war es ausgerechnet die Anwalts-Sozietät in der Pofalla tätig war, die sich des Kohl-Omerta-Falles annahm. Die Sozietät Holthoff-Pförtner (Essen/Berlin) erreichte im Fall Kohl, dass das Verfahren gegen die Zahlung von 300.000 DM eingestellt wurde. Man weiß nicht ob der lumpige Betrag von Schönmackers gezahlt wurde. Oder ob der Sozietätschef Holthoff-Pförtner eingesprungen ist. Können hätte er schon können: Immerhin ist er Sprecher der "Funke Familien Gesellschaft" (früher WAZ-Medien-Gruppe), die mit 27 Tageszeitungen, 13 Wochenzeitungen, 175 Publikums- und Fachzeitschriften, 99 Anzeigenblätter und 400 Kundenzeitschriften eine gute Milliarde Umsatz jährlich anschafft.

Ganz hier:
http://www.rationalgalerie.de/schmoc...d-pofalla.html

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freddygrant 06.01.2014, 18:43
6. Also ich bin ...

... langsam wirklich verwirrt. Was macht eigentlich die
SPD seit sie mit in der Regierung sitzt? Im "Fall" Pofalla
keine klare Stellung der SPD-Koryphäen - weder von Gabriel, Oppermann, Steinmeier oder Nahles bis zum
SPD-Linksaussen Stegner - nur Stillhalten oder gar Wohlwollen. Das zeigt doch und bestätigt was die SPD mit der Regierungsbeteiligung wollte - nicht regieren sondern nur ein paar Pöstchen und der Rest ist Schweigen ....

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frenjes 06.01.2014, 18:47
7. Die SPD ziemt sich ruhig

Zitat von sysop
Ist was? Noch vor kurzem nutzten SPD-Politiker jede Gelegenheit, um die Union zu kritisieren. Im Fall Pofalla verhalten sich die Genossen auffallend ruhig, manche unterstützen den möglichen Wechsel des Ex-Kanzleramtschefs zur Bahn sogar. Warum eigentlich?
da Schröder dieses eingeleitet hat, Vorteilsnahme vom Feinsten, damals war es der Gazprom Kredit mit Sonderkonditionen, heute kreeirt Pofalla sich seinen Millionenposten selbst! Auch 300.000 wären für einen Lobbyisten genug warum man bei der Bahn !.3+ Mill bezahlt entschließt sich mir. Ich weiß aber nun warum bei der Bahn Dinge nicht so Laufen wie sie sollten da man gerne komplette Knalltüten einstellt! Die deutsche Bahn Schwachsinn in quadrat nun auch mit Pofalla...... Dafür muß ich nun 30+ Euro bezahlen um von Siegen nach Essen zu fahren? Mit dem Auto wären es weniger.....

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buntesmeinung 06.01.2014, 18:50
8. Da erwartet der Autor aber

Zitat von sysop
Ist was? Noch vor kurzem nutzten SPD-Politiker jede Gelegenheit, um die Union zu kritisieren. Im Fall Pofalla verhalten sich die Genossen auffallend ruhig, manche unterstützen den möglichen Wechsel des Ex-Kanzleramtschefs zur Bahn sogar. Warum eigentlich?
eindeutig zuviel von der SPD.
Die Heuchler sind doch froh, dass sie einen Platz am Kabinettstisch gefunden haben und mitregieren dürfen.
Berechtigtes, kritisches Nachfragen darf man daher von niemandem in der SPD erwarten, der seine politische Karriere nicht jäh beenden will.
Ganz davon abgesehen verstehe ich das aber auch.
Solche Dinge sollten eher intern, da aber mit Nachdruck, geklärt werden.
Nur vermute und befürchte ich, dass auch das nicht geschieht.
Allerdings hält sich ja auch die CDU/CSU nicht an Fairnessregeln gegenüber dem Koalitionspartner.
Der öffentliche Streit nimmt ja durchaus Formen an.

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BettyB. 06.01.2014, 18:55
9. Der Wechsel ist nicht das Problem

Als Regierungsmitglied war Profalla indirekt "Bahner", jetzt soll er es direkt werden, dass ist an sich kein Problem. Dumm nur, dass er zugleich Abgeordneter bleiben will. Denn dann hätte er sich selbst zu kontrollieren...

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