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Debatte um Schulz' Abitur: Die Eingebildeten
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Vieles kann man Martin Schulz vorhalten - aber bitte nicht seine angeblich unzureichende Bildung. Wer meint, dass einer ohne Abitur nicht Kanzler werden darf, kündigt den demokratischen Konsens auf.

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Server 10.12.2016, 11:55
280. Belehrung

Zitat von dickebank
Kennen Sie den Unterschied zwischen EU-Parlament und EU-Kommission? Schulz ist Mitglied der europäischen Legislative nicht der Exekutive.
Danke für die Belehrung, und ja, ich kenne diese Fakten. Dennoch bleibe ich dabei, dass ihm der Makel eines EU-Technokraten in weiten Bevölkerungskreisen anheftet.

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fuchssss 10.12.2016, 12:04
281.

Zitat von ukimiku
würde Herr Schulz nicht einmal einen Job bei einer Bank bekommen. Aber für ein hohes Staatsamt soll ein Bildungsweg ohne Abitur genügen? Es besteht auch unter Journalisten ein Konsens darüber, dass eine der größten Gefahren für die Demokratie ist, wenn es jemandem an Bildung mangelt und dann Entscheidungen nur aus Instinkt und angeblich »gesundem« Menschenverstand getroffen werden. Davon ist die AfD groß geworden. Natürlich ist Schulz kein rechter Demagoge, aber ein linker Machtmensch, der im Zweifel zu Freunden hält und nicht an Aufklärung von Missständen interessiert ist. Er handelt in gewissen Situationen also tendenziell demokratie-schädlich. Deshalb wäre er keine gute Besetzung für ein hohes Staatsamt. Ob ein Abitur seinen schlechten politischen Charakter geändert hätte, ist unklar, aber auf der Schule zwei, drei Jahre länger Geschichte und Wipo zu lernen, macht Schülerinnen und Schüler auch gebildeter in Sachen Demokratie. Herr Schulz hat diese Zeit der Bildung leider nicht genossen.
Gewagt-gewagt...grstzl. muss man die Grundaussage zum Bildungsmangel bestätigen, bloß in idesem Falle...hm.
Und die moralische Qualität erhalten Sie nun mal nicht im Abi inkludiert.
Politiker sind per se seltenst frei von Makel(n).

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Sternenfrosch 10.12.2016, 12:16
282. Welche Relevanz?

Welche Relevanz hat die Bescheinigung einer Leistung in der Vergangenheit? Nieten in Nadelstreifen haben wir im Überfluss, lasst uns denjenigen nehmen der den Job kann...

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Server 10.12.2016, 12:18
283. Bildungsbürgerliche Arroganz

Das hier überhaupt ernsthaft eine Diskussion geführt wird, ob man als Politiker oder Abgeordneter Abitur braucht, ist doch eher Zeichen einer abgehobenen moralisiernden bildungsbürgerlichen Arroganz. Leute wir sprechen hier über Volksvertreter, nicht über die Mitglieder eines Lion-Clubs.

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Kanalysiert 10.12.2016, 12:19
284.

Sprechen Sie heute mal mit neuen Abiturienten, dann wird ihnen schnell klar, dass dies noch bei weitem nicht der Schlüssel zum Erfolg sein kann. Wenn das jetzt daran aufgehängt sein soll, wird das ganze System noch mehr zum Scherz. Die 30 Jahre danach sind die Zeiten, wo der Geist erst so richtig zur Reife kommt und große Zusammenhänge klar und logisch betrachten kann. Und in denen man auch durch den Alltag Lücken schliesst.

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Server 10.12.2016, 12:39
285. Qualifizierung

Es gab mal einen amerikanischen Präsidenten, mit dem Bildungsweg eines eher zweitklassischen Schauspielers und der medialen Einschätzung als rechte Dumpfbacke. Dieser Mann hieß Ronald Reagan und hat dann den kalten Krieg gewonnen sowie ein Jahrzehnt des globalen demokratischen, freiheitlichen Aufbruchs eingeleitet. Leider haben nachfolgende, ach so hochgebildete Führungspersönlichkeiten diese Erbschaft durch Naivität, Kurzsichtigkeit und Eigensinn verspielt.

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Hamberliner 10.12.2016, 13:53
286. Es gibt keinen Akademiker-Stand. Wir brauchen keine Opinion Leaders.

Zitat von Horand Knaup
Wollen wir tatsächlich die Rückkehr zum Ständestaat?
Man wird nicht in einen Akademiker-Stand hinein geboren, sondern man erarbeitet sich eine Basis-Bildung und durchläuft am Ende eine Qualitätskontrolle dessen.
Die Möglichkeit hierzu haben bei uns alle Bevölkerungsschichten. Dieser Spruch ist ein Schlag ins Gesicht aller, die gekämpft und gelitten haben, um es zu schaffen.

Zweitens: Ob ich als Wähler das Abitur eines Kanzlerkandidaten zum Auswahlkriterium mache oder nicht ist in einer Demokratie immer noch MEIN Bier, das geht einen Horand Knaup nichts an. Es gibt in einer Demokratie keine Opinion Leaders, und ein Journalist braucht sich nicht durch den erfolglosen Versuch lächerlich zu machen, anderen Leuten ihre Entscheidungen vorzuschreiben.

Im übrigen habe ich meine eigenen Kriterien. Ich achte auf Gesichter. Martin Schulz präsentiert den gründlich misslungenen Versuch, sich einen Bart stehen zu lassen. Ein Oberlippenbart, egal ob allein oder als Teil eines Vollbarts, hat doch einen bestimmten Zweck. Es soll Würde ausstrahlen. Das tut er aber nicht, wenn er ohne Hirn und Verstand aus lauter Selbstzweck-Pedanterie dauernd neurotisch dermaßen extrem gekürzt wird, dass darunter ein Streifen Haut nackt bleibt. Das sieht einfach nur extrem eklig aus und verrät Kleinkariertheit. Wenn das aus hygienischen Gründen passiert, dann hat er vielleicht das Gravitationsgesetz nicht verstanden. Isst und trinkt er im Kopfstand?

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