Forum: Politik
Debatte um Schulz' Abitur: Die Eingebildeten
REUTERS

Vieles kann man Martin Schulz vorhalten - aber bitte nicht seine angeblich unzureichende Bildung. Wer meint, dass einer ohne Abitur nicht Kanzler werden darf, kündigt den demokratischen Konsens auf.

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nimue15 09.12.2016, 15:17
50. Ich habe viel übrig für unser Bildungssystem

Aber wenn jemand in seiner Kindheit und Jugend schlicht nicht die Möglichkeit hatte, dort mitzumachen (in der Nachkriegszeit war das z.B. stark vom Geld abhängig), dann sollte man doch hinschauen, was jemand DANACH aus sich, seiner Bildung und seinem Leben gemacht hat.
Ich sage mal aus Erfahrung: Sich Bildung im Nachschlagsverfahren anzueignen, ist viel schwerer als wenn man noch in der Schule, frei von anderen Verpflichtungen, einen Abschluss machen kann.

Es geht ja nicht darum irgendwelche Pfeifen auf verantwortungsvolle Positionen zu hieven, sondern darum, einen jeweils geeigneten Menschen zu finden.
(Trump nehme ich mal aus jedweder Betrachtungsperspektive heraus aus. :-)

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meinerlei 09.12.2016, 15:18
51. Mehr als formale Qualifikation

So einfach ist es nun auch wieder nicht. Es ist quälend, mit welchem Anspruch viele Politiker ungeachtet offenkundiger Bildungsdefizite auftreten. Und diese Bildung ist nicht nur rein formal, sondern ein geistige Schulung, die essentiell ist, um sich komplexe Sachverhalte zu erarbeiten. Und ein Außenminister mit der Englischkompetenz eines Westerwelle und ein EU-Kommisär Oettinger mit vergleichbarer Sprachfertigkeit sind auch peinlich. Das Problem ist, dass man, um in einer Partei an die Spitze zu kommen, extrem viel Energie auf diese sogenannte Parteiarbeit verwenden muss und meist nicht genug Zeit übrig bleibt, um eine fundierte inhaltliche Kompetenz zu erwerben. Die qualifizierten Hinterbänkler nimmt man dann nicht wahr und fragt sich, weshalb für die wichtigen Posten kein qualifizierteres Personal da ist. Ein Systemfehler.

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lady_amanda 09.12.2016, 15:18
52. Wallewusch

Fleischhauers faschistoide Annahme, Bildung würde einen direkten Einfluss darauf nehmen, ob jemand in der Lage wäre ein hohes Staatsamt auszuführen, ist ebenso redundant und hanebüchen, wie Knaups Vergleich mit ein paar Hohlköpfen, die es trotz mangeldem Abschluss ganz ordentlich hinbekommen haben. Wenn er gewählt wird macht er es. Wenn nicht, dann nicht. Punktum. Larmoyantes, differenzierendes Besserwissergeschwurbel wird daran nichts ändern. Wie....das sehn' wer dann.

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Ruderer 09.12.2016, 15:19
53. Steingarts wirklicher Fehltritt

Die Diskussion darf nicht auf das Abitur reduziert werden. Herr Steingart hat geschrieben:
"Dass viele Medien diesem im Volk weithin unbekannten Mann – der die Zulassung zum Abitur nicht schaffte, wenig später zum Trinker wurde, bevor er als grantelnder Abstinenzler für 22 Jahre im Brüsseler Europaparlament verschwand – plötzlich die Befähigung zur Kanzlerschaft zutrauen, ist nur mit journalistischer Telepathie zu erklären" (Handelsblatt Morningbriefing, 25.11.2016)
Im deutschen Politikbetrieb hat es bisher nie interessiert ob jemand Abitur hat, ein oder zwei uneheliche Kinder, wann er was geraucht oder getrunken oder ob er ein Verhältnis hat. Das ist der entscheidende Unterschied zu anderen Ländern. Steingart hat hier wirklich ein Tabu gebrochen und das geht über das Abi hinaus. Und wenn deutsche Wahlkämpfe keine US-Qualitäten bekommen sollen, dann sollte solche Äußerungen wie zitiert unterlassen werden.

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SPONtisprüche 09.12.2016, 15:20
54. Und wenn er Abitur hätte?

Und wenn Martin Schulz Abitur hätte, dann würde Herr Fleischhauer, dessen Kolumne hier zu lesen ich mir schon vor langer Zeit abgewöhnt habe, sehr wahrscheinlich bemerken, dass es ja ein NRW-Abitur und somit nichts wert sei. Danke an Herrn Knaup für den Hinweis, welchen Stumpfsinn ich hier jede Woche ganz bewusst nicht lese.

Und noch zum allerersten Kommentar hier: Der Ex-Aussenminister Joschka Fischer hatte meines Wissens auch auch kein Abitur, das nur nebenbei.

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Kerze der Freiheit 09.12.2016, 15:21
55.

Als ob es den größten Teil der Bevölkerung interessiert, ob Schulz Abi hat oder nicht. Das Problem ist doch, dass er ein Europafanatiker ist, der ohne Sinn und Verstand seinen Wahn ungeachtet der ökonomischen Nachteile für den Großteil der Menschen realisieren will. Indem hier so getan wird, dass das fehlende Abitur für manche Personen ein Problem ist, wird doch nur versucht, Schulz der Bevölkerung sympathisch zu machen und von seinen wirklichen Schwachstellen abzulenken.

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hugahuga 09.12.2016, 15:22
56.

Die Frage ist doch: Was würden bessere schulische Leistungen oder akademische Titel an der schlechten Politik von Herrn Schulz geändert haben - nichts.

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tomars 09.12.2016, 15:22
57. falsche Frage

Die Frage ist doch nicht, ob Herr Schulz ein Abitur benötigt, um Bundeskanzler zu werden. Sondern wohl eher, ob zu den Mindestqualifikationsanforderungen für den Posten eines Bundeskanzlers/Bundeskanzlerin ein Reifezeugnis (Abitur) gehört. Falls nicht, nähert man sich der Maxime von Lenin, dass jede Köchin den Staat lenken können sollte. Auf jeden Fall haben diese Mindestanforderungen nichts mit einer konkreten Person zu tun, wie in den meisten hierzu Artikeln fälschlich dargestellt wird. Es geht also nicht darum, ob Herr Schulz geeignet ist, sondern darum, welche Qualifikation wir uns für dieses hohe Amt wünschen. Und das Argument, dass zum Schluss einfach Erfahrung wichtiger ist als eine Ausbildung, ist sachlich nicht korrekt. Andernfalls dürften Betrügerärzte (also Personen, die sich als Arzt oder Krankenschwester ausgaben und zum Teil "trotzdem" gute Arbeit geleistet haben) nicht wegen Betrugs verurteilt werden - oder wer möchte sich im Zweifelsfall in die Hände eines erfahrenen "Arztes" oder "Krankenschwester" ohne Abschluss begeben ? Morgen kann man dann ohne Fahrerlaubnis fahren - entsprechende Erfahrung vorausgesetzt. Oder anders gefragt: warum ist es ok, für die meisten Posten bestimmte Qualifikationen zu fordern, aber nicht ok im Falle des Bundeskanzlers/der Bundeskanzlerin ? Der Kommentar von Herrn Knaup zeigt auch sehr schön den Verfall von Debatten in den Medien: Sachargumente sind völlig unwichtig, es reicht völlig aus, dem Diskussionspartner/Andersdenkenden ein Label umzuhängen- in diesem Fall: "elitär". Schade.

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tomxxx 09.12.2016, 15:23
58. Naja Bill Gates odder Steve Jobs...

haben ihre Qualifikation aber durch eigene Arbeit durchaus bewiesen! Sie haben sich ihr Ansehen verdient! In irgendeiner Form kann man schon erwarten, dass die Auswahl des politischen Spitzenpersonals so ist, dass sie ihrer Verantwortung gerecht werden können. Das ist Aufgabe der Parteien! Sonst könnten wir ja die Mandate auch auslosen! Bei Schulz wiederum fällt auf, dass ausser einer Gossenprügelei mit Berlusconi er nichts geleistet hat. Und ich stelle mir schon die Frage, wieso Schulz z.B. ein Mandat hat bzw. überhaupt den Verstand um ein Gebiet wie CETA zu verstehen und die richtige Entscheidung zu treffen! Ich darf auch an den Aufruf der deutschen Europaabgeordneten von 2009 (?) erinnern, in der sie forderten, die Zivilgesellschaft solle alternative Konzepte zurm Finanzsystem entwickeln, weil die Abgeordneten ja sonst den Lobbyisten hilflos ausgeliefert wären... ich fände es gut, wenn unser politisches Spitzenpersonal diejenigen wären, die genau das aufgrund eigener Qualifikation können...

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nimue15 09.12.2016, 15:26
59. Bei aller Zuneigung zu Seitenwegen...

Zitat von pdsicka
Der akademische Dünkel und das sich Hervorheben aus der proletarischen Masse ist wohl nicht tot zu kriegen!
... Ein akademischer Abschluss ist kein Dünkel, um sich hervorzuheben, sondern ziemlich viel Arbeit. Das zu ignorieren, ist auch nicht allzu intelligent gedacht.

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