Forum: Politik
Debatte um SPD-Chef Gabriel: Die Schuldfrage
DPA

Die SPD sinkt weiter in den Umfragen - und damit rückt auch Parteichef Gabriel wieder in den Fokus. Noch nörgeln nur die üblichen Verdächtigen. Wie lange hält die Ruhe?

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fx33 12.04.2016, 09:10
340. Falsch.

Zitat von vor.morgen
Mit der Wiedervereinigung kam die Linke. Und die wilderte vor allem bei der SPD. Daran wird auch kein Wechsel am Parteivorsitz etwas ändern.
Falsche Analyse. Die SPD hat durch die Orientierung "hin zur Mitte" (also der Schwenk von sozialer zu neoliberaler Politik) ihren sozialdemokratischen und linken Flügel abgestossen. Ein guter Teil davon landete bei der Linken, der größere Teil fröhnt desillusioniert der Wahlenthaltung, und neuerdings wird monothematisch und kurzsichtig fremdenfeindlich gewählt.
Aber nur, weil die SPD ihre gewachsene Klientel völlig im Stich gelassen hat.
Die Kanzlerschaft Schröders hat die SPD ruiniert. Weil sie kritiklos den Richtungswechsel über sich ergehen liess um der schieren Macht willen.
Dumm gelaufen, aber vorhersehbar. Und vorhergesagt. Von Lafonaine. Das wollte aber keiner hören und deshalb wurde er rausgemobbt.
Dabei hatte er recht, wie man sehen kann. Die SPD rangelt sich mit anderen "Mitte"-Parteien um die volatilen Wechselwähler der "Mitte" und hat ihre Stammwählerschaft vergrault.
Dumm gelaufen, aber: selber schuld.
Kein Mitleid!

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123lenny 12.04.2016, 09:18
341.

Die SPD war mal eine sozialistische Arbeiterpartei mit ca. 40%, dann kam Schröder und die sog. Reformer, von der deutschen Presse bejubelt und machten aus der SPD eine durch und durch neoliberale Partei.
Danach begann der Absturz, Mitgliederschwund, eine Wahlniederlage nach der anderen und die internen Analysen sagten, dass man noch nicht neoliberal genug war und so zog man weiter nach rechts. Doch der Absturz ging rasant weiter und übrig blieb der rechte Flügel, der auch geschlossen in die CDU eintreten können.

Die Feigenblätter "Mindestlohn" der nicht ausreicht und direkt in die Altersarmut führt, sowie die unerreichbare "Rente mit 63" werden genau als das erkannt was sie sind, eine lächerliche Täuschung.

So wird die SPD weiterhin Wähler verlieren und es ist auch keine Änderung in Sicht, da die SPD weder das Personal noch die Einsicht besitzt zu dem zurückzukehren, was sie einst ausmachte.

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prince62 12.04.2016, 09:20
342. Gabriel weiß, daß ihn keiner fragen wird.

Zitat von ke_karolus
Genau. Gabriel stellt sich vor die Stahlarbeiter mit starken Sprüchen a la "wir brauchen den deutschen Stahl". Warum er als Wirtschaftsminister des EU-Führungslandes nicht an der Beseitigung der Ursachen des Niedergangs und an der Verhinderung der weiteren Belastungen arbeitet, kann er nicht erklären.
Und Gabriel ist auch mit der Gewissheit nach Duisburg gekommen, daß ihn danach auch keiner fragen wird.

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freddygrant 12.04.2016, 10:01
343. Und der nächste ...

Zitat von andree_nalin
war und ist die Regierungsbeteiligung.
... politisch richtge Schritt ist, dass der mündige Wahlbürger - und der unmündige ohnehin -diese
aktuelle SPD, welche mit dieser Führung und Politik
- auch unter mindernden Umständen - als Irrtum der deutschen Geschichte zu Beginn des 21. JAHRUNDERTS bezeichnet und nie mehr wählt.

Wir kennen doch aus unserem realen Alltag die Worte:
Wer nicht weiss wo er her kommt, weiss auch nicht
wo er hingehört bzw. -geht.

Verstanden Herr Gabriel und Obergenossen und -innen?

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kabelbindersalat 12.04.2016, 10:15
344. na klar:

Die SPD müsste nach Gabriels und Nahles Rauswurf, vor Herrn Lafontaine und Herrn Albrecht Müller auf die Knie falllen, die letzten Rückgratbeladenen, wahren Sozialdemokraten um Verzeihung bitten und hoffen das diesen beiden an der Resozialdemokratisierung der SPD und deren Werte arbeiten und sich in und für die SPD engagieren.

Kbs

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oceang 12.04.2016, 10:16
345. Falsches Selbstbild

Fakt ist, dass die SPD seit 20 Jahren in Regierungen mitmischt. Ergebnis
- ausdünnen der Mittelschicht
- immer weiter geöffnete Schere arm reich
- keine Chancengleichheit. Wer arm geboren wird bleibt arm
....uvm.
Sich nun mit punktuellen Verbesserungen zu brüsten geht am Problem vorbei.
Die SPD agiert wie ein Kapitän der Titanic, der das Schiff er gegen den Eisberg lenkt, dass es untergeht und sich dann aber damit brüstet und auf die Schultern klopft, weil er Rettungswesten verteilt.

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biba_123 12.04.2016, 10:47
346. Guter Stahl kommt auch aus Indien und ist billiger

Wer,wie die SPD,dazu beigetragen hat,dass Länder wie Indien und China usw. Genau so guten Stahl kochen,wie die heimischen Unternehmer,eben nur billiger,der muss sich nicht wundern,dass ihr keiner glaubt. Bloße Reden schwingen und dann meinen,man habe den Arbeiterführer gegeben,den jetzt alle anzubeten haben,reicht schlicht nicht aus. Der Gabriel und die gesamte SPD mit ihm hat kein Konzept den Menschen zu erklären,warum sie,die SPD, jahrzehntelang mehr auf das Wohl der kleinen Leute in anderen Ländern geachtet haben,als auf das Wohl ihres Klientels,des deutschen Arbeiters. Das rächt sich eben genauso,wie die Tatsache,dass in der SPD kein Arbeiter groß wird,sondern nur Pädagogen oder Studienabbrecher!

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bssh 12.04.2016, 11:06
347. Gabriel ist nicht das Problem

aber eben ein Symptom. Wer heute immer noch die Agenda-Politik verteidigt, nichts dagegen tut, dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander klafft, weiterhin auf Privatisierung setzt (als nächstes nach dem Rentensystem und dem Gesundheitswesen wohl die Bildung), wen es nicht stört, dass Deutschland jetzt mehr nach dem angelsächsischen Modell umstrukturiert wurde anstatt wie früher mit der sozialen Marktwirtschaft nach skandinavischem oder niederländischem Modell, wer TTIP durchpeitschen will und insgesamt ignoriert, dass man nicht alles dem Markt unterwerfen sollte, der darf sich nicht über die Folgen wundern.
Das alles ist eben nicht ein Problem Gabriels, sondern es ist die ganze SPD-Spitze, mit vielleicht wenigen Ausnahmen, die immer noch die Agenda 2010 preist und auf dem Weg weiter macht.

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Siebengestirn 12.04.2016, 11:32
348. Was ist eigentlich wichtig?

Ca 350 Beiträge mit einer Mischung aus massiven, oft übertriebenen Vorwürfen, persönlichen aus einer unbewältigten Vergangenheit folgenden Befindlichkeiten, einer Sehnsucht zur Rückkehr zu O.Lafontaine und der Forderung nach Regierungsabstinenz sowie dergleichen mehr. Es ist mal wieder alles im Meinungstopf vertreten. Kaum ein Wort darüber, dass es uns in Deutschland zurzeit richtig gut geht und die Regierung den Koalitionsvertrag ordentlich abarbeitet und sogar die riesigen Problemfragen der Finanz- und Flüchtingskrise immerhin in geordnete Bahnen gelenkt, wenn auch noch nicht endgültig gelöst hat. Dankbarkeit darf man in der Politik nicht erwarten. Aber die Frage, welche Regierung wohl besser durch die schweren Zeiten gekommen wäre, muss gestattet sein. Es geht in erster Linie darum, die Bundesrepublik in gutem Fahrwasser zu halten, nicht aber darum, sich zum Nachteil dieser Zielsetzung parteipolitisch zu profilieren.
An der Loyalität gerade auch des SPD - Parteivorsitzenden und der anderen SPD - Minister könnte sich insbesondere ein Herr aus Bayern mal ein gutes Beispiel nehmen. Die SPD wird bei den nächsten Bundestagswahlen für ihre gute Regierungsarbeit und Anständigkeit nicht belohnt werden, aber nicht wie die FDP zurecht aus dem Bundestag ausscheiden. Man wird sich dieser Regierung aber erinnern, wenn die nächste - voraussichtlich schwarz-grüne - spätestens 2020 gescheitert ist.

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rockwater 12.04.2016, 11:34
349. Endlich verständlich:

Zitat von 123lenny
Die SPD war mal eine sozialistische Arbeiterpartei mit ca. 40%, dann kam Schröder und die sog. Reformer, von der deutschen Presse bejubelt und machten aus der SPD eine durch und durch neoliberale Partei. Danach begann der Absturz, ......
Auch ein Spiegel-Magazin ohne Augstein Senior hatte vor 15 Jahren nahezu vollstes Verständnis für die Neoliberalisierung der Gesellschaft durch Politik und Wirtschaft.
Mit den gleichen verlogenen Worthülsen der Modernisierung, Globalisierung und Verschlankung applaudierte man ungehemmt dem Arbeitnehmerrechteabau, der Niedriglohnpolitik und damit der Umkehrung des Geimwohlanspruchs des Grundgesetzes in Deutschland.

Schlecht gemacht. Sehr, sehr schlecht.

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