Forum: Politik
Debatte um transparente Gehälter: Zeigt her eure Löhne
Corbis

Vielleicht müssen Unternehmen bald die Bezüge ihrer Mitarbeiter veröffentlichen. Die Wirtschaft protestiert zu Unrecht: Es gibt keinen guten Grund, Gehälter geheim zu halten.

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tigga_nb 02.03.2015, 06:14
1. Falsch

Ich halte diesen Vorschlag für falsch. Das hört sich alles erstmal einfach und plausibel an. Die Probleme beginnen aber schon mit der Frage, was vergleichbare Tätigkeiten sind. Für gleiche Jobs sind zumindest bei tarifgebundenen Unternehmen in der Regel die gleichen Entgeldgruppen hinterlegt, hier wird man keine großen Unteschiede finden. Über alles weitere kann man trefflich streiten. In dem Unternehmen, in dem ich arbeite gibt es hierfür einen Ausschuss mit Arbeitgeber und Betriebsrat, der die Eingruppierung nach Jobprofil festlegt. Die Einkommensuterschiede zwischen Einzelnen machen dann persônliche Merkmale wie Anzahl der Überstunden, Leistung etc. aus. Wer hier wirkliche Transparenz will, muss ehrlicherweise auch hierzu Daten veröffentlichen. Wollen wir also wirklich, daß von jedem die individuelle Leistung, die Bereitschaft für Überstunden, jegliche Zusatzqualifikationen, Anzahl der Krankheitstage, etc offengelegt wird? Das alles hat nämlich durchaus einen Einfluss auf die Entlohnung. Der Vorschlag der Offenlegung hat somit durchaus erhebliches Konfliktpotenzial. Nicht jeder durchschnittliche Arbeitnehmer hat die Fähigkeit, seine Mittelmäßigkeit zu akzeptieren und wird sich immer eher am Spitzenmann/-Frau orientieren. Man wird weiterhin finden, daß langjährige MA im Schnitt mehr verdienen als Junge. Das liegt daran, daß man als Vorgesetzter häufig mit kleinen Zuschlägen motivieren will. Das mag ungerecht sein, wird von vielen Mitarbeitern erwartet. Auch das wird dann erschwert. Ich bin gegen diesen Vorschlag. Er bringt wenig Vorteile und birgt erhebliches Potenzial für Unzufriedenheit.

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Pinin 02.03.2015, 06:18
2. Man merkt dass ...

... der Verfasser hier und auch diese Frau Schwesig noch nie in (einem Betrieb) gearbeitet haben: nach Anonymisierung soll hier noch irgend etwas vergleichbar sein? Schon mal gehört dass unterschiedliche Leute auf ähnlichen Arbeitsplätzen unterschiedliche Leistung erbringen?

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kudammfischle 02.03.2015, 06:18
3. Transparente Gehälter

Es gibt keinen guten Grund Gehälter geheim zu halten?? Kann ich mit leben! Nur-- gibt es einen GUTEN Grund sie öffentlich machen zu müssen. Erst Gehälter dann meine Gesinnung, sexuelle Orientierung, CDU- SPD- oä -wähler? Tut mir "leid" ich kann keinen Sinn in solchen Veröffentlichungen erkennen. Passt aber zu unserer Neidgesellschaft - mehr als völlig an der Realität vorbeigehende Gespräche in der Kantine auf dem Flur löst das nicht aus. "Befriedigt" werden dadurch nur Neugier und dadurch ausgelöst Neid. Kein wirklich kein Arbeitnehmer wird jemals wissen, warum der eine seinem Chef mehr wert ist als der andere. Deswegen hat mich das in 42 Berufsjahren auch nie interessiert wieviel Kollegen, Chefs verdienen und von Mitarbeitern wußte ich das sowieso. Kam aber nie einer der danach fragte. Da wird ein mM nach völlig überflüssiges Thema aufgemacht

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hj.binder@t-online.de 02.03.2015, 06:20
4. Verdeckter Lohn

Sicher ist das offizielle Gehalt, also das, was dem Finanzamt als Lohn gemeldet und in die ESt-Rechnung einfließt eine Sache.

Die andere ist der verdeckte Lohn: "Dienstfahrzeug" zu Superkonditionen, Diensthandy, div. Kundenkarten mit riesigen Rabatten, Flüge, regelmäßige Arbeitsessen, alles Sachen, die sehr schnell ein regelmässiges zweites Nettogehalt ausmachen können.

Während ein Hartz-IV-Empfänger von ein staatlichen Hilfen (399 €) den vollen Preis für ein Brot und für den ÖPNV bezahlen muss, genießen die Doppelbezieher das Privileg für Kfz-Fahrten und opulente Abendessen ebenfalls auf Staatskosten.

Die hochsubventionierten Multi-Funktionäre der AG-Verbände sind sich nicht zu schade, arbeitenden Menschen den Hunger(Mindest)Lohn in Frage zu stellen und kassieren "Staatsknete" von denen die Millionen armen Schlucker nur träumen können.

Vielleicht muss "Lohn" einfach mal so diskutiert werden.

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RainerCologne 02.03.2015, 06:32
5. hmm

sollten die Gehälter im kleingeisitgen Deutschland veröffentlicht werden brennt die Vorstadt.

Ich bin 28, Arbeite in der Eventbranche und verdiene 45.000Euro im Jahr bei 30 Urlaubstagen und 38,5 Stunden. Bildungsstand: abgeschlossene Berufsausbildung, kurz vor Abschluss eines nebenberuflichen Studiums.

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jagehtsnoch 02.03.2015, 06:39
6. Wenn Frau zu doof zum verhandeln ist, muss ein Gesetz her

... Auf diese Weise soll auch die Bezahlung zwischen Männern und Frauen angeglichen werden ...

Einfach mal einen Blick in den Vergleich "wer arbeitet denn was?" (bis runter scollen)
https://www-genesis.destatis.de/genesis/online/link/tabelleErgebnis/12211-0006

Und surprise Männer arbeiten viel häufiger als Selbständige oder Arbeiter, also in Jobs mit einem sehr viel größeren Gesundheits- Sterberisiko (Handwerk etc) oder einem sehr viel größeren Risiko des finanziellen Ruins (Selbständige) und haben zu Recht damit aber auch die Chance, mehr zu verdienen (more risk more earn)

Alleine diese beiden Faktoren sorgen automatisch dafür, daß Männer "im
Durchschnitt" mehr verdienen als die Frauen die bei den kuscheligen Angestelltenjobs im Jahr 2014 einen um 30% höheren Anteil haben!!

Und was soll nun die Offenlegung der Gehälter genau bringen? Damit kann sich Frau einfach die Mühe sparen, selbst zu verhandeln. Sie macht es wie immer, wartet, bis ein Mann sich die Mühe macht und mehr Gehalt verhandelt hat und geht dann her und sagt "hey, das was der Typ da kriegt musst du mir jetzt auch bezahlen, ist ja nun Gesetz!!!"
Wie faul ist das denn?

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lauffreak 02.03.2015, 06:39
7. interessant

Gilt denn der Gleichheitsgrundsatz auch nur zwischen den Frauen?
Auch Frauen verhandeln heute ihr Gehalt und die Unterschiede sind schon beachtlich.
Das gibt dann den Zickenkrieg :-)
Lauffreak

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Haetschelhans 02.03.2015, 06:45
8. Wenn man wirklich keine Ahnung...

von der betrieblichen Praxis hat, sieht nan tatsächlich keinen Grund - aber auch nur dann.

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jojack 02.03.2015, 06:45
9. Verbeamtung der Gesellschaft

Mal wieder eine typische Sozen-Idee. Damit auch ja alles gleich gemacht wird! Unterschiedliche Leistungsbereitschaft, gar Leistungsgerechtigkeit? Darf es laut Frau Schwesig nicht geben. Am liebsten will die SPD überall einen Tarifvertrag - demnächst vielleicht sogar in der Vorstandsetage. Damit auch das letzte Quäntchen Leistungsbereitschaft im Job eingeebnet wird. Wozu wird die zwangsweise Offenlegung von Gehältern wohl führen? Richtig - immer mehr Hierarchiestufen und Phantasie-Jobtitel. Damit dann jeder Angestellte seine Beamtenlaufbahn absolvieren kann. Mehr Geld gibt es nur noch, wenn man einen neuen Jobtitel eingesammelt hat. Prima, Frau Schwesig - wieder ein Schritt in Richtung Bevormundung und Sozialismus.

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