Forum: Politik
Debatte um Westerwelle: Als Staatsmann gescheitert

Er hat die Metamorphose zum Staatsmann nicht geschafft, die das Amt verlangt: Guido Westerwelle ist auch als Außenminister ein Parteipolitiker geblieben, der in der Arena*der Innenpolitik kämpft. Die Quittung für die Fehlbesetzung*erhält seine Partei - für sie ist der Augenblick der Entscheidung gekommen.

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L.Archer 31.08.2011, 10:10
130. @rayon

In der Tedenz haben Sie sicher recht, nur mit der Zuordnung der Zahlen hapert's. Ich denke, dass ein "Leistungsträger" locker soviel Schaden anrichten kann, dass davon locker eine Million Leistungsempfänger ihr Leben fristen könnten.
Das Wort "Sozialschmarotzer" mag ich nicht, es impliziert Vorsatz. Und den möchte ich nur einem sehr geringen Prozentsatz der Leistungsempfänger unterstellen.

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w.r.weiß 31.08.2011, 11:44
131. So......

Zitat von Hubert Rudnick
Das traurige beim Guido Westerwelle ist, dass er nie die Rolle eines Oppositionsführers abgelegt hatte, er ist nie nun nimmer ein Staatsmann geworden, obwohl er es immer werden wollte.
...ist es. Der Dampfsegler steckt in ihm, leider mit Begleiterscheinungen wie Rechthaberei, das letzte Wort ist immer meins und einer gehörigen Portion Ignoranz. Als Oppositionspolitiker/Fraktionsführer ein prima Wadenbeisser der kräftig austeilen konnte. Aber in Regierungsverantwortung mutieren solche "Qualitäten" oftmals zum Bumerang. Dafür ist er allzu oft in der Vergangenheit seinen Mitmenschen auch gerne mal in die Parade gefahren und auf den Füssen rumgehüpft.....man sieht sich immer zweimal. Die nun für ihn positionierte Goldwaage ist sein eigenes Verschulden, tragischerweise! Auch seine einseitige Ausrichtung der Partei, gepaart mit einer Menge Phobien und Anfeindungen, stellt sich für mich letztendlich als Bärendienst u. Sackgasse heraus. Die "Wunschkoalition" ist für die FDP ein Desaster. Den Schneid eines Hr. Westerwelle hat Kohls Mädchen gemeinsam mit ihren alten christlichen Haudegen sofort einkassiert.

Zitat von Hubert Rudnick
Manche Leute können eben aus ihrer Haut nicht hinauskommen, sie sind für nichts größeres geeignet, sie sollten lieber kleine Brötchen backen, denn die machen auch satt.
Das ist leider genau das Problem bzw. die Schizophrenie in einer mittlerweile zur verkommenen (Ellbogen-)Gesellschaft von Egomanen, Selbstdarstellern und Leistungspredigern! Den Geist zur Perfektion getrimmt in einem Klima geprägt durch Druck und Angst. Auch wenn viele das nicht wahrhaben wollen und sich zur Leistungsklasse/Elite wähnen, die Wahrscheinlichkeit des Versagens ist da enorm hoch. Demut und Selbstreflektion sind nur noch Randerscheinungen, zuweilen eher als Schwäche definiert. Ich halte das für falsch. Selbstüberschätzung und übertriebene Selbstdarstellung arten in ein maßlos verzerrtes Bild an totaler Überbewertung. Undurchschaubare Selbstinszenierung die mit nichts an Nutzen/Sinn zu messen oder vergleichen ist. Auch eine Form der Parallelwelt, eine eigens geschaffene Leistungswelt. Nur die meisten werden in dieser Welt nicht ihren Platz finden und jagen chancenlos einem Gespenst hinterher, ein tiefer Fall ggfls. vorprogrammiert.

Zitat von Hubert Rudnick
Aber die Tragik ist doch nicht nur beim Herrn Westerwelle zu erkennen, wir haben doch solche angeblichen Führungspersonen in allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ebenen zu sitzen, sie haben zwar oft eine gute Ausbildung und versuchen auch mit ihren Reden aufzutrumpfen, aber das reicht für eine Fuhrungsrolle noch lange nicht aus. ....
Guido Westerwelle ist nicht alleine Schuld daran, schliesslich haben andere ihn machen lassen und gut davon gelebt bzw. profitiert. Die Qualität der meisten "Führungspersonen" lässt mittlerweile zu wünschen übrig. Und damit meine ich zBsp. nicht Selbstständige/Unternehmer, die haften mit ihrem eigenen Kopf und tragen tatsächlich/ realistisch noch Verantwortung.

Selbstverständlich können sie "die Gesellschaft" nicht nach vorne bringen, dafür sind sie einfach zu sehr mit ihrem eigenen vorankommen beschäftigt, komme was mag und ohne irgendeine Verantwortung zutragen.

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m.p.h 31.08.2011, 14:40
132. Keine liberalen Werte in "liberaler" Politik

Zitat von Rayon
Wieviele Milliarden werden wohl durch Betrug bei H4 verloren gehen? Na schön, lassen wir es einen zweistellige mittleren Miliardenbertrag sein, und das erscheint mir schon sehr viel. Und jetzt, wieviele Milliarden hat allein die Banken´rettung bisher verschlungen? Von Griechenland und den PIGS ganz zu schweigen.
Zwar off Topic, aber ich stimme IHnen zu. Sollte der Eindruck entstanden sein, dass ich die die profitorientierten Machenschaften der Wirtschaftsunternehmen und Geldindustrie unterstützte, so sei dem hier widersprochen.

Wenn ein Herr Ackermann stolz verkünden darf, daß er zur Erreichung eines Renditezieles (nicht etwa aus Not, um das Unternehmen zu retten) tausende Arbeitsplätze vernichtet, und der Führer eines Bundesunternehmens dies ebenso darf mit dem offenen ausgesprochenen Ziel der Renditeoptimierung in vorbereitung auf einen geplanten Börsenganges - ohne dass die Politik hier direkt eingreift, dann ist der Schaden -absolut- höher und in seiner Nachhaltigkeit fataler.

Eigentum verpflichtet, so steht es im Grundgesetz.
Fatal aber ist der Reflex, wenn die eine Seite nur auf die andere Seite zeigt, und somit das eigene Schlechte relativiert.

Spaltung - und dazu zählen Begrifflichkeiten wie "Sozialschmarotzer" auf der einen und "die Reichen" auf der anderen Seite- ist keine seriöse Politik.


Man würde doch mutmaßen wollen, dass hier, nämlich in der Mitte, fern von diesen oder jenen Polaritäten, an humanistische Idealen angelehnt, die Politik der Liberalen irken müßte - leider spürt man davon nichts (mehr).

Westerwelle (zurück zum Topic) ist (war) nicht der Parteivorsitzende, der diese Werte transportiert hätte. Rößler ist es - im Moment zumindest - ledier auch nicht.

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ajf00 31.08.2011, 14:45
133. Was den sonst? Etwa Verbrecher?

Zitat von turo
Steinmeier ein Staatsmann gewesen??
Klar, er hat fuer das grosse ganze, um das Deutsche Volk vor dem Terrorismus zu retten, die schwere Last auf sich genommen und das Grundgesetz mit Fuessen getreten und Guantanamo Bay unterstuetzt.

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localpatriot 31.08.2011, 14:54
134. Diplomatie - keine deutsche staerke

Zitat von Hubert Rudnick
Das traurige beim Guido Westerwelle ist, dass er nie die Rolle eines Oppositionsführers abgelegt hatte, er ist nie nun nimmer ein Staatsmann geworden, obwohl er es immer werden wollte. Manche Leute können eben aus ihrer Haut nicht hinauskommen, sie sind für nichts größeres geeignet, sie sollten lieber kleine Brötchen backen, denn die machen auch satt. Aber die Tragik ist doch nicht nur beim Herrn Westerwelle zu erkennen, wir haben doch solche angeblichen Führungspersonen in allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ebenen zu sitzen, sie haben zwar oft eine gute Ausbildung und versuchen auch mit ihren Reden aufzutrumpfen, aber das reicht für eine Fuhrungsrolle noch lange nicht aus. Sie alle könne die Gesellschaft nicht nach vorne bringen, sie begreifen leider die Zusammenhänge nicht, sie sind nur auf einen sehr engen Bereich fixiert und haben dem nicht entgegenzusetzen, sie sollten in der zweiten, oder dritten Reihe agieren dafür reicht vielleicht ihr Potential noch aus, aber zu mehr nicht. HR
Seit eh und jeh wird Deutschland von den franzoesischen und britischen Diplomaten in den Schatten gestellt, aber ganz abgesehen davon ist die Rolle des Aussenministers als Erbpacht eines Parteifuehrers ein absoluter Unfug.

Ein Aussenminister kann nur einen Fokus mit ins Buero bringen und der grundlegende Konflikt eines Zwerg- Parteifuehrers lenkt da nur ab.

Die grossen Aussenminiser wie Dulles, Molotov usw sind Menschen denen die diplomatische Haerte in Teflon gegleitet das Denken und taegliche Leben bestimmt,

Nur eines Zaehlt - international zu punkten, und dabei nur Freunde zu gewinnen und keine zu verlieren.

Die erste Aufgabe: Parteischef und Aussenministerjob zu trennen.
Zweite Aufgabe: Der Aussenminister wird von allen Regierungsmitgliedern unterstuetz denn der Kontrahent lebt im Ausland.

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bosemil 31.08.2011, 15:22
135. Dummheit wird wohl selten belohnt !

Zitat von meisterraro
Die Lybien-entscheidung war, ist und bleibt richtig. Jeder, der sich jetzt das Maul zerreißt wird das bereuen und einsehen, dass er selbst im Irrtum war. Auch der alte Kohl soll sich lieber wieder seinem Saumagen zuwenden statt die Regierung zu kritisieren. Denn er hat nichts mehr zu sagen. Westerwelle macht seine Arbeit im großen und ganzen gut. Die ganze Regierung macht ihre Arbeit in einer schwierigen Zeit gut. Sie hat Richtungsentscheidungen getroffen, die viel Mut erfordern. Und der Glaube, dass genau dies der richtige (und einzige) Weg ist, wird belohnt werden.
Um Deutschland bei den Bündnispartnern lächerlich zu machen hat es gereicht. Um sich bei den Wählern in Deutschland einzuschleimen und mit Hilfe des Amtes die Interessenpolitik Russlands u.Chinas zu unterstützen dazu gehört schon eine schöne Potion Dummheit. Jetzt auch noch Respekt von seinen Bündnispartnern eizufordern, dazu ,da haben sie recht, gehört viel MUT.

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kaksi 31.08.2011, 19:07
136. Joschka Fischer und Guido Westerwelle

SPIEGEL-Artikel:
"Dass es anders geht [als bei Westerwelle] zeigte der einstige Turnschuhminister Fischer, der als Staatsmann Anerkennung fand."

Anerkenung "als Staatsmann" für den Wendehals Fischer (siehe Wikipedia)???
Bei wem, WARUM und wie lange?

Ich erlaube mir daran zu erinnern, dass u. a. auch ein gewisser A.H. (zu) lange "Anerkennung fand", nicht nur bei sehr vielen Deutschen, sondern auch im Ausland, anfangs sogar bei Churchill.

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turo 31.08.2011, 19:43
137. Nein, Steinmeier

war nie ein Staatsmann.
Er war in Niedersachsen Büroleiter bei Schröder und dann im BK-Amt ebenfalls als Büroleiter eingesetzt.

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rabenkrähe 31.08.2011, 21:27
138. nene

Zitat von m.p.h
Zwar off Topic, aber ich stimme IHnen zu. Sollte der Eindruck entstanden sein, dass ich die die profitorientierten Machenschaften der Wirtschaftsunternehmen und Geldindustrie unterstützte, so sei dem hier widersprochen. Wenn ein Herr Ackermann stolz verkünden darf, daß er zur Erreichung eines Renditezieles (nicht etwa aus Not, um das Unternehmen zu retten) tausende Arbeitsplätze vernichtet, und der Führer eines Bundesunternehmens dies ebenso darf mit dem offenen ausgesprochenen Ziel der Renditeoptimierung in vorbereitung auf einen geplanten Börsenganges - ohne dass die Politik hier direkt eingreift, dann ist der Schaden -absolut- höher und in seiner Nachhaltigkeit fataler. Eigentum verpflichtet, so steht es im Grundgesetz. Fatal aber ist der Reflex, wenn die eine Seite nur auf die andere Seite zeigt, und somit das eigene Schlechte relativiert. Spaltung - und dazu zählen Begrifflichkeiten wie "Sozialschmarotzer" auf der einen und "die Reichen" auf der anderen Seite- ist keine seriöse Politik. Man würde doch mutmaßen wollen, dass hier, nämlich in der Mitte, fern von diesen oder jenen Polaritäten, an humanistische Idealen angelehnt, die Politik der Liberalen irken müßte - leider spürt man davon nichts (mehr). Westerwelle (zurück zum Topic) ist (war) nicht der Parteivorsitzende, der diese Werte transportiert hätte. Rößler ist es - im Moment zumindest - ledier auch nicht.
......

Die WW-FDP war zur reinen Klientelpartei verkommen, der es nicht im geringsten um irgendwelche Verantwortungen ging, sondern um schlichte Vorteilnahmen, wie die Ministeriumsbesetzungen und die Richtung der ersten "Maßnahmen" nur zu deutlich zeigten.
Alles, was an der Vorgängerregierung so barsch kritisiert wurde, wurde nicht nur auch gemacht, sondern sogar noch potenziert: Verschlankung der Ministerien und Verwaltung? Denkste, alte Mitarbeiter kostspielig entsorgen, neue nach persönlichen Kriterien aussuchen und den Mitarbeiterstab auch noch aufstocken.
Glieder einer Partei, die so dreist lügen und betrügen, sprechen sich selbst ein Urteil und das hat mit Verantwortungsübernahme schier gar nichts zu tun.
Dazu die sattsam bekannten persönlichen Manken bis hin in den pathologischen Bereich und Nachfolger, die eloquent tun, aber einfach unerfahren sind (und von WW so auch gehalten wurden).
Dabei kommen eine Partei und eine Politik heraus, die einfach nur als Karnevalsnummer erscheint und hoffentlich bald überstanden ist.
rabenkrähe

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