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Debattenbeitrag: Zölibat? Aber sicher!

Die*Initiative von katholischen CDU-Politikern für Ausnahmen vom Zölibat ist nur das gewöhnliche*Reformbrausen in den Laienrängen. Man muss es als Vorgeschmack auf den Besuch des heiligen Vaters in Deutschland werten - und am besten*ignorieren,*glaubt der überzeugte Katholik*Matthias Matussek.

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DJ Doena 22.01.2011, 21:45
1. Zölibat

Ich kann ja verstehen, dass man Traditionen nicht unnötig über Bord werfen sollte. Und ich verstehe auch, dass auch "Kirche" ein Marketing-Brand ist.

Aber mal ganz ehrlich: Wem genau nützt dieser Zölibatszwang eigentlich? Macht es einen Priester besser, wenn er keinen Sex haben darf?

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promedico 22.01.2011, 21:54
2. falsch!

Zitat von DJ Doena
Ich kann ja verstehen, dass man Traditionen nicht unnötig über Bord werfen sollte. Und ich verstehe auch, dass auch "Kirche" ein Marketing-Brand ist. Aber mal ganz ehrlich: Wem genau nützt dieser Zölibatszwang eigentlich? Macht es einen Priester besser, wenn er keinen Sex haben darf?
Ihre Frage geht ins Leere....
Der Zölibat verbietet Priestern den Sex keineswegs.
Er wurde vielmehr erlassen, um das Erbe von Priestern der Kirche zu sichern - von Sex ist in dem Erlass nicht die Rede - sie sollten nur nicht heiraten und erbberechtigte Kinder zeugen!!!!

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TeaRex 22.01.2011, 21:59
3. Situs villa tengis essa bernet

Lieber Herr Mattusek, sie verwechseln Mittel und Zweck. Der Zweck der katholischen Kirche ist doch nicht der Distinktionsgewinn! Auch nicht das Katholischsein als solches, sondern dieses ist nur ein Mittel zur Gottesverehrung. Ihr Gerede vom Markenkern ist modernistischer, als jede Weihe von verheirateten Männern es je sein könnte.

Oder gehören Sie auch zu denjenigen Christen, denen es nicht um Christus, sondern hauptsächlich darum geht, dass sie nicht so sind wie die andere Konfession? Auch in der Evangelischen Kirche gibt es genug Leute, denen Theologie herzlich egal ist, aber wehe, der Pfarrer trägt kein schwarz mit Bäffchen, sondern weiß mit Stola. Dann gibt's Katholenalarm!

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Heinz-JürgenVogels 22.01.2011, 22:19
4. Zölibat? Aber sicher!

Langfristig wird die Kirche nicht um eine Zölibats-Diskussion herumkommen. Denn es geht bald um die Frage, ob ein verheirateter Priester nicht doch besser ist als gar kein Priester. Ich möchte Ihnen dazu nur zwei unterstützende Argumente schreiben: Erstens gibt es, was viel zu wenig bekannt ist, in der katholischen Kirche bereits 20 Prozent verheiratete Priester in den katholischen Ostkirchen Ungarns, der Ukraine, des Libanon und Indiens, um nur einige zu nennen, die die heilige Messe auf Griechisch oder Arabisch feiern, aber zur Kirche des Papstes gehören. Er braucht also nur das Kirchenrecht der katholischen Ostkirche (CCEO) auf den lateinisch-feiernden Westen zu übertragen, und die Krise ist gelöst. Zweitens haben seit 1964, seit Papst Johannes XXIII. Dispens vom Zölibat gewährte, allerdings unter Verlust des Priesteramts, etwa 95.000 Priester mit päpstlicher Erlaubnis geheiratet. Von denen leben etwa noch 45.000. Die meisten von ihnen wären sofort bereit, den Dienst wieder aufzunehmen. Aus welchen Gründen lässt der Papst das nicht zu? Heute steht im Evangelium des Tages, dass Jesus sagt: "Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat" (Mk 2,27). Gilt nicht entsprechend: "Der Zölibat ist für den Priester da, nicht der Priester für den Zölibat"?

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charleshenry 22.01.2011, 22:20
5. Wer hats gemacht???

Das ist doch die Frage des Zöllibats?

Durch die Bibel läßt es sich doch nicht begründen.
Gemacht wurde es aus wirtschaftlichen Gründen.

Also wieso kann man es nicht abschaffen?
Tradition ist in dieser Sache schädlich.
Denn Tradition würde eine Zwangsanweisung an die Kirche immer und immer wieder bestätigen.

Es wird wirklich Zeit das das Kirchenrecht entrümpelt wird!!!

Glauben sollte das Maß sein, dass bestimmend ist.

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LouisWu 22.01.2011, 22:21
6. ...

Zitat von DJ Doena
Ich kann ja verstehen, dass man Traditionen nicht unnötig über Bord werfen sollte. Und ich verstehe auch, dass auch "Kirche" ein Marketing-Brand ist. Aber mal ganz ehrlich: Wem genau nützt dieser Zölibatszwang eigentlich? Macht es einen Priester besser, wenn er keinen Sex haben darf?
Naja, die Sublimation der (unterdrückten) Sexualität kann schon eine verheerende Energiequelle sein, die die RKK gerne umleitet in einen "Glaubenseifer", mit absoluter Loyalität bis hin zum Fanatismus. Das ist durchaus so kalkuliert, aber:
Wie bei der Zähmung der Atomenergie geht das natürlich oft schief, wie wir in der jüngsten Vergangenheit gesehen haben....... ;-(

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jhartmann 22.01.2011, 22:26
7. .

Zitat von TeaRex
Lieber Herr Mattusek, sie verwechseln Mittel und Zweck.
Der verwechselt nicht sondern vertauscht. Nicht Irrtum sondern Ignoranz.

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deuscaritasest 22.01.2011, 22:26
8. Marginale Problematik

1. Den Aufruf mancher der CDU-Politiker zur Aufhebung des Zölibats für römisch-katholische Amtsträger finde ich einfach daneben. Zunächst sollte diese Partei neu festlegen, was an ihr noch christlich (!!!) ist. Anhand dieser Neubesinnung auf das Christliche sollte sie ihre Politik betreiben. Sie sollte also erstmals ihre ureigenste politische Aufgabe erledigen und sich nicht in Angelegenheiten der anderen selbstständigen Institutionen einmischen.
2. In Deutschland gibt es ca. 25.000.000 Katholiken; es sind gerade zwei Prozent der Gesamtzahl der Katholiken auf der ganzen Welt mit 1.200.000.000. Von den 25.000.000 nehmen nur zwölf Prozent am Pfarrgemeindeleben teil; es sind gerade 0,24 Prozent an der Gesamtzahl von 1,2 Mrd. Katholiken. Jährlich treten wiederum viele Katholiken in Deutschland - wegen vor allem Kirchensteuer - aus der Kirche aus. Im Vergleich dazu gibt es einen beachtlichen Zuwachs an Katholiken auf allen anderen Kontinenten, im Jahr 2010 ca. 16.000.000. Nur in den reichen Ländern wie Deutschland oder USA gibt es einen Mangel an Priesternachwuchs. In anderen Ländern gibt es außerordentlich viele Priester, Nonnen und Nachwuchskandidaten.
3. Diese Zahlen beweisen, dass die Ortskirche in Deutschland im Hinblick auf gesamtkirchliche Entscheidungen nichts mehr zu sagen hat. Die römisch-katholischen Probleme in Deutschland berühren die Ortskirchen in anderen Ländern der Welt nicht. Der Papst, auch wenn er ein Deutscher ist, ist das Oberhaupt ALLER Katholiken. Päpstliche Entscheidungen (d.h. durch den Papst, Kurienkardinäle und Ortsbischöfe) betreffen alle Katholiken. Da Probleme in Ländern wie Deutschland, in welchem beispielsweise gerade das Zölibat in Frage gestellt wird, so marginal sind, werden sie vom Vatikan auch nicht zu gesamtkirchlichen Themen gemacht!
4. Evangelisch-lutherische und anglikanische Geistliche, die zur römisch-katholischen Kirche konvertieren, waren vor ihrer Priesterweihe durch einen römisch-katholischen Bischof schon verheiratet. Aus diesem Grunde dürfen sie weiterhin verheiratet bleiben und mit ihren Familien leben, aber gleichzeitig römisch-katholische Priester sein. Das sind AUSNAHMEfälle, welche die römisch-katholische Kirche Gläubigen gewähren, welche vorher anderen christlichen Konfessionen angehörten.
5. Die Ortskirche in Deutschland sollte sich am besten und sinnvollsten auf die Neuevangelisierung konzentrieren, damit viele Katholiken auch wieder wissen, was sie beispielsweise an Weihnachten oder Ostern feiern!

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mannausvs 22.01.2011, 22:32
9. Ein Lob auf Matthias Matussek

Zitat von sysop
Die*Initiative von katholischen CDU-Politikern für Ausnahmen vom Zölibat ist nur das gewöhnliche*Reformbrausen in den Laienrängen. Man muss es als Vorgeschmack auf den Besuch des heiligen Vaters in Deutschland werten - und am besten*ignorieren,*glaubt der überzeugte Katholik*Matthias Matussek.
Wow, man liest in Spiegel online einen Beitrag, der den Zölibat positiv bewertet! Heute fallen ja für einen romtreuen Katholiken, wenn man das liest, Weihnachten und Ostern auf einen Tag. Der Spiegel gibt sich katholikenfreundlich! Dass ich das noch erleben durfte, ob der unzähligen Schmähungen und Diffamierungen, die man sonst als römisch-katholischer Christ hier über sich ergehen lassen musste.
Deo gratias!
Aber wahrscheinlich wird der Blog hier gleich über diesen Artikel und alle Befürworter herfallen, wie könnte es auch anders sein!
"Der schmale Weg führt ins Paradies, der breite Weg ins Verderben" so lautet eine Bibelstelle. Ob diese hier wohl passt?
Freundliche Grüße
mannausvs

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