Forum: Politik
Debattenkultur: Weniger Demokratie wagen!

Alle klagen über sinkende Wahlbeteiligung. Wenn man sieht, was Leute im Netz hinterlassen, kann man nur dankbar sein, dass viele Krakeeler am Wahltag zu desinteressiert oder zu betrunken sind, um aus dem Bett zu finden.

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olicrom 22.09.2015, 14:11
50. Da ist im Kern viel Wahres dran...

...nehmen wir zum Beispiel den Kerngedanken der Demokratie: Idealerweise beteiligt sie das gesamte Volk in irgendeiner Form an der politischen Entscheidungsfindung. Was natürlich den Idealzustand voraussetzt, dass das Volk in seinen einzelnen Bestandteilen versteht, worüber es zu entscheiden hat. Fleischhauer konstatiert wohl zurecht, dass wir von diesem Idealzustand weiter entfernt sind denn je. Nur noch relativ wenige Menschen verstehen, worum es überhaut geht. Im eigenen Land oder in der ganzen Welt.
Schuld daran sind sicher eine ganze Menge Faktoren, die irgendwo zwischen rotgrünem Sozialkitsch einerseits und darwinistischen Neoliberalismus à la Schröder und Möllemann andererseits zu suchen sind. Vor allem aber auch wird gerne vergessen, dass sich das von Fleischhauer so genannte "Subproletariat" auch gerne aktiv der Auseinandersetzung mit Bildung verweigert, da es ja das Meiste eh zugeschanzt bekommt. Und um sich den Rest zu "besorgen" - z.B RTL auf der Großglotze - bedarf es kaum weitergehender Bildung.

Fakt ist: Dieses Volk ist verblödet wie wahrscheinlich nie zuvor, hat aber gleichzeitig so viel Möglichkeit der öffentlichen Artikulation wie ebenfalls zu keiner Zeit davor. Sie bestimmen auf erschreckende Weise sogar den Diskurs, indem z.B Gabriel sich nicht entblödet, dort aufzulaufen. So entsteht eben Pegida. Dieser Analyse Fleischhauers ist insgesamt kaum zu widersprechen.

Es gäbe übrigens schon heute eine Lösung für dieses Problem. Alle wichtigen politischen Entscheidungen werden in direkter Demokratie entschieden. Und zwar online. Dabei muss der Wähler zunächst seinen Namen unfallfrei schreiben können, anschließend seinen Kenntnisstand über Grundzüge der Demokratie, des Grundgesetzes und der Menschenrechten nachweisen und in einem weiteren Schritt sein Wissen zu den objektiven Begleitumstände, Zusammenhängen und Hintergründe der anstehenden Entscheidung belegen. Hilfsmittel sind ausdrücklich erlaubt. So würden sich viele Wähler vor ihrer Entscheidung vielleicht erst einmal informieren. Je nach Ergebnis wird die Stimme anschließend gewertet. Der trollige Subprolet ohne jegliche Kenntnis wird wenige Punkte bekommen, der Sachverstand und informierte Demokrat entsprechend mehr. Dies kann durchaus in sehr feinen Abstufungen geschehen.
Das Ergebnis: Wir hätten eine direkte Demokratie. Aber ohne das Risiko, dass der Mob entscheidet. Wir hätten intelligentere Entscheidungen. Und wir hätten intelligentere Politiker (die CDU würde dieses Verfahren wohl am heftigsten treffen).
Aber es ist klar, dass das natürlich nie passieren wird.

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eternalchii 22.09.2015, 14:11
51.

Zitat von ruhrpottsonne
Ich bin aber auch dafür, daß führende Mitarbeiter eines Ministeriums ein Mindestmaß an nachweisbarer Eignung für ihr Fachressort vorweisen müssen. Vor einer Arbeitsministerin, die nie gearbeitet hat, würden wir ebenso ......
Ohje, wer also irgendwann mal gearbeitet hat, hat für Sie automatisch geeignet, um Arbeitsminister zu werden, auch wenn es da sehr wahrscheinlich gar keine Aufgabenüberschneidungen gibt? Da stellt man sich natürlich die Frage, wer nach dieser Logik Kanzler mit einer "marktwirtschaftlichen Volkswirtschaft" werden kann. Nur ein leitender Manager eines Topunternehmens? Ein VWL-Professor?

Dass Sie bei solchen Erwartungen nichts als Ärger empfinden, kann ich aber gut nachvollziehen.

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Stop_Forrest_Stop 22.09.2015, 14:12
52. Spiegel, ist das Ihr Ernst weniger Demokratie wagen?

>>Wir sollten über sinkende Wahlbeteiligung nicht klagen, sondern dafür dankbar sein. Wenn alle Leute ihre Stimmen abgeben würden, die dazu berechtigt sind, wären in Deutschland nicht nur gemäßigte Kräfte im Bundestag vertreten.

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spitzaufknoof 22.09.2015, 14:12
53. Wenn

man zynisch wäre könnte man glatt behaupten, dass eben gerade relativ viele Dumme doch an die Wahlurnen gehen. Zumindest deutet manches Wahlergebnis doch darauf hin. Warum wählt man denn sonst keine fähigen Politiker in die Verantwortung ? Also alles relativ, Herr Fleischhauer.

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Tomislav1980 22.09.2015, 14:12
54. zu dumm für die Demokratie?

Schwachsinn von vorne bis hinten...

Sie können sich sicher sein, dass diejenigen die im Netz "rumkrakeelen" gewiss wählen gehen. Das sind nämlich die wenigen Prozent, von denen die rechten Parteien ihre Stimmen beziehen. Im Übrigen neigen die meisten Menschen eher dann dazu zu "krakeelen" wenn Sie das Gefühl haben anders nicht gehört zu werden.
Zu dumm für Demokratie heißt es bei Ihnen. Die "Dummen" sind das Produkt unserer Gesellschaft und unserer Demokratie. Eine Demokratie die nur einmal pro Wahlperiode nämlich am Wahltag stattfindet. Diejenigen die da nicht mehr hingehen, sind nicht die "Krakeeler" und "Dummen" oder "Besoffenen", sondern diejenigen, die keine Lust mehr auf Politik haben, die am Volk vorbeigeht und keine Lust mehr haben sich abermals verarschen zu lassen von Politikern denen das "normale" Leben mittlerweile sowas von Fremd ist, dass es Sie eigentlich als Politiker disqualifiziert.

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pousset 22.09.2015, 14:13
55. ackergold irrt

Baden-Württemberg hat 3 de facto Gesamtschulen - juristisch verklausuliert - etwa die IGH in Heidelberg. Aber es wird wohl stimmen: Die Orthographie ist im Ländle auch nicht besser.

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KarlRanseier 22.09.2015, 14:13
56. Es wird höchste Zeit, dass sich Journalisten...

...wie z.B. Sie, Herr Fleischhauer, endlich an die eigentliche Grundlage Ihres Berufs erinnern: Ihre Leser möglichst objektive und neutral zu informieren! .
Mit dem, was Sie hier schreiben, unterstellen Sie gut der Hälfte unserer wahlberechtigten Bevölkerung fehlende Intelligenz, Alkoholismus, Assozialität und vieles mehr!
Woher beziehen Sie Ihre Kenntnis darüber, dass diese Behauptungen der Wahrheit entsprechen? Woher wissen Sie, aus welchem politischen Lager das Heer der Nichtwähler tatsächlich stammt? Ist es nicht nur die Aufgabe der Politik sondern viel mehr die der Medien, Wähler objektiv über die Situation in unserem Land sowie die möglichen Handlungsalternativen aufzuklären?

Sie lassen sich über den Bildungsnotstand und die mangelnden Rechtschreibkenntnisse der "Internet-Krakeeler" - haben Sie ungefähr eine Vorstellung davon, wie groß der Anteil, gerade in den jüngeren Generationsanteilen unserer Bevölkerung ist, die über die gleichen, mangelhaften Rechtschreibkenntnisse oder gar Umgangsformen im Allgemeinen verfügen, wie der von Ihnen zitierte Internet-Krakeeler?
Und liegt diese - zugegeben erschreckende - Tatsache nicht im großen Maße an einer über Jahrzehnte hinweg vollkommen verfehlte Bildungspolitik ihrer vorwiegend linksorientierten Macher? War und ist es nicht das erklärte Ziel aller der seit Langem in Politik, Medien und Schulämtern untergetauchten Spät-68ern, alles was nur irgendwie mit Deutschland, der deutschen Kultur und der deutschen Sprache, Umgangsformen und sozialen Verhaltensweisen zu beseitigen?
Und nun regen Sie sich über die Ergebnisse dieser Verfehlungen auf, indem Sie diese als Erkennungsmerkmale rechter Gesinnung oder des Internet-Proletariats bezeichnen?

Nein Herr Fleischhauer, man muss nicht Angst davor haben, dass die dazu zu betrunkenen aus dem Bett finden um wieder zur Wahlurne zu schreiten, sondern man sollte Angst davor haben, dass es auch in zehn Jahren noch immer keine Vertretung innerhalb der deutschen Parteienlandschaft geben könnte, der es gelingt den Weg unseres Staates in die Selbstauflösung zu stoppen und uns allen das bringt, was angeblich bereits seit Gründung der Bundesrepublik die Grundrechte unserer Bürger sein sollen: DEMOKRATIE und das Recht auf freie Meinungsäußerung, das Recht auf unverfälschte, gleichmachende Information, Mitsprache bei politischen Entscheidungen ohne jeden Fraktionsgehorsam, keine Verschwendung von Steuergeldern, wirksame Maßnahmen gegen Lobbyismus und Schutz der Bürger vor Kriminalität und Terrorismus.
Ihre Rolle als Meinungsverfälscher, Hetzer und nichtsnutzige Schwindler wäre dann in der Tat überflüssig, aber dass ist es ja, wovor Sie eigentlich Angst haben, nicht wahr, Herr Fleischhauer?

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Robert_Rostock 22.09.2015, 14:14
57.

Zitat von garfield
(Zitat von sysop Leider ist das Subproletariat in seinen politischen Vorlieben eher ungefestigt, wie man auf der Linken zwischenzeitlich erkennen musste.) Gähn ... Kann mal jemand dem Fleischhauer stecken, wie zahlreich er sein "Subproletariat" auf seiner rechten Seite vorfindet?
Genau das hat der Fleischhauer in dem von Ihnen zitierten Satz gesagt. Dass das Proletariat -anders als die Linke gehofft hat- eben nicht automatisch aus Kommunisten besteht.

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thomas.b 22.09.2015, 14:15
58.

Ich pflichte Herrn Fleischhauer hier zu. Auch ich war mal von der Idee einer direkteren Demokratie begeistert. Dann kam das Wiederaufleben der völkisch-rechtsextremen Gesinnung vor allem in den sozialen Netzen und ich bin mittlerweile froh um unsere heutigen Verhältnisse. Sonst hätten wir vielleicht wieder so unappetitliche Dinge wie Todesstrafe, Enteignung, politische Gefangene, Selbstjustiz, Arbeitslager und womöglich noch einen Diktator.

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produster 22.09.2015, 14:15
59. Wir haben längst die Post-Demokratie

Längst sind wir doch auf dem Weg zur technokratischen Elitendemokratie! Mehr Europa, mehr Macht nach Brüssel: da braucht es doch sowieso den Wähler nicht mehr. Und wen es stört, dass auch die Proleten Facebook nutzen, sollte sich ein elitäreres Forum suchen, eins für ausgewiesene Akademiker z.B. Was die Bildung angeht: wieso importieren wir massenhaft Analphabeten, wenn wir schon den eigenen Leuten korrekte Rechtschreibung nicht beibiegen können? Ich persönlich bin betroffen, wenn ich Frau Göring-Eckhardt sehe und höre: sie ist eine Protagonistin der Annahme, dass man mit nur genügend Sozialarbeitern, Psychologen, Frauenbeauftragten und Genderpolizisten die Probleme dieser Welt lösen und die bundesdeutsche Gesellschaft überführen kann in ein neues, goldgrünes Zeitalter, den besseren Menschen inklusive. Als ob Leute wie sie an einer Debattenkultur interessiert wären! Das würde ja bedeuten, die eigenen durchideologisierten Standpunkte zu überdenken. Grüngetünchte Jakobiner wie Göring-Eckhardt sind, wie der Verfasser hier, dass Demokratie aus praktischen Gründen nicht für jeden gelten kann.

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