Forum: Politik
Demo gegen Brexit: "Hilfe, wir sind auf einer kleinen Insel gefangen"
REUTERS

Am Montag stimmt das britische Unterhaus über das EU-Austrittsgesetz ab. Zehntausende haben deshalb in London gegen den Austritt Großbritanniens aus der EU demonstriert und Regierungschefin Theresa May ausgebuht.

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der-junge-scharwenka 10.09.2017, 11:59
160. Was ist ein Volk?

Zitat von brathbrandt
Diese hirngewaschenen Leute können sich mit jemandem, dem die Worte "Volk" und "Nation" noch etwas sagen, garnicht mehr unterhalten.
Mir sagen die Begriffe "Volk" und "Nation" tatsächlich nur wenig bis gar nichts. Jedenfalls sind sie in meiner Welt keine maßgeblichen Kriterien für irgendetwas. Was ist schon ein Volk? Es ist die Gemeinschaft aller, die die gleiche Staatsangehörigkeit haben. So will es das Grundgesetz, und nur so kann es - allenfalls - richtig sein. Generell: Die Vergangenheit hat mehr als einmal gezeigt, dass eine Grenzziehung nach "Volk" und "Nation" diesen Kontinent zerstören kann. "Volk" und "Nation" haben sich als maßgebliche Bezugspunkte einer auf Prosperität gerichteten Politik nicht nur überholt, sie haben sich geradezu disqualifiziert. Wer aus den vergangenen 100 Jahren nicht gelernt hat, was die "Völker" eines Kontinents einander antun können, und wer daraus nicht die Konsequenz zieht, dass ein Gegeneinander durch ein Miteinander ersetzt werden muss, muss ziemlich tief geschlafen haben.

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brucewillisdoesit 10.09.2017, 12:06
161. Furchtbar

Zitat von frenchie3
funktioniert ja schon die Bundestagswahl. Für eine echte Demokratie wäre eine Wahlpflicht sehr hilfreich
Und so fängt es mit dem Polizeistaat an. Zuerst gibt es eine Wahlpflicht, und kurz darauf dann eine öffentliche Wahlempfehlung was denn doch bitte zu wählen ist.
Wer für Dinge wie Wahlpflichten eintritt, hat offensichtlich den tieferen Sinn von "freiheitlich" nicht so ganz verstanden und orientiert sich wieder in Richtung DDR wo man sich über verwirrende Dinge wie Freiheiten keine große Sorgen machen mußte, da einem das alles vom Staat abgenommen wurde.

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brucewillisdoesit 10.09.2017, 12:10
162. schon wieder Chemtrails ?

Zitat von rumans
der sich die Herrschaft durch eine EU nicht nehmen lassen will und durch Desinformation mittels Clowns und Medien seine Pfründe sichert. Zum Volksentscheid bzw. Demokratie gehört klare Information. Zu entscheiden war nicht zwischen GB/Polen sondern zwischen arm/reich. Das wurde von der Aristokratie/Finanzplatz London erfolgreich durch Clowns vernebelt.
Ähm ... Verschöwungstheorien sind ja schön, aber die Finance Industry und die gesamte City waren praktisch geschlossen gegen den Brexit, die wußten nämlich schon vorher was das bedeutet.

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kado18 10.09.2017, 12:13
163. Das ist aber nur Ihre Ansicht

Zitat von marcaurel1957
Wenn eine Mehrheit von Hohlbroten, Wutbürgern und Unwissenden eine Entscheidung trifft, die ganz offensichtlich schadet, so ist das keine Sternstunde der Demokratie!
und derer, die vor dem Machtverlust Angst haben, bitter nötig sind Volksentscheide fast so, wie in der Schweiz.
Wenn das gemacht wird, was die Mehrheit nicht will, ist es keine Demokratie mehr, sondern eine Diktatur.
Sie finden es wahrscheinlich auch richtig, wenn einer über einen Listenplatz sein Mandat erhält, dann die Partei verlässt, es nicht zurück geben muss. Es wurde nicht die Person, sondern die Partei gewählt, die Demokratie mit Füssen... ?
In Schleswig-H. führte es zum Sturz, in Thüringen ist RRG nur durch einen AfD-Überläufer noch an der Macht.
Wenn ich mich richtig erinnere waren Sie es, der den Schachsinn verbreitete, D macht Gewinne mit GR

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der-junge-scharwenka 10.09.2017, 12:18
164. Halbherzigkeit

Zitat von Kit Kerber
Der große Fehler des europäischen Friedensprojekts lag in dem Versuch, die Völker durch den Euro geldpolitisch zusammenzuzwingen. Daraus ist eine Zwangsjacke geworden, die mehr Unfrieden stiftet als sonstwas.
Die EU ist das Ergebnis dessen, was die Nationalstaaten zulassen. Die Fehler der EU sind die Fehler der nationalstaatlichen Entscheidungen. Das sollte man nie vergessen.

Einer der wesentlichen Fehler ist die europapolitische Halbherzigkeit aller Nationalstaaten. Ich wünsche mir eine EU, die sinnvolle Kompetenzbereiche hat - Sozialpolitik, Finanzpolitik, Flüchtlingspolitik - und die die Macht hat, in diesen Bereichen verbindlich zu handeln. Dazu bedarf es europäischer Organe, die an die Stelle nationalstaatlicher Behörden treten. Ein EU-Finanzministerium mit Kontroll- und Eingriffsbefugnissen gegenüber allen nationalen Haushalten - auch dem deutschen! - ist für ein glattes, zielgerichtetes Funktionieren unerlässlich. Davon sind wir meilenweit entfernt. Und es ist nur ein Beispiel von vielen, in denen es besser laufen könnte.

Wir haben zurzeit einen Hund mit zwei oder drei Beinen. Dass der nicht so schnell laufen kann wie ein Hund mit vier Beinen, ist klar. Sicher ist: Ich wünsche mir einen vierbeinigen Hund. Aber solange ich den nicht habe, nehme ich den mit drei Beinen. Denn der ist immer noch besser als gar kein Hund.

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Kit Kerber 10.09.2017, 12:29
165.

Zitat von der-junge-scharwenka
Mir sagen die Begriffe "Volk" und "Nation" tatsächlich nur wenig bis gar nichts. Jedenfalls sind sie in meiner Welt keine maßgeblichen Kriterien für irgendetwas. Was ist schon ein Volk? Es ist die Gemeinschaft aller, die die gleiche Staatsangehörigkeit haben. So will es das Grundgesetz, und nur so kann es - allenfalls - richtig sein. Generell: Die Vergangenheit hat mehr als einmal gezeigt, dass eine Grenzziehung nach "Volk" und "Nation" diesen Kontinent zerstören kann. "Volk" und "Nation" haben sich als maßgebliche Bezugspunkte einer auf Prosperität gerichteten Politik nicht nur überholt, sie haben sich geradezu disqualifiziert. Wer aus den vergangenen 100 Jahren nicht gelernt hat, was die "Völker" eines Kontinents einander antun können, und wer daraus nicht die Konsequenz zieht, dass ein Gegeneinander durch ein Miteinander ersetzt werden muss, muss ziemlich tief geschlafen haben.
Die "Nation" mag Ihnen nichts sagen, aber sie hat einen wesentlichen Einfluß auf Ihren Wohlstand. Sozialsysteme sind nationalstaatlich organisiert. Es sind "Nationen", die einzahlen, und "Nationen", die herausbekommen. Erst wenn Sie das geändert haben, und ein globales Sozialsystem auf festem Grund steht, können die Völker der Erde sagen: wir brauchen keine Nationalstaaten mehr.

Ein globales Sozialsystem ist derzeit nicht in Sicht. Selbst ein europäisches Sozialsystem ist nicht in Sicht. Man kann darauf hinarbeiten. Einige tun das ja schon. Aber - so fürchte ich -, es wird noch eine Weile dauern, bis der deutsche Rentner bereit sein wird, seine Rente mit seinem rumänischen Kollegen zu teilen.

Harmonisierung steht am Anfang. Danach kommt die Auflösung der Nationen. Nicht umgekehrt!

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brucewillisdoesit 10.09.2017, 12:32
166.

Zitat von marcaurel1957
Ich bin ausdrücklich gegen jeden Volksentscheid auf Bundesebene, von den im GG vorgesehenen Ausnahmen abgesehen. Der allergrößte Teil der Bürger versteht die nationalen oder internationalen Fragen nicht mal im Ansatz, ist damit intellektuell überfordert und auch nicht bereit und in der Lage sich damit zu beschäftigen. Von mir aus nennen Sie es "unmündig" aber ich will wie gesagt von wählbaren Experten, von Profis regiert werden, nicht vob FritzeFlink, der ohne Sachkenntnis aber mit Wut um Bauch über Dinge redet, die bei weitem über seine Fähigkeiten hinausgehen. Deshalb ist die repräsentative Demokratie die weit bessere Regierungsform!
Ich kann die Einstellung und die Ablehnung von Volksentscheiden zwar sehr gut nachvollziehen, das das Argument mit den "Profis" ist vollkommen daneben. Sehen sie sich den Lebenslauf einiger Parlamentarier mal an, das sind keine hochgebildeten Profis. Auch dort wird von letztendlich vor (repräsentativen) Amateuren entschieden (wenn vermutlich auch von welchen die im Durchschnitt etwas gebildeter sind, als die Masse der Bevölkerung).
Diese Amateure werden allerdings i.A. von Profis beraten und über Probleme aufgeklärt. D.h. wenn man wirklich fachkundige Entscheidungen möchte, dann muss man mehr in Richtung Technokratie gehen, wo zumindest tw. die Entscheidungen von z.B. Fachgremien getroffen und nicht von absolut fachfremden ohne tieferes Verständnis getroffen werden.

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der-junge-scharwenka 10.09.2017, 12:40
167.

Zitat von kado18
und derer, die vor dem Machtverlust Angst haben, bitter nötig sind Volksentscheide fast so, wie in der Schweiz. Wenn das gemacht wird, was die Mehrheit nicht will, ist es keine Demokratie mehr, sondern eine Diktatur. Sie finden es wahrscheinlich auch richtig, wenn einer über einen Listenplatz sein Mandat erhält, dann die Partei verlässt, es nicht zurück geben muss. Es wurde nicht die Person, sondern die Partei gewählt, die Demokratie mit Füssen... ? In Schleswig-H. führte es zum Sturz, in Thüringen ist RRG nur durch einen AfD-Überläufer noch an der Macht. Wenn ich mich richtig erinnere waren Sie es, der den Schachsinn verbreitete, D macht Gewinne mit GR
Das ist eben das Problem: Mit Volksabstimmungen bekommen Sie ein maximal legitimiertes Ergebnis. Dass das auch immer das klügste ist, werden Sie nicht ernsthaft behaupten können. Letztlich ist eine Entscheidung nur dann wirklich gut, wenn der, der entscheidet, von der Sache auch etwas versteht. Ich habe da, was unser Wahlvolk und das der Briten betrifft, eher meine Zweifel, und die teilweise absurd falschen Äußerungen einiger Kollegen in diesem Forum dürften mich da bestätigen. Ich bin ziemlich sicher, dass nicht einmal die Hälfte aller Wahlberechtigten in D weiß, dass sie am 24. September 2017 NICHT den Bundeskanzler wählen. Wahrscheinlich kann ein Großteil der Wähler den Begriff Föderalismus nicht richtig erklären, und einige werden ihn wahrscheinlich nicht einmal richtig schreiben können. So ist das eben: Um einen Angelschein erwerben zu können, muss man einen Sachkundenachweis mitbringen. Aber um über politische Fragen zu entscheiden, bedarf es nichts dergleichen. Das ist eine Schieflage, die nicht wegzudiskutieren ist. Über sie muss man nachdenken. Und am Ende dieses Denkprozesses dürfte herauskommen, dass zu viel direkte Demokratie nicht konstruktiv ist.

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brucewillisdoesit 10.09.2017, 12:41
168. Die Masse hat immer recht

Zitat von Trevor Philips
Abwählbare "Profis" wie Merkel? Kohl? Ich lach mich scheckig. Kommen Sie damit klar. In einer Demokratie entscheidet nun mal die "tumbe Masse" wo es hin geht.
Haben wir 1933 gesehen wohin das führt, und daraus gelernt. Haben wir übrigens auch gerade wieder in der Türkei gesehen, wohin das führt. Nach Ihrer Einschätzung vermutlich richtig super und ein toll demokratischer der Prozess, nicht wahr ?

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Hamberliner 10.09.2017, 12:43
169.

Zitat von descartes
Im Beitrag von gehirngebrauch wurde die Abstimmung über die Elbtalbrücke mit der Befragung über den Brexit verglichen. Insofern hatte ich der Einfachheit wegen das KfZ- Kennzeichen für Dresden gebraucht und natürlich in keinster Weise an Ihre Ableitung gedacht.
Wenn man hier mitdiskutiert klickt man vorher auf "Diskutieren Sie über diesen Artikel" und benutzt einen PC oder etwas anderes, was sich genauso verhält wie ein PC, und dann klickt man unter dem zu kommentierenden Posting auf "Antworten/Zitieren". Damit quotet man, was man kommentiert, anstatt anderen zuzumuten, den Zusammenhang zu recherchieren. Ein Smartphone im Mobil-Modus ist grundsätlich nicht dazu geeignet, hier im SPON-Forum anderer Leute Postings zu kommentieren, weil eben die Schaltfläche "Antworten/Zitieren" fehlt.

Ich habe verdeutlicht, was dabei herauskommt, wenn man sich darüber hinwegsetzt: eine dumme Antwort.

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