Forum: Politik
Demo gegen Brexit: "Hilfe, wir sind auf einer kleinen Insel gefangen"
REUTERS

Am Montag stimmt das britische Unterhaus über das EU-Austrittsgesetz ab. Zehntausende haben deshalb in London gegen den Austritt Großbritanniens aus der EU demonstriert und Regierungschefin Theresa May ausgebuht.

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Kit Kerber 10.09.2017, 16:34
210.

Zitat von der-junge-scharwenka
Mir ist nicht klar, was dadurch schlechter wird, dass ein Steuerbescheid von einer "Europäischen Finanzbehörde" kommt und nicht mehr vom Finanzamt Harsewinkel. Es sind immer noch Steuern. Und was den Ungarn angeht: Bislang haben die Bediensteten der EU-Behörden regelmäßig kapiert, dass sie funktional keine Gesandten ihres Heimatstaates sind, sondern - nunmehr - im Dienst der Gemeinschaft stehen. Was aus Ihren Worten spricht, verstehe ich schon: "Ich als Deutscher lasse mir doch nicht von einem Griechen, Schweden, Ungarn, Italiener... vorschreiben, was ich zu tun habe." Das alte Nationalitätendenken, immer wieder. Das allerdings ist das Gegenteil des Europäischen Gedankens. So (!) wird Europa sein Ziel nicht erreichen.
Ich verstehe, was Sie mir sagen wollen. Aber betrachten Sie es mal von einer anderen Seite: Warum sollte ein Deutscher bis 70 arbeiten und dann seine Rente mit einem Franzosen teilen? Freilich: er könnte es aus europäischer Solidarität tun. Er wird es aber nicht. Ich will nicht Deutsche gegen Franzosen aufbringen. Aber das Außerachtlassen nationaler Unterschied führt zu Problemen, die dem Friedensprojekt schaden.

Ich persönlich bin ziemlich ungehalten, wenn ich Steuern in einen Topf zahlen muß, aus dem sich Staaten bedienen, die sich nicht an die vereinbarten Budget-Regeln der EU halten. Ich möchte als Steuerzahler Rechtssicherheit. Darauf habe ich auch einen Anspruch.

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xxgreenkeeperxx 10.09.2017, 16:37
211. the trend is your friend

Zitat: Glastonbury. Hab's mir angeguckt. Happy people all over. Spricht das für oder gegen Blairs Vorschlag? Zitat Ende.

Ich weiß jetzt nicht welchen "Vorschlag" von Mr. Blair sie meinen. Es spricht in meinen Augen dafür dass die Jugend in UK, wenn wir jetzt mal von einer gewissen "Elite" absehen das Thema EU-Mitgliedschaft ja oder nein zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht interessiert hat. Und ich denke das ist heute nicht viel anders. Viel wichtiger sind die aktuellen music- und fashion-trends in New York oder L. A. Schauen sie mal in Britain "Jugendsendungen" auf Channel 4 oder ITV. Dann wird ihnen vielleicht klar was ich meine.

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Kit Kerber 10.09.2017, 16:47
212.

Zitat von xxgreenkeeperxx
Zitat: Glastonbury. Hab's mir angeguckt. Happy people all over. Spricht das für oder gegen Blairs Vorschlag? Zitat Ende. Ich weiß jetzt nicht welchen "Vorschlag" von Mr. Blair sie meinen. Es spricht in meinen Augen dafür dass die Jugend in UK, wenn wir jetzt mal von einer gewissen "Elite" absehen das Thema EU-Mitgliedschaft ja oder nein zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht interessiert hat. Und ich denke das ist heute nicht viel anders. Viel wichtiger sind die aktuellen music- und fashion-trends in New York oder L. A. Schauen sie mal in Britain "Jugendsendungen" auf Channel 4 oder ITV. Dann wird ihnen vielleicht klar was ich meine.
Gute Beobachtung. Genau das ist auch mein Eindruck. Am 6. Juni schliefen die alle noch.

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lanzelot72 10.09.2017, 16:47
213. @maxbee (74)

Von welchem kurzen Zeitraum reden Sie? Die Briten können sich Jahrzehnte oder Jahrhunderte Zeit dafür lassen!

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maxbee 10.09.2017, 16:53
214.

Zitat von marcaurel1957
Ich will den Schweizern ihre demokwratischen Sandkastenspiele nicht nehmen, aber die repräsentative Demokratie ist auf nationaler Ebene qualitativ weit überlegen. Bei Themen mit natinalem oder internatinalem Bezug sind 95% der Bürger intellektuell und wissensmäßig weit überfordert, die ließ sich beim Brexit wieder eindrucksvoll beweisen. Ich möchte nicht von der umgebildeten Masse regiert werden, sondern von gewählten und abwählbaren Profis und Experten. Glücklicherweise ist dies in in unserer Verfassung auch so niedergeschrieben
Worin die Überlegenheit eines Systems liegen soll, in dem Parteien/Politiker völlig losgelöst von den Interessen der Bürger - siehe Merkels Flüchtlingskrise oder Schröders Verarmungsprogramm 2010 - ihre Interessen und politischen Zwecke durchsetzen können, haben Sie leider verschwiegen. Das wundert allerdings auch nicht, da es eine solche Überlegenheit der repräsentativen Demokratie gar nicht gibt.
In Ihrer Behauptung, wonach bei Sachabstimmungen "95% der Bürger intellektuell und wißensmäßig weit überfordert" sein sollen, haben Sie fälschlich sich selbst als Maßstab genommen.
Im Falle des Brexits haben Sie unterschlagen, dass die Briten sehr gut über die Konsequenzen eines JA informiert waren. Mehr als das - haben doch die Gegner die Folgen eines Brexits in den schwärzesten Farben an die Wand gemalt. Offenbar ist die Mehrheit der britischen Wähler jedoch bereit auch gewisse Nachteile in Kauf zu nehmen, um dieser bürgerfeindlichen, diktatorischen Union zu entkommen.
Aber das braucht nicht Ihr Problem zu sein, da Sie in Deutschland sich weiterhin den Entscheidungen der "Profis und Experten" (Lach) im Bundestag beugen dürfen. Die wissen bestimmt besser als Sie, was gut für Sie ist. Denn gegen eingefleischtes, obrigkeitshöriges Denken, kann offenbar auch die das Gegenteil beweisende Geschichte nicht ankommen.

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maxbee 10.09.2017, 17:14
215.

Zitat von marcaurel1957
Die Bürger eines starken und vereinten Europas können zuerst mal sicher sein, dass sie nicht von den Big Playern wir Trump und Putin übernommen werden....Europa kann nur zusammen verhindern, dass die Staaten in Abhängigkeit geraten
Offenbar haben Sie noch nicht mitgekriegt, dass Europa spätestens seit Ende des 2. WK sicherheitspolitisch völlig von den USA abhängig ist. Seitdem dürfen die europäischen Politiker nicht mehr über Krieg und Frieden entscheiden. Ein Souveränitätsverlust, der mir am Ar... vorbei geht. Ihnen offenbar nicht, weshalb Sie sich für eine mächtige EU auf der politischen Weltbühne stark machen. Hatten wir alles schon zwei Mal im vergangenen Jahrhundert, wenn auch auf nationaler Ebene. Wer meint, auf internationaler, d. h. auf europäischen Ebene, werde diesmal der Versuch ein Großmachtprojekt zu realisieren, für die Bürger mehr bringen als nur Opfer zu sein, der sollte mal sein Gehirn einschalten - sofern vorhanden.

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maxbee 10.09.2017, 17:23
216.

Zitat von marcaurel1957
Erstens gibt es in einer Demokratie noch andere Möglichkeiten Einfluss zu nehmen und zweitens schätze ich es, von abwählbaren Profis regiert zu werden....nicht von der tumben Masse!
Selbstverständlich gibt es in einer repräsentativen Demokratie "noch andere Möglichkeiten Einfluss zu nehmen". Die Lobbyisten der Wirtschaftsverbände beweisen dies tagtäglich. Wie viele Lobbyisten haben Sie in Berlin?
Was die "tumbe Masse" anbetrifft, so beweisen Sie mit Ihren Beiträgen, wie diese beschaffen sein muss: "Die da oben wissen, was das Beste für uns ist". Gratuliere, da haben Sie es ja mit den "Profis" und "Experten" in Berlin und Brüssel bestens getroffen.

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maxbee 10.09.2017, 17:32
218.

Zitat von marcaurel1957
Ein gutes Argument gegen die direkte Demokratie ist die Tatsache, dass die Bürger bei Entscheidungen auf nationaler und internationaler Eben wissensmäßig und intellektuell bei weiten überfordert sind. Die repräsentative Demokratie ist da weit überlegen. Auf kommunaler Ebene sind Volksabstimmungen ok!
Behauptungen sind keine Argumente! Zudem widerlegt der Erfolg der Schweiz in Sachen Wohlstand, politischer Stabilität etc. Ihre von Obrigkeitsdenken geprägte Behauptung. Untersuchungen in der Schweiz haben zudem ergeben, dass vom Parlament alleine getroffene Entscheidungen öfters revidiert werden mussten als Volksentscheide. Aber vielleicht sitzen ja im Bundestags die grösseren Experten (Ironie off).

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maxbee 10.09.2017, 17:39
219.

Zitat von MütterchenMüh
Natürlich ist das möglich. In De im Bundestag bei jeder Gesetzesänderung. Da wird über ganze Gesetzesänderungen abgestimmt im dem man den Originaltext nimmt und nur die Punkte, Worte, Buchstaben usw., die sich ändern zur Abstimmung bringt. Auf diese Weise kann man auch 12.000 oder mehr Gesetze zur Abstimmung bringen. In den meisten Fällen wird hier wohl nur das Wort EU in GB geändert oder so.
12'000 Gesetzesänderungen sind etwas anderes als die Verabschiedung von Gesetzespakten im Bundestag mit max. einem Dutzend Gesetzesänderungen. Wobei erfahrungsgemäß die wenigsten Abgeordneten sich mit diesen Änderungen überhaupt ernsthaft beschäftigt haben, sondern blind den Empfehlungen der Fraktionsvorsitzenden folgen.
Wenn jedoch nur EU in GB umgeändert werden muss, dann braucht es auch keine parlamentarische Diskussionen und Abstimmungen.

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