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Demokratie in China - mehr Druck durch den Westen?

Auch 20 Jahre nach dem Tiananmen-Massaker haben die Bemühungen um Demokratie in China wenig Fortschritte gemacht. Sollte der Westen mehr Druck ausüben?

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R.Socke 04.06.2009, 11:31
1.

Zitat von sysop
Auch 20 Jahre nach dem Tiananmen-Massaker haben die Bemühungen um Demokratie in China wenig Fortschritte gemacht. Sollte der Westen mehr Druck ausüben?
Womit soll "der Westen" denn Druck ausüben ? Sollen die USA drohen, daß China keine US Staatsanleihen mehr kaufen darf ?

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kdshp 04.06.2009, 11:39
2.

Zitat von sysop
Auch 20 Jahre nach dem Tiananmen-Massaker haben die Bemühungen um Demokratie in China wenig Fortschritte gemacht. Sollte der Westen mehr Druck ausüben?
Hallo,

was für eine frage ! JA natürlich muss hier mehr druck gemacht werden und das nicht nur wegen des Tiananmen-Massakers. Also da wo möglich ist boykottiere ich solche länder die massiv gegen menschenrechte verstoßen.

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Medman 04.06.2009, 11:52
3. Was für eine Frage

ja natürlich muss mehr Druck auf China ausgeübt werden. Hut ab vor den USA, die sich "trauen" gegen die Regierung des "so wichtigen chinesischen Marktes" endlich mal die Wahrheit auszusprechen. In Deutschland ist dazu ja niemand im Stande.

Auf der anderen Seite ist es schon etwas zu spät dafür. Nachdem das Olympische Komitee in dieser Diktatur Olympische Spiele ausrichten lies, mit der Hoffnung in China würde "vieles besser", hat man letzten Endes diese Diktatur geadelt.

Das schlimme daran ist - es gibt kaum Wege privat gegen China Druck auszuüben, in dem man z.b. keine Produkte kauft, die in China gefertigt wurden - nahezu alle Komponenten in modernen PC's haben ihre Fertigungslinien in China, also bleibt nur das die führenden Politiker der Welt aufstehen und an diesen Tag erinnern - wenn es schon die UN nicht fertig bringt (zumindest die Generalversammlung könnte entsprechend reagieren, den Sicherheitsrat können die Chinesen ja jederzeit blockieren).

Schöne Grüße

Medman

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eigentlicher_Schwan 04.06.2009, 11:54
4.

Zitat von sysop
Auch 20 Jahre nach dem Tiananmen-Massaker haben die Bemühungen um Demokratie in China wenig Fortschritte gemacht. Sollte der Westen mehr Druck ausüben?
Jetzt wird den Chinesen auch die Email blockiert. Neben Youtube und vielen anderen wird auch das bei Chinesen sehr beliebte Portal hotmail.com geblockt.

Das ist ein tiefgreifender Eingriff in das Leben Chinas Bürger. Anscheinend will die Regierung ihre Untertanen mit Haut und Haar.
Die Zivilgesellschaft sollte sicher mehr Druck ausüben, auch auf die, die hüben die Dinge schönreden. Aber letztendlich ist es die Sache der Chinesen selbst.
Staatsanleihen sollte man ihnen nicht verkaufen. Höchstens zinslose... ;-)

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viceman 04.06.2009, 11:57
5. oh, das kann ja

Zitat von kdshp
Hallo, was für eine frage ! JA natürlich muss hier mehr druck gemacht werden und das nicht nur wegen des Tiananmen-Massakers. Also da wo möglich ist boykottiere ich solche länder die massiv gegen menschenrechte verstoßen.
jeder machen wie er will, aber dann gibt es wenig sachen, die sie kaufen können.....

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sysiphus 04.06.2009, 11:57
6.

Zitat von sysop
Auch 20 Jahre nach dem Tiananmen-Massaker haben die Bemühungen um Demokratie in China wenig Fortschritte gemacht. Sollte der Westen mehr Druck ausüben?
Diese Fragestellung wirkt seltsam weltfremd.
Es stimmt einfach nicht, dass die demokratische Entwicklung in den letzten 20 Jahren keine Fortschritte gemacht hätte - gemessen an chinesischen Maßstäben. Es gibt inzwischen Gewerkschaften, Mitsprache auf kommunaler Ebene, Informationsfreiheit per Internet u.v.a.
Noch beeindruckender aber ist die ökonomische Bilanz. In keinem Land der Welt haben sich die sozialen Menschenrechte innerhalb weniger Jahre so dramatisch verbessert wie in China, wurden Millionen von Menschen aus absoluter Armut befreit. Dieser Fortschritt stellt beispielsweise das im Westen immer so hofierte Indien weit in den Schatten.

Natürlich hält die Partei über alles die Hand, aber das ist auch Teil chinesischer Staatstradition - und die ist Jahrtausende alt. Pluralismus führte bisher in China immer zu Bürgerkriegen und Schwächeperioden. Das erklärt m.E. die Vorsicht in der gegenwärtigen Politik.
Aber die Dinge sind im Fluss. Bislang folgte weltweit die Politik immer der ökonomischen Entwicklung, warum sollte das in China anders sein.
Die Frage allerdings ist, ob unser gewohntes Demokratiemodell - entwickelt in den letzten 200 Jahren - überhaupt noch den wirtschaftlichen Realitäten entspricht. In den vergangenen 2 Jahrzehnten hat sich ja im Westen ebenfalls eine Menge getan. Gerade bei den bürgerlichen Freiheiten...

Niedlich ist die mutige Frage, ob der Westen mehr Druck auf China ausüben sollte - LOL.
Womit denn???

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idealist100 04.06.2009, 12:01
7. War zu dem

Zitat von sysop
Auch 20 Jahre nach dem Tiananmen-Massaker haben die Bemühungen um Demokratie in China wenig Fortschritte gemacht. Sollte der Westen mehr Druck ausüben?
War zu dem Zeitpunkt in Shanghai (dienstlich) und habe nichts mit bekommen. Die Kollegen haben mir nur gesagt die Studenten sind Bl d; die Demos sind verboten und sie sollen, wenn sie Demonstrieren wollen auf bzw. an ihrer Uni demonstrieren, die sind nicht verboten. Ich möchte einmal sehen, was hier passiert, wenn eine Demo verboten ist und dennoch demonstriert wird und Fahrzeuge etc. angezündet werden. Na ja vielleicht wurden die Militärfahrzeuge ja auch vom eigenen Militär angezündet. Man weiss ja nie was unsere Medien so alles heraus gefunden haben.

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Hollymoonstar 04.06.2009, 12:08
8. Wende

Interessant: vor 20 Jahren verweisen alle chinesischen Jugendlichen auf dem Westen (scheint so), und heute steht die neue chinesische Generation vollständig auf der Seite der Regierung. Vor 20 Jahren demonstrieren die chinesischen Studenten in China gegen die Regierung, im letzten Jahre (2008) demonstrieren viele Auslandschinesen im Westen gegen die westliche Medienberichterstattung über Tibet, diese Demonstrationen werden hier gar nicht berichtet. Ich sehe von beiden Seiten massive Selektion: die Chinesen berichten über das, was ihnen gefällt, wir berichten ebenfalls nur über unsere gewünschte Themen.

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viribus 04.06.2009, 12:11
9. Multipolare Welt

Finden wir uns im "Westen" (d.h. Westeuropa und USA) doch endlich mit der Entwicklung ab, dass wir in einer multipolaren Welt längst die Vorreiter- und Vorbildrolle was gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Themen angeht verloren haben.

Selbst hier bei uns gibt es ja unterschiedliche Auffassungen was "demokratisch" ist, siehe z.B. Schweizer Direktdemokratie vs. selbsherrliche Präsidialrepublik Frankreich etc. etc.. "Gerechtigkeit" und "Demokratie" sind schon längst zu Begriffen geworden, die vor allem subjektiv geprägt sind. Die US Auffassung wonach wirtschaftlicher Erfolg und Marktwirtschaft Hand in Hand mit einem Demokratisierungsprozess gehen, hat sich auch als kreuzfalsch erwiesen, siehe China.

Demokratischer Wandel in einem Staat ist nur durch das selbstbestimmte und eigenwerantwortliche Handeln einer erstarkenden Zivilgesellschaft möglich, d.h. ein Wandel von innen heraus wie in der DDR oder in anderen osteuropäischen Staaten 1989/90. Demokratie lässt sich mit friedlichen Mitteln nich von aussen diktieren, auch wenn die USA das immer noch glauben, neo-con Stichwort "nation building". Die Chinesen müssen ihren Weg selbst gehen, und am Schluss entscheiden sie sich vielleicht für etwas, dass wir im Westen eben nicht als "demokratisch" empfinden. Den Chinesen wird unsere Befindlichkeit so ziemlisch schnurz egal sein.

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