Forum: Politik
Demokratie in China - mehr Druck durch den Westen?

Auch 20 Jahre nach dem Tiananmen-Massaker haben die Bemühungen um Demokratie in China wenig Fortschritte gemacht. Sollte der Westen mehr Druck ausüben?

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Hollymoonstar 04.06.2009, 15:22
70. Ein paar Literatur

Hierzulande tragen einige weinige Journalisten wie Frank Sieren und Georg Blume (der „Zeit“) dazu bei, ein viel sachliches, objektives und verantwortliches Chinabild zu konstruieren. Von den meisten Journalisten kann man dagegen nur auf ideologiegefärbte Berichterstattungen warten. So ein völlig verworrenes Chinabild schafft nur eine irrationale Sinophobie, indem China nur als ein verwerfliches Land dargestellt wird. In der Zukunft schadet diese Irrationalität nur uns selbst und unserem Eigeninteresse in China, weil die meisten durch die Steuerung und Selektion ein falsches Bild zu einem wichtigen Land in der Welt bekommen.

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Ricky 04.06.2009, 15:26
71.

Zitat von Medman
ja natürlich muss mehr Druck auf China ausgeübt werden. Hut ab vor den USA, die sich "trauen" gegen die Regierung des "so wichtigen chinesischen Marktes" endlich mal die Wahrheit auszusprechen. In Deutschland ist dazu ja niemand im Stande. Auf der anderen Seite ist es schon etwas zu spät dafür. Nachdem das Olympische Komitee in dieser Diktatur Olympische Spiele ausrichten lies, mit der Hoffnung in China würde "vieles besser", hat man letzten Endes diese Diktatur geadelt. Das schlimme daran ist - es gibt kaum Wege privat gegen China Druck auszuüben, in dem man z.b. keine Produkte kauft, die in China gefertigt wurden - nahezu alle Komponenten in modernen PC's haben ihre Fertigungslinien in China, also bleibt nur das die führenden Politiker der Welt aufstehen und an diesen Tag erinnern - wenn es schon die UN nicht fertig bringt (zumindest die Generalversammlung könnte entsprechend reagieren, den Sicherheitsrat können die Chinesen ja jederzeit blockieren). Schöne Grüße Medman

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SuPo 04.06.2009, 15:32
72. Nebelkerzen

Zitat von Hollymoonstar
Niemand bestreitet, dass es Menschenrechtsverletzungen und Probleme in China gibt, wie in allen anderen Nationalstaaten der Welt. Es wird allerdings heftig bestreitet, wie dieses Thema durch Medien gesteuert und manipuliert wird. Warum übersehen wir hier einfach den Wandel in China in den letzten 20 Jahren? Warum .....
Diese Märchen das der westliche Bürger doch eh immer nur liest was gewünscht und vorprogrammiert ist lutscht sich doch langsam aus. Noch haben wir hier eine pluralistische Presselandschaft. Das mag für jemanden der nur staatlich gelenkte Presse kennt schlimm und undurchschaubar sein ist aber von Vorteil weil man verschiedene Blickwinkel zu einem Thema betrachten. Wäre das ncht so, hätte man zum Beispiel hier kein Diskussion über diese Thema.
Beim Koreakrieg wollen wir doch an dieser Stelle nicht vergessen, das sich die südkoreanische Bevölkerung recht bald gegen die Befreier aus dem Norden gewand hat, als diese anfingen die Bevölkerung mit Verhaftungen und Exekutionen zu tyrannisieren. Und wollen wir auch nicht vergessen, dass China sich dann letztlich in diesen Krieg eingemischt haben, als sie merkten das ihre kommunistischen Freunde verlieren würden. Im übrigen waren sie da den US nicht unähnlich. Und zum Beispiel das Massaker von My Lai wurde durchaus auch von amerikanischen Gerichten aufgearbeitet und durch eine freie Presse ans Licht gebracht . Die chinesische Junta lässt heute ja nicht mal Filme des Tian'anmen zu. Von Aufarbeitung keine Spur. Wie immer muss man eigentlich sagen. Chinas Führung ist deswegen zu verurteilen, weil sie sich nie bewegt und immer schön zur Stelle ist wenn es darum geht andere Diktaturen zu schützen.

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Hollymoonstar 04.06.2009, 15:34
73. Argument, nicht Arroganz!

Zitat von Hollymoonstar
Wenn ich hier viele Beiträge von den Chinesen lese, habe ich schon Sorge. Diese Kommentare entsprechen meinen Erfahrungen in China, dass der Westen und insbesondere Deutschland in sehr schneller Zeit die Glaubwürdigkeit bei Jugend und dem Wissenskreis verloren hat (seit 2008). Wenn es .....
Ich hoffe sehr, dass beider Seiten (Deutsche und Chinese) rational (um Sache) argumentieren und austauschen können, nicht aber einfach andere schimpfen, und auch nicht einfach mit ideologisch gefärbten Wörtern wie „Diktatur“ oder „Tyrann“ oder „Barbarei“ „andere zu beleidigen.

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rio_riester 04.06.2009, 15:37
74. Trugschluß bei den Freunden Chinas

Zitat von yeye88
[...] Für den normalen Chinesen erscheint der kleine Freund aus Afrika wichtiger als die arroganten Westler. [...] Diese Demokratie-Arroganz des Westens ist ein Grund dafür das immer mehr und vor allem junge Chinesen hinter der Regierung stehen. Die Menschenrechtsdiskussion während der Olympischen Spiele hat dazu geführt, dass die jungen Chinesen bewusst wieder "I like China" tragen.
Bei den vielen Chinesischen Kommentaren in diesem Thread fällt immer wieder ein Aspekt auf: Kritikern aus den westlichen Demokratien wird Arroganz gegenüber China vorgeworfen.

Dieser Vorwurf scheint mir verfehlt aus dem folgenden Grund: Die angebliche Arroganz eines Kritikers beeinträchtigt eben nicht den Wahrheitsgehalt der vorgebrachten Kritik. Der Wahrheitsgehalt der Kritik ist völlig unabhängig von der Arroganz (oder Bescheidenheit) des Kritikers.

Der Kritiker mag so arrogant oder so bescheiden, so höflich oder so unhöflich sein wie man will - dies beweist eben nur, daß der Kritiker bestimmte moralische Qualitäten hat oder eben nicht hat. Es beweist nicht im geringsten, daß seine Kritik verfehlt (oder berechtigt) ist.

Wenn also den westlichen Kritikern Arroganz gegenüber China vorgeworfen wird, so haben wir damit einen klassischen Fehlschluß, das sogen. Argumentum ad hominem.

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Hollymoonstar 04.06.2009, 15:40
75. Glauben Sie selbst daran?

Zitat von SuPo
Im übrigen waren sie da den US nicht unähnlich. Und zum Beispiel das Massaker von My Lai wurde durchaus auch von amerikanischen Gerichten aufgearbeitet und durch eine freie Presse ans Licht gebracht .
Wie bitte? Freie Presse und legitimatorisches Gerichtsverfahren? Meinen Sie Guantanamo?

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eigentlicher_Schwan 04.06.2009, 15:44
76.

Zitat von frubi
... Ich habe mir auch die Peinlichkeit erspart die Chinesen, mit denen ich Kontakt hatte, nach Tibet oder dem Tianamen Massaker zu fragen. Der normale Chinese blockt dann sowieso ab und lächelt einfach.
Fein beobachtet! Liegt es vielleicht daran, dass ein Chinese seine soziale Stellung und Gesundheit riskiert, wenn er nicht die Parteilinie nachbetet?
Es handelt sich um ein Tabu. Wenn jemand abblockt, können Sie davon ausgehen, dass er NICHT die Parteilinie unterstützt! Ich habe schon (KP-treue) Chinesen erlebt, die mir gerne die Parteisicht erzählt haben.
Gerade die jungen Chinesen leben unter besonderem Druck, wenn sie noch eine berufliche Perspektive suchen. Deshalb sind die besonders vorsichtig, eine eigene Meinung kundzutun.

Aber sie wissen genau, dass das Tabu darin besteht, eine Lüge nicht eine Lüge zu nennen. Je mehr Portale blockiert werden, desto klarer wird es.

Zitat von frubi
... China ist nur deßhalb so schnell gewachsen und wird noch weiter wachsen, weil Sie eben mit ihren Einwohner so umgehen wie Sie es seit Jahren machen. Demokratie wäre eine reine Wachstumsbremse.
Ich wünsche mir mehr inneres Wachstum. Manche Leute glauben eben nur an Geld. Aber nicht alle, auch nicht alle Chinesen.
Übrigens resultierte das Wachstum eben genau daraus, dass China so zurückgeblieben war durch seine irre Ideologie und Kampagnen.

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frubi 04.06.2009, 15:52
77.

Zitat von kdshp
Hallo, das ist doch ein märchen und sie glauben das auch noch. Ne is klar ohne chin ageht nix mehr und am wesen des chinesen soll die welt genesen. Kann man das alles noch glauben und das alles nur wegen des geldes. Pfui schämen sie sich was !
Sagen Sie das mal bitte einem KiK Kunden, dass er die Produkte nicht mehr kaufen darf und anstelle teure, europäische Artikel kaufen muss. Ausserdem würde ich mich sehr wundern, ob Sie dann noch überhaupt den PC starten können wenn Sie alle, in China produzierten Artikel ,rausnehmen müssten.

Boykott trifft übrigens immer zuerst die Schwachen. Wenn die Unternehmen keine Ware mehr exportieren würden, hätten in kürzester Zeit mehrere Millionen Menschen in China keine Arbeit mehr. Glauben Sie etwa die würden dann H4 erhalten? In China gibt es keine sozialen Fangnetze. Wir, als westliche Käufer, sind das Fangnetz für den "kleinen" (bezieht sich auf den sozialen Status und natürlich nicht auf die Körpergröße) Chinesen. Mit ihrem Vorschlag würden Sie für noch mehr elend sorgen. Erweitern Sie mal zuerst ihr Weltbild und werfen Sie nicht irgendeine bescheidene Idee in die Welt.

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damigogo 04.06.2009, 15:56
78.

Zitat von Dros
... Deshalb gibt es auch wenige US Firmen in China.
Wenige? Im Vergleich zu Deutschland, haben die Amis vieeel mehr Firmen in China.

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kanone3 04.06.2009, 16:06
79.

Zitat von sysiphus
Diese Fragestellung wirkt seltsam weltfremd. Es stimmt einfach nicht, dass die demokratische Entwicklung in den letzten 20 Jahren keine Fortschritte gemacht hätte - gemessen an chinesischen Maßstäben. Es gibt inzwischen Gewerkschaften, Mitsprache auf kommunaler Ebene, ....
Aber ist das nicht eher der "Verdienst" des Auslandes durch die vielen Importe aus China? Damit hat die Regierung dort erstmal wenig zu tun...

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