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Demokratie-Studie: Der Bundestag arbeitet am Volk vorbei
DPA

Der Bundestag ist das Zentrum der Demokratie - doch den meisten ist er egal. Laut einer Umfrage interessieren sich drei Viertel der Deutschen nicht für Parlamentsdebatten. Andere Länder zeigen, wie sich mehr Begeisterung wecken lässt.

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stupp 08.12.2014, 06:51
1. Ungünstige Rahmenbedingungen

Wer sich als Abgeordneter der Fraktionsdisziplin nicht unterordnet, fliegt beim nächsten Mal von der Liste.
Was ist bei so einer Konstellation schon zu erwarten?

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bmvjr 08.12.2014, 06:53
2. Ohnmacht als Motivation?

Wer glaubt, egal ob richtig oder falsch, er koenne am politischen Geschehen ohnehin nichts aendern oder beeinflussen, fuehlt sich ohnmaechtig. Das Gefuehl der Ohnmacht ist allerdings ein schlechter Motivator, sich fuer politische Debatten zu interessieren. Mal engagiert sich der Bundestag im Schattenboxen, mal gehr es eher energisch zu, aber es bleibt beim Debattieren unter sich - wir Buerger sind Draussen und sollen da vermutlich auch bleiben.

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Singulativ 08.12.2014, 07:05
3.

Das ist das erste Mal, dass ich höre ich müsste ein Interesse an den Debatten im Bundestag haben. Aber da die Reden dort so ohne Bedeutung sind, dass sie auch in Schriftform ins Protokoll gegeben werden und das übliche Politiker Geschwafel sowieso niemanden überzeugt, sehe ich auch keinen Grund dazu.

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citroenfahrer 08.12.2014, 07:06
4. Schnarchnasen....

Ich habe mir früher auf Phönix regelmäßig Bundestagssitzungen angeschaut aber irgendwann beschlossen, meine Zeit sinnvoller zu verbringen. Was in Zeiten der "GroKo" dort "geboten" wird, ist nur noch eine einzige Zumutung, was angesichts der überwiegendem Abwesenheit der meisten Abgeordneten von diesen offenbar genauso gesehen wird. Selbstbeweihräucherung, Eigenlob, Floskeln und Verallgemeinerungen bestimmen die Redebeiträge, einzige Highlights waren, was Frische und Inhalte anbetraf, die Beiträge von Gysi. Als Reaktion darauf Häme, Beleidigungen, demonstrativ zur Schau gestelltes Desinteresse. Die Debatten zu verfolgen war einfach nur ermüdend und frustrierend. So wird das nix mit neuen Bundestags-"Fans"...

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buenders 08.12.2014, 07:09
5. Ist ja süß

Der Bundestag arbeitet am Volk vorbei? Die gesamte Bundespolitik arbeitet am Volk vorbei. Weil unserer Regierung das Volk sch....egal ist. Schaut euch doch nur die Beteiligungen an Wahlen an.

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Machmal Hin 08.12.2014, 07:09
6. Regiert am Volk vorbei? Regieren die Überhaupt?

Ist es nicht eher so, dass unsere sogenannte Regierung die Lakeien von Lobbygruppen sind? Sie sind nicht mehr als Strohmänner von Banken, der Autoindustrie und sonstiger Eliten und Großkonzernen. Die Bedürfnisse des Bürgers interessieren schon lange nicht mehr. Gesetze wie Mietpreisbremse und Mindestlohn sind unwirksam, und so ist es auch geplant.

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chrutchfield 08.12.2014, 07:13
7. Nur zwei Überschriften...

...aus unserer Tageszeitung von heute:

1) Merkel beharrt auf Soli

2) Parlamentarier wenig gesprächig im Netz.

Diese beiden Überschriften geben doch schon das wieder, was in Berlin gemacht wird. Abweichler und Leute die etwas sagen können/wollen, sind nicht erwünscht oder dürfen nichts sagen. Der Rest ist 'Geheimbund'. Und die dummen Wähler dulden das und machen mit. Und die Opposition ist so klein, dass sie nicht gehört wir.

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lupenreinerdemokrat 08.12.2014, 07:15
8. Politikverdrossenheit

kommt besonders in Deutschland daher, dass unsere "Volksvertreter" seit geraumer Zeit ihrem Auftrag, nämlich das Volk zu vertreten und für das Volk zu arbeiten, nicht nachkommen. Im Gegenteil: wenn man ein Resümee der letzten ca. 20 Jahre zieht, wurden sämtliche Entscheidungen, egal ob CDU oder SPD regierten, prinzipiell gegen das Volk getroffen.

Daher lautet das Fazit: egal, welche der Blockparteien man wähle (SPD, CDU, CSU, Grüne) - die Regierung handelt gegen die Interessen des Volkes.

Den Mut, eine alternative Partei zu wählen, haben halt leider nur die wenigsten Deutschen, dazu sitzen die negativen Erfahrungen der Weimarer Republik zu tief und wie man manchen europäischen Nachbaren, in denen extreme Parteien mit in der Regierung sitzen ja sieht, herrschen dort auch keine besseren Umstände ( Frankreich, Ungarn, Niederlande, Großbritannien, Ukraine, Griechenland... ).

Eine nicht korrumpierbare Anti-Lobby-Partei - das wäre mal was und würde mit Sicherheit eine Mehrheit im Bundestag erreichen. Aber das wird es nie geben, denn die Wirtschaftsoligarchen machen die Politik und wer als Politiker nicht spurt, ist innerhalb kürzester Zeit weg vom Fenster.

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noalk 08.12.2014, 07:18
9. die gute alte Zeit

Ich habe als Kind und vor allem als Jugendlicher noch Debatten verfolgt - Wehner, Strauß, Barzel, Schmidt, Brandt, Mende, Scheel ... keine weichgespülte unpolitische Korrektheit. Legendäre Emotionsausbrüche von Wehner und Strauß, das war noch Bildungsunterhaltung. Sogar Kohl kann man noch dazuzählen. Dann übernahm die Journaille die Regie, Dilettanten klopften die Reden auf irgendwas ab und fanden selbst da, wo nichts war, noch was zum Mäkeln. Und die Politiker passten sich an, um ja nicht in die öffentliche Kritik zu kommen. Der letzte, dem das egal war, war Steinbrück. Was hat es ihm genutzt? Nichts! Soll sich also niemand beklagen, die Debatten seien zu langweilig.

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