Forum: Politik
Demokratie: Volk und Wahrheit

Alle klagen über den Mangel an Demokratie. Aber Wahlen sind nicht die Lösung. Es ist paradox: Wer Demokratie will, darf die Menschen nicht direkt befragen.

Seite 39 von 51
brotherandrew 11.04.2016, 23:12
380. Das verstehen ...

Zitat von Robert_Rostock
Was hier bei einigen Leuten an abgrundtiefem Hass, an Verachtung gegenüber dem Volk, den einfachen Leuten zum Vorschein kommt, ist absolut beängstigend.
... Sie falsch. Es geht hier um eine realistische Einschätzung des Wahlvolks.

Beitrag melden
kaiservondeutschland 11.04.2016, 23:20
381. Augstein ist ehrlich.

Und gibt zu, dass er kein Demokrat ist. Er will das Volk vor sich selber schützen, ausgerechnet durch das Parlament (lach). Im Parlament sitzen doch diejenigen, die machen was laut Lobby gut fürs Volk ist. Wer schützt das Volk vor dem Parlament, wenn nicht das Volk selber?

Beitrag melden
DCSUI 11.04.2016, 23:20
382. Die Demokratie lebt davon, daß sie viele Hüter hat.

"Regierung des Volkes durch das Volk für das Volk." (Abraham Lincoln über Demokratie).

Beitrag melden
stefan7777 11.04.2016, 23:23
383. Mal was zum nachdenken Herr Augstein!

"Die Schweizer wollten keine Minarette, die Hamburger keine Gemeinschaftsschulen und die Niederländer jetzt keinen Vertrag mit der Ukraine." Ja und? Können Sie sich eventuell vorstellen, dass diese Entscheidungen des Volkes auch eine Diskussion anregen, die Meinungsbildung anregen? Vielleicht ist das genau das was Demokratie aus macht. Die Wirkung dieser Entscheidungen hat ja schon mal Sie beeinflusst. Sie haben Angst vor dem Volk bekommen und möchten nun das Volk vor sich selber schützen. Das nennt man Meinungsbildung.

--- Einfach mal locker bleiben! Es wäre aber auch möglich, zu sagen, die Minarette kommen dann eben ein paar Jahrzehnte später. Oder Hamburg bekommt die Gesamtschulen eben erst nach einem Ausflug in die Vergangenheit. Ein Extrem fordert immer das Gegenteil heraus. Sie meinen ernsthaft "Vernünftig war das alles nicht - und fortschrittlich erst recht nicht.". Genau wegen solcher Ansichten ist Europa in dem jämmerlichen Zustand. Ich sage Ihnen, Ihre Weltsicht kommt aus dem letzten Jahrtausend. Politiker brauchen ein starkes Mandat, dieses bekommen sie in Zukunft nur noch über das Souverän, über direkte Entscheide.

--- Die widerliche Afd hätte zum Beispiel sicherlich keinen Nähboden erhalten, der hätte gar nicht entstehen können. Erstens weil sich die Bürger mehr mit Politik beschäftigen würden, mehr verstehen würden und zweitens würden sie sich von der Politik nicht abwenden, da die Politik nie in der Lage wäre so lange gegen das eigene Volk Politik zu betreiben.

--- Ihre Aussage ist falsch und Sie sind der typisch zeitlichen Kurzsichtigkeit aufgesessen. Trösten Sie sich das ist mal wieder Mode, immer nur die nächsten 2 Jahre zu bedenken.

Beitrag melden
mistergarak 11.04.2016, 23:28
384. Zumindest in dem Sinne....

Zitat von cherrypicker
Ein guter Politiker sollte sein Volk fürchten. Nur dann ist es eine Demokratie. Wir haben keine Demokratie. Wir haben Polittheater.
.....das er wirklich für die Mehrheit etwas gutes tut ohne Minderheiten zu benachtteiligen!

Das heisst er findet die Balance zwischen z.b Mindestlohn und Arbeitsschutz auf der einen Seite ohne die Wirtschaft abzürgen.

Wenn aber die Politik sich nur noch für die Wirtschaft arbeitet weil ihr dadurch Vorteile ewachsen (Posten, bezahlte Reden, Wahlkampfhilfe und andere Dinge die für Partei und Politiker nützlich sind) und auf der anderen Seite es Jahrzente dauert einen zu niedrigen Mindestlohn einzuführen und die Arbeiter mit Hartz IV im Sinne der Wirtschaft unter Druck gesetzt werden braucht sich doch niemand wundern das irgendwann dem gutgläubigsten die Hutschnur hochgeht wenn für ihn am unteren Ende der Gesellschaft nichtmal mehr die Scraps der Wirtschft überbleiben!

Beitrag melden
elli1965 11.04.2016, 23:31
385. Leider völlig falsch!

Wenn über Schwachsinn abgestimmt wird und dann der Schwachsinn auch noch durchfällt sind die Wähler schuld! So ähnlich wird es hier doch dargestellt. Wäre zu vielen Entscheidungen der letzten Jahre eine Volksbefragung durchgeführt hätten solche Idiotien wie Mövenpicksteuer, Riesterrente, Ausländermaut à la Dobrinth, Herdpräme und vieles andere mehr die richtige Antwort des Bürgers erhalten. Auch eine hohe Zustimmung wäre möglich sofern ein Gesetz mal richtig Sinn machen würde. Beispiele hierfür: Einwanderungsgesetz, Steuergesetz, Gesundheitsreform, Rentenreform usw. Beispiele für erfolgreiche Volksbefragungen: Rückkauf der Versorgungsnetze in Hamburg und auch Stuttgard 21. Mir würde es gefallen, dass eine Volksbefragung zu jedem Gesetzesvorhaben durchgeführt wird, wenn soviel Unterstützer wie 5% der Wählerstimmen der letzten Wahl zusammen kommen. Ebenso bei Petitionen, wenn die gleiche Anzahl an Unterstützern erreicht wird kann über eine Volksabstimmung ein Gesetz beschlossen werden. Art 20 Abs. 2 GG jedenfalls steht dem nicht entgegen sondern es währe sogar im dessem Sinne. Herr Augstein, vielleicht denken Sie über diesen Spruch mal nach: Unsere Zukunft ist viel zu wichtig um sie Politikern alleine zu überlassen.

Beitrag melden
ChristophS82 11.04.2016, 23:33
386. Direkte Demokratie

Ich halte auch nicht viel von zuviel direkter Demokratie. Der Einfluß der (sozialen) Medien wäre zu groß - das Stichwort "Schwarmintelligenz" fällt mir da ein.
Taugt nichts.

Das Problem ist aber nicht zu wenig direkte Demokratie, sondern dass die Parteien machen was sie wollen, sobald sie gewählt sind.
Das ist es was frustriert - wir brauchen Möglichkeiten gegen Verstöße gegen Wahlversprechen und Parteiprogramme vorzugehen.

Beitrag melden
laurismauris 11.04.2016, 23:39
387. Entlarvend antidemokratisch

Wenn die Mehrheit sich gegen Herrn Augsteins Vernunft stellt, sind die anderen doof, weil er alleine weiß, was vernünftig und richtig ist. In Zukunft verzichten wir auf Wahlen und lassen uns von Besserwissern regieren. Hoppla, das haben wir ja schon. Es nennt sich EU-Kommission...

Beitrag melden
max-mustermann 11.04.2016, 23:43
388.

"Aus gutem Grund gibt es Parlamente. Sie schützen die Demokratie vor dem Volk und das Volk vor sich selbst. Denn beim Volk, das ist eine paradoxe Wahrheit, ist die Demokratie nicht gut aufgehoben."

Ja ne is klar Herr Augstein, sie meinen so ein super kompetentes Parlament wie wir in Berlin haben ? Da haben zwar nachweislich 95% der Abgeordneten, von den Themen über die sie abstimmen oder sagen wir besser "die sie einfach abnicken/durchwinken" auch keine Ahnung (siehe Finanzkrise, Rettungsschirme, Griechenland, usw. usw.), aber hey wenigstens super demokratisch und nicht so dumm wie der gemeine Pöbel.

Beitrag melden
Sueme 11.04.2016, 23:47
389.

Also Herr Augstein hat schon recht wenn er sagt Wahlen sind nicht die Lösung, er hat wohl auch recht wenn er sagt das der abgehängt Rest eher selten wählen geht.
Allein die Schlussfolgerung warum das so ist, ist dann grundlegend falsch. Die abgehängten gehen nicht nicht wählen weil sie zu "doof" sind sondern weil sich für Sie so oder so nichts ändern wird. Und Wahlen sind aus dem gleichen Grund keine Lösung, da es, egal wer gerade regiert, einfach keinen Unterschied mehr gibt. Politik bedeutet für die "Berufenen" eigene Pfründe sichern und weitere Pfründe an die Wirtschaft verschieben aber es bedeutet sicherlich nicht zum Wohle des Volkes agieren.

Beitrag melden
Seite 39 von 51
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!