Forum: Politik
Demonstrationen gegen China: Warum die Proteste in Hongkong eskalieren
Tyrone Siu/ REUTERS

Die Proteste in Hongkong werden immer gewalttätiger. Die Gründe: Das katastrophale Krisenmanagement der Regierungschefin und die Radikalisierung einiger Demonstranten. Peking zeigt sich kompromisslos.

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atomedon 01.07.2019, 17:47
10. @alexmagnus

Das würde man schon vermuten. Mir wurde jedoch erzählt dass die Provokateure untereinander in Mainland Dialekt sprechen und ihr Kantonesisch durch starkes Mainland Dialekt aufgefallen ist.

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Hukowski 01.07.2019, 17:57
11. oh

Zitat von atomedon
Als ehemaliger Bewohner Hong Kongs stehe ich unter anderem im Kontakt der Kerngruppe der Demonstranten. Der Kern behaubtet dass sie die Identität der neuen, maskierten, gewaltbereiten Demonstranten nicht kennen und darüber hinaus fremden Dialekt sprechen. Das gibt einiges zu bedenken...
amerikanisches kantonesisch klingt halt seltsam.

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AngelsAdvocate 01.07.2019, 18:05
12.

Zitat von alexmagnus
Fremden Dialekt? In Hongkong wird doch Kantonesisch gesprochen, so weit ich weiß. Wenn das Provokateure aus dem Mainland sein sollen, da hätte man sich schon bemüht, welche aus Kantonesisch-Sprechenden Provinzen (Guangdong etwa, nach dem die Sprache ja benannt ist) zu nehmen.
Kantonesisch wird weltweit von Millionen von Menschen gesprochen und es gibt sehr große regionale Unterscheide. Ein Muttersprachler hört sofort, ob jemand aus Hongkong kommt oder nicht.

Inszenierte Provokation vom Festland, womöglich um gewaltsames Einschreiten zu rechtfertigen? Wäre der KP-Führung durchaus zuzutrauen. Ich hoffe es nicht, die Situation ist so schon beängstigend genug!

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mariomeyer 01.07.2019, 19:07
13. @alexmagnus

Denkbar wäre aber auch, dass man besonders loyale Einsatzkräfte nach Hongkong beordert hat - die dann nicht unbedingt aus Südchina kommen müssen. Sondern aus dem Großraum Peking. Oder aber die Hongkonger Variante des Kantonesischen unterscheidet sich in Details stark genug vom Festlands-Kantonesisch. Der Shanghaier Dialekt unterscheidet sich ja auch von den Dialekten, die rundum gesprochen werden, wobei es sich vor allem um einzelne Wörter handeln dürfte, die anders sind. Ich würde es also nicht ausschließen, dass man, wenn man geübte Ohren hat, durchaus auch kleinere Differenzen, die lokal bedingt sind, aus einer Sprache bzw. einem Dialekt heraushören kann. Gerade in China.

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entr0pie 01.07.2019, 20:38
14. Die Protestbewegung wird nicht bestehen können

Glaubt jemand hier ernsthaft das eine Staatsführung die am 04.Juni 1989 die Studentenunruhen auf dem Tian’anmen mit Panzern niedergewalzt und 2700 Menschen getötet hat (Angabe Rotes Kreuz) sich von einer Protestbewegung in Hong-Kong zu Zugeständnissen bewegen lässt? Die KP macht keine Zugeständnisse die das eigene Volk als Chance begreifen könnte mehr aus der eigenen Zukunft machen zu dürfen als die KP es erlaubt. Hong Kongs Bürger haben zu Recht Angst vor China. Wer wissen will wie China's KP sich die Zukunft vorstellt, sollte einfach mal nach den Schlagworten "Social Scoring" im Internet umsehen.

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g.eliot 02.07.2019, 01:00
15. Ist Putonghua ein Dialekt?

Was ist ein "Mainland dialect"? Putong Hua? (Ich denke mal, dass die Schriftzeichen hier im Forum nicht angenommen werden, deshalb die Pin Yin-Version.)

Putonghua ist natürlich kein Dialekt, sondern die offizielle chinesische Sprache. Natürlich gibt es in China zahlreiche Dialekte, aber die gibt es in der deutschen Sprache auch. Sie würden doch Deutsch auch nicht ein Dialekt nennen?
Die Schriftzeichen werden von allen Chinesen verstanden.

Ganz abgesehen, dass ich auf der Seite der Hong Kong People bin, wünsche ihnen jedoch, dass sie Putonghua aka Mandarin lernen. Mandarin ist eine schön klingende, wunderbare Sprache. Kantonesisch dagegen klingt [...], ich sage dazu lieber nichts, habe sieben Jahre in Hong Kong gelebt (und an der HK University Mandarin studiert). Der Klang des Kantonesischen war das einzige, was mir an Hong Kong damals nicht gefallen hat.

Im Jahr 1997, nur ein paar Wochen nach dem Take-Over auf dem Weg nach Bali habe ich ein paar Tage in Hong Kong Stopover gemacht und verspürte das Schwinden der positiven Energie. Hong Kong war wie auf Valium, traurig, energielos. Und die Chinesen, mit welchen ich Austausch hatte, sagten, dass sie verzweifelt und ohne Hoffnung seien. Sie hatten furchtbare Angst. Danach hatte ich nie wieder das Bedürfnis, Hong Kong zu besuchen, denn ich hatte die Stadt, so wie ich sie kannte, zu sehr geliebt.

Natürlich glaube ich nicht, dass die Stimmung danach so betrübt geblieben war, könnte mir aber gut vorstellen, dass die Menschen heute ein ähnliches Gefühl haben, wie im Jahr 1997. Knapp 30 Jahre sind schnell vorbei...

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hansfrans79 02.07.2019, 08:07
16.

Zitat von jro04
ist die Demokratie auf dem Rückzug und analoge wie digitale Diktaturen entreissen den Bürgern immer mehr Rechte. Mein Gefühl ist, dass wir mit China, Russland und vielleicht auch bald den USA auf eine Weltordnung zusteuern, die wir sonst nur im Kino als Horrorszenario dargeboten bekommen haben.
China und Russland haben vergleichsweise selten Angriffskriege geführt. Wieso sollte man vor denen Angst haben, wenn man sie bisher vor unserem Land oder den usa auch nicht hatte?

Einweihet mehr Trennung von Kino und Realität täte allerdings so manchem gut.

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The Restless 02.07.2019, 08:43
17.

Zitat von atomedon
Als ehemaliger Bewohner Hong Kongs stehe ich unter anderem im Kontakt der Kerngruppe der Demonstranten. Der Kern behaubtet dass sie die Identität der neuen, maskierten, gewaltbereiten Demonstranten nicht kennen und darüber hinaus fremden Dialekt sprechen. Das gibt einiges zu bedenken...
Das habe ich befürchtet. Die Radikalen könnten Teil einer Inszenierung sein, die Peking den Anlass gibt, einzugreifen. Ich bin immer skeptisch, wenn plötzlich Maskierte mit einem völlig sinnlosen Radikalismus wie aus dem Nichts auftauchen und damit die gesamte Idee der Demonstration unterwandern, so wir es auch bei den Hamburger G20 Ausschreitungen der Fall war.

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jjcamera 02.07.2019, 09:32
18. Die Grundfrage

Darf man Gesetze brechen, wenn es für einen guten Zweck ist?
Frau Rackete würde ja sagen. Die G20 Demonstranten in Hamburg oder die im Hambacher Forst ebenso wie die Aktivisten in Hongkong. Gelbwesten in Frankreich auch. Der Anfang war der Ankauf von illegalen Steuer-CDs durch NRW. Dann folgte der heldenhafte Aufstieg von Whistleblowern. Alles gesteuert über soziale Netzwerke.
Aber wo hört es auf? Wann werden Umweltaktivisten Kraftwerke lahmlegen und besetzen, SUVs zertrümmern oder den Flugverkehr mit Drohnen blockieren?
Die Demokratie steht am Scheideweg. ich fürchte an einem, der in die falsche Richtung führt.

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olli_b 02.07.2019, 10:55
19. Realität überholt Fiktion

Zitat von hansfrans79
China und Russland haben vergleichsweise selten Angriffskriege geführt. Wieso sollte man vor denen Angst haben, wenn man sie bisher vor unserem Land oder den usa auch nicht hatte?
Dann sieh Dir mal an, wie die teilweise mit den eigenen(!) Leuten umgehen und was heute (und in Zukunft) an Überwachungstechnik zur Verfügung steht.

Die DDR hat auch keinen Angriffskrieg geführt, oder? Und jetzt stell Dir die Stasi mit dem Billionenfachen an Rechenleistung vor.

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