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Demos zum katalanischen Nationalfeiertag: Die Spalter sind gespalten
REUTERS

Die Katalanen feiern ihren Nationalfeiertag, doch Einheit sieht anders aus. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist gegen einen eigenen Staat, die andere Hälfte vehement dafür. Doch den Aufmüpfigen ist eine Reizfigur abhanden gekommen.

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g_bec 12.09.2018, 11:31
90. Unsinn.

Zitat von just me
...3) Ein Grund warum viele in der Franco-Zeit aus anderen Teilen Spanien nach Katonienen Eingewanderte kein Katalanisch sprechen ist der, dass diese Sprache von ihm damals radikal unterdrückt wurde. So gesehen heissen Aktionen von PP/Cs Katalanisch weiter zurückdrängen zu wollen auch diese historische Tatsache eines Diktators gut. ...
Glaube ich nicht. Der Grund wird wohl eher der sein, dass die "Zugewanderten" (ist das sowas wie die Zugroasten oder wie die heißen?) es schlicht und ergreifend nicht für notwendig erachten, den Regionaldialekt zu erlernen, vor allem, wenn sie schon älter sind, wenn es doch eine gesamtstaatliche Sprache gibt.
Ich habe, als ich in Bayern wohnte, auch kein Bairisch gelernt oder gesprochen. Und auch in Sachsen und Thüringen ersparte ich mir "ostdeutsch".
Einzig das "Rheinländische" hat ein paar Spuren hinterlassen, weil das im Suff besser zu sprechen ist und zumindest dem Namen nach "Platt";-)

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g_bec 12.09.2018, 11:35
91. Nun ja

Zitat von Stäffelesrutscher
..Werden Sie in München mit einem Strafverfahren belegt, wenn Sie »Moin« statt »Grüß Gott« sagen?
In München wohl nicht. In den eher ländlichen Regionen aber schon. Zwar nicht von einem echten Gericht aber von der "Sozialpolizei" der "mia san mia"-Fraktion. Schließlich bekommt man in Hamburg eher eine Rosnsömml als in der Oberpfalz ein Brötchen;-)

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Pless1 12.09.2018, 11:36
92.

Zitat von diba1958
Hoeren Sie doch mal auf dieser ewig gestrigen Verfassunggeschichte rumzuhacken. Die Verfassung wurde geschrieben mit den alten Generaelen und Politikern aus Francos Diktatur im Hintergrund. natuerlich stimmten die Menschen fuer diese Verfassung, aus Angst alte Zeiten kaemen wieder auf. Man war ja schliesslich froh diesen Despoten losgeworden zu sein (wenigsten die Meisten) . Man versprach eine Transition, die niemals stattfand. Es gab niemals eine echte Demokratie. Es gab ein 2 Parteiensystem, in dem alle Beteiligten sich jahrzehntelang persoenlich bereicherten. Francos Mausuleum wurde bis vor wenigen Monaten noch mit oeffentlichen Mitteln unterhalten. Francos Familie ist bis heute immer noch eine der reichsten Familien im Land. Niemals wurden die Verbrechen der Diktatur gesuehnt. Bis heute nicht.
Es gab niemals eine echte Demokratie?

Die demokratischen Standards sind in Spanien so hoch wie in kaum einem anderen Land, es steht im internationalen Demokratieindex auf Platz 19 von 167 - noch vor Frankreich oder dem hier immer wieder als Vorbild angeführtem Belgien:

de.wikipedia.org/wiki/Demokratieindex

Demokratie setzt Rechtstaatlichkeit voraus! Wenn man sich auf demokratischem Wege Gesetze gibt - eine Verfassung zumal - haben diese zu gelten und sind durchzusetzen. Jedenfalls so lange, bis man sich auf ebenso demokratischem Wege ein anderes Gesetz gibt. Das steht den Spaniern offen es zu tun. In Bezug auf die Verfassung steht es ihnen aber eben auch offen, es zu lassen, wie es ist.

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just me 12.09.2018, 11:39
93. Sie haben Recht

Zitat von Pless1
Da muss man differenzieren: Das OLG hat festgestellt, dass das, was Puidgemont in Spanien als "Rebellion" vorgeworfen wird, in Deutschland nicht strafbar ist. Nur darauf kommt es aber an um die Frage zu beantworten, ob er für diesen Anklagepunkt ausgeliefert werden kann. Ob das in Spanien nach deren Gesetzeslage und Rechtsprechung strafbar ist oder nicht ist damit keineswegs beantwortet.
Einige Ergänzungen 1) Es ist absurd (in meinen Augen), dass z.B. Junqueras wegen Rebellion angeklagt wird, weil er eben nicht floh, und Puidgemont nicht. 2) Die nicht-geflohenen schon seit Monaten in Untersuchungshaft sitzten, unter der PP auch noch bewusst weit weg von Spanien, obwohl es auch so was wie Hausarrest oder sich-bei-der-Polizei-melden-müssen gibt 3) Forn politisch nicht mehr activ sein will, aber trotzdem in Untersuchungshaft bleibt. 4) Die PP mit ihrer starren Haltung sicher nicht Basis für eine mögliche spätere Versöhnung mit den Katalanen gelegt hat. Sie ist jetzt etwas mässiger, aber C's geht noch immer voll auf Konfrontationskurs.

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just me 12.09.2018, 11:45
94.

Zitat von g_bec
Glaube ich nicht. Der Grund wird wohl eher der sein, dass die "Zugewanderten" (ist das sowas wie die Zugroasten oder wie die heißen?) es schlicht und ergreifend nicht für notwendig erachten, den Regionaldialekt zu erlernen, vor allem, wenn sie schon älter sind, wenn es doch eine gesamtstaatliche Sprache gibt. Ich habe, als ich in Bayern wohnte, auch kein Bairisch gelernt oder gesprochen. Und auch in Sachsen und Thüringen ersparte ich mir "ostdeutsch". Einzig das "Rheinländische" hat ein paar Spuren hinterlassen, weil das im Suff besser zu sprechen ist und zumindest dem Namen nach "Platt";-)
1) Katalanisch ist kein Dialekt. Es eine Sprache wie Deutsch oder Polnisch. 2) Auch in der Schweiz hat jeder der innerhalb der Schweiz nach ein anderes Sprachgebiet auswandert die jeweilige Sprache zu lernen. Es ist dann auch egal ob man z.B. in Basel auch Französisch oder Italienisch verstehen könnte. So was hat was mit Identität bewahren zu tun. 3) Weiterhin sprechen mehr Menschen Katalansich als z.B. Dänisch, Slowenisch, Lettisch.

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just me 12.09.2018, 11:59
95. Schottland?

Zitat von Pless1
Es gab niemals eine echte Demokratie? Die demokratischen Standards sind in Spanien so hoch wie in kaum einem anderen Land, es steht im internationalen Demokratieindex auf Platz 19 von 167 - noch vor Frankreich oder dem hier immer wieder als Vorbild angeführtem Belgien: de.wikipedia.org/wiki/Demokratieindex Demokratie setzt Rechtstaatlichkeit voraus! Wenn man sich auf demokratischem Wege Gesetze gibt - eine Verfassung zumal - haben diese zu gelten und sind durchzusetzen. Jedenfalls so lange, bis man sich auf ebenso demokratischem Wege ein anderes Gesetz gibt. Das steht den Spaniern offen es zu tun. In Bezug auf die Verfassung steht es ihnen aber eben auch offen, es zu lassen, wie es ist.
Man kann natürlich 1000 Gründe (er-)finden warum ein Referendum über die Unabhängigkeit in Schottland "gerechtfertig" war, aber in Katalonien nicht. Letztendlich ist der einzige Unterschied, dass die Verfassung in Spanien so ein Referendum verbietet, aber die britsche Verfassung(falls es so was gibt) scheinbar nicht. Auch kann man sich abfragen warum viele Länder den Kosovo, und noch mehr Länder die baltischen Staten als unabhängig anerkennen, aber nicht Katalonien anerkennen würden.

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Thomas Friedrich 12.09.2018, 12:03
96. @just_me: Sie haben keine Ahnung von der schönen Schweiz

Grüezi Mitenand! Föderalismus ist keine Unabhängigkeit wie sie wollen und Sie reden nur Schwachsinn. In der Schweiz haben wir Kanton-Steuer und auch BUNDESTEUER, die von allen Schweizern bezahlt wird. Weiter so mit ihrem unsolidarischen isolierten Land-Projekt, die träumt, wie die Schweiz zu sein. Ich bin Schweizer.

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beruli 12.09.2018, 12:03
97.

Zitat von just me
Einige Ergänzungen 1) Es ist absurd (in meinen Augen), dass z.B. Junqueras wegen Rebellion angeklagt wird, weil er eben nicht floh, und Puidgemont nicht. 2) Die nicht-geflohenen schon seit Monaten in Untersuchungshaft sitzten, unter der PP auch noch bewusst weit weg von Spanien, obwohl es auch so was wie Hausarrest oder sich-bei-der-Polizei-melden-müssen gibt 3) Forn politisch nicht mehr activ sein will, aber trotzdem in Untersuchungshaft bleibt. 4) Die PP mit ihrer starren Haltung sicher nicht Basis für eine mögliche spätere Versöhnung mit den Katalanen gelegt hat. Sie ist jetzt etwas mässiger, aber C's geht noch immer voll auf Konfrontationskurs.
1) Stimmt. Deshalb sind auch beide wegen Rebellion angeklagt.
2) Ich halte die U-Haft auch für überzogen. Mittlerweile sind sie zumindest in Katalonien inhaftiert.
3) Also wenn sich Al Capone offiziell vom organisierten Verbrechen verabschiedet, dann darf man ihn nicht mehr strafrechtlich verfolgen?
4) Richtig. Deswegen hoffen viele jetzt auf Sanchez.

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just me 12.09.2018, 12:20
98. In Basel Französich sprechen?

Zitat von Thomas Friedrich
Grüezi Mitenand! Föderalismus ist keine Unabhängigkeit wie sie wollen und Sie reden nur Schwachsinn. In der Schweiz haben wir Kanton-Steuer und auch BUNDESTEUER, die von allen Schweizern bezahlt wird. Weiter so mit ihrem unsolidarischen isolierten Land-Projekt, die träumt, wie die Schweiz zu sein. Ich bin Schweizer.
Kann aus Deutsch-Schweizer der in Genf wohnt verlangen, dass in der dortigen Schule Deutsch Unterrichtssprache ist, dass alle Dokumente (Stromrechnung, KFZ-Steuer, usw.) auch auf Deutsch ausgegeben werden, man ein Bussgeld bezahlen muss wenn man in Genf Französisch spricht? Und dann auch noch von der Regierung in Bern dabei unterstützt wird?

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just me 12.09.2018, 12:29
99.

Zitat von beruli
1) Stimmt. Deshalb sind auch beide wegen Rebellion angeklagt. 2) Ich halte die U-Haft auch für überzogen. Mittlerweile sind sie zumindest in Katalonien inhaftiert. 3) Also wenn sich Al Capone offiziell vom organisierten Verbrechen verabschiedet, dann darf man ihn nicht mehr strafrechtlich verfolgen? 4) Richtig. Deswegen hoffen viele jetzt auf Sanchez.
1) DLD sagt, das es keine Rebellion gab. Aus Angst vor ähnlichen Urteilen in anderen Ländern hat dann auch Llarena den europäischen Haftbefehl aufgehoben. Eine Parallelität mit der Todesstrafe, die in den USA erlaubt ist, in Europa aber nicht, bietet sich da an.
2) Der Ehemann von Infanta Cristian konnte jahrelang und auch noch im Ausland warten bis seine Berufung verhandelt wird. Jeder weiss, dass die Untersuchungshaft als "legales Foltermittel" gebraucht wird um die ehemaligen, jetztigen und zukünftigen Leiter einzuschüchtern. 3) Man kann den Gerichtstermin auch unter Hausarrest abwarten.
4) Mal schauen was Sanchez machen wird.

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