Forum: Politik
Der Fall Relotius: Liebe Leserin, lieber Leser,
SPIEGEL ONLINE

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bernd80b 20.12.2018, 06:54
1. Nach wie vor

gilt der alte Spruch "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser". Wer meint ihn nicht beherzigen zu müssen, dem fliegt die Sache um die Ohren, früher oder später. Ich wurde wegen meiner Skepsis (allgemein, nicht nur auf diesen Fall bezogen) oft kritisiert.

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großwolke 20.12.2018, 07:02
2. Demut? Die fehlt hier oft

Dieses unsinnige Bemühen, eine Geschichte zu erzählen, finde ich leider in vielen Artikeln auf dieser Seite, selbst im Spiegel+-Angebot. Ihr Journalisten solltet Euch eins immer wieder klarmachen: Ihr seid Generalisten, der Normalzustand ist der, dass Ihr NICHT versteht, was eigentlich los ist, jedenfalls nicht völlig, nicht einmal nach ausgiebiger Recherche. Anstatt Geschichten zu erzählen, solltet Ihr vor allem eins tun: für Euch selbst und auch für Eure Leser aufschreiben, was wisst und auch, was Ihr nicht wisst, und zwar ganz plump, deutungsfrei. Das Narrativ soll im Kopf des Lesers entstehen, nicht in Eurem. Das ist nicht allein eine Schwäche vom Spiegel, das passiert leider überall, und es gefällt mir auch in konservativen Publikationen keinen Deut besser, selbst wenn ich deren Storys im Herzen eher zustimme. Würde man das abstellen, gäbe es auch für offensichtlich talentierte Geschichtenerzähler wie Herrn Relotius keine Bühne.

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cater 24567 20.12.2018, 07:03
3. Rechercheabteilung?

Der Spiegel redet doch immer von einer Rechercheabteilung, auf die sie besonders stolz sind. Wer hat denn diese Abtilung angewiesen, nur noch zu recherchieren, ob ein Artikel ideologisch mit der gewünschten politischen Agenda des Spiegel übereinstimmt. Vielleicht sollte diese Abteilung, wie früher, schlicht die Fakten checken. Jeder Bäckergeselle in Leipzig wusste seit Langem, dass der Mann und andere ihre Geschichten frei erfinden. Man machte sich lustig, man lachte überheblich. Man zeichnete solche Lügner noch aus. Hauptsache der Tenor stimmt. Die Hitler-Tagebücher sind ein Witz gegen das.

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funatiker 20.12.2018, 07:04
4. Entscheidend war wohl

das die gefälschten Artikel bestimmte Meinungen bestätigen sollten.
somit wurden sie anscheinend schnell durchgewinkt.
Hätte ich nicht eh schon den Spiegel gekündigt, ich würde es jetzt machen.
Was ist bloß aus dem Spiegel geworden, der sich früher mit Politikern angelegt hat, wie FJ Strauß, sondern sich mit Inbrunst dem Fußball widmet.

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floflofloflofloflo 20.12.2018, 07:11
5.

Lügenpresse hatten die Komischen gerufen! Die hatte wohl doch nicht ganz unrecht... Leider!

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Excelence 20.12.2018, 07:13
6. Zum Glück enttarnt

Herzlichen Glückwunsch allen Beteiligten dafür, dass dieser Betrüger enttarnt und ihm das Handwerk gelegt wurde. Nicht auszudenken welche leckeren Geschichtchen noch im Kopf von Claas Relotius darauf warteten, das Licht der Welt zu erblicken. Wenn ich Märchen lesen möchte, suche ich im Bücherregal in diesem Genre- im Spiegel darf derlei nur erscheinen, wenn in der Überschrift steht, dass nachfolgender Text nicht ernst zu nehmen ist.
Jetzt hat ein Journalist und Reporter, dessen Name allein schon sehr illuster klingt, Geschichten erfunden und damit mehr oder weniger auch Politik gemacht. Welche Motivation hat er gehabt- ging es ihm um Geld und Preise? Sollten die Menschen seine journalistischen Kostbarkeiten rühmen? Oder wollte er gar vorsätzlich den Spiegel und dessen Anspruch "Sagen, was ist" vorführen?
Ich hoffe sehr, dass auch die Sensationsjournaillie diesen Menschen zukünftig keine Plattform mehr bietet, in welchem er seinen Coup noch zu Geld machen kann. Allein- hier bin ich mir leider nicht sicher.
Welche Strafe gibt es für derlei Scharlatane?

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JohnBobsel 20.12.2018, 07:15
7. Versagen auf allen Ebenen

Ein sofortiger Rücktritt aller Verantwortlichen ist die einzige Lösung. Ein einfaches "Tut uns leid" reicht da nicht.

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freespeedy 20.12.2018, 07:17
8. versuchung

leider ist die versuchung eine reale geschichte etwas oder auch etwas mehr aufzupeppen immer da. der druck erhöht sich durch erwartungen der Redaktion und natürlich auch der leser. es ist fast natürlich diesen erwartungen auch gerecht zu werden. deshalb hat dieser mensch auch mein mitgefühl! ebenso wie die Redaktion. aus ein paar fakten eine, wenn möglich, spannende Geschichte zu machen ist ohne ausschmückung fast nicht möglich. die gesellschaft verlangt verlangt doch danach .... will bis ins Detail alles wissen ... je schlimmer und dramatischer desto besser. demut vor opfern sollte ein grundansatz sein. aber dann verschwinden texte in der Bedeutungslosigkeit.

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haralddemokrat 20.12.2018, 07:17
9. Erst einmal Respekt

für die Offenheit. Spiegel ist das passiert, was auch in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft passiert. Man hält jemanden für zuverlässig und loyal und dann entpuppt sich der- oder diejenige als dass Gegenteil. Ich bin gegen Überwachung aber Kontrolle durch Extern kann ich nur empfehlen, denn sie hat eine unbeeinflusste Draufsicht.

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