Forum: Politik
Der Fall Relotius: Liebe Leserin, lieber Leser,
SPIEGEL ONLINE

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Findail 20.12.2018, 09:27
130. Ich denke, sowas kann passieren!

Es ist wie überall im Leben: Es muss erst etwas passieren, bis man bestimmte Risiken erkennt. Anders gesagt: Hinterher weiß man es immer besser. Ich finde nicht, dass ein solches Vorkommnis ein Grund ist, den Stab über dem Spiegel zu brechen. Es gibt Fehler und aus denen muss man lernen. Macht das und dann arbeitet weiter. Bei mir reicht das Thema nicht für eine Empörungswelle.

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muellerthomas 20.12.2018, 09:29
131.

Zitat von Clausibel
Der Fehler liegt im System. Dieser Journalist hat offenbar genau das geschrieben, was man das System von ihm hören wollte, immer schön politisch korrekt: Pro-Migration, Anti-Trump u.s.w. Und dafür hat das System ihn dann mehrfach ausgezeichnet. Geliefert wie bestellt.
Ist das so? Also ich finde die Artikel nicht pro-Migration udn anti-Trump. Woran machen Sie das fest?

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Esib 20.12.2018, 09:30
132. Meine Meinung

Dieser Fall ist ein Beispiel von eklatantem, persönlichen Versagen, den man nicht überbewerten sollte.

Viel schlimmer finde ich die zahlreichen Artikel bei Spiegel, die *nicht* offensichtlich gelogen sind, sondern wo nicht ausreichend oder nur politisch einseitig recherchiert wurde und wo - außerhalb der als Kommentare gekennzeichneten Artikel - auch regelmäßig Sachverhalte und Fakten zur Sache mit den Meinungen der Redakteure vermischt werden. Dadurch entstehen tendenziöse Beiträge, in die die eigene Weltsicht hineingespiegelt wird und nur jene Fakten Verwendung finden, die diese Weltsicht stützen. Gerne noch mit der Erwähnung der schwächsten Argumente der Gegenseite, um so etwas wie Objektivität vorzutäuschen. Das ist für mich das viel größere Problem und eines, das nicht nur beim Spiegel existiert, hier aber auf Grund der Reputation und der Reichweite besondere Bedeutung erlangt.

Und ich fürchte, dass man diese Art von "Softfälschungen" auch in Zukunft durchgehen lässt, was weitaus schwerwiegender wäre, als dieser eine gravierende Fall.

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muellerthomas 20.12.2018, 09:31
133.

Zitat von caliper
Von Journalisten und der ganzen Prozesskette bis zur Veröffentlichung erwarte ich eine ganz andere Herangehensweise. Es soll faktenbasiert, neutral und objektiv berichtet werden.
Eien Reportage ist nie neutral und rein objektiv - es geht ja gerade darum, eien konkrete Sichtweise einer bestimtmen Person darzustellen.

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muellerthomas 20.12.2018, 09:31
134.

Zitat von Affenhauptmann
Das kommt davon, wenn man den Leser politisch in eine ganz bestimmte Richtung erziehen will. Ich glaube dem Spiegel schon lange nichts mehr - zu klar ist die Intention. Wie ich in einem Kommentar zu einem anderen Thema bereits geschrieben habe, lese ich den SPON aber weiter - als Realsatire.
Welchen Medien vertrauen Sie denn?

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peterpeterweise 20.12.2018, 09:31
135. Leserkommentare ernster nehmen

Es gibt Beiträge, die so perfekt in die Überzeugungen der Spiegel Redaktion passen, dass einfach alles passt. Bei diesen Beiträgen lohnt sich ein Blick in die Leserkommentare. Die decken häufig auf, wo die Widersprüche liegen. Diese werden zwar oft nicht veröffentlicht, wie zum Beispiel mein Kommentar gestern, dass Vietnamesen trotz Migrationshintergrund Aufstiegschancen nutzen und darum die pauschale Aussage des Spiegelartikels nicht stimmen kann. Aber die Spiegel-Redaktion hat doch sicher auch Zugriff auf abgelehnte Kommentare und könnte diese zur Qualitätssicherung nutzten.

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muellerthomas 20.12.2018, 09:32
136.

Zitat von meinsenf123
Keine Sorge, lieber Spiegel. Die Glaubwürdigkeit Deutscher Medien war ohnehin bereits im Eimer. Insofern ist diese Episode nicht weiter tragisch.
ist das so?
https://www.dw.com/de/studien-belegen-das-vertrauen-in-medien-ist-über-jahre-konstant/a-37093513

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chlorid 20.12.2018, 09:33
137.

Zitat von großwolke
Dieses unsinnige Bemühen, eine Geschichte zu erzählen, finde ich leider in vielen Artikeln auf dieser Seite, selbst im Spiegel+-Angebot. Ihr Journalisten solltet Euch eins immer wieder klarmachen: Ihr seid Generalisten, der Normalzustand ist der, dass Ihr NICHT versteht, was eigentlich los ist, jedenfalls nicht völlig, nicht einmal nach ausgiebiger Recherche. Anstatt Geschichten zu erzählen, solltet Ihr vor allem eins tun: für Euch selbst und auch für Eure Leser aufschreiben, was wisst und auch, was Ihr nicht wisst, und zwar ganz plump, deutungsfrei. Das Narrativ soll im Kopf des Lesers entstehen, nicht in Eurem. Das ist nicht allein eine Schwäche vom Spiegel, das passiert leider überall, und es gefällt mir auch in konservativen Publikationen keinen Deut besser, selbst wenn ich deren Storys im Herzen eher zustimme. Würde man das abstellen, gäbe es auch für offensichtlich talentierte Geschichtenerzähler wie Herrn Relotius keine Bühne.
Nein, das ist nicht so. Natürlich sollten Journalisten auch Geschichten erzählen, man nennt das Reportage, das ist Teil der Aufgabe. Nur wahr sollten sie sein. Der Spiegel hatte leider einen Betrüger in seinen Reihen, der sich für wahr gehaltenes ausgedacht hat.

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toga16 20.12.2018, 09:34
138. Sofortige Offenlegung - alternativlos

Ich habe hier oft gelesen, Lob für den Spiegel, dass er so schnell diesen Fall offengelegt hat. Wenigstens das war unbedingt nötig, denn dieser Fall ist kein Kavaliersdelikt, das ist richtig schlimm.
Unter dem Deckmantel des Journalismus werden Geschichten e r f u n d e n. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, das ist Betrug am Leser.
Ich bin sowas von enttäuscht, was soll man denn noch glauben...

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murksdoc 20.12.2018, 09:34
139. Größe

Einen Fehler zu machen, ist keine Schande, ihn zu verheimlichen ist eine. Öffentlich dazu zu stehen und zu versuchen, den Fehler zu beheben, ist wahre Größe. Bei mir ist das Vertrauen in Medien wie den SPIEGEL dadurch gestiegen, nicht gesunken (Offengesagt hätte es auch nicht weiter sinken können. Aber sogar das hat sich jetzt geändert).

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