Forum: Politik
Der Fall Relotius: Liebe Leserin, lieber Leser,
SPIEGEL ONLINE

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klmo 02.01.2019, 19:43
570.

Zitat von frank-xps
Die konservativen Leser haben die Spiegelmacher verloren, ihre Linken Freunde jedoch kaufen gar keine Zeitungen. mal sehen wann das redaktionell bekannt wird.
Interessant, wobei die Linke im sozialen und monetären Bereich nicht unbedingt dem konservativen Bürger nachstehen muss. Als Beispiel siehe den Weg eines radikalen Jungpolitiker namens Fischer, der den Weg über eine linke Frankfurter WG es zu einer Prunkvilla in Berlin Grunewald als Wohndomizil geschafft hat.
Aber nur kein Neid! Ich will nur verdeutlichen, dass durchaus auch Linke ihre Potentiale haben, um ihre ureigenen Bedürfnisse befriedigen zu können. Und so dürfte für diese Liga auch der Erwerb eines Spiegels immer noch im Bereich des Machbaren liegen.

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kaltmamsell 02.01.2019, 20:58
571. Es gibt ein Fingerspitzengefühl, das man nur schulen kann, indem man

sich durch die tägliche Lektüre der internationalen Presse auf dem Laufenden hält. Das ist auch eine Form von (kultureller) Diversity, mit der man vertraut werden muss. Zeiten, die jeder Drogeriemarkt-Verkäuferin am Flughafen Fremdsprachenkompetenz abverlangen, bringen auch für Journalisten in Deutschalnd neue Tagesroutinen. Sie sollten lesen, was anderswo, in einer anderen Sprache anders beschrieben wird. Erst dann können sie sich eine eigene Meinung bilden. Das ist ganz bestimmt kein Aufruf zum papageienhaften Nachplappern.

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wombinchen 03.01.2019, 09:55
572. Nichts verstanden.

Schade, der Fall Relotius war eine große Chance für die deutsche Presse im Allgemeinen und den Spiegel im Besonderen. Leider ist man den bequemen Weg gegangen, Relotius als bösen Einzeltäter abzustempeln und die eigene Rolle in der Welt nicht kritisch zu hinterfragen. Dass es die Leser schon lange ankotzt, dass es im Spiegel generell längst nicht mehr um neutrale Berichterstattung geht sondern um erzieherische Texte, das bleibt jetzt in der Relotius-Aufarbeitung natürlich schön außen vor.

Mich persönlich stört das ja sogar massiv, obwohl mein Weltbild relativ großen Überlapp hat mit demjenigen, zu dem hin-erzogen werden soll. Es ist doch völlig logisch, dass man niemanden von irgendwas überzeugt, wenn man Fakten und Argumente opfert zugunsten der tausendfachen Wiederholung desselben moralisierenden Geseiers. Die Journalistengeneration um Hajo Friedrichs wusste das noch. Die aktuelle Journalistengeneration scheint dagegen aus lauter Weltverbesserern zu bestehen, die den Unterschied zwischen "gut gemeint" und "gut gemacht" nicht kapieren.

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ruassgugge.schwobe.de 03.01.2019, 10:45
573. Fake News Sammlung

Zitat von schmidt-post
Belege?
https://www.publicomag.com/2018/12/gerechtigkeit-fuer-claas-relotius/

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melanie-mertens 04.01.2019, 12:57
574.

Zitat von wombinchen
Schade, der Fall Relotius war eine große Chance für die deutsche Presse im Allgemeinen und den Spiegel im Besonderen. Leider ist man den bequemen Weg gegangen, Relotius als bösen Einzeltäter abzustempeln und die eigene Rolle in der Welt nicht kritisch zu hinterfragen. Dass es die Leser schon lange ankotzt, dass es im Spiegel generell längst nicht mehr um neutrale Berichterstattung geht sondern um erzieherische Texte, das bleibt jetzt in der Relotius-Aufarbeitung natürlich schön außen vor. Mich persönlich stört das ja sogar massiv, obwohl mein Weltbild relativ großen Überlapp hat mit demjenigen, zu dem hin-erzogen werden soll. Es ist doch völlig logisch, dass man niemanden von irgendwas überzeugt, wenn man Fakten und Argumente opfert zugunsten der tausendfachen Wiederholung desselben moralisierenden Geseiers. Die Journalistengeneration um Hajo Friedrichs wusste das noch. Die aktuelle Journalistengeneration scheint dagegen aus lauter Weltverbesserern zu bestehen, die den Unterschied zwischen "gut gemeint" und "gut gemacht" nicht kapieren.
Sie schreiben "Die Leser kotzt es an". Also alle? Ich bin auch Spiegel-Leser und mich kotzt es nicht an. Was nehmen Sie sich heraus hier für alle Leser zu sprechen? "Generell keine neutrale Berichterstattung" stimmt auch nicht. Die Artikel sind immer deutlich als "Meinung" oder "Bericht" gekennzeichnet. Nicht alle, aber sehr viele Artikel sind aus meiner Sicht sehr neutral. Bitte legen Sie die Messlatte, die Sie dem Spiegel anraten zunächst einmal an sich selbst an und unterlassen Sie diese Verallgemeinerungen.

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k70-ingo 08.01.2019, 11:54
575.

Zitat von Rubidium
Unabhängig vom aktuellen "Relotius-Vorfall" bin ich schon seit längerem kein begeisterter Spiegel-Leser mehr. Ich könnte kein bestimmtes Datum nennen, an dem meine Leidenschaft für die wöchentliche Printausgabe endete. Vielmehr war dies ein schleichender Prozess, welcher in den frühen 2000ern begann. Es waren am Anfang nur Kleinigkeiten, wie z.B. ein falsch angefügtes Foto zu einem Artikel (abgeschossener russischer Kampfhubschrauber der offensichtlich ein Black Hawk war), nur um diesen plastischer wirken zu lassen oder ein offensichtlich etwas zu einseitig dargestellter Artikel zum Thema "Erneuerbare Energien". Gut dachte ich, niemand ist unfehlbar, fehlerhafte Artikel kommen in allen Verlagshäusern vor. Das eigentliche Problem begann für mich mit dem Zeitpunkt, an dem immer weniger neutral berichtet und zuviel Eigenmeinung bzw. Meinungsmache in die Artikel mit eingebracht wurde. Die persönliche Meinung eines Journalisten und sein Weltbild erwarte ich allenfalls in einer Kolumne, die auch als solche klar zu erkennen ist. Ich möchte keine hippe Mainstream-Meinung serviert bekommen (siehe Jakob Augstein), sondern mir zu neutral wiedergegebenen Fakten meine eigene Meinung bilden können. Einst hob sich der Spiegel von seiner Konkurenz im positiven Sinne ab, doch leider ist dies bereits Vergangenheit. Ich hoffe der Spiegel begreift die Relotius Lügen-Affaire als eine Chance, zu seinen Wurzeln zurückzukehren.
Beim Print-SPIEGEL scheint man sich ernsthaft zu bemühen, so mein Eindruck nach dem Lesen der letzten Aufgaben, aber bei SPON schwindet die Hoffnung, daß die Kurve in Richtung Qualitatszuwachs gekriegt wird, zusehends.

Allein heute leistete SPON sich zwei Klopper in Sachen Billigjournalismus, den unsäglichen Artikel zum Schneefall im Süden (der mit dem Verweis auf DJ Ötzi) sowie einen neuen Erguß vom meisten Autojournalisten Deutschlands (will oder kann man nicht schnallen, daß dieser Schreiber von keinem Kenner der Materie ernstgenommen wird?)
Und das sind nur zwei Beispiele, die mir auf Anhieb aufgefallen sind, ohne daß ich in alle Rubriken geschaut habe.

Ach ja, die alte Sitte, daß süffisante Hinweise auf trollende Trolle nicht freigeschaltet werden, wird ebenfalls weitergeführt.

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VillageVoice 10.01.2019, 19:51
576. Schuster bleib bei Deinen Leisten

Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit bei der Berichterstattung sind das Wichtigste, was der Spiegel hat. Der Fall Relotius ist (hoffentlich) ein Einzelfall, in dem die internen Kontrollmechanismen versagt haben. Der Versuch, das Kerngeschäft mit “Verlagsangeboten” im Bereich Weiterbildung und Studium zu erweitern, die als “in eigener Sache” ins redaktionelle Angebot gemischt werden, ist aus meiner Sicht fast schlimmer, da sie die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit grundsätzlich und systematisch gefährden. Co-Branding in nicht journalistischen Bereichen schwächt den Kern der Marke “Spiegel”.

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kaltmamsell 13.01.2019, 21:02
577. Letztlich muss da alle 3 bis 5 Tage eine klare Botschaft raus

Jede mediale Luftblase wird sonst von anderer Seite gefüllt. Möglicherweise können die Spiegel-Chefs auch wegen der Mitarbeiter-Organisation nicht so klar auftreten. Dennoch: Ermttlungsstatus und -ziele sowie auch bereits vorliegende Erkenntnisse sollten klar, kühl und sachlich mitgeteilt werden. Auch recht wohlwollende Leser beschleicht sonst das Gefühl, man wolle erst möglichst viele Zutaten beisammen haben, um daraus ein spezielles Ergebnissüppchen zu köcheln. Etwas mehr Kripo und glasklares Management müssen schon sein. Das ist hier kein integrativer Attitüden-Basar.

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herm16 19.01.2019, 16:55
578. ich höre

nichts mehr, wie sieht es aktuell aus, welche Konsequenzen würden gezogen

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caliper 19.01.2019, 21:47
579.

Zitat von melanie-mertens
Sie schreiben "Die Leser kotzt es an". Also alle? Ich bin auch Spiegel-Leser und mich kotzt es nicht an. Was nehmen Sie sich heraus hier für alle Leser zu sprechen? "Generell keine neutrale Berichterstattung" stimmt auch nicht. Die Artikel sind immer deutlich als "Meinung" oder "Bericht" gekennzeichnet. Nicht alle, aber sehr viele Artikel sind aus meiner Sicht sehr neutral. Bitte legen Sie die Messlatte, die Sie dem Spiegel anraten zunächst einmal an sich selbst an und unterlassen Sie diese Verallgemeinerungen.
Ich habe mein Spiegel Abo auch gekündigt, weil ich den Eindruck nicht mehr los wurde, dass man mir das Denken abnehmen möchte. Bei anderen Zeitungen ist das nicht so ausgeprägt. Erst recht nicht bei vielen internationalen Medien.

Ich kaufe den Spiegel gelegentlich am Kiosk, weil eigentlich immer nur wenige Beiträge dabei sind bei denen die Moral- und Erziehungskeule mitschwingt. Bei denen man förmlich greifen kann, dass man den Leser davon abhalten will falsche Gedanken zu denken.
Wenn der Spiegel aber auf diesem jetzt eingeschlagenen Weg weitergeht kann ich mir vorstellen, dass ich ihn im Laufe des Jahres wieder ins Haus bringen lasse
Dieser Fortschritt ist in der Online Ausgabe leider sehr früh ins Stocken geraten. Hier scheint jemand verantwortlich zu sein, der nicht mit den alten Denkschemata brechen kann.

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