Forum: Politik
Der Fall Relotius: Liebe Leserin, lieber Leser,
SPIEGEL ONLINE

Seite 7 von 59
Outdated 20.12.2018, 08:18
60. Mein Respekt an Juan Moreno

Es ist immer schwer das Richtige zu tun und umso schwerer wenn es gegen jemanden so etablierten und angesehenen geht.

Was die Besserungsabsichten des Spiegels angeht:
Nur wenn ihr begreift das ihr seit langem fundamental etwas Falsch macht, habt ihr eine Chance euren Ruf zu reparieren.
Im Augenblick muss ich als Leser davon ausgehen das jeder einzelne Artikel den ich jeh bei euch gelesen habe, erfunden ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
asoaschönertag 20.12.2018, 08:19
61. Verantwortung

Ich bin wahrlich kein Spiegel Fan!
Allerdings muss ich zugeben das Ihr Vorgehen in diesem Fall mir Respekt abnötigt!
Oder hatten Sie nur Angst das dieser Vorfall durch andere Medien ans Licht kommt? (können nur Sie wissen!)
Nun zum Allgemeinen (meine Meinung!)
Publikationen, Berichte und News werden in der heutigen Zeit immer reißerischer und öffentlichkeitswirksam geschrieben!
Überschriften werden in einer Art gesetzt welche oftmals etwas ganz anderes suggerieren wie im Text zu finden ist. Durch social media und die weltweite Konkurrenz in der Medienbranche muss das wohl so sein!
Jeder versucht möglichst Meldungen als erster und einziger zu verbreiten! Die ganze Wahrheit/Information wird oft genug nur scheibchenweise veröffentlicht. Man möchte schließlich das "Pferd" noch ein wenig länger reiten! (Beispiel: Diesel, Politische Aussagen und Ihre Konsequenzen, etc.)
So Sie sich ehrlich machen und nicht nur einen einzelnen Journalisten kreuzigen haben Sie einen Neuen Freund! Allerdings bin ich skeptisch!
P.S.: 2007 - Bar im Schlosshotel in Neuhardenberg während des Oderbruchs. Fernsehteams und Journalisten stehen zusammen und diskutieren über die Situation - einer der Journalisten spricht sich für einen Dammbruch aus - aus der versammelten Gruppe (ca.20 PX) nicht 1 Wiederwort! - think about

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schauaufsurbane 20.12.2018, 08:20
62. Nem ich Relotius nicht ab

Ich nehm dem Herrn seine Hauptbegründung nicht ab! Wegen dem Druck habe er vor allem was erfunden. Ich sehe da eher Geltungssucht, Geld, Transport einer Ideologie und wahrscheinlich noch mal Geld als Hauptantrieb. Das sind jetzt bloße Unterstellungen, aber ich darf das ja machen.
Ich bin auch gespannt wie lange der Spiegel/SPON das wirklich behandelt und ob es auch eine Änderung der Berichterstattung der anderen Autoren/Journalisten bewirkt. Vollständig meinungsfreie Artikel kann man ja nicht erwarten, aber weniger Belehrungen und Ideologie wäre gut.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
T. Müller 20.12.2018, 08:20
63. Der Spiegel gibt die große Richtung vor

und genau das ist hier das Problem, der Fall Relotius passt da genau in das Bild was der Spiegel von seinen Redakteuren erwartet. Ihr berichtet schon lange nicht mehr objektiv unabhängig sondern habt eine vorgefertigte Meinung, die die Redakteure an die Kundschaft bringen sollen. Passt da jemand nicht ins Bild wird der Artikel überhaupt nicht veröffentlicht.

Eure Aufgabe ist es die Leute zu informieren ohne die große Richtung gleich vorzugeben und genau das passiert hier überhaupt nicht mehr. Das ist auch der Grund warum der Spiegel immer mehr an Einfluss verliert. Die Leute sind nicht dumm (zumindest nicht Eure potentiell Kundschaft) und suchen sich dann eben andere Quellen wo sie zumindest nicht so offensichtlich bevormundet werden. Und genau diese Bevormundung ist es die Euch zum Verhängnis wird.

Vor der Besserung kommt die Einsicht und die fehlt mir hier komplett. Jetzt ist natürlich Relotius der Schuldige, nein es ist der Spiegel. So etwas musste zwangsläufig in dem System passieren und es ist nur die Spitze des Eisbergs.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
StefanKK 20.12.2018, 08:22
64. Kraft muss sich gerade in der Krise zeigen

Auch ich fühle micht getäuscht, gerade weil ich die Reportagen so emotional bewegt geelsen habe. Aber ist dadurch mein Vertrauen in den Spiegel erschüttert? Nein! Es ist doch naiv zu glauben, dass solche Krisen auch bei systematischer Prüfung nicht vorkommen können. Selbst die Aufklärung herbei geführt zu haben, zeigt, dass der Spiegel weiter funktioniert und Vertrauen verdient (Respekt und Dank Herrn Moreno!). Und Zuneigung und "Liebe" zum Spiegel muss sich doch gerade in einer Krise zeigen! Ich bleibe dem Spiegel treu und wünsche den Mitarbeitern und Verantwortlichen die notwendige Kraft diese Krise zu meistern. .

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cat69 20.12.2018, 08:22
65. Nicht soviel Selbstmitleid bitte

Sie sind einem ordinärem Betrüger aufgesessen. Das ist bitter. Betrüger können immer etwas besonders gut, das macht es nicht besser. Seine Entschuldigung ist auch angesichts der Mühen die seine Kollegen täglich auf sich nehmen um gut zu sein inakzeptabel. Sie sollten sich eingestehen, er konnte damit auch durchkommen weil nicht galt: sagen und schreiben was ist sondern was man gerne gehabt hätte und sich gut schreiben und lesen lässt. Seine Texte werde ich deshalb auch nicht vergessen, einordnen kann ich selbst.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
qwertzay 20.12.2018, 08:23
66.

"Uns ist bewusst, dass der Fall Relotius den Kampf gegen Fake News noch schwerer macht..."

Den Kampf gegen Fake News?

Auch jenseits von Relotius seid Ihr doch ein Teil der Fake News!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Medeor 20.12.2018, 08:23
67.

Na nun macht Euch mal nicht selber fertig. Es reicht Dinge zu bereuen, man muss sich nicht kaputt machen. Zu hohe Erwartungen sind nie gut (falls es sie gab),... aber man kann Druck auch stand halten und ihn beseitigen. Der Fehler einer Person färbt nicht auf das ganze Unternehmen ab. Weihnachten steht vor der Tür :-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
einEi 20.12.2018, 08:23
68. 'Ne gute Story

Der Grund dafür, dass man den genannten Journalisten rausgeworfen hat, ist also die Existenz fiktiver Elemente in seinen Storys bzw. das Fehlen jeglicher Faktizität? Okay, er hat seine Sachen einfach erfunden, aber so einfach ist das natürlich nicht. Es ist ziemlich schwer, eine gute Story zu schreiben, ganz besonders, wenn man sie erfinden will. Und zumindest scheint seine Schreibe zu zünden; er hat damit Aufmerksamkeit erregt und sogar Preise dafür bekommen. Man sollte ihn also nicht zu dolle ausschimpfen oder wie einen Aussätzigen behandeln, sondern eher wie eine Art verzweifelten Eulenspiegel, der ab und zu mal einen giftigen Haufen in das Spiegel-Haus gemacht hat, deren Gestank nun durch die Gänge zieht.

Der Image-Schaden für den Spiegel wird wahrscheinlich verheerend sein. Und den Kampf gegen Fake-News kann sich der Spiegel nun für eine lange Zeit von der Fahne streichen. Aber das Problem mit Fake-News ist, dass keiner die Wahrhaftigkeit irgendeiner Geschichte jemals kennen kann, es gehört immer etwas guter Glauben dazu, einem Bericht zu vertrauen. Der Spiegel soll bitte jetzt mal nicht so tun, als wäre er das Leuchtfeuer der Wahrheit, denn das klingt ja schon wieder etwas durch in den dazu veröffentlichten Texten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
llamb 20.12.2018, 08:25
69. Demut?

Entlarvend, wie das Desaster mit hübschen Worten schöngeredet werden soll: „Wir können die ganze Dimension des Falls noch nicht wirklich abschätzen, haben uns aber trotzdem entschlossen, ihn publik zu machen. Das wollten wir nicht anderen überlassen.“ Da können wir ja a) dankbar sein und b) uns über diese Offenheit freuen. Oder wie wär es damit: Wir stehen mit dem Rücken zur Wand und als Profis wissen wir, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis andere uns einen Strick daraus drehen. Und da eine Redaktion eine Wohlfühloase ist, gleich noch eine Reinwaschung hinterher: „Wir haben ihm diesen Eindruck nie vermittelt, waren aber natürlich stolz über die enorme Resonanz auf seine Geschichten und über die vielen Preise, die er gewonnen hat.“ Würde ein Politiker oder ein Unternehmen in ähnlicher Situation ähnlich larmoyant agieren - der Spiegel als Scharfrichter hätte längst die Messer gewetzt. Genau da liegt der Hase im Pfeffer: Berichterstatter werden zunehmend zu Richtern, die dem Land erklären, wo es hingeht, was richtig ist - und vor allem falsch. Von dem hohen Ross gilt es mal wieder abzusteigen und mit echter Demut Vertrauen zurückgewinnen. (In der Haut von Jan Moreno hätte wohl niemand stecken dürfen: Das Spießrutenlaufen in der Redaktion war sicher nicht lustig. Und das hier „Mitgefühl“ mit dem Täter geäußert wird, während der Aufklärer unerwähnt bleibt: kann man verstehen, muss man sicher nicht ...)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 59