Forum: Politik
Der Fall Relotius: Liebe Leserin, lieber Leser,
SPIEGEL ONLINE

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toll_er 20.12.2018, 08:46
80. Stoff

Das ist 1a-Stoff für einen Film! Passt sehr gut zu dem Stern und seinen Hitler-Tagebüchern. Zum Geschehen: Kann passieren. Journalisten stehen, wie viele andere auch, unter einem enormen Druck. Der Zeitdruck hat durch die neuen Medien gewaltig zugenommen. Und...leider gibt der Spiegel(SPON) da ja auch schon fast den Weg vor: Viele Überschriften sind schon fast auf Blödzeitungsniveau. Reißerisch... und nicht viel dahinter. Kontrolle kann nie 100%ig sein. Dass der Spiegel jetzt an die Öffentlichkeit geht und das als großes auch moralisches Verdienst hinstellt, Leute, haltet uns nicht für doof. Da war die Angst, dass die Konkurrenz das veröffentlicht einfach zu groß. Ist mir aber egal. Hauptsache, das wird schön aufgeklärt und ist dann im Kino zu sehen.. Stonk war ein Genuss

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Le-usxh 20.12.2018, 08:46
81. Aufklärung über die Vorgänge ist immer gut,

aber kann man sich auch vorstellen zuzugeben, dass der politische Begriff „Lügenpresse“ / „Lückenpresse“ doch eine gewisse Berechtigung hatte?
Einfach mal reflektieren!

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ejona 20.12.2018, 08:49
82. Fake News

Mich wundert nichts mehr beim Spiegel. Aus einem einst seriösen Blatt ist ein linkes Fake-News Revolverblatt geworden.

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ekel-alfred 20.12.2018, 08:50
83. Namensvorschlag: Eulenspiegel

Zunächst ist das Problem doch hausgemacht. So lange es für tolle journalistische Arbeit (was immer das auch sein mag) Preise von Gleichgesinnten gibt und die Sparte sich immer wieder selbst feiert, werden solche Dinge wieder geschehen.
Auflage, Quote, Klicks...das sind die Dinge, die zählen. Nicht der Nachrichtenwert, der zu oft eine Meinung enthält.

Dann bin ich mal gespannt, wie demütig die Presse das nun aufarbeitet.

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kintaro86 20.12.2018, 08:50
84. Hm...

Also ich finde das ehrlich gesagt nicht so schlimm. Menschen machen nunmal Fehler und das wird sich in den nächsten Jahrzehnten wohl nicht ändern. Es gehört viel mehr dazu sich Fehler einzugestehen und anschließend richtig zu handeln.

Ich sitze hier jeden Tag vor meinem Computer und bekomme außerhalb meiner Komfortzone kaum etwas von der Welt mit. Ohne Magazine wie den Spiegel hätte ich kaum Einsicht in das aktuelle Weltgeschehen. Abgesehen davon glaube ich sowieso nicht alles was ich lese. Wenn mich ein Artikel interessiert mache ich meistens selbst meine Recherchen um das Geschriebene zu verifizieren oder es von einem anderen Blickwinkel betrachten zu können. Und mal abgesehen davon – das Spiegel Online Magazin ist kostenlos. Noch ein Grund etwas Nachsicht zu zeigen.

Ich kann eigentlich nur sagen: Weiter so!

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dasfred 20.12.2018, 08:51
85. Es ist nun mal passiert

Alte fallen auf Enkeltrick Betrüger rein, Einsame auf Lovescammer, die sie abzocken, Gierige fallen auf Anlage Betrüger rein und eine Redaktion ist auf einen Reporter reingefallen. Gut, dass der Spiegel jetzt alles aufarbeitet. Wir alle müssen uns mit Hähme zurückhalten, weil niemand geschützt davor ist, auf Betrug reinzufallen. Der Betrüger beherrscht meist sein Handwerk und bringt es zur Meisterschaft. Der Betrogene ist zunächst verletzt und enttäuscht. Was es kompliziert macht, ist, dass wir im Zusammenleben immer einen Vertrauensvorschuss geben. Wird dieses Vertrauen missbraucht, ist das Ergebnis eine Mischung aus Schande, Scham, Verletzung und Wut. Ich wünsche dem Spiegel und SPON, dass sie gestärkt aus dieser Krise heraustreten können. Mein Vertrauen in den Spiegel und in SPON bleibt und ich hoffe für Claas, dass er in ein neues Leben finden kann, nachdem er sein altes leichtfertig zerstört hat. Im Nachhinein weiß man es immer besser, aber eine Welt ohne Vertrauen ist nicht lebenwert.

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leserandreas 20.12.2018, 08:51
86. Transparenz oder Voyeurismus

Mit dieser Form der offenen Verarbeitung eines Problems, sprachlich außerordentlich geschmeidig, wird der Zeitgeist bedient. Transparenz soll helfen. Aber wenn’s einfach nur nackt ist, hilft’s nicht dem Spiegel und ist doch auch nur eine andere Form einen Menschen auf die ...bank zu führen.
Erwartungsdruck eben, wohin man auch schaut.

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schmidt-post 20.12.2018, 08:51
87.

Zitat von Hab ich was überlesen?
Interessant wäre ein Artikel, in dem die Parallelen zwischen dem Diesel-Skandal von VW und diesem Fall erörtert werden. Verantwortliche (in diesem Fall Journalisten) stehen seitens ihres Arbeitgebers unter enormen Druck zu liefern (in diesem Fall Artikel) und erfinden dann fragwürdige Lösungsansätze. VW muss bluten? Spiegel muss bluten! Ich will meinen Abo-Beitrag zurück!! Merkel muss sich kümmern.
Großer Unterschied: Der SPIEGEL deckt seinen Skandal selbst auf, im Gegensatz zu VW.
Und es war EINE Person, kein Betrug einer ganzen Führungsriege.

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WillyWusel 20.12.2018, 08:51
88. Tatsächlich auch eine Frage des Stils

Ich bin SPIEGEL-Abonnent. Wohl seit mehr als 10 Jahren. Das heißt, Ihr habt inzwischen ein paar Tausend Eur von mir bekommen. Ich habe diverse der Geschichten vor Relotius gelesen und jetzt erfahre ich, dass er ein Geschichten-Erzähler ist. "Sturmgeschütz der Demokratie"? "schreiben, was ist"? Und dann so was?
Vielleicht solltet Ihr Euch wieder abgewöhnen, Leser mit billigen Tricks zu ködern. Was meine ich damit? Viele, vielleicht sehr viele Eurer Geschichten fangen an und enden mit: xy tat diese, erlebt das, fühlte jenes. Diese Art, Personen und ihre vermeintlichen Gefühle, Erlebnisse, Erfahrungen mit einem Sachthema ganz gleich welcher Art zu verknüpfen, lädt gerade zu dazu ein Teile der Story zu erfinden. Das ist offenbar genau das, was Relotius gemacht hat. Er hat Personen Dinge in den Mund, oder gewissermaßen ins Leben gelegt, die nie passiert sind. Schilderungen, die derart "intim", persönlich, personenbezogen sind, können quasi per Definitionem niemals durch objektive Fakten überprüft werden. Die einzige theoretische Möglichkeit der Überprüfung läge darin, die beschriebene Person zu kontaktieren und persönlich bei ihr nachzufragen, ob die "Story" stimmt. Und dann seit Ihr immer noch darauf angewiesen, dass diese Person keinen Deal mit dem Autor gemacht hat...
Mag ja sein, dass sich Storys über Menschen besser verkaufen als Storys über Fakten. Aber dieses Stilmittel macht Euch extrem angreifbar, wie man ja jetzt sieht. Vielleicht solltet Ihr dieses Stilmittel daher einfach so weit wie irgend möglich weglassen, in der Hoffnung, das Eure Leser sich für Fakten interessieren und nicht für gut geschriebene Storys über echte (oder erfundene) Menschen.

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schmidt-post 20.12.2018, 08:52
89.

Zitat von derboesewolfzdf
in allen Sparten etwas weniger eigene Meinung und dafür mehr Fakten. Das gilt insbesondere für Skandale wie das "gekaufte Sommermärchen", wo ihr fast alle Beweise schuldig geblieben seid und am Ende eine falsche Steuererklärung und viele beschädigte Karrieren übrig geblieben sind oder dem Skandal beim FC Bayern, wo der Skandal am Ende doch nur heiße Luft eines frustrierten Journalisten war. Euer eigenes Schutzsystem hat schon länger nicht richtig funktioniert, möglicherweise hat es die Mitarbeiter mit seinem Glanz so geblendet, dass am Ende alle weggeschaut haben.....
Eigene Meinungen werden immer als solche gekennzeichnet

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