Forum: Politik
Der Osten und die Toleranz: War die Wiedervereinigung ein Fehler?
DPA

Der Osten weist den Vorwurf stets von sich, fremdenfeindlich zu sein. So wie der Islam stets abstreitet, mit Terror etwas zu tun zu haben. Warum aber votiert jenseits der Elbe jeder Dritte für Parteien, die ein Problem mit Andersartigkeit haben?

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paps 15.12.2015, 14:35
90. Nr.24

hat absolut recht. Die Bevölkerungswanderung nach 1994 wird immer außer acht gelassen. In vielen strukturschwachen Gegenden sind bis 30% der Bevölkerung verschwunden. Zurückgeblieben sind die inaktiven, schlecht ausgebildeten Underdogs, die woanders keine Chance haben. Angeführt von, an christlichen Gymnasien ausgebildeten, Bayern und Schwaben rotten sie sich zusammen und kommen in die Schlagzeilen.
Im Übrigen hat nicht Kohl die Wende eingeleitet, sondern die Ossis selber. Viele von ihnen sind jetzt im Westen um zu arbeiten und lesen fassungslos solch bigotte Kolumnen.

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dieter 4711 15.12.2015, 14:35
91. Demokratie erst erlernen

Es ist doch ganz einfach, im Osten die Menschen müssen die Demokratie erst erlernen, was wir Wessis 40 Jahre üben konnten.

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johannesmapro 15.12.2015, 14:35
92.

Mir bleibt es bis heute unverständlich warum man die DDR gekauft hat, wir hätten auch gleich Tschechien und Polen mit dazu nehmen können, zumindest Teilflächen waren schon mal innerhalb deutscher Reichsgrenzen, wir können auch das heutige Belgien mit seinen Problemen kaufen.

Was ich damit sagen will, ist folgendes niemand käuft den Siemens Konzern, schließt alle Fabriken, verschenkt die Vermögenswerte, läßt die übrigen hallen verrotten, während er die Hauptverwaltung in München auch noch mit einer Milliarde oben drauf abgibt, behält aber die Mitarbeiter, die er dann weiter bezahlen muß , aus nicht vorhandenen Einnahmen.

das heißt man gibt sein weiteres Vermögen dafür aus, die Menschen am leben zu halten, auf geringen Niveau.
Das ist das wofür man Schäuble feiert.
Man hat 25 Jahre vergessen die Neuen Länder zu entwickeln wie man das 40 Jahre lang mit Bayern gemacht hat.

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MuffinMann 15.12.2015, 14:35
93. Kein Fehler, ein andauernder Prozess

Ich selbst bin nach der Wende in (Ost-) Berlin geboren und wohne nun zum Studium seit 5 Jahren in Dresden. Ich habe die Stadt nie als eine vielfältige Metropole wahrgenommen, wie ich das aus Berlin kenne, empfinde es aber auch nicht als störend. Als Kunst- und Naturliebhaber kommt man auf seine Kosten, ich wohne gerne im Elbtal und fühle mich wohl. Wohl auch, weil ich von der Mentalität des "unter-sich-Bleibens" angetan bin, ich empfinde das auch nicht als schlimm.
Wenn man Party und kulturelle/ internationale Vielfalt möchte, so ist das in zwei Stunden bequem per Zug zu erreichen.

Es gibt hier im Straßenbild wenige Menschen mit Migrationshintergrund, die Sachsen sind freundlich, wenn teilweise auch etwas eigenbrötlerisch und stehen der Berliner Freundlichkeit oft auch in nichts nach. Ich war bisher noch auf keiner Pegida Kundgebung, auch auf keiner der Gegendemos, die von dem Bündnis "Dresden Nazifrei" organisiert wurden - da ich der Meinung war, dass an dieser Stelle keine Nazis marschierten, sondern unzufriedene Bürger (anders als jährlich am 14.Februar). Nach all den Berichten über die Pegida Organisatoren muss man sich über den immernoch regen Andrang stark wundern, mittlerweile zieht das Argument des besorgten Bürgers nicht mehr.

Fleischhauer hätte es sich sehr einfach machen und auf die Ausschreitungen von Heidenau hinweisen können, auf die Übergriffe in Dresden und Pirna, im Erzgebirge oder in Freital. Er hat es nicht getan und begründet es mit dem (meiner Meinung nach verständlichen da es eine Konstante verheißt) sächsischen Wunsch nach Homogenität. Das aus Abschottung nicht neues entsteht, keine Anregungen für die eigene Kultur, was eben nicht nur das Bewahren der Flamme beinhaltet, ist wohl nachvollziehbar. Die Menschen, welche hier leben, empfinde ich als gemütlich, sie leben langsamer aber nicht weniger intensiv. Veränderungen und politische Autoritäten sind immer mit Skepsis gesehen, die Wendejahre sind im Bewusstsein vieler nicht nur positiv. Auf Jahrzehnten einer engen Gemeinschaft, ob nun in Schule, Beruf oder Freizeit folgten Zeiten in denen sich jeder selbst der nächste ist. Marktwirtschaft bringt viele Vorteile, aber soziale Gleichstellung gehört eher nicht dazu. Ich denke um das Wesen hier am ehesten zu verstehen, ohne selbst hier zu leben, sollte man sich in ein nord-,süd- oder westdeutsches Dorf denken.

Unabhängig davon betrifft die "Flüchtlingskrise" auch Sachsen, der Königssteiner Schlüssel macht vor Engstirnigkeit nicht halt. Was gegen die Mentalität derjenigen hilft, welche Menschen anderer Hautfarbe, Religion, Nationen als Bedrohung ansehen? Kein Entschulden fremdenfeindlicher Taten aber auch kein mit dem Finger aufzeigen. "Besserwessi" war nicht umsonst mal das Wort des Jahres. Man will sich von außen nichts sagen lassen, weder aus den alten Bundesländern, noch aus Berlin. Ein Umdenken wird lange dauern, mindestens solange wie die Integration der anerkannten Asylbewerber. Aber es kann nur aus den Menschen selbst kommen, da hilft keine Missionierung von außen.

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drui 15.12.2015, 14:35
94. Gleichsetzung von Tätern und Opfern

Linkenpolitiker gehen im Osten ein hohes Risiko ein, indem sie sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Hetze wenden, in vielen Regionen als einzige Partei. Die Reaktionen sind Brandanschläge auf ihre Autos und Parteibüros und tätliche Gewalt von Neonazis - und die Gleichsetzung mit ihren verbrecherischen Feinden vom konservativen Scheinheiligen Fleischhauer. Das ist einfach nur widerlich,arrogant und dermaßen bescheuert, dass es SPO eigentlich peinlich sein müsste.

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WwdW 15.12.2015, 14:39
95. Und der letzte Satz untschreibe ich auch

Gibt es Ostdeutsche, die weltoffen sind, gebildet, freundlich, dem Neuen aufgeschlossen? Natürlich gibt es die, ich kenne viele, die so sind. Es gibt sie genauso wie es eine große Zahl an Muslimen gibt, die tolerant, weltoffen und Freunde der Demokratie sind. Dennoch fordern wir aus gutem Grund die islamische Welt dazu auf, ihre Dämonen in den Blick zu nehmen. Wir sollten von uns selber nicht weniger verlangen.

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DougStamper 15.12.2015, 14:40
96. Herr Fleischhauer

Ich teile in der Flüchtlingsproblematik nicht ihre Meinung. Auch zur Linkspartei kann man geteilter Meinung sein. Die Lage in meiner Heimat haben Sie aber wirklich auf den Punkt gebracht. Wichtigster Punkt, hier (Chemnitz bzw Erzgebirge) geht es nicht gegen die Politik sondern gegen die Flüchtlinge.

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bustany 15.12.2015, 14:40
97. Antifaschistischer Schutzwall

Erst Heute bekommt dieser Begriff einen Sinn. Wir haben das damals nur falsch verstanden, wer hier vor Wem geschützt werden sollte.

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paulvernica 15.12.2015, 14:40
98. Sehr richtig

Zitat von meroswar
Im Übrigen scheint es mir, gesamteuropäisch betrachtet aber auch nicht mehr unbedingt mit Ost-West zu tun haben. Der Front National liegt in Frankreich ja auch bei knapp 40 %.
Genau! Es ist nicht alleine ein Ostdeutsches Problem.
Fast alle Staaten rücken nach rechts. Frankreich,Polen, Dänemark usw..

Die Ursachen liegen schlichtweg an der Intoleranz des Islams und deren Speerspitze der IS.
Die Linke,Grüne, SPD und Merkel haben es einfach nur noch nicht kapiert.

Würde von Links mehr Vernunft walten würde es Rechts gar nicht geben müssen.
Das ist das Problem. Ein unkritischer Umgang mit Problemen der Migration.

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MrKnowItAll 15.12.2015, 14:41
99. Abtreten

Der in meinen Augen dümmste Kommentar, der auf Spiegel Online bis jetzt zugelassen wurde. In weiten Teilen in Ost und West gibt es versteckten und offenen Rassismus und die Furcht davor, das fremde Kulturen unseren Lebensraum verändern. Deswegen protestiert man auch im schönen Hamburg gegen Flüchtlingsunterkünfte in der Nähe vom teuersten Edeka Deutschlands. Im bayrischen Hinterland hält man es noch nicht mal aus, wenn jemand hochdeutsch spricht. Pegida kommt aus dem Osten, NPD, Die Freiheit, Hooligans gegen Salafisten und Pro Köln kommen aus dem Westen.

Man kann über alles diskutieren, aber vor allem mit dem absolut sinnfreien Verweis auf die christliche Nächstenliebe hat sich der Schreiber endgültig disqualifiziert.

Ich für meinen Teil kann Spiegel Online nicht mehr als seriöse Nachrichtenquelle ansehen, wenn diese Art von Kommentatoren weiter Ihre sehr speziellen Meinungen kundtun können, obwohl sie vermutlich auf sich allein gestellt nicht mal einen Blog mit 100 Klicks hinbekommen würden.

Schöne Grüße aus Hessen, mein Spiegel-Abo werde ich auch beenden.

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