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Deserteure im Irak: Eine Armee zerfällt
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"Wir sterben nicht für Maliki": Im nordirakischen Arbil stehen Hunderte für Flugtickets an - es sind Soldaten der Regierungstruppen. Die Millionenstadt Mossul haben sie kampflos den Isis-Dschihadisten überlassen. Dafür haben sie klare Gründe.

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anton014 15.06.2014, 19:58
30. Teile Ihre Meinung über ISIS zur Gänze ...

Zitat von Augustusrex
Mieses Gesindel und keine Soldaten. Erst nehmen sie den Sold von ihrem Land, ihrer Regierung und wenn es ernst wird, dann laufen sie weg. Maliki wurde vorgeworfen, er würde nicht genug mit den Sunniten zusammenarbeiten. Hier sieht man, was dabei herauskommt wenn man es tut. Und dann dieser "Soldat": "Sie vergewaltigen Frauen, sie wollen die Scharia." Wirklich großartige Glaubenskrieger diese ISIS-Verbrecher

Und wie alles Verbrechergesindel, überall auf der Welt, wollen sie nicht erkannt werden, tragen deshalb Vermummung.

Das ist im Irak so, in der Ukraine, in Deutschland, in Nigeria, in Thailand, ...


Wenn die ISIS so toll ist, beziehungsweise sich so toll und stark fühlt, warum sind die Mitglieder dann so feige, ihr Gesicht zu vermummen? Kann mit deren Ehrlichkeit und der Einhaltung (selbst) von (Scharia-)Gesetzen nicht so weit her sein.

Auch diese Verbrecher und Vergewaltiger nutzen nur vermeintliche religiöse Regeln, um sich wie menschliche Monster zu benehmen.

Islamismus und jede Art religiöser Fanatismus gehören ausgerottet. Und die Protagonisten eines solchen Fanatismus sollten am besten verrecken oder ihr Leben lang in einer dunklen Zelle schmoren, in der sie genug Zeit zum Nachdenken des Sinnes einer Religion haben.

Für mich sind religiöse Fanatiker durchgehend gescheiterte Existenzen, Versager und Psychopathen. Und sie lassen sich missbrauchen von irgendwelchen daher gelaufenen "Rattenfängern".

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giespel 15.06.2014, 20:03
31. Den

Was wir heute als Irak kennen ist mit dem Lineal auf der Landkarte entstanden. Das haben die schlauen Engländer gebastelt. Und dabei haben sie genau so viel Kenntnisse der Völker und Gegebenheiten einfließen lassen, wie sonst überall, wo sie die Finger drin hatten.

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soalso 15.06.2014, 20:03
32. deserteure

Zitat von sysop
"Wir sterben nicht für Maliki": Im nordirakischen Arbil stehen Hunderte für Flugtickets an - es sind Soldaten der Regierungstruppen. Die Millionenstadt Mossul haben sie kampflos den Isis-Dschihadisten überlassen. Dafür haben sie klare Gründe.
wieso spricht man von deserteuren, wenn "Es habe einen übergeordneten Befehl von der Kommission für Sicherheit in Bagdad gegeben, dass die Soldaten aus Mossul abziehen sollen, sagten sie ihm."?

das ist schon merkwürdig. gibt es hier eine bewusste neuordnung des irak? ein vom iran gestützter süden, ein vakuum in der mitte des landes, in den halunken und abschaum eindringen können und von kurden kontrollierter norden? dann kann man nur noch hoffen, dass die kurden einen puffer nach norden bilden können. meiner ansicht nach muss dort unterstützung hin. ich will nicht wissen, was passieren kann, wenn der puffer wegfällt...

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zwitschack 15.06.2014, 20:07
33.

Mal davon ab ob die Politiker vor Ort was für die unterschiedliche Bevölkerung tun, es ist einfach nur feige und arrogant hoch 10 von den Soldaten, die wehrlose Bevölkerung einer ganzen Stadt den Feinden zu überlassen, vor allem wenn man weiß wie brutal und skrupellos die Angreifer noch sind. Da nützt auch das feige schönreden von wegen Verschwörung nichts. Die Soldaten haben gezeigt was sie von ihrem Land und der Bevölkerung halten, nämlich nichts. Dann brauchen Sie sich auch nicht zu wundern wenn sie in wie ein nichts im eigenen Land behandelt werden.

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alias_=|||=_ 15.06.2014, 20:10
34.

Haben die Interviewten sich eigentlich selbst mal zugehört?
Erst die Gräuel der Isis zu beschreiben um dann zuzugeben, dass sie vor 800 diese Folterknechte geflohen sind um ihnen die einfache Bevölkerung zum Fraß vorzuwerfen....
Egal, was Maliki für eine Pfeife ist, die Menschen in Mossul hatten besseres verdient!

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lampenschirm73 15.06.2014, 20:17
35.

Zitat von kuac
Maliki alleine trägt die Verantwortung für alles, was jetzt in Irak geschieht. Seine Ausgrenzung der Sunnitischen Politiker, Militär, Polizei, Beamten und Angestellten sind die Gründe, warum jetzt die Soldaten nicht kämpfen wollen. Jetzt stellen die USA Bedingungen an Maliki. Das ist womöglich zu spät. Warum hat der Westen das alles so lange schweigend geduldet?
Ich kann Ihre Argumentation nicht nachvollziehen.

Die sunnitischen Soldaten in Mossul und Tikrit kämpfen doch nicht für Maliki oder die irakische Regierung.
Die sollten dafür kämpfen dass ihr Land bzw ihre Familien nicht in die Hände von durchgeknallten Terroristen fällt.
Und soweit ich weiss sind weder Mossul noch Tikrit schiitisches Land sondern sunnitisches Kernland.
Diese Soldaten sind also entweder erbärmlich feige oder sie stehen den Rebellen insgeheim nahe, denn es geht bei 30.000 gegen 800 nun wirklich nicht um ein Himmelfahrtskommando. Das sollte locker zu schaffen sein.

Ich hoffe im Irak gibt es den Straftatbestand der Fahnenflucht und dass das möglichst hart bestraft und unnachgiebig verfolgt wird.

Dass Maliki den Sunniten nicht traut und sie nicht einbindet ist doch vor diesem Hintergrund mehr als nachvollziehbar.

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lightyagami 15.06.2014, 20:28
36. Ich habe verwandte die aus Baghdad und Arbil berichten...

Wenn ich lese das den Soldaten fehlender Nationalstolz vorgeworfen wird ist das ungerecht. Diese Sunniten haben keine andere Wahl gehabt ausser zur Armee zu gehen um Arbeit zu haben. Andere Erfolgschancen gab es für Sunniten nicht. Es gab einen großen Fehler seitens der Schiiten, sie wollten die Gräultaten der Vergangenheit mit Diskriminierung rächen. Irak war schon immer ein geteilter Staat, auch unter den Osmanen bestand er aus drei Vasallenköngreichen. In diese Staaten zerfällt der Irak wieder. Failed State bedeutet nicht Untergang, grenzen haben sich schon immer verändert, und die Grenzen von Sykes-Picot sind den Menschen dort einen Dreck Wert. Die Menschen sind es Leid in einer Gemeinschaft leben zu müssen die Sie nicht wollen, aber der Westen ist so dogmatisch in seinem Glauben an die alternativlose Einigkeit von Staaten. Wir wissen nichts über die Menschen dort, Isis ist kein Wunsch der Sunniten, Isis ist ein Symptom, dieses Symptom wird beseitigt sobald die Menschen ihre Unabhängigkeit voneinander haben. Schauen sie sich die Kurden an, multireligiös und multiethnisch und trotzdem leben sie friedlich gemeinsam.

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Das Pferd 15.06.2014, 20:58
37. 3456789

Zitat von wschwarz
Geboren 1990/91 , oder später, jedenfalls, als der Irak bereits in Trümmern lag. Sie verbrachten ihre Kindheit im 2. Irakkrieg und dem darauf folgenden Chaos. Und nun, 10 Jahre später sollen sie ihr Leben im kampf gegen die ISIS verschleudern? Wozu wurden sie geboren, um ihr Lebn in einm von WESTEN eingeleiteten Chaos tu hinterlassen? Sie setzen diese Männer in die Menschklasse ganz unten, also egal.
im Prinzip richtige Analyse. Aber wenn Sie die Sache 90 beginnen, was völlig richtig ist, da mauserte sich Saddam von lokalen Despoten zu einem internationalen Ärgernis, dann stellen Sie fest, daß der Westen das Chaos nicht eingeleitet hat.
Den zentralen Fehler hat Saddam gemacht, als er Kuwait eroberte und dachte, er darf das. Die Weltgemeinschaft (1990 war die das noch) und die USA haben damals auch einen Fehler gemacht, sie haben Saddam nicht beseitigt. Da wäre es noch gegangen. 2003 war natürlich auch ein Fehler, ich denke immer noch, es war vor allem der Gedanke des Junjors, den Fehler vom Vater korrigieren zu wollen. Was nach 12 Jahren und ohne einen ordentlichen Kriegsgrund und ohne ausreichend Verbündete nicht ging.

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mottasvizzera 15.06.2014, 21:12
38. Nationalstolz für koloniale Grenzziehung ?

Zitat von Valis
Sie desertieren vor Monstern anstatt geschlossen gegen Sie zu kämpfen! Sie bringen sich in Sicherheit und lassen Familien, Kinder und all dejenige zurück die es sich nicht leisten können. Die nun Terror,Vergewaltigungen,Verstümmelungen und Tod ausgesetzt sind. Das sind keine politischen Deserteure! Das sind Egoisten und Feiglinge! Es wird immer ein Disput in diesen Ländern gegenüber der Regierung geben, da man es keinem Sunniten oder Schiiten recht machen kann! Es wird aber einmal Zeit das sie zumindest in der Krise, zumindest in einer solchen Bedrohung jeglicher Lebensqualität die sich auch die Iraker wünschen, geschlossen ein Nationalstolz entwickeln und kämpfen!!!
Ich habe für den Deserteur Verständnis, denn was verbindet den Mann aus Bagdad mit Mosul ? Der Dienst in der Armee war für ihn die einzige Verdienstmöglichkeit. Er und 100'000 seiner Kollegen hätten gerade so gut nach Europa flüchten können ! - wäre er dann von selbst ein guter Mensch gewesen ? Ich habe lieber, wenn er auf diese Art seine Haut rettet und dafür in seiner Heimat bleibt...
Gute Ratschläge sind im Glashaus einfach und von dort sollte man keine Steine werfen... Ich mag die Situation nicht beurteilen, selbst wenn ich finde, dass 800 Gewinner zu 30'000 Verlierer schon ein sehr krasses Verhältnis ist.

Genau so könnte jemand in Deutschland zum Militärdienst antreten und während dem Dienstverhältnis ändert sich Europa und die NATO und er landet im Dombass, oder im Südkaukasus und muss dort seine Heimat Deutschland verteidigen - sogar für höchste Staatsinstanzen mit religiösem Background ist es das Normalste der Welt....

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braamsery 15.06.2014, 21:31
39.

Zitat von barabbaschen
welche Mossul kampflos übergaben bestanden aus vielen Sunniten. Das Statment das sie für Maliki nicht kämpfen wollen, wird auf alle Sunniten zurückfallen. Denn genau desshalb hatten die Schiiten den Sunniten misstraut und die Entbaahtisierung welche die USA begannen fortgesetzt. Sie erwarteten einfach, dass sich die Sunniten nicht mit der verlorenen Macht von 2003 abfinden werden.
Noch polemischer geht wohl kaum. Lesen wäre ganz gut. Die wollen für den nicht sterben, weil der sich um die nicht kümmert. Man stelle sich mal vor, es hätte einen kleinen Krieg in Europa gegeben statt eines zweiten Weltkrieges und die dt. Armee wäre aufgelöst worden. Jeder der die Ideen gut gefunden hätte, aber Arbeit braucht und zur neuen Armee kommt, würde im Leben nicht für die neuen Leute an der Spitze sterben wollen. - Der Irak ist ein im Grund zerstückeltes Land bei dem extrem viele Fehler gemacht wurden. Die Entbaatisierung war einer davon, weil allein die USA einen Angriffskrieg geführt haben mit falschen Gründen. Dann kommen genau diese Armee und wollen ihre eigenen Fehler vertuschen durch solche Maßnahmen und es kommt ein Präsident der von denen die mitgeholfen haben das Land zu zerstören, unterstützt wird. - Statt eines miteinanders wurde es ein gegeneinander und das kennt man mittlerweile: Nimmt man die Bevölkerung nicht mit, wird das nichs.

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