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Designierter Bürgermeister Bovenschulte zu Seenotrettung: "Bremen ist ein sicherer Ha
JONAS NOLDEN/EPA-EFE/REX

Rot-Grün-Rot - jetzt auch im Westen: SPD-Mann Andreas Bovenschulte setzt in Bremen auf ein Linksbündnis. Im Interview spricht er über die Probleme der Stadt, seine Partei und das Sterben im Mittelmeer.

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Denkerchen 09.07.2019, 12:32
10. Seefahrt ist kein Busfahren.....

Ein Schiff - wie die 'Rettungsschiffe' aus dem Mittelmeer - braucht unter idealen Bedingungen mindestens 3 Wochen bis nach Bremen. Dafür sind die Schiffe nicht ausgerüstet und nicht proviantiert. Ich denke, wir sollten dann spätestens ab Herbst auch Rettungsschiffe im Atlantik stationieren um den Rettungsschiffen aus dem Mittelmeer zu helfen. Richtiger wäre es, wenn wir die Handlungsweisen, die wir verabredet haben und für die wir bezahlen, auch so ausführen würden.
Alternativ können die Schiffbrüchigen auch zum Ursprung gebracht werden.....

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themistokles 09.07.2019, 12:35
11.

Könnten sich die ersten Kommentatoren hier erstmal kundig machen, was es bedeutet, wenn Städte sich als "sicheren Hafen" bezeichnen, bevor kommentiert wird?

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jangjo 09.07.2019, 12:35
12. Im Chaos

Bremen ist meine Heimat. Seit 12 Jahren komme ich in meine Stadt, auf die ich sehr stolz bin, regelmäßig als Besucher. Was seit dem in Bremen passiert ist, oder besser gesagt was „mit Bremen passiert ist“, erschreckt einen. Die Armut und Verwahrlosung in der Stadt ist nicht nur deutlich spürbarer, sondern damit verbunden auch deutlich sichtbarer geworden. Besonders der Hauptbahnhof, als Tor zwischen den gut situierten Vierteln (Schwachhausen, Findorff, Horn etz) und den Bezirken mit einem deutlich geringeren sozio-ökonomischen Status ist frappierend.
Szenen, dass sich Fixer am Hauptbahnhofeingang eine Spritze setzen und daneben ein Obdachloser auf die Pflastersteine kotet, kenne ich so nur aus den dunkleren Zeiten des Viertels, am Anfang der 90er Jahre.
Als SPD Mitglied und als Bremer, muss ich schweren Herzen sagen, die SPD hat meiner Heimatstadt Bremen keinen Gefallen getan. Man muss soweit gehen zu sagen, hier hat eine Partei vollkommen und auf ganzer Linie versagt! Genau genommen zwei Parteien, ich möchte die Grünen da gar nicht ausschließen.

Was Bremen braucht ist Solidarität und Gerechtigkeit in Bildung und Arbeitsmarkt. Eigentlich, früher einmal, Kernkompetenzen der Sozialdemokratie.
Ein Wechsel in die Opposition hätte meiner Partei dabei geholfen, sich wieder auf ihr Brot- und Buttergeschäft zu besinnen. Stattdessen versucht man nun wohl grüner als grün und linker als Links zu werden.

Ich bin gespannt, aber keineswegs hoffnungsvoll. Diese Bremer SPD hat ihren Kopf verloren, aber wie ein Huhn, den Verlust bisher noch nicht bemerkt.

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just my50cent 09.07.2019, 12:36
13. Bis zum Ende denken

Diese Städte, die sich so vollmundig als sichere Häfen bezeichnen, sollte man vollumfänglich in die Verantwortung nehmen. Was ist, wenn die Migranten dann hier sind ? Die Anerkennungsquote für Asyl liegt
Bei diesen Bootsflüchtlingen vermutlich bei 10%. Führen diese Städte dann auch in eigener Verantwortung durch,
Oder wird stillschweigend akzeptiert das jeder der es einmal bis nach Deutschland geschafft hat auch hier bleibt.
Dann auch bitte die Alimentierung aus dem Städtehaushalt bestreiten und auch die Bewegungsfreiheit auf die Stadtgrenzen einschränken.

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mapcollect 09.07.2019, 12:42
14. Solange die Seenotretter

die Geflüchteten vor der afrikanischen Küste an Bord nehmen und dann nach Italien rüberfahren, werden immer mehr Menschen sich in nicht seetüchtige Boote setzen und darauf hoffen, vom nächsten NGO-Shuttle mitgenommen zu werden. Und natürlich werden so auch vermehrt Menschen ertrinken bzw in der Sahara verdursten. Mit dem Rückgang der NGO-Seenotretter ist die Zahl der Ertrunkenen in den letzten Monaten erheblich zurückgegangen. Dieser Trend scheint sich jetzt gerade wieder umzukehren - durch Druck aus Deutschland, denn andere EU-Länder sehen die Arbeit der Seenotretter deutlich kritischer. Wer wirklich helfen will, muss Afrika helfen. Vollmundige Versprechen wie von Bremens Bürgermeister, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, müssen auch finanziert werden können. Wie das hochverschuldete Bremen, mit der zweithöchsten Pro-Kopf-Transferleistung, das schaffen soll, lässt er offen. Die anderen Bundesländer werden es schon richten, so denkt man anscheinend beit rot-rot-grün.

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Orgalo 09.07.2019, 12:46
15. schwer auszudeuten

Zitat von j.soergel
Hafen als regierender Bürgermeister als politisch beschlossener Verwaltungsakt verabschiedet ist alles andere nur noch eine Frage der logistischen Organisation und einer etwas höherer Spendenbereitschaft für die Seenotretter. Zusätzlich finanziert zu der bestehenden Flotte müssten etwa 3 grössere Shuttleschiffe, die zwschen Mittelmeer und Bremen pendeln, wobei die erstrettenden kleineren Schiffe, die Geretteten auf hoher See an die grösseren Schiffe übergeben können, bis die jeweils voll sind und sich auf den Weg machen können. Dieses ganze Theater mit Italien / Malta könnte so elegant „umschifft“ und die europäische Verteilung von Bremen/Deutschland aus effizient organisiert werden.
Ist das Ironie und tiefere Bedeutung oder ernst gemeint?

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mapcollect 09.07.2019, 12:55
16. Warum nicht mit EU-Schiffen abholen ?

Zitat von weltverbesserer75
Das Problem ist aktuell, dass sich die Geflüchteten, bevor sie gerettet werden, immer erst auf dem Mittelmeer in Lebensgefahr begeben müssen. Weshalb setzt die EU und insbesondere Deutschland nicht darauf, dass diese lebensgefährliche Reise über das Mittelmeer künftig nicht mehr nötig ist? Da gäbe es viele Ansatzpunkte, beispielsweise könnte die EU Schiffe direkt an der Küste Libyens stationieren, die die Geflüchteten in sichere Häfen in Europa bringen. Ebenso verstehe ich nicht, weshalb die Geflüchteten Schlepper bezahlen müssen, um diese unsichere Reise nach Europa anzutreten, wenn sie für das Geld auch mit dem Flugzeug nach Europa gelangen könnten. Auch hier kann Deutschland und die EU ansetzen und diesem Schrecken auf dem Mittelmeer ein Ende bereiten, wenn sie Geflüchteten erlauben würden, sicherere Wege nach Europa zu nehmen.
Lieber Weltverbesserer75,
es gibt eine Studie des renommierten PEW Institutes, die den Anteil der volljährigen Afrikaner angibt, die auswandern würden, wenn sie könnten. In Ghana waren es 75%, in Nigeria 74%, in Kenia 54 %, usw., im Schnitt kann man sagen, das jeder zweite Afrikaner nach Europa oder USA auswandern würde, wenn er die Chance bekäme. Derzeit gibt es rund 1,1 Mrd Afrikaner in subsaharischen Ländern, bis 2050 wird sich die Zahl etwa verdoppeln. Wollen sie die tatsächlich alle mit Flugzeugen und Schiffen nach Europa holen ? Afrika hat das Problem, das Bevölkerung und Wirtschaft nicht synchron gewachsen sind. Es ist niemandem geholfen, wenn wir dieses Problem nach Europa holen. Die einzige dauerhafte Lösung ist ein Marshall-Plan für Afrika.

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MichaelundNilma 09.07.2019, 13:05
17. Worum geht es hier eigentlich

Wir müssen schon trennen, zwischen Wirtschaftsmigranten und echten Flüchtlingen. Auch der SPIEGEL hat sich noch nicht entschieden, ob es sich um Migranten oder Flüchtlinge handelt. Die eigene Moral zum Maßstab für das Handeln anderer zu machen oder sie sogar zur Hilfe zu zwingen, kann nicht gut gehen. Die Frage ist doch, wer kommt ungefragt für die Kosten auf, damit sich z.B. ein Wirtschaftsflüchtling seinen Traum erfüllen kann. Es kann nicht Aufgabe eines designierten Bürgermeisters sein, die Souveränität eines Staates und damit der Gesamtgesellschaft zu verletzen. Wer aus Seenot gerettet wurde hat doch keinen automatischen Anspruch auf Sozialleistungen und Bleiberecht in Bremen. Das wäre ganz was Neues.

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Emderfriese 09.07.2019, 13:10
18. Themenkreise

Zitat von mapcollect
die Geflüchteten vor der afrikanischen Küste an Bord nehmen und dann nach Italien rüberfahren, werden immer mehr Menschen sich in nicht seetüchtige Boote setzen und darauf hoffen, vom nächsten NGO-Shuttle mitgenommen zu werden. Und natürlich werden so auch vermehrt Menschen ertrinken bzw in der Sahara verdursten. Mit dem Rückgang der NGO-Seenotretter ist die Zahl der Ertrunkenen in den letzten Monaten erheblich zurückgegangen. Dieser Trend scheint sich jetzt gerade wieder umzukehren - durch Druck aus Deutschland, denn andere EU-Länder sehen die Arbeit der Seenotretter deutlich kritischer. Wer wirklich helfen will, muss Afrika helfen. Vollmundige Versprechen wie von Bremens Bürgermeister, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, müssen auch finanziert werden können. Wie das hochverschuldete Bremen, mit der zweithöchsten Pro-Kopf-Transferleistung, das schaffen soll, lässt er offen. Die anderen Bundesländer werden es schon richten, so denkt man anscheinend beit rot-rot-grün.
"...Die anderen Bundesländer werden es schon richten, so denkt man anscheinend bei rot-rot-grün."

So ich gelesen habe, sieht der zukünftige Bürgermeister Bremens die Fluchthilfe in erster Linie als eine Gemeinschaftsaufgabe für den Bund. Nur wenn Not am Mann ist, würde Bremen helfen. Was ist daran auszusetzen?
Das dass Thema Fluchthilfe hier so hoch gehängt wird, hat auch wohl etwas damit zu tun, dass an dem viel wichtigeren übrigen Programm von Rotgrünrot nichts zu meckern ist.

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Ottokar 09.07.2019, 13:14
19. Bovenschulte

war Bürgermeister in einer kleinen Stadt im Umland in der Nähe von Bremen, also Bürgermeister im Speckgürtel Die Pendler arbeiteten in Bremen und haben Ihre Steuern am Wohnort bezahlt. Bovenschulte ist nun Bürgermeister in einem Haushalsnotlageland wird sehr bald mit diesen Tatsachen konfrontiert werden. Zu Rot-Grün-Rot. In Bremen rechnet man schon damit das diese Regierung schon nach einer Periode Geschichte sein wird wenn auch nur ein Teil des Regierungsprograms in Angriff genommen wird.

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