Forum: Politik
Designierter Regierungschef Abadi: Mann der Diplomatie
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Der nächste Premier des Irak, Haider al-Abadi, muss die Islamisten abwehren und sein zerfallendes Land zusammenhalten. Das kann gelingen, schon einmal ist ihm eine schwierige Versöhnung geglückt.

Realityisverydifferent 24.08.2014, 12:30
1.

"Auch Al-Abadi ist schiitischer Islamist".

Laut Bpb ist Islamismus:

1. Absolutsetzung des Islam als Lebens- und Staatsordnung
2. Gottes- statt Volkssouveränität als Legitimationsbasis
der Wunsch nach ganzheitlicher Durchdringung und Steuerung der Gesellschaft
3. homogene und identitäre Sozialordnung im Namen des Islam
4. Frontstellung gegen den demokratischen Verfassungsstaat
5. Potential zu Fanatismus und Gewaltbereitschaft.

Das heisst der Versuch westlich-demokratisch-pluralistische Wertmassstäbe auf die Region anzuwenden ist von vornherein zum Scheitern verurteilt bzw. offenbart ein riesiges Oxymoron.

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lightyagami 24.08.2014, 12:54
2. Die Sunniten werden Die Waffen nicht niederlegen

Viel zu groß ist dir Angst vor der Rache der Schiiten, wenn bereits jetzt schiitische Killerkomandos durch die Städte ziehen und reihenweise Menschen töten wird das schwer mit der Aussöhnung, das könnte nur Funktionieren wenn man eine Konföderation Bildet, mit eigenen Sunnitischen Streitkräften.

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western_skies 24.08.2014, 14:11
3. Längst zerfallen

Der Irak ist längst zerfallen und welche Anstrengungen Abadi auch unternehmen wird - den Irak in seiner bisherigen Form wird es nie mehr geben. Stattdessen entsteht derzeit im Herzen des arabischen Halbmondes ein neuer Gottesstaat. Es ist eine maßlose Unterschätzung, die IS als "Terrormiliz" zu verharmlosen. Auch geschieht ihre Aktion nicht unter dem "Deckmantel" des Religiösen, wie hier oft beschwichtigend gesagt wird. Die IS agiert vielmehr aus der Mitte des religiösen Bewusstseins heraus - das, und erst in zweiter Linie ihre finanzielle Ausstattung macht sie so wildentschlossen und stark. Es ist heute, in unserer entgotteten westlichen Zivilisation, kaum noch vorstellbar, welche Kraft Religion entfalten kann: In Europa trieb sie, als man noch an Gott glaubte, Tausende auf die Kreuzzüge, später führte religionsähnliches Denken zur Oktoberrevolution und verhalf dem Kommunismus zur Macht - jener weltlichen Religion, die das westliche Abendland als Religionsersatz hervorgebracht hat.
Meine ganze Hoffnung für die Region ruht - aus eigener Erfahrung mit den nah- und mittelöstlichen Kulturen - auf dem Iran. Auch wenn dort derzeit ausgerechnet ein Mullah-Regime das Szepter führt. Doch hat der Iran sprachlich, kulturell und historisch große Unterschiede zu den wilden arabischen Stammeswelten. Die westliche Politik täte gut daran, dort rechtzeitig zu sondieren.

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qwertzay 24.08.2014, 14:48
4.

Ist das auf dem Foto ein Gebetsfleck auf der Stirn?

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paulmeiersohn 24.08.2014, 17:16
5. Ja,

.. das ist eine Gebetsschwiele, wie sie beim stundenlangen Rumreiben auf dem Fußhoden im eifrigen Gebet entsteht. Es kennzeichnet den ganz besonders fleißigen Moslem. Würg.

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