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Deutsch-amerikanische Entfremdung: Das gekränkte Land
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Was erlauben sich die Amerikaner? Werben einfach so einen BND-Agenten an. Frechheit! Hinter der deutschen Empörung zeigt sich eine beleidigte Nation.

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sierrabravofour 08.07.2014, 15:43
100. Negligent discharge

Zitat von guttmensch
Es gehört sich eben nicht gegen uns zu spionieren. Daran haben die sich zu halten, wenn sie Geschäfte mit uns machen wollen.
Ganz meine Meinung, daran haben die sich zu halten. Wenn wir uns jetzt noch die Handelsbilanz anschauen erkennen wir die Ganze Eleganz und Intelligenz die hinter diesem Vorschlag stecken.
Ich wuensche den Deutschen viel Glueck bei der Durchfuehrung.

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Tante_Frieda 08.07.2014, 15:44
101. Prediger der Freiheit

Zitat von sysop
Was erlauben sich die Amerikaner? Werben einfach so einen BND-Agenten an. Frechheit! Hinter der deutschen Empörung zeigt sich eine beleidigte Nation.
Herr Fleischhauer,eher rechts als links zu verorten,nutzt die Spionageaffäre,um seinen verhassten deutschen Linken die Leviten zu lesen,Tenor"Ihr wolltet doch immer Obama".Wenn Fleischhauer schreibt,nach den Bush-Jahren,in denen die amerikanischen Freunde als Großmacht auftraten,zögen sie sich jetzt zu sich selbst zurück,ist das Geschwätz.Zum einen wagen sie auch jetzt das eine oder andere militärische Abenteuer,zum anderen ist das Ausspähen eines ganzen Landes kein Zeichen dafür,dass man sich zurückzieht,werter Herr Fleischhauer.Da sollten Sie mal selbst ein Gedankenexperiment machen :-)
In einem hat der Kolumnist Recht:Deutschland ist ob der NSA-Großspionage in diesem Land beleidigt - zu Recht beleidigt,weil man ein solches Treiben eher von Diktaturen erwartet,nicht aber von Predigern der Freiheit.
Nebenbei:Es gibt schlimmere Charaktereigenschaften als Beleidigtsein.Besonders,wenn man Grund und Anlass hat,beleidigt zu sein.

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adsoftware 08.07.2014, 15:44
102. Die NSA ist eine kriminelle Vereinigung

Die NSA ist eine Organisation, die sich nicht nur gegen Bürger richtet, sondern auch gegen Unternehmen und Staaten. Die deutsche Regierung könnte sie als das behandeln, was sie ist, nämlich kriminell und könnte die volle Härte des Gesetzes anwenden inklusive Ausweisungen, Festnahmen, Anklagen, Urteilen, Gefängnisstrafen, Strafverfolgung gegen Verdächtige. Auf keinen Fall sollte sie Gleiches mit Gleichem vergelten, damit die deutsche Demokratie nicht so totalitär wird wie die amerikanische.

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Wulf 08.07.2014, 15:45
103. Hr.Fleischhauer,

offensichtlich gibt es genügend in der deutschen Regierung die genau wie sie denken.Zitat "wegen ein paar BNd Unterlagen".Allerdings haben Sie offenbar nicht kapiert das es hier nicht nur um "ein paar Unterlagen" geht sondern um viel mehr. Würde gerne Ihr Gesicht sehen, wenn ihre Gehaltsabrechnung Verlag publiziert wird, ihre Liebesbekenntnisse, sexuellen Vorlieben etc. Aber hey is doch alles nur halb so schlimm- oh Mann

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phoinix 08.07.2014, 15:45
104. Gedankenexperiment...

"Was soll der BND-Mann tun? Dass Angebot zurückweisen und die amerikanische Seite darüber informieren, damit sie das Leck stopfen kann? Oder soll er eingedenk der deutschen Angst vor der NSA in Erwägung ziehen, mit dem Doppelagenten ins Geschäft zu kommen? [...]
Man kann sich leicht vorstellen, was los wäre, wenn der BND-Mann den Doppelagent einfach an die Amerikaner ausliefern würde. Vasallentreue wäre noch der geringste Vorwurf."

Nur gibt es da zwischen Deutschland und den USA einen ganz gewaltigen Unterschied: Akzeptiert der BND den amerikanischen Agenten und die Sache fliegt auf, möchte ich nicht in der Haut des BND-Chefs stecken. Ziemlich sicher käme danach auch bald eine Forderung von Seiten der Grünen und Linkspartei auf, dem Bundesnachrichtendienst das Erlangen von Informationen durch Informanten und Telefonanzapfen gänzlich zu untersagen. So etwas würde den Amerikanern nie einfallen.

"Oder wir versuchen aus eigener Kraft, die Sicherheit unseres Landes zu gewährleisten."
Das ist doch mal eine Idee die wirklich zu einem interessanten Gedankenexperiment anregt. Im Grundprinzip könnte so einfach sein: Der deutsche Verteidigungsetat wird auf 2,5% des BIP erhöht, die Bundeswehr wird derart organisiert und ausgerüstet, daß sie zur Verteidigung unseres Landes imstande ist - dies würde notwendigerweise die Anschaffung von mindestens 150 nuklearen Gefechtsköpfen samt einem funktionierenden Trägersystem verlangen. Dazu schafft sich die Bundeswehr funktionierenden Nachrichtendienste an: einen defensiven, einen offensiven und einen militärischen. Et voila! Unser Land könnte sich selbst verteidigen und wäre vollkommen souverän, anstatt sicherheitspolitisch von den Amerikanern abzuhängen. Sollten die dann immer noch spionieren, könnten wir es uns dann sogar leisten, ihnen zu drohen, alle ihre Truppen des Landes zu verweisen und Ramstein Airbase zu einem Luftwaffenstützpunkt zu machen. Ein amerikanisches "No Spy" Abkommen käme mit so einem Deutschland dann ganz schnell zustande.
Wie gesagt, so einfach könnte es sein. Aber leider sind die Mauern des Gefängnisses aus verklemmter Moral und Ängsten, in dem die Deutschen sitzen, viel zu dick: sie werden ja schließlich von unseren Politikern und Medien seit Jahrzehnten eifrig und bei jeder sich bietenden Gelegenheit verstärkt. Ein Land, welches die eigene vollkommene Unterwerfung zur Befreiung umgedeutet hat und welches nur noch die Zukunftsvision hat, sich schnellstmöglich in einem europäischen Superstaat aufzulösen, hat jegliches Konzept von Souveränität verloren. Die Amerikaner haben das nicht, in den USA ziehen keine schwarzgekleideten Rabauken umher, die brüllen "Nie wieder Amerika, nie wieder, nie wieder!"
Was wird also tatsächlich passieren? Nicht sehr viel. Es wird wahrscheinlich irgendeine halbgare Entschuldigung der USA geben, wonach beide Seiten eifrig bemüht sein werden so zu tun, als ob die Sache gegessen wäre. Sobald die Spionageaffäre langweilig geworden und aus den Medien verschwunden ist, geht dann alles wieder seinen gewohnten Gang.

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Whitejack 08.07.2014, 15:46
105.

Zitat von sysop
Wer bezweifelt, dass es zur Terrorabwehr überhaupt der elektronischen Überwachung bedarf, macht eine gefährliche Wette auf. Beim nächsten Anschlag wissen wir, ob sie aufgegangen ist. Wenn die Bombe in Berlin oder Hamburg explodiert, lagen wir falsch.
Nein, und genau das ist das Problem an der ganzen Sache:

Wenn keine Bombe in Deutschland explodiert, wissen wir nicht, ob die Terrorabwehr dies wirklich verhindert hat. Wenn eine Bombe explodiert, wissen wir nicht, ob eine bessere Terrorabwehr dies hätte verhindern können.

Das ist ja die Schwierigkeit bei der Überwachung: Nie weiß man genau, was sie eigentlich wirklich bringt. Und genau deshalb kann man alle Wünsche und Ängste darauf projizieren. Sie könnte uns vollumfassende Sicherheit versprechen oder das ultimative faschistische Regime hervorbringen. Oder beides. Und weil niemand weiß, welche Auswirkungen die Überwachung hat, ist es auch extrem schwer, darüber zu diskutieren.

Fest steht allerdings, dass die Terrorabwehr dank Überwachung bislang wenig gebracht hat. Allerdings ist die Überwachung natürlich auch noch keineswegs lückenlos, so dass jeder Befürworter darauf hinweisen kann, dass ein bisheriger Mangel an Erfolgen an den unzureichenden Mitteln liegt. Letztlich ist das Thema der Überwachung eine Glaubensfrage, so wie man auch auf Gott seine Wünsche und Ängste projizieren kann.

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haarer.15 08.07.2014, 15:47
106. Arroganz der Macht

Nein Herr Fleischhauer. In Ihrer Argumentation liegt ein eklatanter Widerspruch. Die Amerikaner brauchen uns eben doch und sie benutzen uns auf derart arrogante Weise, indem sie nicht nur unsere Gesetze ignorieren sondern sogar noch imstande sind, immer noch eins oben drauf setzen. Sonst würden die Amerikaner die NSA-Affäre und den Untersuchungsausschuss - um an Informationen zu gelangen - doch selbst nicht so hoch hängen wie sie das derzeit tun nicht wahr ? Wenn das mit Beleidigtsein tituliert wird, trifft das nicht den Kern. Sondern unterstreicht etwas, das von Ihnen sicher selbst nicht gewollt ist: Wir sind ein wertloses kleines und ohnmächtiges Anhängsel der Amerikaner. Mit einem Land, das seinen krankhaften Kontrollwahn auf unserem Rücken austrägt, kann man jedenfalls nie gut Freund sein.

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Dirk Ahlbrecht 08.07.2014, 15:48
107.

Zitat von guttmensch
Es gehört sich eben nicht gegen uns zu spionieren. Daran haben die sich zu halten, wenn sie Geschäfte mit uns machen wollen.
Genau diese kindliche Haltung, guttmensch, beschreibt Jan Fleischhauer in seinem Beitrag. Im Informationszeitalter gingen hierzulande sehr schnell die Lichter aus, wenn die Amerikaner Ihre Sicht der Dinge in einem solchen Fall auf uns Deutsche anwenden würden.

Es ist diese Präpotenz, die uns international lächerlich macht. Folgt man den wünschen vieler Politiker, dann sollen unsere Geheimdienste wie ein Sitzkreis (lass uns drüber reden...) funktionieren.

Diese jüngsten Vorgänge zeigen wie weit sich die deutsche Politik bereits von den internationalen Realitäten entfernt hat. Und dies gilt für viele Felder der Politik.

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buerger67 08.07.2014, 15:58
108.

Richtig, der US-Führung und auch unser Regierung ist es völlig egal, was wir denken ! Der NSA-Skandal zeigt deutlich, das wir bis dato nicht vollständig souverän sind, was jedoch auch im Extremfall relativ schnell mit einer verfassungsgebenden Versammlung zur Einführung einer von VOLK zu wählenden Verfassung geändert werden kann (siehe Art. 146 GG). Tatsache ist, das wir bis dato ein real und virtuell besetztes Land sind und unsere Regierung heute ein ukrainisches Putschregime mit Faschisten unterstützt !
Widerlich ! Abgesehen davon, hat die US-Führung durch ihre permanente Lügerei bereits seit Jahrzehnten ihre Glaubwürdigkeit verspielt ! Nur noch Journalisten und Politiker glauben den Lügengeschichten der US-Führung und seiner Schlapphüte ! Alle anderen Bürger verlangen BEWEISE für die meist erlogenen Behauptungen der US-Führung (siehe z.B. Irak-Lüge) ! Die US-Führung sollte endlich ihre Besatzung beenden und ihre Truppen nach hause holen und nicht die NSA vergessen !

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jotrimmel 08.07.2014, 15:59
109. Überwachung gegen Bomben?

Den Beweis des Nutzens von elektronischer Datensammlung bei der Verhinderung von Terroranschlägen bleiben die Dienste weiterhin schuldig. Bei allen bekannt gewordenen Fällen in denen elektronische Überwachung der Terrorverdächtigen zum Einsatz kam, wurden die Hinweise auf geplante Anschläge durch klassische Geheimdiensttätigkeit erlangt. Ich hoffe, Herr Fleischhauer verirrt sich nicht in den Zirkelschlüssen der Argumentation der Datensammelwütigen (passiert nichts, dann wegen der Überwachung - passiert etwas, brauchen wir mehr Überwachung), die sein Mitkolumnist Sascha Lobo vor einiger Zeit treffend umschrieben hat.

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