Forum: Politik
Deutsch-saudisches Verhältnis: Eiszeit in der Wüste
REUTERS

Die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Deutschland haben sich deutlich abgekühlt. Dafür trägt auch die Bundesregierung Verantwortung. Zeit für einen Neustart.

Seite 2 von 4
so_nicht 18.02.2018, 11:38
10. Religion oder politische Ideologie

Die wichtigste Dimension in dem vielschichtigen Verhältnis zu den Saudis kommt in dem Artikel gar nicht vor. Sie betrifft ihre weltweite Propagierung eines extremen, d.h. im Kern eines politischen Islams. Solange sie jedes Jahr viele Millionen in den Aufbau von Moscheen in Deutschland stecken, in denen der Heilige Krieg und die Scharia als entscheidende Rechtsnorm gelehrt werden und von einer Islamisierung Europas geträumt wird, solange kann Saudi Arabien kein Partner, sondern nur ein Gegner sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mansky 18.02.2018, 11:53
11. Werbung für ein Steinzeitregime - keine Analyse!

Bei allem Respekt vor Frau Koelbl, aber das ist keine Analyse, sondern die Verharmlosung eines Steinzeitregimes, das Völkerrecht bricht, Kriegsverbrechen begeht, Regiemgegegner öffentlich an Freitagen enthauptet und die ideologische und teilweise sogar finanzielle Grundlage für alle islamischen Fundamentalisten liefert. Wie glaubhaft sind wir, wenn wir von Werten und Menschenrechten reden, aber ein Regime unterstützen, das diese mit Füßen tritt? Wie heuchlerisch! Sollen wir wegen einer üppigeren Dividende für Siemens, Daimler & Co Aktionäre den Kotau vor diesen islamischen Fundamentalisten machen? Über welchen politischen Einfluss reden wir? Die einzigen Nationen, die im MO tatsächlich eine Einfluss haben, sind Amerikaner, Türken, Iraner und Russen. Wir vergraulen unseren NATO Partner Türkei, verunglimpfen türkische Politiker tagtäglich und Frau Koelbl will, dass wir mit dem größten Terrorfinanzierer der Welt noch enger zusammenrücken? Man stelle sich nur mal vor, ein deutscher Journalist würde über die russische Regierung ein ähnliches verharmlosendes Narrativ (Krim, Ostukraine) verbreiten. Überdies stelle man sich mal vor, Putin hätte ein paar Oligarchen entmachtet und sie um einige Milliarden erleichtert. Gabriel hat zurecht den jungen Prinzen in die Schranken gewiesen, und MBS hat Hariri gegen seinen Willen in Riad festgehalten, das ist mittlerweile unbestritten. Hinzu kommt, dass Kriegsverbrechen der Saudis explizit als Kriegsverbrechen benannt werden müssen, sonst wird die UNO und das Völkerrecht irgedwann ad absurdum geführt. Jeder, der Geld und Waffen hat, bombt nach Belieben und Frau Koelbl will, dass wir dafür Verständnis aufbringen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Pedro1000 18.02.2018, 12:06
12. gabriel aussenminister

Macron belehrte MBS nicht über die Presse, er löste das Problem durch persönliches Erscheinen. Das zeigte Einsatz und Respekt und hat die Beziehung zum Königreich sogar gefestigt.

so geht diplomatie. der mann aus goslar ist mal wieder überfordet

Beitrag melden Antworten / Zitieren
raffelhueschen 18.02.2018, 12:09
13. verkehrte Welt

nach Ansicht der Autorin soll die Bundesregierung wohl noch tiefer buckeln vor einer Diktatur, die im Jemen die Bevölkerung verhungern lässt, ihre Steinzeit-Version des Islam auch hierzulande verbreitet, die Mörder vom IS unterstützt und so ganz nebenbei keinen einzigen Flüchtling aus Syrien aufgenommen hat. Im Gegensatz dazu ist der Iran eine lupenreine Demokratie, immerhin werden dort freie Wahlen abgehalten. Aber im Zuge einer Außenpolitik, die nicht im Interesse Deutschlands oder auch nur Europas betrieben wird weigert man sich zu erkennen, wer die eigentlichen Feinde Europas und unserer Lebensform sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
lies.das 18.02.2018, 12:12
14. Gabriel kann keine Diplomatie

Nicht nur mit Saudi-Arabien und dem Libanon (Hariri): Bei fast sämtlichen diplomatischen Konflikten mir Deutschland ist Außenminister Gabriel als "Brandbeschleuniger" mitbeteiligen. Anstatt als Diplomat internationalen Ausgleich anzustreben und Beziehungen zu optimieren, betreibt er mit populistischen Fußtritten lediglich Wahkampf nach innen, um mit Hilfe Druck von naiven Umfrageergebnissen seinen Ministerposten zu behalten. Der diplomatische Scherbenhaufen Gabriels in Arabien führt schon jetzt dazu, dass deutsche (Bau-)Firmen und Lieferanten derzeit von allen Großaufträgen ausgeschlossen werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ubbo 18.02.2018, 12:34
15.

Zitat von Balthasar1
Wieder einmal: "Klasse Gabriel". Er hat verstanden, welche Sprache der Nahe Osten versteht. Die hohe Kunst der Diplomatie ist bei Mohammed bin Salman völlig unangebracht. Er braucht klare Kante. Diese Sprache respektiert ist. Respekt ist keine Einbahnstraße. Auch Iran braucht klare Kante. Marx war erstaunlich weise, als er sagte, dass Religionen Opium seien. Was im Nahen Osten abläuft ist tiefstes Mittelalter. Sich auf eine Seite zu schlagen wäre tödlich für die deutsche Außenpolitik. Wenn Salman später einmal Touristen braucht, muss er die starken EU-Länder respektieren und sogar ein bißchen hoffieren. Er wird und er muss verstehen, dass das Zeitalter des Öl und der Kamele dem Ende entgegen geht.
"Doch Deutschland braucht diesen Draht nach Riad, will es seinen Einfluss im Nahen Osten auch in Zukunft geltend machen."

Wollen wir das wirklich? Wieso wollen wir krampfhaft in fremden Töpfen rühren? Ich möchte mich meinem Vorredner anschliessen und für eine klare und offene Kante plädieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spiegelneuronen 18.02.2018, 12:36
16. sehr einfach gestrickt

Zitat von Milli_Teskilati
Die Beziehungen bedürfen keines Neustarts, sondern es muss noch viel mehr Druck auf diesen Kriegstreiber Saudi-Arabien ausgeübt werden. Keine Waffen, keine Munition und auch kein deutsches Know-how mehr an diese Despotie. Der Krieg und Genozid im Jemen gehen unvermindert weiter. Der Koalitionsvertrag behandelt dieses Thema explizit. Frauen dürfen also Auto fahren. Was für eine Errungenschaft. Aber wenn sie vergewaltigt werden, dürfen sie immer noch keine Anzeige erstatten.
Der Arikel hier ist wirklich sehr simpel gestrickt. Tatsächlich ist Saudi-Arabien dabei sich gesellschaftlich zu öffnen. Autofahren, Besuche bei Veranstaltungen (Kino oder Fußball) für Frauen. Überlegungen die Kleidervorgaben für Frauen zu lockern. - Natürlich ist dieser Aspekt positiv. Ein kleiner Schritt.

In politischer Hinsicht radikalisiert sich Saudi-Arabien gleichzeitig. Die Macht konzentriert sich nämlich bei MBS - den Kronprinz. Andere werden entmachtet und das entstandene Machtvakuum füllt der Kronprinz selbst aus. Strafen für kritische Blogger und andere sind üblich und da ist keinerlei Öffnung zu sehen.
Die bin Bandar Dynastie (im Artikel hoffnungsvoll und positiv beschrieben) ist gerade außenpolitisch und geheimdienstlich, das übelste, was es gibt. - Bin Bandar als Botschafter in den USA und dessen Rolle zu George Walker Bush beispielsweise. Politisch ist Saudi-Arabien auf dem Holzweg, egal ob nun Frauen zu Veranstaltungen dürfen oder nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kasulzke 18.02.2018, 12:48
17. Recht hat sie,

die Frau Koelbl. Deutschladn darf sich auf keinen Fall auf irgendeine Seite schlagen, denn wenn sich die Herrschaften im Nahen Osten gegenseitig umbringen, dann sollten sie das bitte mit deutschen Waffen tun. Wir verkaufen an jeden, siehe Syrien, wo sich alle miteinander gegenseitig mit deutschen Rüstungsgütern beschießen. Wenn wir es nicht tun, dann tut es jemand anderes. Außerdem könnte das ja Arbeitsplätze kosten, etcetc.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Rafaelblond 18.02.2018, 12:55
18. Einschätzung

Glückwünsche und Ermunterung ? Ich frage mich grad welchen Tee die Autorin getrunken hat. Diese Bande von Clowns und Kriegstreibern ? Leider erlebe ich es nicht mehr, dass SA wieder dort sein wird wo es herkam ... in bzw. aus der Wüste.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rooonbeau 18.02.2018, 13:10
19. Erstaunlich finde ich auch die Begründung Saudi-Arabiens...

Warum sie keine Flüchtlinge aufnehmen. Die kulturellen Unterschiede seinen zu groß.. Nur so als Gedanke zur Anregung..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 4