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Deutsch-türkische Beziehungen: Es könnte so schön sein
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Die deutsch-türkischen Beziehungen haben sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschlechtert. Die BND-Affäre ist ein Tiefpunkt. Das sollte Anlass sein, einen Neustart zu wagen.

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rosskal 19.08.2014, 06:42
1. Menschen und Staaten unterschiedlich bewerten

Auch wenn es viele positive Beziehngen zwischen Deutschen und Türken gibt, wie Freundschaft, Vertrauen oder Wohlgesonnenheit, sind doch die Beziehungen zwischen Staaten anders zu bewerten. Das derzeitige Regime in der Türkei macht es anderen Staaten eben nicht leicht, normale zwischenstaatliche Beziehungen zu pflegen.

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-turbomax- 19.08.2014, 06:49
2. Huhn mit Ei verwechselt

Eigentlich müsste die Türkei nur ihren rückwärtsgewandten Kurs aufgeben, da entwickelt sich das alles von ganz alleine wieder in eine freundschaftlichere Richtung. Das ist übrigens auch der größte Feind des hier genannten wenn auch nicht so hoch einzuschätzenden "Fortschrittes".

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GueMue 19.08.2014, 07:31
3. Weltanschauung

auch wenn man vieles gemeinsam hat, ist es doch entscheidend, dass man es auch gleich interpretiert. Natürlich wären die Türken als rückständig und korrupt angesehen und natürlich halten die Türken die Deutschen für gottlos. Wie soll man sich da verstehen, ausser es ist im Urlaub und man betrachtet das Meer und die griechischen Errungenschaften. Will man von den Deutschen Nach mir die Sintflut bzw. die Angst lernen, dass man die Welt nicht wirklich nach eigenem Gusto retten kann, weil die es nicht verstehen.

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boppard 19.08.2014, 07:36
4. türkische Reform-Bemühungen?

Der Autor schreibt von türkischen Reform-Bemühungen, die wir anerkennen sollen. Hat der Autor die letzten Monate und Jahre verpasst, was Erdogan aus der Türkei gemacht hat? Die Türkei gehört definitiv nicht in die EU und ja, das darf man in Deutschland öffentlich äußern!

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Walter.Schmidt 19.08.2014, 07:47
5. Des Spiegels Narrativ

Es ist schon interessant: Da betreiben die Nachrichtendienste der USA Aufklärung gegen die Bundesrepublik und die Politik will sich nicht richtig aufregen. Das wird ihr in der deutschen Presse dann als Untätigkeit vorgehalten, das "Die springen nicht über das Stöckchen, dass wir ihnen hinhalten" kritisiert. Als Reaktion kommen einige lauwarme Politikeraussagen. Nun dreht der Spiegel den Spieß um und behauptet "Sehr her! Erst aufregen, dann selber nachrichtendienstlich tätig werden. Heuchler!" Interessant, wie hier die Politik an der Nase herumgeführt wird. Und Herr Kazim, die Betätigunsfelder einiger Ihrer Gesprächspartner aus dem deutschen Konsulat in Istanbul dürften Ihnen doch bekannt sein. Im Sinne von verantwortungsvollem Journalimus dürften Sie da ruhig mal erwähnen. Gerne dürfen Sie auch schreiben, dass das Thema in der Türkei nur ein Randnotiz ist. Die Menschen interessiert, wer der nächste Premierminister wird. Eine Presserecherche der türkischen Medien ergibt bei den regierungsnahen Printmedien übrigens auch den Hinweis, dass man Ihrem Blatt nicht traut, da der Spiegel in der Vergangenheit immer gegen die AKP und Erdoğan berichtet hat. Passt aber nicht in Ihr Narrativ, oder? Das ist die deutsche Pressefreiheit. Nicht über Politik berichten, sondern Politik machen. Verfassungskonform? Mit freundlichen Grüßen, W. Schmidt

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bugcat 19.08.2014, 07:57
6.

Das Ergebnisse der Umfrage ist wohl eindeutig .... naja wenn ein hochrangiger Politiker auf ruft den Frauen in der Öffentlichkeit das Lachen zu verbitten ist eine Beobachtung schon gerechtfertigt

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aleman571 19.08.2014, 07:58
7. Guter Artikel

Seit langen mal wieder ein guter Artikel.Denke genauso.

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rimsting 19.08.2014, 08:04
8. Friede, Freude, Eierkuchen.........

In Deutschland gibt es Gewaltenteilung.
In der Türkei werden Staatsanwälte zu Hunderten in die Wüste geschickt, falls sie den Mächtigen zu sehr auf den Pelz rücken.
Nun würde Herr Kazim antworten, dass es in China evtl. schlimmer zugehen würde.
Meines Wissens haben die Chinesen nicht vor, der EU beizutreten.......

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Gerdd 19.08.2014, 08:23
9. Neuanfang? Na, denn mal los ...

Zitat von sysop
Die deutsch-türkischen Beziehungen haben sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschlechtert. Die BND-Affäre ist ein Tiefpunkt. Das sollte Anlass sein, einen Neustart zu wagen.
Ja gut, warum fangen wir nicht damit an, daß wir die Provokateure in die Verbannung schicken? Hier bei uns wären das hauptsächlich Parteibuchinhaber der CSU und auch der CDU, in der Türkei wäre das wohl die Spitze der AKP - und da fängt das Problem schon an.
Ich bin mir sicher, daß die Türken ihren Sultan nicht immer wieder wählen, um die Deutschen zu ärgern, aber es hat die Wirkung. Ja, vor einigen Jahren gab es einen Punkt, wo man absehen konnte, daß noch ein wenig Annäherung ausreichen würde, um die Türkei in die westliche Wertegemeinschaft aufzunehmen - auch wenn ein paar christlich-soziale Fundamentalisten das noch nicht einsehen wollten. Das hatte auch viel damit zu tun, daß die Türkei als laizistisches Land verfasst ist.

Leider hat der Siegeszug von Erdogan diesen Zustand ernstlich in Frage gestellt. Und heute muß ich feststellen, daß es unwahrscheinlich ist, daß wir eine EU-kompatible Türkei noch zu seinen Lebzeiten sehen werden. (Ich gehe davon aus, daß er - ähnlich wie Robert Mugabe - nicht lebendig aus dem Amt scheiden will.)
Ich bin herzlich gerne bereit, auf der deutschen und europäischen Seite für das Ziel zu arbeiten, aber ohne daß auch jemand in der Türkei die Hausaufgaben macht, wird es wohl nichts werden.

Man muß auch entscheiden, ob man das Machtvakuum füllen will, das die Lage in Syrien hinterlassen hat, oder ob man sich nach Europa orientieren will - beides geht nicht.

Im übrigen sollten wir uns klar werden, daß nicht jeder, der Erdogan und der AKP skeptisch gegenübersteht, gleich ein Feind der Türkei ist.

Mir ist verschiedentlich vorgeworfen worden, antiamerikanisch zu sein, nur weil ich Reagan und dann später Bush jr. kritisiert hatte. Ich habe dann gerne erklärt, daß ich diese "antiamerikanische" Position mit rund der Hälfte der Amerikaner gemein hatte. Bush hatte es ja sogar soweit polarisiert, daß er sagte: "Wer nicht für uns ist, ist unser Feind."

Ähnlich prägnant würde die Erdogan-Clique auch gerne gegen uns polemisieren. Aber gegen ihn zu sein, heißt für mich, sein Land zu lieben und ihm das Beste zu wünschen, angefangen mit einer anderen Regierung. Genau das habe ich übrigens auch sechzehn Jahre lang über Deutschland gesagt - zu Zeiten des Kanzlers des Ehrenwortes und der schlechten Erinnerung.

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