Forum: Politik
Deutsche Brexit-Befürworter: Jung, pessimistisch, rechts
KIRSTEN NEUMANN/EPA-EFE/REX

Der britische EU-Austritt droht chaotisch zu verlaufen, trotzdem findet er auch hierzulande Zuspruch. Eine SPON-Umfrage zeigt, wie deutsche Brexit-Anhänger ticken.

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h.klinge-klinge 12.03.2019, 20:48
110. Bei aller Analyse...

Ich glaube das sich durchaus mehr Menschen wünschen würden die Briten würden in der EU bleiben, die Bevölkerung kann dieses Thema aber schlicht und ergreifend nicht mehr hören, es ist ein bisschen wie bei "Und täglich grüßt das Murmeltier" gefühlt immer das gleiche und es geht nicht voran.

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maxmarius 12.03.2019, 20:49
111.

Zitat von murksdoc
1. "Wenn 2% der Brexit-Befürworter studiert haben" und der Fehler bei 2,6% liegt, was haben die -0,6% der Befürworter für einen Bildungsabschluss? 2. Wenn ich die Frage 1, "Möchten Sie, dass der Brexit noch verhindert wird" mit "Nein" beantworte, weil ich will, dass das britische Volk den Brexit selbst verhindert, bin ich dann "Gegner", "Befürworter", "Rechts" oder "Links"?
Zu 2. kann ich Ihnen definitiv sagen, dass Sie die Frage offensichtlich nicht verstanden haben und nicht Ihrem Wollen entsprechend beantwortet haben.
Zu 1. könnte es sein, das sich die Fehlerquote jeweils auf den Prozentwert bezieht.
In dem Beispiel mit den 2% der Studierten ist der Fehler sicherlich geringer, da diese in der Lage sind, die Fragestellung korrekt zu erfassen.

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Allein-Unter-Welpen 12.03.2019, 20:52
112. Was fuer ein Schwachsinn

aber man darf sich halt heutzutage fuer nichts mehr zu doof sein um auf Clicks zu kommen.

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schwaebischehausfrau 12.03.2019, 20:57
113. @Brooklyner: "sich für Bomber Harris rächen"

Zitat von brooklyner
Interessant, genau dieses Ergebnis hätte ich gemutmasst, hätte man mich spontan gefragt. Dass z.B. die AfD Wüteriche vor allem pro Brexit sind, um sich für Bomber Harris etc. zu rächen und GB eine Lektion erteilen wollen, war klar wie Klossbrühe. Dafür braucht es kein Civey. Aber das Ergebnis ist ein angenehmer Realitycheck, dass man mit seinen Mutmassungen noch ganz richtig liegt.
Tja, genau dieses Motiv haben Brexit-Befürworter sicher am allerwenigsten. Denn die sehen GB nicht als dummes Land, das sich t durch den EU-Austritt selbst bestraft und benachteiligt und von der "weltoffenen" EU abgestraft wird. Im Gegenteil: Die sehen GB als Vorbild weil Vorreiter für mehr nationalstaatliche Eigenverantwortung (statt in Brüssel die Hand aufzuhalten und sich von anderen europäischen Nachbarn durchfüttern zu lassen) und als deutliches Menetekel für das Ende der Träumereien von einem EU-Nationalstaat a la Sowjetunion 2.0 reloaded.

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spiegelwatcher 12.03.2019, 20:59
114. Eine der vielen Wahrheiten ist, dass ...

Großbritannien sich nie als gleichwertiges EU-Mitglied sondern stets als einziges Mitglied erster Klasse gesehen hat. Kein anderes der Industriestaaten in der EU wie Deutschland oder Frankreich oder auch kleinere Staaten wie Österreich oder die Niederlande genossen den Bonus wie ihn die Briten hatten, mit dem ihnen die Zahlung von EU-Beiträgen bei der Entgegennahme von EU-Förderungen auf Heller und Pfennig zurückvergütet wurde. Auch haben die Briten stets ihr eigenes Süppchen gekocht, wenn es um die Beziehungen der EU zu den USA ging. Die "special relationship", die Britannien mit Amerika zu haben glaubte, ließen die Briten immer glauben, nicht ganz so europäisch sein zu müssen wie "die vom Kontinent". Wie weit es her ist mit diesen besonderen Beziehungen zu Uncle Sam zeigt sich jetzt in den knallharten Auflagen, die Amerika den Briten bei den Verhandlungen um ein Handelsabkommen macht. Künftig können sich die Engländer mit Chlorhühnchen und Testosteronfleisch herumschlagen und froh sein, wenn sie die paar Industriegüter, die sie produzieren, im Gegenzug nach Amerika verschiffen dürfen. Man darf gespannt sein, wie lange das gut geht.
Man muss sich trotzdem nicht freuen über diese Entwicklung. Die Folgen des Austritts werden für alle übrigen Länder in der EU spürbar sein und mindestens zwei finstere Typen reiben sich jetzt schon freudig die Hände: Trump und Putin!

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Aberlour A ' Bunadh 12.03.2019, 21:06
115. Vergleich Brexiteers UK und Germany

Welche Einstellungen haben eigentlich die tatsächlichen Brexit-Voters im United Kingdom: "We find that voting Leave is associated with older age, white ethnicity, low educational attainment, infrequent use of smartphones and the internet, receiving benefits, adverse health and low life satisfaction." (Eleonora Alabrese u. a.: Who voted for Brexit? Individual and regional data combined. European Journal of Political EconomyVolume 56, January 2019, Pages 132-150). Also auf den Punkt gebracht: wer votierte für den Brexit? Antwort: ältere Menschen mit niedriger Bildung, gesundheitlich beeinträchtigt, technologisch rückständig und mit ihrem Leben generell unzufrieden. Klingt wie der typische SPON-Forist aus Fleischhauers Steigbügelhalter-Fraktion.

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hansing 12.03.2019, 21:21
116. Und was folgert der Autor daraus?

Ok und danke: Habe die Merkmale der Befürworter und Gegner zur Kenntnis genommen. Interessant wäre nun der nächste Schritt: Welche Schlussfolgerungen kann man daraus ziehen? - M.E. fehlt die Analyse.

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xxgreenkeeperxx 12.03.2019, 21:21
117. Vergessen?

Leider hat Eleonora noch eine Gruppe der Brexit-Voter vergessen, nämlich die der Einwanderer aus dem Commonwealth, die es nicht so gerne sehen dass ihre Verwandten bei der Niederlassung immer den EU-zugezogenen im Rahmen der Arbeitnehmerfreizügigkeit den Vortritt lassen müssen. Vielleicht hat sie ja auch noch nie was von denen gehört, da wo sie ihre Umfragen durchgeführt hat. Na ja keiner ist vollkommen. :)

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vera gehlkiel 12.03.2019, 21:24
118.

Zitat von Ein Stein!
und das von eher rechtskonservativer Seite und einem Altersvorsprung von rund 20 Jahren ;-))) Ich bin überzeugt, es gibt keinen Weg zurück! Hätten die Politiker das Referendum, welches im Vorfeld in etwa den Stellenwert hatte "wir fragen mal so nach eurer Meinung", nicht bereits am Tag der Veröffentlichung des Ergebnisses für ihre Sache medial ausgeschlachtet und zum Gottesurteil auserkoren sondern das Ergebnis moderat moderiert ("wir haben verstanden, SO will die Hälfte der Bevölkerung nicht in der EU bleiben, lasst uns ein anderes Modell planen und realisierender Brexit "), dann wäre ein Hinauszögern oder sogar ein Verzicht auf die Umsetzung möglich gewesen. Nun allerdings hat man sich in eine Zwangslage begeben: Ein Rücktritt vom Brexit würde 50% der bisherigen "Sieger" in deren Augen zu Betrogenen machen. Und genau das würde auch dem Vereinigten Königreich schaden! Ich persönlich hielte eine Eskalation bis hin zu Gewaltakten zwischen den verfeindeten Parteien für durchaus möglich, je nach vorhandenem Potential und Bereitschaft zur Gewaltanwendung wären auch Straßenschlachten nicht undenkbar. So sehe in den Vollzug des Brexit für unabwendbar. Es sollte sich jedoch eine Partei für die nächsten Wahlen eindeutig zu einem Wiedereintritt in die EU positionieren, so wäre diese gleichzeitig ein neues Referendum.
Der drohende Brexit ist eine vom hanebuechenen politischen Dilettieren des Wertkonservatismus herrührende massive Vernichtung von Ressourcen, wieviel hundert Milliarden schwer, wagt man noch kaum ins Auge zu fassen. Diese Zeche wird der vielbeschworene kleine Mann, mit der tapferen kleinen Frau an seiner Seite, und deren kleine Kinder, bezahlen. Und zwar mit Zins und Zinseszins, und bis ins letzte Glied. Alles wegen dem Alkoholiker Farage, dem Weichei Cameron, dem Bobtail mit Attitüde Johnson. Wegen dem halsstarrigen Linksopa Corbyn und der irgendwie, von was auch immer, besessenen Poweroma May. Sowas zynisch gut finden können wohl nur ewig Gestrige. Für die keine Weltfrage wichtiger ist als die, wann Barbarossa endlich aus dem Kyffhäuser (er schreibt sich in der Tat so, nicht mit "i", liebe Leute) hervorbricht. Oder eben die reichen Schweizinvestler, denen der Putin in Europa Flügel verleiht. Welche demokratisch bindende Wirkung daraus hervorgehen soll, dass ein verfassungsrechtlich keineswegs verbindliches Referendum der Antriebsmotor jenes verhängnisvollen Drifts wurde, erschließt sich mir nicht. Als britische Abgeordnete würde ich mich dem Wahnsinn total verweigern, wg. drohendem nationalem Notstand, soviel ist sicher.

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Atheist_Crusader 12.03.2019, 21:28
119.

Ich halte den Brexit an sich für eine blöde Idee, aber ich glaube trotzdem dass er jetzt besser durchgeführt wird.

Andernfalls haben die Rechten eine Dolchstoßlegende von einem gestohlenen demokratischen Sieg, sie werden weiterhin ihr Gift von Innen verspritzen, und noch dazu wird die Idee niemals wirklich entzaubert - man wird nachher immer noch behaupten können dass alles schon irgendwie besser geworden wäre und überhaupt nur die EU Schuld ist, dass es nicht gleich super losging.

Ich mag die EU (trotz ihrer Schwächen), aber gerade deswegen halte ich es für wichtig, dass der Brexit jetzt auch vollzogen wird.

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