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Deutsche Kritik an US-Botschafter Grenell: "Partnerschaft und Kasernenhof-Ton schließ
DPA

Erster Tag im Amt, gleich die Gastgeber düpiert: Der neue US-Botschafter in Berlin erntet harsche Kritik für seine Aufforderung an hiesige Unternehmer, sich sofort aus dem Iran zurückzuziehen. Beobachtern zufolge verheißt dieser Start nichts Gutes.

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joachimrang 09.05.2018, 14:00
1. Nationale Interessen

Bin ja für ausgleichende, versöhnliche außenpolitische Akzente für Deutschland und nicht für ein rabaukiges Auftreten. Aber da platzt mir doch die Hutschnur. Ein bisschen Selbstbewusstsein müsste man in so einem Fall doch zeigen und den Botschafter zumindest einbestellen, oder? Wenn er sich dann entschuldigt - schwamm drüber, sollte er aber nachlegen, sollte man in den USA um seine Ablösung bitten.

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M. Vikings 09.05.2018, 14:02
2. Gleich mal einbestellen den Mann.

Die Kündigung des Iran-Abkommen
und die angekündigten Sanktionen
sind ein schwerer Angriff
auf Deutschland, die EU und deren Wirtschaft.

Die schnelle Ansage des Botschafters ist der Beweis,
was Trump mit der Kündigung des Iran-Abkommen auch bezweckt.
Die negativen Folgen für die EU sind schwerwiegender
wie die für die USA.

Die USA haben sich unter Trump zum Feind Deutschlands
und der EU entwickelt.

Man darf sich nicht weiter zum eigenen ökonomischen Nachteil
und zum ökonomischen Vorteil der USA erpressen lässt.
Die Strafzölle gegen die EU drohen auch noch.

Wer sich nicht beizeiten gegenüber Erpressern wehrt,
steht am Ende als nackter Mann da.

Es ist an der Zeit sich zu wehren.

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rm9 09.05.2018, 14:06
3.

Ob die Ansage dreist ist, oder nur eine unverblümte Wahrheit ausspricht, muss jeder für sich bewerten. Die Aussage ist eine klare Warnung an die deutschen Unternehmen, dass sie sich für ihre Geschäfte mit dem Iran vor der US Justiz rechtfertigen werden müssen. Es sei einmal darin erinnert, dass die BNP Paribas im Jahr 2014 die Rekordsumme von neun(!) Milliarden Dollar an die US Justiz überweisen durfte. Es wird in der nahen Zukunft überhaupt nicht darum gehen, was die EU dem entgegenbringt, sondern die reine Angst der möglichen Verfehlungen, im Auge der US Justiz, wird dazu führen, dass sich global agierende Konzerne aus dem iranischen Markt zurückziehen.

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PaulchenGB 09.05.2018, 14:13
4. Botschafter Richard Grenell hat nichts anderes

getan als Deutschland zu verstehen gegeben, dass die USA gegen Iran Sanktionen verhängt hat, die Auswirkungen auf deutsche Firmen haben werden. Siemens scheint die einzige Firma zu sein, die das verstanden hat und wird sich daran halten. Grenwells Statement ist nichts anderes als ein freundschaftlicher Rat. Die deutsche Wirtschaft muss sich ja nicht daran halten und kann weiter Geschäfte mit dem Iran machen, muss sich dann allerdings nicht wundern, wenn USA entsprechende Maßnahmen ergreift.

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mundusvultdecipi 09.05.2018, 14:15
5. Die Enbestellung wäre die..

...die richtige Reaktion gewesen.Deutschland und die EU sollte schnellsten ihr Verhältnis gegenüber den USA überdenken.Einem "demokratischen"Diktator wie Trump kann man nur mit Härte imponieren.Der nächste völkerrechtswidrige Angriffskrig gegen den Iran kann kommen und Europa wird dann wieder gezwungen werden dem "Bündnispartner "USA beizustehen.Wehret den Anfängen.

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krogiuk 09.05.2018, 14:16
6. Eine Zumutung...

...ist das Auftreten dieses Botschafters. Die Kritik daran ist berechtigt. Aber warum wird nicht die Tatsache thematisiert, daß er unmittelbar nach Dienstantritt sofort einen Termin beim BuPrä erhalten hat?? Die USA haben sich 15 Monate Zeit gelassen, ihn zu entsenden. Ihm sofort zu akkreditieren, ist servil und liebedienerisch. Nach zwei Wochen hätte auch gereicht - dann hätte er diesen Mist auch nicht twittern können.

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jharrison 09.05.2018, 14:16
7. Leider...

...gibt es in Europa nur noch mutlose Politiker. Auf einen derartigen Affront, dem noch dazu diese beispiellose Entscheidung Trumps vorausgegangen war, MUSS man mit aller Härte reagieren. Stattdessen sorgt man sich wieder mal nur um Unternehmen, die für Geld alles tun würden und keinerlei Skrupel kennen. Dass die jetzt schon in den Startlöchern standen oder sogar schon investiert hatten, tut mir kein bisschen leid.

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issernichsüss 09.05.2018, 14:20
8. Was für überzogene Empfindlichkeiten!

Fest steht doch - America first -! Folglich kann Europa und im speziellen Deutschland doch nur (und bestenfalls) - second - sein!
Und wenn darüberhinaus sich ein Land der zweiten Sorte, mit ausgeprägtem Duckmäusertum untertänigst zu erkennen gibt, dann kann ein Herr Grenell mit der Sichtweise der USA, sich doch nur in in dieser burschikosen Art in das Land einbringen, wie er es eben getan hat.

Kopf hoch Herr Grenell, das wird schon wieder, Ihr Chef ist auch NOCH im Amt!
;-)

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nixkapital 09.05.2018, 14:21
9. ...

Zitat von rm9
Ob die Ansage dreist ist, oder nur eine unverblümte Wahrheit ausspricht, muss jeder für sich bewerten. Die Aussage ist eine klare Warnung an die deutschen Unternehmen, dass sie sich für ihre Geschäfte mit dem Iran vor der US Justiz rechtfertigen werden müssen. Es sei einmal darin erinnert, dass die BNP Paribas im Jahr 2014 die Rekordsumme von neun(!) Milliarden Dollar an die US Justiz überweisen durfte. Es wird in der nahen Zukunft überhaupt nicht darum gehen, was die EU dem entgegenbringt, sondern die reine Angst der möglichen Verfehlungen, im Auge der US Justiz, wird dazu führen, dass sich global agierende Konzerne aus dem iranischen Markt zurückziehen.
Werden US-Sanktionen, bzw. die Bestrafung derjenigen, die gegen US-Sanktionen handeln, eigentlich durch internationales Recht gedeckt? Mir ist schon klar, dass der USA das ziemlich egal sein wird, und jeden vom Handel mit oder in den USA ausschließen wird, der gegen ihre Anordnungen verstößt aber mich interessiert eher, in welchem Rechtskonstrukt die USA sich da bewegt....

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