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Deutsche und internationale Pressestimmen: "May wird freiwillig nicht gehen"
REUTERS

Mit einer Niederlage hat Theresa May gerechnet - aber so? Viele Kommentatoren fürchten: Großbritannien ist mit der Ablehnung des Brexit-Abkommens ein Stück weit unregierbar geworden.

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Kurt-C. Hose 16.01.2019, 08:49
10. Komisch

Auf die naheliegendste Lösung kommt niemand. Sinnvoll, notwendig und wahrscheinlich ist eine Übergangsregelung, nach der alles erstmal so weitergeht, wie bisher. Bis man eine endgültige Lösung gefunden hat. Das dauert dann ungefähr 10 Jahre...

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hpkeul 16.01.2019, 08:55
11. Ja die Tories...

Zitat von Leser161
Die weichen Brexiteers und die nicht-Brexiteers wollem zwar keinen harten Brexit sind aber zerstritten, weil Labour die May fertigmachen will. Die englischen Parteien sollten mal aufhören sich aufs gegenseitige fertigmachen
Haben so viele Seehofers mit Lust am Untergang. Was haben wir im Vergleich mit GB doch für eine funktionstüchtige Regierung. GB hat May, Deutschland hat Merkel. Das ist der Unterschied.

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max-mustermann 16.01.2019, 09:04
12. Game Over

Die Wähler und das Parlament in GB haben eindeutig gesprochen, harter Brexit ende März 2019. Das wars, die EU täte gut daran alle nötigen Maßnahmen (Zollabfertigung usw.) einzuleiten.

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nesmo 16.01.2019, 09:09
13. Die meisten Briten

glaubten, einen Brexit ohne gravierende Nachteile mit der EU bekommen zu können. Weil es ihr gutes Recht sei selbst über sich zu bestimmen und dann "irgendwie" eine neue Vereinbarung mit der EU hinzukriegen. Aber Tango kann man nur zu zweit tanzen. Wenn die EU, die die Briten maßlos unterschätzten, weil sie sie so verachten, aber keinen anderen als einen für die Briten qualvollen Kompromiss akzeptieren will und kann, dann gibt es keinen Ausweg für die Briten. Und das wollen sie eben auch nicht wahrhaben. Letztlich scheitern sie an ihrer Hybris und ihrer Verachtung der EU.

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isi-dor 16.01.2019, 09:19
14.

10 Jahre Übergangslösung und danach den Brexit endgültig absagen? Könnte man machen. Darüber würde ich das Volk abstimmen lassen. Das Parlament und die Regierung von UK bekommen überhaupt gar nichts gebacken, es gibt in dieser Frage keinerlei Mehrheiten - was also läge näher, als das Volk zu befragen, wie es nun weiterzugehen hat. Die Bürger könnte man problemlos vor die Wahl stellen:
1. Harter Brexit ohne Abkommen
2. Brexit nach dem Abkommen der Regierung mit der EU
3. Kein Brexit.
Was bitte wäre ehrlicher und akzeptabler, als genau das?
Alles andere führt in Chaos und Desaster.

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r.mehring 16.01.2019, 09:20
15. Wie es aussieht ist vor allem Nordirland das Problem

Eine Sonderwirtschaftszone für Nordirland könnte ein Ausweg sein. Zollkontrollen auf der Irischen See und Zollhäfen in England. In der Realität ist eine EU-Außengrenze in Irlands Norden nicht zu machen. Es bestünde auch die Gefahr das die "Troubles" wieder ausbrechen würden. Dem Königreich fällt jetzt nach 800 Jahren irischer Besetzung seine Kolonialpolitik wieder einmal auf die Füße.

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Atheist_Crusader 16.01.2019, 09:22
16.

Zitat von Leser161
Das Problem kann man nur durch Dialog lösen. Die harten Brexiteeres fühlen sich aufgrund der Volksabstimmung im Recht und sind obwohl sie in der Minderheit sind auf der Zielgeraden, denn wenn nichts passiert gewinnen sie. Die weichen Brexiteers und die nicht-Brexiteers wollem zwar keinen harten Brexit sind aber zerstritten, weil Labour die May fertigmachen will. Die englischen Parteien sollten mal aufhören sich aufs gegenseitige fertigmachen zu konzentrieren sondern stattdessen mal ihren Auftrag bedenken und der Auftrag aller ausser den harten Brexiteers ist es den harten Brexit zu verhindern. Wenn das geschafft ist kann man weiter über Details streiten. Das wird sonst wie die Charge of the Light Brigade. Hinterher alle tot, weil niemand über seinen Schatten springen wollte.
May ist doch so oder so erledigt. Sie kam an die Macht als die Premierministerin die den Brexit durchführen würde. Das zur Zufriedenheit einer Mehrheit hinzubekommen war schon von vorneherein erfolglos und seitdem hat sich die Situation nur noch verschlimmert. Labour könnte May unterstützen und ihre Karriere trotzdem an den Folgen ihrer Politik zugrunde gehen lassen.
Der Brexit ist ganz einfach ein Schwachsinnsprojekt bei dem man nicht gewinnen kann. Von den Tories zur Abstimmung gebracht, von den Tories initiiert, von Tories durchgeführt... wie kann man die Sache als Labour so verhauen dass man am Ende da nicht besser als diese dasteht?

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s.l.bln 16.01.2019, 09:28
17. May wird...

Zitat von isi-dor
Ich sehe es anders, nämlich eher so, wie die Kommentatoren der gestrigen Nachrichtensendungen: Frau May ist im Amt unmöglich noch haltbar, sie hat so viele schwere Fehler gemacht in den letzten 3 Jahren, dass sie umgehend zurücktreten muss, um den Weg für Neuwahlen frei zu machen. Nur so kann wieder eine handlungsfähige Regierung in England demokratisch legitimiert werden. Bis dahin ist der Brexit auszusetzen. Momentan geht überhaupt gar nichts mehr, weil keine Lösung eine Mehrheit bekommt. Wenn die May jetzt nicht zurücktritt, dann befördert sie ihr eigenes Land absichtlich in eine Katastrophe.
...nicht zurücktreten. Sie hat das bereits klargestellt und das von ihr initiierte Mißtrauensvotum ist der Beleg dafür.

Letztlich ist das aber egal, weil auch Neuwahlen die Situation nicht auflösen.
Corbin müßte die Position, mit der er und seine Leute bei der letzten Wahl angetreten sind, um 180 Grad drehen und selbst dann würde es wohl nicht für eine Mehrheit reichen, die zu einem strukturierten Umgang mit dem Brexit führt.
Gibt es kein zweites Referendum, das auch von Corbin nicht gewollt ist, läuft es auf einen harten Brexit hinaus, weil vom Parlament kein sinnvoller Impuls für irgendwas mehr kommt. Die Interessengruppen im Parlament paralysieren sich inzwischen gegenseitig, bis zu kompletten Handlungsunfähigkeit.
Im Grunde kann der nötige Impuls nun nur noch von der Straße kommen.

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trojanspirit 16.01.2019, 09:29
18. @isi-dor

Sie schreiben Frau May muss weg weil sie schwerwiegende Fehler gemacht hat. Wi sehen Sie diese? Was die allgemeine britische Tagespolitik angeht möchte ich das nicht beurteilen, da bin ich zu wenig drin. Aber die derzeit alles beherrschende Thematik ist der Brexit. Was genau sind da ihre Fehler? Sie hat, soweit ich das beurteilen kann, hart und gut mit der EU verhandelt und vermutlich das Beste herhausgeholt. Sie hat unermüdlich nachverhandelt wenn es zu spürbarer Ablehnung kam. Ich möchte den britischen Politiker sehen der in den Verhandlungen mit der EU mehr bekommen hätte. Man kann ihr vorwerfen unnötig Neuwahlen anberaumt zu haben und hier zudem einen schlechten Wahlkampf gemacht zu haben. Aber die härtesten Gegner des ausverhandelten Brexits kommen ja aus den eigenen Reihen. Was also hätte sie besser bzw anders machen sollen?

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Atheist_Crusader 16.01.2019, 09:34
19.

"Wir brauchen die Briten, wir brauchen sie nicht zuletzt jetzt, wenn neuer Nationalismus die Union von innen heraus erodiert. Aber anstatt eine konstruktive Kraft in der EU zu sein, verschwendet Großbritannien seine Energie mit selbstschädigendem Verhalten. Eine Tragödie."

Das sehe ich komplett anders. Die Briten selbst sind eine Quelle dieses neuen Nationalismus, nicht zuletzt weil sie (ähnlich wie die anderen zersetzerischen nationalistischen Kräfte) nie wirklich ihre Vergangenheit aufgearbeitet haben, alle Erfolge als ihre eigenen verkaufen und alles Negative Brüssel in die Schuhe schieben. Der Brexit geschah aus purem Nationalismus.
Würden sie bleiben, dann blieben auch die europafeindlichen Kräfte in der EU, dann würde diese unsägliche UKIP (oder etwas noch schlimmeres) ein Comeback machen, die Briten würden weiter wichtige Projekte (wie die Schaffung eines NATO-Ersatzes der uns aus der Abhängigkeit von Washington befreit) blockieren, die Brexit-Wähler würden sich verraten fühlen und an ihrer ganz eigenen Dolchstoßlegende basteln... und 2-3 Jahre später, wenn die Briten mal wieder eine Extrawurst wollen dann würde die nächste Regierung wieder mit einem Referendum drohen.

So sehr man sich wünschen mag dass es anders wäre: momentan haben die Briten mehr Wert als Lehrstück über die Gefahren des Nationalismus denn als Mitglied der EU.

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