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Deutsche und internationale Pressestimmen: "May wird freiwillig nicht gehen"
REUTERS

Mit einer Niederlage hat Theresa May gerechnet - aber so? Viele Kommentatoren fürchten: Großbritannien ist mit der Ablehnung des Brexit-Abkommens ein Stück weit unregierbar geworden.

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mborevi 16.01.2019, 10:25
30. Nicht May ...

Zitat von isi-dor
Entschuldigung, aber sie hat massenhaft Fehler gemacht. Sie hat zwei Jahre mit der EU verhandelt, ohne das Parlament zu beteiligen, oder auch nur zu informieren. Sie hat es nicht mal geschafft, ihre eigene Partei einzubinden, so dass ihr Deal tragfähig wäre. Sie hat ohne Not Dinge veranlasst, die ins Desaster geführt haben. Selbst die Volksabstimmung an sich war ein schwerer Fehler, denn May dachte damals, das Volk würde mehrheitlich keinen Brexit wollen und sie wollte ihn ja auch nicht. Dumm nur, dass die EU-Befürworter zuhause geblieben sind. Fehler über Fehler. Sie ist im Amt nicht mehr tragbar, das sage ja nicht nur ich.
... hat abstimmen lassen, sondern ihr Vorgänger Toni Blair.

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Jasro 16.01.2019, 10:25
31. Apocalypse now?

Jetzt wird's spannend: Sollte es wirklich zu einem No-Deal-Brexit kommen, könnte es in der Folge in Grossbritannien zu chaotischen, fast schon apokalyptischen Zuständen kommen, mit Lebensmittelknappheit, massenhaften Staus auf den Strassen, zusammenbrechendem Gesundheitswesen, sozialen Unruhen usw.

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SuperKraut 16.01.2019, 10:28
32. GB nicht mehr würdig

Leider wird deutlich, dass der Populismus in GB derart um sich gegriffen hat, dass das EU Bashing dort zum festen Bestandteil der Rechtfertigung innenpolitischer Inkompetenz geworden ist. Das wird wahrscheinlich auch nach dem Brexit so weiter gehen. Die EU wird wohl auch in Zukunft in der Fantasie der Populisten an allem Elend in GB „schuld“ bleiben. Nach dem Austritt kann man das ja noch exzessiver betreiben. Offensichtlich glaubt man, auf zuverlässige Abkommen mit 27 europäischen Staaten verzichten zu können. Sorry liebe Briten, aber so seid ihr nicht würdig EU-Mitglied zu bleiben.

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ambulans 16.01.2019, 10:35
33. >s.l.bln (#20, oben),

Zitat von s.l.bln
...so erwartet worden. May hatte nur keine Option für weitere Verzögungen/Schachzüge mehr und mußte abstimmen lassen. Daß Farage und Johnsen ein feineres Gespür für den Volkswillen hätten,ist eine merkwürdige Verzerrung der Realität. Die Leute wollten das versprochene Einhorn. Für diese Erkenntnis braucht es kein Gespür. Man braucht nur eine ausreichend große Menge naiver Leute, denen man das blaue vom Himmel runter verspricht. Der Rest der britischen Politik , ein informierter Teil der Bürger und natürlich auch Farage und Johnson wußten, daß es keine Einhörner gibt. Die anderen lernen das grade oder verweigern sich der Realität weiter und füchten sich in EU Dolchstoßlegenden.
wenn für sie ein "einhorn" (engl.: unicorn), "eine ausreichend große menge naiver leute ..." (hier fehlt jetzt aber der obligatorische hinweis auf "putin" - wladimir, wo steckst du eigentlich?), u.ä. ausreichen, um dieses unterhaus-votum (no deal!) zu erklären - nun, wieso ist dann die zustimmung für den brexit von anfänglich ca. 51,x% (referendum 2016) über die zustimmung im unterhaus (brexitgesetz 2017) bis jetzt zum finalen brexit-vertrag (2019) auf ca. 66,x% gestiegen? wenn in zweieinhalb jahren ausufernder diskussionen so ein ergebnis herauskommt, ist für mich jedenfalls sonnenklar, wer sich gründlich verschätzt/-spekuliert/-zockt hat - und wer eben nicht. farage und johnson kann ich persönlich absolut nicht ab (keiner von denen ist "elite"), aber ein gespür für das, was ihre leute wirklich (wurde früher schon einmal "eine nation von kleinkrämern" genannt) wollen, kann ich ihnen nun nicht absprechen. wenn sie allerdings über andere, erhellende informationen und erklärungen verfügen sollten ... dr. ambulans (alle kassen)

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animalius 16.01.2019, 10:37
34. wer schreibt ab?

Komisch daß die Kommentare der "Stuttgarter Zeitung" und des "Tagesanzeigers" absatzweise wortwörtlich übereinstimmen....und kein "Zitat" angefügt....

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ramuz 16.01.2019, 10:37
35. Kann sein.

Zitat von Roethig.hb
Es war doch klar, das kein britischer Abgeordneter, der einigermaßen bei Verstand ist, einem Brexit Deal zustimmen könnte, der die „backstop“Klausel enthält.
Da ich das nicht weiss, bin ich an Ihrer fundierten Erklärung, warum das so ist, interessiert. Ich bitte darum.

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meresi 16.01.2019, 10:38
36. Sorgen

bereit mir ein harter Brexit überhaupt nicht. Was jetzt läuft ist wankelmütigkeit. Sie wollten es, sollen es haben. Die EU täte gut daran sich auf einen harten Ausstieg vorzubereiten. Wir als EU müssen Mut dazu zeigen, wir werden es überleben. Die Briten sollen ihren Willen haben. Diese Unkereien, wie schlecht es uns danach gehen wird halt ich für übertrieben. Schlecht wird es den Briten gehen wenn sie mit einem überdimensionalen Kater aufwachen. Viele ausländische Firmen scharren schon mit den Hufen, Wechsel auf den europäischen Kontinent haben schon viele vorbereitet.

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wählersuchtpartei 16.01.2019, 10:53
37. Wenn die Vernunft kollektiv ausgeschaltet bleibt.

Der Anfang vom Ende des United Kingdom.

Der harte Brexit wird kommen - und war ja eigentlich auch die Konsequenz aus der Fragestellung der Volksabstimmung: Einfach raus. Das ist das eigentliche Dilemma.
Mays Abfederungsversuche hätten den Austritt aus der EU ja nur unnötig in die Länge gezogen.
Insofern hat sie schon versucht, das Votum auszuhebeln und durch die bereits ausgehandelten Deals und sich wahrscheinlich daran anschließende neue Deals den endgültigen Brexit auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben. Sie musste scheitern.

Es werden jahrelange Einzelverhandlungen folgen, die aber - wenn man mit der EU Handel treiben will - maximal das an Vorteilen bringen wird, was man jetzt komplett wegwirft.
Bis die Nach-Brexit-Verhandlungen ökonomisch wieder greifen, wird viel Zeit vergehen, wahrscheinlich zu viel Zeit.
Wenn die Verwerfungen nach dem Brexit so groß sind, dass eine Wählermehrheit davon massiv und zu lange betroffen ist, könnte sich die Ernüchterung vielleicht auf breiter Basis durchsetzen. Muss aber nicht, da man, wie jetzt auch schon, wieder die EU für alles verantwortlich machen könnte.

Wie weit nationale Taumelei gehen kann, hat man ja in Deutschland gesehen - das kann auch bis zum totalen Untergang reichen.
Das United Kingdom wird im worst case auseinander brechen. Denn Nordirland und Schottland werden keinerlei Vorteile mehr davon haben, sich an England zu binden.

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claude 16.01.2019, 10:57
38. Fleischtöpfe

Dieselben Parlamentarier, die gestern gegen den Deal stimmten, werden heute ihren persönlichen Zugang zu den Fleischtöpfen der Macht verteitigen, indem sie für May stimmen. Irre !
Ich denke es wird für die EU jetzt Zeit, sich selbst vor grösserem Schaden zu schützen, indem sie den britischen Spielchen ein Ende bereitet, d.H. nicht in eine Fristverlängerung einwiligt, die die ganze EU ins Chaos stürtzen könnte.
Die Frist nicht zu verlängern, hätte ausserdem den pädagogischen Vorteil, den Briten Feuer unterm Hintern zu machen, sie endlich in die Realität zurückzuholen. Ich bin mir ziemlich sicher, einige der Parlamentarier würden dann zur Vernunft kommen und sich endlich auf eine klare Linie einigen, je mehr der 29.3. naht.

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anaeltym 16.01.2019, 11:03
39. Politik-ein Schmierentheater

Zitat von isi-dor
Ich sehe es anders, nämlich eher so, wie die Kommentatoren der gestrigen Nachrichtensendungen: Frau May ist im Amt unmöglich noch haltbar, sie hat so viele schwere Fehler gemacht in den letzten 3 Jahren, dass sie umgehend zurücktreten muss, um den Weg für Neuwahlen frei zu machen. Nur so kann wieder eine handlungsfähige Regierung in England demokratisch legitimiert werden. Bis dahin ist der Brexit auszusetzen. Momentan geht überhaupt gar nichts mehr, weil keine Lösung eine Mehrheit bekommt. Wenn die May jetzt nicht zurücktritt, dann befördert sie ihr eigenes Land absichtlich in eine Katastrophe.
Es gibt wohl in der westlichen West keinen Regierungschef, der so erniedrigt, verurteilt und verraten wurde wie die britische Premierministerin. Und dennoch gibt sie nicht auf. Hundert Mal hat man sie am Boden gesehen. Hundert Mal ist sie wieder aufgestanden - und keiner weiß, ob es sich um Mut oder Leichtfertigkeit handelt."

Diese Frau weiß offensichtlich nicht, was sie tut oder sie will mit allen Mitteln die EU erpressen-

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