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Deutsche und internationale Pressestimmen: "May wird freiwillig nicht gehen"
REUTERS

Mit einer Niederlage hat Theresa May gerechnet - aber so? Viele Kommentatoren fürchten: Großbritannien ist mit der Ablehnung des Brexit-Abkommens ein Stück weit unregierbar geworden.

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Jasko 16.01.2019, 11:03
40. Englische Medien?

Ich bin immer ein großer Freund von internationalen Pressestimmen. Aber mit Verlaub, die Perspektive von anderen Drittländern liefert jetzt keine so großen Erkenntnisse, die man in der deutschen Presselandschaft nicht auch schon gelesen hätte. Einzig wirklich interessant wären doch Zeitungen aus verschiedenen Teilen Großbritanniens gewesen. Schade.

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at.engel 16.01.2019, 11:03
41.

Seit zwei Jahren verlaufen die Gräben am BREXIT entlang, telweise eben auch durch die Parteien. Am 29. ist die Sache aber gelaufen, d.h. aber auch, dass alle die Fronten neu klären müssen. Gegner wie Befürworter müssen sich dann irgendwie überlegen, für was sie eigentlich stehen... wie es dann weiter gehen soll. Das dürfte für manche ziemlich schwierig werden.
Wahrscheinlich ist es auch eine der ganz seltenen Momente in der Geschichte Großbritanniens, dass der Inselstatus ihnen geschadet hat - einen Austieg Frankreichs oder Deutschlands würde die EU allein schon geopolitisch wahrscheinlich nicht überleben. Das heißt alle (links wie rechts) werden sich in GB erst mal dieser neuen Situation bewusst werden müssen - und dementsprechend ihre Diplomatie überdenken müssen. Den der BREXIT - egal was man davon letzendlich hält - ist schon ein einmaliges Scheitern in der Geschichte GBs.

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jjpreston 16.01.2019, 11:07
42.

Zitat von mborevi
... hat abstimmen lassen, sondern ihr Vorgänger Toni Blair.
Sie haben sich in der Dekade und der Partei geirrt. Tony Blair (Labour) war bis 2007, danach kam Gordon Brown (ebenfalls Labour). David Cameron (Tory) war das mit der Abstimmung.

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Peter Schmidt -fsb 16.01.2019, 11:10
43. Labour ist nicht SPD

Ein Problem der aktuellen Lage ist doch, dass in britischen Parlament zur Zeit keinerlei Sacharbeit gemacht wird. Es geht vielen Abgeordneten gar nicht um die Zusammenarbeit mit der EU sondern um Innenpolitik. Besonders deutlich wird dies in der Position der Labourparty. Hier wird das Wohl des Landes geopfert um parteipolitisch zu profitieren. Schade ist nur, dass Wähler ein solches Verhalten auch noch honorieren statt abzustrafen.
Exemplarisch sieht man dies auch an der Stimmungsmache in Deutschland gegen die SPD, die eben genau den anderen Weg gegangen ist und das Wohl des Landes über die parteipolitische Profilierung gestellt hat.

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hman2 16.01.2019, 11:15
44.

Zitat von leberhart
Wäre super, wenn hier mal zu dem ausgehandelten Vertragsentwurf geschrieben würde. Ich lese immer nur davon, aber was drin steht, weiß ich nicht.
Warum lesen Sie nicht nach? Kennen Sie Google nicht?

Ich helfe Ihnen:
https://ec.europa.eu/commission/sites/beta-political/files/draft_withdrawal_agreement_0.pdf

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thomas haupenthal 16.01.2019, 11:21
45. @30

Tony Blair ist seit 2007 nicht mehr im Amt. Die Abstimmung war 2016.

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haarer.15 16.01.2019, 11:37
46. Welcher Plan B ?

Das große Problem ist, dass ein Plan B, den die Ablehner doch erst recht nicht haben, zunächst einmal in GB einen Konsens benötigt. Die nächste Hürde wäre, dass dann 27 Länder der EU auch was zu sagen haben und zustimmen müssten. Und das ist überaus unrealistisch. Man hat den Briten zuvor schon deutlich gemacht, dass es allenfalls noch um kleine Schönheitskorrekturen gehen kann. Mehr nicht - man hatte lange genug verhandelt.

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srm 16.01.2019, 11:53
47. Do not waive the rules!

Soso.. Die Mutter aller Parlamente.. Lang ist’s her, dass es sich als leuchtendes Vorbild eignete: Da kommt einer und bricht eine existentielle Abstimmung vom Zaun, nur um Parteipolitik zu betreiben. Eine einzige Frage wird ohne Klärung eines Quorums unter viel populistischem Lärm einem in Sachabstimmungen ungeübten Stimmvolk vorgelegt. Der knappe Ausgang wird sofort als „unumstösslich demokratischer Entscheid“ verkauft. Statt sich für die vorher versäumten Überlegungen zu den Optionen und deren Folgen genug Zeit zu nehmen, und ohne jegliches sonstige Konzept, wird schon nach fünf Monaten der rote „Exit“-Knopf gedrückt. In den verbliebenen zwei Jahren ist es zwar gerade noch gelungen, ein halbwegs realistisches Ausstiegsabkommen mit der EU auszuhandeln, aber zu viele in den Parteien haben immer noch nicht begriffen, dass man nicht „den Fünfer und das Brötli“ haben kann, nicht zuletzt auch weil die lautesten Brexit-Lügner noch immer ihren giftigen Nebel verbreiten können.
Nun geht nichts mehr. Der Vertrag ist tot. Ein Rücktritt von May wird ausser weiterem Chaos nichts bringen. Ein Rücktritt vom Brexit ist ohne schwere politische Turbulenzen nicht machbar. Ebensowenig eine Neuabstimmung- für die die Zeit ohnehin fehlt. Eine Verschiebung wäre für die Briten vielleicht kurzfristig bequem, verlängert aber die Unsicherheit und ist aus EU-Sicht nicht für mehr als ein paar Wochen möglich, wegen der anstehenden Wahlen. Bleibt nur eines: Brexit ohne Abkommen. Mit allem, was dazu gehört. UK, EU, bereitet euch vor.
Dear British friends: Once upon a time you may have ruled the waves. Now, please, don’t waive the rules!

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guki0340 16.01.2019, 11:53
48.

Und wenn es dann eine neue Regierung gibt steht diese vor dem gleichen Problem des gespaltenem Landes. Eigentlich reicht ein neues Referendum, dessen Fragen müsste allerdings nicht nur ja, nein, sonder bei ja dann das wie.

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misterknowitall2 16.01.2019, 12:13
49. Welche 66%?

Zitat von ambulans
wenn für sie ein "einhorn" (engl.: unicorn), "eine ausreichend große menge naiver leute ..." (hier fehlt jetzt aber der obligatorische hinweis auf "putin" - wladimir, wo steckst du eigentlich?), u.ä. ausreichen, um dieses unterhaus-votum (no deal!) zu erklären - nun, wieso ist dann die zustimmung für den brexit von anfänglich ca. 51,x% (referendum 2016) über die zustimmung im unterhaus (brexitgesetz 2017) bis jetzt zum finalen brexit-vertrag (2019) auf ca. 66,x% gestiegen? wenn in zweieinhalb jahren ausufernder diskussionen so ein ergebnis herauskommt, ist für mich jedenfalls sonnenklar, wer sich gründlich verschätzt/-spekuliert/-zockt hat - und wer eben nicht. farage und johnson kann ich persönlich absolut nicht ab (keiner von denen ist "elite"), aber ein gespür für das, was ihre leute wirklich (wurde früher schon einmal "eine nation von kleinkrämern" genannt) wollen, kann ich ihnen nun nicht absprechen. wenn sie allerdings über andere, erhellende informationen und erklärungen verfügen sollten ... dr. ambulans (alle kassen)
Die Umfragen, die ich kenne, sprechen sich eindeutig gegen den Brexit aus. Wie hier: https://www.businessinsider.de/brexit-umfragen-zeigen-dass-briten-in-der-eu-bleiben-wollen-2018-9.

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