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Deutsche Wirtschaft: Menschenrechte jetzt noch billiger!
DPA

Konsumenten wollen sparen und trotzdem das gute Gefühl haben, dass bei der Produktion ihrer Schnäppchen alles mit rechten Dingen zugeht. Geht nicht? Geht doch. Denn es muss ja nur so aussehen.

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raddy 08.04.2019, 15:31
1. Der Verbraucher soll schuld sein?

Ob ich einen Turnschuh für 20 oder 100 Euro kaufe - er wird in Billiglohnländer hergestellt. Ein Smart Phone was 600-1000 Euro kostet auch. Und der Verbraucher soll schuld sein?

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Nordstadtbewohner 08.04.2019, 15:36
2. Jeder ist für sich selbst verantwortlich

Ich kann Herrn Kuzmanys Grundgedanken nachvollziehen, jedoch lehne ich es ab, dass sich deutsche Unternehmen in die Angelegenheiten anderer Länder einmischen. Die Feuertragödie in der pakistanischen Jeansfabrik ist schrecklich. Nur kann ich mir nicht vorstellen, wie ein deutsches Unternehmen dort die Rolle des Kontrolleurs übernehmen soll und vor allem auch kann. Die Menschen in Pakistan sind mündige Bürger, die selbstverständlich des Denkens fähig sind. Die dortigen Missstände können nur von den Einheimischen selbst angegangen werden.

Dazu kommt, dass Herrn Kuzmanys Kolumne sehr besserwisserisch und selbstgerecht auf mich wirkt. Er spricht/ schreibt von dem "deutschen Konsumenten". Den gibt es eben so wenig wie den "deutschen Journalisten". Jeder Mensch ist ein Individuum, mit eigener Verantwortung für sich selbst. Der Gesellschaftsbegriff, den er verwendet, um eine Deutungshoheit aufzubauen, wirkt auf mich sehr missbräuchlich und lässt Widerspruch grundsätzlich nicht zu.

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pizzerino 08.04.2019, 15:37
3. sorry....

...aber ich finden diesen Beitrag billig. Immer schön die Verantwortung in alle Richungen weiterdrücken, bis sie schließlich wieder beim Endverbraucher liegt. Klar, das T-Shirt für unter 5 Euro, da kann was nicht stimmen. Das muss man liegenlassen. Auch wenn es sich diesmal tatsächlich um einen kleinen Restposten handelt...
Aber beim T-Shirt für 20 Euro weiß ich noch lange nicht ob alles in Ordnung ist. Hier muss der europäische Zwischenhändler mit vor-Ort Präsenz für gerechte Zustände sorgen. Die Kosten zahlt der Verbraucher gern, wenn er kann. Wenn nicht: KiK.
Fleisch, Kleidung, Microelektronik,... ich kann darauf achten, dass ich nicht "zu wenig" zahle. Der Rest ist Regierung, Gesetz und Kontrolle. Da komm ich allein nicht hin, und der im Wettbewerb stehende Klein- und Mittelständer auch nicht.

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MarvinCGN 08.04.2019, 15:38
4. Wie wäre es denn Mal...

positive Beispiele zu recherchieren. Ob ich zu KIK, H&M Zara oder Gucci gehe, die Klamotten kommen alle aus Billiglohnländern mit gleichen schlechten Arbeitsbedingungen. Nur die Marge ist eine andere.

Manch ein Verbraucher hat realisiert, dass der Preis nicht die Arbeitsbedingungen widerspiegelt.

Wenn die Näherin statt 30 Cent die Stunde nun 3 Euro die Stunde verdient, sind das für sie 900% mehr Lohn und macht die Jeans vllt 1€ teurer. Ich glaube, dass das Problem wo anders liegt. Kein Verbraucher, der nicht am Existenzminimum lebt lässt eine fair produzierte Jeans für einen Euro mehr im Laden liegen...

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Dr. Kilad 08.04.2019, 15:42
5. Der wirkliche Fortschritt besteht vielleicht darin,

dass nun wieder mehr über die Realität des kapitalistischen Wirtschaftens diskutiert wird. Und die Regierung? Bestätigt sich schön anschaulich als "ideller Gesamtkapitalist", sprich: Lieber mehr Leichen als weniger Profit.

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Freier.Buerger 08.04.2019, 15:42
6. Formblatt Menschenrechte

Kennen Sie diese Lieferantenerklärung, die man als Lieferant der Firma XY unterschreibt und so bestätigt, dass man alles getan hat, um die Richtlinie zu XYZ zu erfüllen. Als Lieferant muss man dann wieder ein Formblatt basten, in dem die Lieferanten des Lieferanten bestätigen usw...

Wer hindert eigentlich die Näherinnen in Bangladesh, Vietnam oder sonstwo, sich gewerkschaftlich zu organisieren und für bessere Bedingungen zu streiten, genauso wie es die europäischen Näherinnen und Arbeiter seit 200 Jahen machen?
Die niedrigsten Standards gibt es auch in Europa dort - Branche und Ort - , wo der Organisationsgrad am geringsten ist.

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mostly_harmless 08.04.2019, 15:43
7.

Der eine oder andere wird sich erinnern, dass sich bei dem Einsturz der Textilfabrik in Bangla Desh herausstellte, dass dort keineswegs nur die Billigheimer fertigen liessen. Oder anders gesagt: Ein höherer Preis senkt nicht die Chance, dass die Güter unter unmenschlichen Bedingungen gefertigt werden.

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migampe 08.04.2019, 15:55
8. Ja, der Verbraucher ist nicht nur, aber auch schuld

Die Industrie fertigt die Artikel, die gekauft werden. So einfach ist das mit der Frage der Verantwortung.
Ich für meinen Teil trage weitestgehend Kleidung von einer Firma, die mit "100% made in Germany" wirbt.
O.K. - die baumwolle wird nicht aus Deutschland kommen, aber immerhin werden die Klamotten in Deutschland zusammengenäht.
Verantwortung übernehmen? Ganz einfach: In jedem Kleidungsstück befindet sich ein label mit "Made in..." ein "Germany" findet man leider äußerst selten, aber man kann dann immerhin das "kleinere Übel" wählen.
@raddy - Für 179 EUR gibt es ein Smartphone "Made in Germany": Gigaset GS185 (das kann alles, was der Mensch braucht!)

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Nonvaio01 08.04.2019, 15:55
9. so ein unsinn

es ist voellig egal was es kostet, es wird alles in der gleichen klitsche produziert.

Bahlsen produziert fuer Aldi unter anderen namen, es ist das gleiche enthalten.

Nike produziert in den gleichen shops wie TK-Max oder sonstige billige klamotten laeden wie Kik.

Apple kostet viel, laesst aber in der gleichen Foxcon schmiede produzieren wie 90% der anderen hersteller, nicht umsosnt arbeiten dort 1mio menschen.

Es ist voellig egal was der Kunde ausgibt, arbeiter werden immer ausgebeutet wo es nur geht um die gewinn margin der besitzer zu erhoehen, das ist Kapitalismus und es ist nicht falsch. Wenn Spon damit ein problem hat sollte es den kapitalismus verbieten.

Solange es legal ist in einem Land jemande 5 cent die Std zu zahlen wird es auch gemacht, wen juckts. Im Kapitalismus muss es verlierre geben, sonst funktioniert es nicht.

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