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Deutsche Wirtschaft: Menschenrechte jetzt noch billiger!
DPA

Konsumenten wollen sparen und trotzdem das gute Gefühl haben, dass bei der Produktion ihrer Schnäppchen alles mit rechten Dingen zugeht. Geht nicht? Geht doch. Denn es muss ja nur so aussehen.

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vera gehlkiel 09.04.2019, 18:42
90. @moritz27

Zitat von moritz27
hätte in unserem hochmoralischen Land gar keine Chance: Unternehmer = Superreicher = Ausbeuter der Arbeiter. Es ginge nur darum, was man ihm alles wegnehmen müsste, um Gerechtigkeit und noch besser Gleichheit zu erreichen. Mir gefällt immer der Satz "Unsere Armut ist euer Reichtum". Welchen Armen nahm Steve Jobs etwas weg? Er hatte ein tolle Idee, Konsequenz und Ausdauer, schuf Neues und sorgte für neue Arbeitsplätze. Bei uns wird auf hohem Niveau nur gejammert. Jeder weiß es besser, wie es im Idealfall gehen könnte. Macht es einfach und zeigt, dass ihr es besser machen könnt. Was hält euch auf?
Ich behaupte, den Deutschen ist es genauso egal wie allen anderen, wie reich ein paar Superreiche sind. Die sogenannte Neiddebatte ist eine Erfindung der Reichen. Und typisch ist, dass Sie als Verteidiger der Reichen (brauchen die übrigens gar nicht, weil sie mehr als genug Geld haben, um sich soweit abzuschotten, wie sie immer lustig sind) bei "Steve Jobs" automatisch "reich" assoziieren. Klar, war der u.a. auch, so what?! Jobs hat das erste demokratische Interface für ein demokratisches World Wide Web erfunden, diesen Jobs meinte ich, meinen wohl die allermeisten. Der Regelfall für Superreiche ist allerdings, dass sie sich Medienmacht einkaufen, statt sie zu demokratisieren. Und ab da Herrschaftswissen absondern. Das beobachten die Leute, und daran haben sie nun wirklich keinen Spaß. Was als Zirkelschluss direkt wieder zu T-Shirts und dazu, wie gerecht es an ausgelagerten Produktionsstandorten wenigstens zugehen muss, zurückführt. Wäre allen bewusst, wie es dort wirklich zugeht, und würde das Dazulernen nicht durch vorgeschuetzten Aktionismus herstellerseitig permanent hintertrieben, würde diese Dinger einfach niemand mehr kaufen. Was durch einen Boykott (leider etwas aus der Mode gekommen, muss aber nicht auf ewig so bleiben) bestimmter Marken jederzeit zu beweisen wäre. Mal sehen, welcher Manager sich dann an den Zaun stellt und mit dem Megaphon den Boykottierenden zuruft: "Ihr könnt mich alle, macht gefälligst eure eigene Firma auf...!"

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Einhorn 09.04.2019, 18:45
91.

Zitat von Schartin Mulz
Legebatterien sind in Deutschland seit 2010 verboten. Deshalb gibt es die nicht mehr, nicht wegen der Verbraucher. Und das ist auch die einzige Möglichkeit. Massentierhaltung, Kastration von Ferkeln ohne Betäubung, alle diese Schweinereien können wir als Verbraucher nicht verhindern. Per Gesetz ginge das von heute auf morgen. Stattdessen werden freiwillige (!) Kennzeichnungen eingeführt, damit der Verbraucher sehen kann, wie viel oder wenig die Tiere gequält wurden. Und es ändert sich genau nichts.
Genau, seither gibt es Eier aus "Bodenhaltung". Mehrere diese Böden liegen dabei übereinander und die Hühner teilen sich den Platz, der früher in Käfige aufgeteilt war. Für das Huhn hat sich nicht halb so viel verbessert wie für das Gewissen der Konsumenten. Kann man wissen, muss man aber nicht.

Der Lebensmittelhandel hat hierzulande die Macht über den Erzeuger - und anderswo soll das nicht möglich sein?

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Schartin Mulz 09.04.2019, 19:48
92. Darum geht es hier nicht.

Zitat von Einhorn
Genau, seither gibt es Eier aus "Bodenhaltung". Mehrere diese Böden liegen dabei übereinander und die Hühner teilen sich den Platz, der früher in Käfige aufgeteilt war. Für das Huhn hat sich nicht halb so viel verbessert wie für das Gewissen der Konsumenten. Kann man wissen, muss man aber nicht. Der Lebensmittelhandel hat hierzulande die Macht über den Erzeuger - und anderswo soll das nicht möglich sein?
Es ging um die Behauptung, die Legebatterien seien verschwunden, weil die Verbraucher keine Eier mehr aus den Batterien gekauft hätten. Das ist nicht zutreffend, sie wurden per Gesetz verboten.
Und Ihren Schlusssatz verstehe ich in dem Zusammenhang nicht.

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cerberus66 09.04.2019, 20:16
93.

Gerade die Textilindustrie war für sehr viele ehemalige Entwicklungsländer ein bedeutender Motor der wirtschaftlichen Entwicklung. Wenn ich also zB Textilien "Made in Vietnam" kaufe, unterstütze ich damit auch die wirtschaftliche Entwicklung in Vietnam. Zudem setze ich mein Einkommen sinnvoll ein und verprasse es nicht. Am Ende bleibt zum Monatsende mehr vom Einkommen. Auf diese Weise hat es hierzulande jede Person selbst in der Hand, sich ihr Nettoeinkommen selber auf legalem Wege quasi zu erhöhen. Daher bin ich als Verbraucher absolut dagegen, dass inländische Anbieter auf kaltem Wege dazu gezwungen werden sollen ihre Preise zum Nachteil der Verbraucher anzupassen.

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Einhorn 09.04.2019, 21:20
94.

Zitat von Schartin Mulz
Es ging um die Behauptung, die Legebatterien seien verschwunden, weil die Verbraucher keine Eier mehr aus den Batterien gekauft hätten. Das ist nicht zutreffend, sie wurden per Gesetz verboten. Und Ihren Schlusssatz verstehe ich in dem Zusammenhang nicht.
Der Schlusssatz bezieht sich darauf, dass gerne so getan wird, als könne der Handel in Deutschland auf Produktionsbedingungen keinen Einfluss nehmen - und genau das halte ich für eine sehr bequeme Ausrede.

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Schartin Mulz 10.04.2019, 10:53
95. Ok,

Zitat von Einhorn
Der Schlusssatz bezieht sich darauf, dass gerne so getan wird, als könne der Handel in Deutschland auf Produktionsbedingungen keinen Einfluss nehmen - und genau das halte ich für eine sehr bequeme Ausrede.
das ist ja korrekt.
War aber nicht Thema meines Beitrags, auf den Sie geantwortet hatten.

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