Forum: Politik
Deutsche Wirtschaft: Menschenrechte jetzt noch billiger!
DPA

Konsumenten wollen sparen und trotzdem das gute Gefühl haben, dass bei der Produktion ihrer Schnäppchen alles mit rechten Dingen zugeht. Geht nicht? Geht doch. Denn es muss ja nur so aussehen.

Seite 2 von 10
kaiser.friedrich 08.04.2019, 15:57
10. Kauft denn Herr Kuzmany selbst nachhaltig ein

Sehr geehrter Herr Kuzmany!

Machen Sie doch mal eine Auflistung der Konsumgueter Ihres taeglichen Bedarfs, inklusive Kleidung, Nahrungsmittel und Elektronik und zeigen Sie dem Leser doch mal, wie nachhaltig Sie konsumieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ludwig49 08.04.2019, 16:05
11. Die Frage ist auch...

...was machen die Leute in Billiglohn-Ländern wenn die von ihnen hergestellte Ware nicht gekauft wird? Apropos Billiglohn-Land: Wenn hierzulande ein hoher Anteil der arbeitenden Bevölkerung nach Abrechnung aller Fixkosten Kassensturz macht, dann bleibt letztlich nur billig übrig ! Schäbig ist es, im eigenen Land auf höchstem Niveau auf Luftreinheit zu pochen und gleichzeitig die Weichen stellen, wie man billig an die Rohstoffe (Seltene Erden, Kinderarbeit) für Batterieantriebe kommt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dasfred 08.04.2019, 16:08
12. Wir brauchen Übergangsfristen

Zumindest, bis die Kinder die an der Elfenbeinküste unseren Kakao ernten, in China unser Natursteinpflaster klopfen oder in Bangladesch an der Nähmaschine sitzen das richtige Alter erreicht haben. Natürlich können wir jedes Unternehmen in die Verantwortung nehmen. Wer sagt, er übergibt die Produktion einer Agentur, die unbekannte Fabriken auswählt, darf eben nicht importieren, bis die Herkunft jeden Details nachgewiesen ist. Wir konnten bei uns schon Käfighühner ächten, Blutdiamanten aus Kriegsgebieten und vieles andere. Dazu kommt, dass eine Lohnerhöhung in Entwicklungsländern nur minimale Auswirkungen auf den Endpreis für den Kunden haben, wohl aber auf die Gewinnmargen der Hersteller, die auch aus Gefängnis und Sklavenarbeit noch Profit ziehen. Wenn man, wie einer der ersten Foristen, immer betont, wie wichtig ihm seine Kinder und ihre Ausbildung sind, sollte sich in Grund und Boden schämen, wenn er die Ausbeutung von Kindern anderswo akzeptiert, weil ihre Regierung korrupt ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
karlsiegfried 08.04.2019, 16:10
13. Nicht nur der Deutsche will es billig

Was soll das denn? Jeder Mensch auf dieser Welt will es billig. Vom Bettler bis zum Milliardär.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
karlsiegfried 08.04.2019, 16:13
14. Sehr gute Frage

Aber wenn ich in anderen Beiträgen im SPON schreibe, räumen Sie doch mal alles aus Ihrer Wohnung was aus Fernost kommt, dann laufen sie nackt rum, schlafen auf dem Fussboden und gehen zu Fuss, wird das nicht veröffentlicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
SusiWombat 08.04.2019, 16:15
15.

Zitat von Nonvaio01
Bahlsen produziert fuer Aldi unter anderen namen, es ist das gleiche enthalten.
Nicht alles, was man gerne glauben will ist wahr.

VW kann auch einen Phaeton und einen Up produzieren, so wie jede Fabrik genau die Qualität liefert, die der Kunde bestellt.

"Man kann ja nichts machen" und "ist ja eh alles aus der gleichen Fabrik" - das macht das Leben so unglaublich bequem und gleichzeitig billig.

Verantwortung ist aber nie bequem, sonst müsste man sie nicht "tragen". Als Verbraucher kann ich die Arbeitsbedingungen in der Textilfabrik nicht ändern - aber ich kann darauf bestehen sie zu kennen. Ich kann z. B. nur Produkte kaufen, deren Herkunft klar benannt werden. Und dann würde man sehen können, wie schnell die Verkäufer auf die Hersteller Einfluss nehmen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hasselblad 08.04.2019, 16:28
16.

Wie schon an anderer Stelle erwähnt: als Unternehmer bzw. als Unternehmensführung entscheide ich, wem ich mich verpflichtet sehe - entweder meinen Mitarbeitern (und indirekt denen meiner Zulieferer im In- und Ausland, egal on Hochlohnland oder Shithole Country), deren Rechten, der Umwelt und dem "großen Ganzen", oder meinen Aktionären und den Finanzmärkten. Wenn ich mich für letzteres entscheide kann mir alles egal sein, so lange ich den konsumgeilen Lemmingen "geiz ist geil" liefere und meine Zahlen top sind. Dann muss ich es allerdings auch aushalten, wenn ich mich dadurch unbeliebt mache was, unter Umständen, auf lange Sicht dazu führen kann, dass ich den Aktionären und Märkten irgendwann keine so tollen Zahlen mehr liefern kann, es muss nur die Masse an kritischen Konsumenten hoch genug sein und ich spüre mein Verhalten in der Welt sofort schmerzhaft in der Kasse. So lange es genug Lemminge gibt ist das Risiko natürlich eher gering, dann kann auch die Politik wenig ausrichten. Entscheide ich mich hingegen für einen Weg, der nachhaltiger und menschen- und umweltfreundlicher ist, dann werde ich immer mehr investieren müssen und im Verhältnis weniger herausbekommen, vulgo: mit geringeren Margen leben. Sowas mögen die Märkte zwar nicht so gern, es gibt aber genügend Beispiele für "sozial verträglich" arbeitende Unternehmen, die trotzdem wirtschaftlich sehr erfolgreich sind. Da sitzen keine fremdgesteuerten Roboter, das sind alles erwachsene Menschen, die jeden Tag neu entscheiden können, in welche Richtung sich ein Unternehmen entwickelt. Daher ist das greinen und weinen der Konzernlenker hochnotpeinlich, sie tun immer als gäbe es nur den einen, gesamthaft betrachtet eher schädlichen Weg, Profite zu erwirtschaften. Bestes Beispiel sind die Auto- und die Textilindustrie - überkommene Geschäftsmodelle, die nur noch funktionieren, weil die Lemminge die Produkte inhalieren wie Sauerstoff. Wenn die aufhören, Lemminge zu sein, dann wird sich etwas ändern. Sieht leider nicht so aus als könnte man kurzfristig damit rechnen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
birdie 08.04.2019, 16:33
17. Das "non olet" hat vor rd. 2000 Jahren ...

die Friseurinnung und viele Blondinen sehr glücklich gemacht. Heute mit dem gleichen Slogan die Profitgier grosser Wirtschaftsunternehmen zu rechtfertigen, heisst und bedeutet "olet" und "stinkt zum Himmel". Warum werden diese Firmen nicht auf einen Index gesetzt, damit die Verbraucher selbst entscheiden können, ob sie an diesem gewissenlosen Treiben beteiligt sein wollen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hikage 08.04.2019, 16:55
18. der Witz dabei ist ja..

..dass durch entsprechende Verpflichtungen nicht nur die Leiden in anderen Teilen der Welt geringer, sondern eventuell auch die Fertigung in Teilen Europas wieder attraktiver für die Unternehmen würde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon_4312625 08.04.2019, 16:58
19.

@16: Als einer von den vielen "konsumgeilen Lemmingen die Geiz ist geil finden verlange ich von Ihnen, dass Sie mir was von Ihrem offensichtlich gut vorhandenen Geld abgeben. Dann kann ich mir auch Gedanken um andere machen und fairer einkaufen. Ich finde es absolut unverschämt, so auf den Endverbraucher rumzuhacken, der sowieso meist kaum eine Wahl hat und auch noch so zu tun als trüge er die Verantwortung für die Fertigungsbedingungen. Die machen in den Ländern was sie wollen. Die sollen selbst bei sich aufräumen. Wie stellen sich die Herren Weltverbesserer das eigentlich vor, wenn sie verlangen, dass wir in fremde Länder einfallen mit unseren Ideologien und Weltanschauungen? Wenn Amerika das macht sind sie böse, aber wir sind dann gut? Diese Länder bzw. die dort arbeitende Bevölkerung sollen selbst für Verbesserung in ihrem Land sorgen! Aber offenbar sind sie ja auch überhaupt nicht daran interessiert, denn ein bisschen ist immer noch mehr als nichts. Ohne die Ausbeutung ginge es denen quasi noch schlechter und wenn sie sich zufriedengeben damit ist das ihre eigene Schuld, nicht unsere weil wir das gerne annehmen und brauchen. Wenn überhaupt können wir nur gesetzlich an den Margen der Unternehmen schrauben, aber da wir nunmal im Kapitalismus leben will das keiner und da ein Großteil unserer Wirtschaft auf der Ausbeutung anderer basiert brauchen wir das auch. Da ist das komplette System dran schuld und ändern können und wollen wir das nicht mehr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 10