Forum: Politik
Deutsches Überlegenheitsgefühl: Imperialismus des Herzens
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Bislang galt als Axiom deutscher Politik, niemandem in Europa unseren Willen aufzuzwingen. Damit ist es vorbei. Dass wir diesmal nicht im Kampfstiefel, sondern in Birkenstock-Sandale den Nachbarn Mores lehren, macht die Sache nicht besser.

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cobaea 15.09.2015, 17:18
20. klassischer Doublebind

Egal, was Deutschland macht,. es ist immer falsch: Hält es sich aus allen Konflikten raus, heisst es "Deutschland muss mehr Verantwortung übernehmen". Greift es in einen Konflikt ein, heisst es, "Uiuiui, da werden aber ungute Erinnerungen wach. Ausserdem sollten wir uns da raushalten." Öffnet es die Grenzen, zwingt es laut Fleischauer anderen seinen Willen "in Kirkenstocksandalen" auf. Lässt es die Grenzen zu, heisst es, es lässt die wirtschaftlich weniger potenten Länder mit ihren Problemen allein. Sowas nennt man in der Sozialforschung "doublebind" - egal, was man macht, es ist falsch. Wenn man sich aber schon Prügel abholte, dann doch wenigstens für das, was man selbst richtig findet. Von daher: Bevor man in der jetzigen Situation nichts macht, zoeht man halt die Birkenstocklatschen an und hilft denen, die's nötig haben. Wenn man weiterhin wartet, bis sich die EU bzw. die "Dublin"-Staaten endlich zum gemeinsamen Handeln entschliessen, herrscht in Griechenland und Italien unter Flüchtlingen Not und bei den Ländern selbst das Chaos.
Warum es allerdings so lange dauert, bis die berühmte deutsche Organisationsfähigkeit es schafft, im Land die benötigten Strukturen zu erstellen, ist nur mit Bürokratie und Trotz ("und ich will nicht") zu erklären.

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timpia 15.09.2015, 17:19
21. Auf den Punkt gebracht

Was da einige Gutdeutsche so anstellen, ist vermutlich nicht im Sinne der großen bislang schweigenden Mehrheit in Deutschland. Auch sollte man vor wichtigen Maßnahmen schon etwas länger nachdenken, im Falle der Murkselentscheidung gerne auch einige Wochen.
Die Dimension der Völkerwanderung scheint unseren europäischen Nachbarn deutlicher zu sein.
Und der Selbsterhalt, den die deutschen Politiker wohl nicht mehr haben, ist in einigen Staaten durchaus legitim und wird dort als lebenswichtig betrachtet. Wenn den Deutschalnd den Deutschen völlig egal ist, dann darf man nicht erwarten, das die anderen freunde der EU das auch so sehen.
Einerseits finden die es klasse, das wir alle Flüchtlinge willkommen heißen, bleiben sie doch verschont. Andererseits sehen sie es auch mit Sorge, wie lange das naive Deutschland das aushalten wird. Denn wenn der Wirt dahingerafft ist, fehlt auch die Wirtschaftlokomotive in Europa.
Deutschland ist ohne Vision und Führung. Wer will da noch folgen. Wohin auch?
Es scheint als wenn Deutschland unter Dope steht und es selber Hilfe bedarf. Armes Europa.

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japhet 15.09.2015, 17:19
22. Wie nach aussen, so im Innern

"Man kann alle zu Rassisten erklären, die einem in der Selbstverpflichtung zur Großzügigkeit nicht folgen wollen. Man kann die Spanier der Fremdenfeindlichkeit bezichtigen, die Briten, die Dänen und alle Osteuropäer. Aus vielen Kommentaren spricht eine erstaunliche Herablassung gegenüber den europäischen Nachbarn, die nicht so denken wie wir."
Nicht nur den europäischen Nachbarn wird Fremdenfeindlichkeit unterstellt, sondern auch allen innerhalb Deutschlands, denen die Zuwanderung zu schnell vonstatten geht. Längst geht ein Riss mitten durch die deutsche Gesellschaft, weil diejenigen, welche es "wagten" von Asylmißbrauch und Überdehnung des Asylbegriffs zu reden, in dieselbe rechte Ecke gedrängt wurden und werden, in welche Werfer von Brandsätzen und Verfasser von Hass-Predigten wirklich gehören. Dabei wurde von der Kanzlerin sogar betont, dass die aktuell stattfindende Völkerwanderung (hey -Fleischhauer verwendet den Begriff auch!) unsere Gesellschaft massiv verändern würde. Aber wir warden nicht gefragt - haben auch kein Mitspracherecht. Dass wird nur den Befürwortern der Zuwanderung und den Migranten selbst gewährt.

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coyote38 15.09.2015, 17:20
23. Politische Fehlinterpretation

Nur, weil Merkels vollkommene Inkompetenz und Tatenlosigkeit, ihr erneuter Versuch, ein offenkundiges Problem schweigend auszusitzen und ihre unerträgliche Phrasendrescherei nun für jeden NOCH SO politisch "Blinden" das TOTALE Versagen deutscher Staatlichkeit offenbart, bedeutet das noch LANGE nicht, dass Deutschland den Rest Europas politisch erpresst. Die deutsche Politik "outet" sich vielmehr endgültig in ihrer völligen Planlosigkeit, Oberflächlichkeit und Tatenlosigkeit. Da wirkt es beinahe wie ein WITZ, dass der einzige Regierungschef, der sich erdreistet, tatsächlich nach geltendem europäischem Recht zu handeln (Dublin III) als "rechter Asylantenfeind" diffamiert wird. Ich bin felsenfest überzeugt, dass unsere "Wilkommenkultur-Kanzlerette" jeden Tag heimliche Stoßgebete des Dankes gen Budapest schickt, bevor ihr die Situation in Deutschland vollends "in den Händen zerbröselt". Es ist Kanzlerinnen-Dämmerung ... wer das nicht erkennt, hat von Politik keine Ahnung.

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meine_foren 15.09.2015, 17:20
24. Danke für diesen Artikel

Frei nach Winston Churchill: ,,Wer mit 20 Jahren kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer mit 30 Jahren noch Kommunist ist, hat keinen Verstand!" :-)

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wolf.four 15.09.2015, 17:20
25.

Solches Nörgeln ist billig! Was ist die Lösung des Problems?

Wolfgang Vierling, München

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Korf 15.09.2015, 17:20
26.

Ich kann Jan Fleischhauer nie ganz folgen. Außer in diesem Falle.

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die_zukunft 15.09.2015, 17:20
27. Griechenland, schon mal gehört?

"Bislang galt als Axiom deutscher Politik, niemandem in Europa unseren Willen aufzuzwingen."

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vpeters 15.09.2015, 17:20
28. Kerze im Wind

Herr Fleischhauer ist bei SPON die Vernunft-Kerze im Wind der Emotionalterroristen, die jeden, der nicht einen Willkommensblumenkranz fuer die Fluechtlinge parat hat, als (im besten Fall) rechts abkanzeln. Aber bringen wird das nichts. Wir werden den Merkel-Kurs, der von Fernsehpredigern und anderen Medienmonarchen gesetzt wurde, noch eine Weile weiter steuern. Im besten Fall wird es teuer und unbequem, im schlimmsten Fall wird das ein Titanic-Erlebnis, in dem die Wohlhabenden (die Gleichen, die es zu verantworten haben) zuerst das sinkende Schiff verlassen.
Als Pole wuerde ich mich von Deutschland auch nicht dazu ueberreden lassen, Gesellschafts-Suizid zu begehen.

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harleyfahn 15.09.2015, 17:21
29. Der Merkel-Maßstab

lautet nach wie vor: Frage bei wichtigen Zukunftsentscheidungen NIE die Wähler.

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