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Deutschland-Besuch: Erdogan fordert deutsche Hilfe bei EU-Beitritt

Mit seiner scharfen Kritik an Deutschland irritierte Recep Tayyip Erdogan zuletzt die Bundesregierung, auch bei seinem Auftritt in Berlin gab sich der türkische Premier fordernd - betonte aber auch die Partnerschaft der beiden Länder. "Wir gehören zusammen", rief er auf Deutsch aus.

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tksuper 02.11.2011, 18:54
80. helmut Schmidt zu diesem Thema:

Zitat von Dyke
Aus einer Veröffentlichung der DIHK: Anteil der Türkei am deutschen Gesamtexport 2010: 1,69%, Platz 15. Was also erzählen die "Vertreter der deutschen Industrie" da für Ammenmärchen? Sind das die die auch immer vom angeblichen "Fachkräftemangel" fantasieren?
Aus Wikipedia:

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt erklärte dazu 2009:

„Im Grunde genommen ging es ihm [dem damaligen Wirtschaftsminister Ludwig Erhard] darum, durch Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte das Lohnniveau niedrig zu halten. Mir wäre stattdessen lieber gewesen, die deutschen Löhne wären gestiegen.“ [5]
Ich habe die weitere Zuwanderung von Ausländern gestoppt, ganz leise, weil ich keine Ausländerfeindlichkeit provozieren wollte. [...] Erst haben wir die Anwerbung aufgehoben, dann haben wir die Rückkehr in die Heimatländer erleichtert, so dass wir am Ende meiner Regierungszeit [1982] nur genauso viele Ausländer hatten wie am Anfang. Zu Zeiten von Helmut Kohl hat sich die Zahl später verdoppelt.“ [5]

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netzfunk 02.11.2011, 18:55
81. Wie bitte ?

Zitat von osramabenabdul
nicht nur geographisch ist die türkei ein teil europas......
4/5 des türkischen Staatsgebietes liegt in Asien, 1/5 in Europa. Wie kann man da geographisch zu Europa gehören ? Bitte um Erklärung.

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offenes-wort 02.11.2011, 18:56
82.

Zitat von antalya1977
das die türken sich nicht assimilieren lassen sollen, warum stört sie das, sagen sie mir ein argument für assimilation? Integrieren das ist gut und wichtig, das unterstützt er auch! Es gibt keinen türken gen, das ist gelaber um RTE zu diskreditieren, so etwas wird und hat er nie gesagt. Ich oder auch er, sowie Sie, keiner konnte sich die Herkunft aussuchen. Nur wie wir leben, das entscheiden wir! Massiven druck auf eine minderheit auszu üben um ihre lebensart zu verändern- NEIN.
Erdogan hat leider noch nicht begriffen , dass beides zusammen gehoert. Und wer das nicht bereit ist zu leisten sollte seine Schluesse ziehen.
Meinst Du wirklich irgendeiner glaubt die Maer vom leiben Egi? Es mag' zwar ein paar Pappnasen in D geben die immer n.n. faehig sind bei ihm zwischen den Zeilen zu lesen, aber wir hier gehoeren sicherlich nicht dazu. Also hoer endlich auf den Typen schoen zu reden. Ich frag' mich sowieso schon lange, wie man sich mit 'ner ollen Merkel hier in dem bescheuerten Deutschland zufrieden geben kann, wenn man zuhause 'nen tollen Erdogan bekommen koennte ;-)

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ha19 02.11.2011, 19:00
83. Sie haben absolut Recht...

Zitat von Wittekind
Mit Blick auf diese erbärmlich-kriecherische Feier zum Anwerberabkommen und unsere vor Erdogan buckelnde Polit-Klasse schäme ich mich Deutscher zu sein! Wie die Deutsche Politik - durch alle Lager - vor so einem nationalistisch-islamistischen Großwesir auf die Knie fällt, lässt für die Zukunft dieses Landes nicht viel Gutes hoffen. Wer solche Politiker hat, braucht keine Feinde mehr.
Da kann man Ihnen nur zustimmen!
Die Art und Weise wie Herr Erdogan in einem anderen Land auftritt und seine "Landsleute" aufstachelt, ist eine absolute Unverschämtheit! Man hat den Eindruck er möchte Deutschland mit den hier lebenden Türken als 5.Kolonne drohen.

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L_P 02.11.2011, 19:01
84. Tapfer

Angesichts der nicht mehr abzuwendbaren Pleite von Griechenland und dem sich abzeichenden Endkampf um den Euro in Italien, ist die Aufrechterhaltung des Beitrittswunsches der Türkei tapfer. Ernst nehmen kann ich den Wunsch in dieser Situation nicht mehr. Ein Beitritt zur EU wäre zum jetzigen Zeitpunkt ein unglaublicher Verrat an den Zukunftschancen des türkischen Volkes.

Es ist an der Zeit, sich zu überlegen, was nach der EU kommt. Länder wie die Niederlande, Österreich, Luxemburg, Belgien werden dann allein auf dem Weltmarkt gegen China, Indien oder Brasilien bestehen müssen. Das dürfte nur mit dramatischen Wohlstandverlusten zu schultern sein. Die Bundesrepublik Deutschland sollte sich rechtzeitig in eine offene Föderation umwandeln, zu der Nachbarländer bei erhöhter Gefahr im Verzug rasch beitreten können. Diese Föderation muß demokratisch besser legitimiert und weniger repressiv sein als Brüssel. Und es muß ein Regelwerk für einen Ausstieg geben. Man schließt sich schließlich nicht zusammen, weil man sich so sehr mag, sondern weil man einzeln absäuft.

Ein wirtschaftlich dauerhaft problematisches Südeuropa, das von Mitteleuropa nicht zu halten ist, dürfte binnen weniger Jahrzehnte wohl eher mit der Türkei um eine Aufnahme verhandeln als umgekehrt.

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alaxa 02.11.2011, 19:03
85. Wo liegt

Zitat von mauskeu
Herr Erdogan hat ein Ministerium für Religion, das ein vielfaches des Geldes zur Verfügung hat als sein Ministerium für Bildung und der will uns Lektionen erteilen was Bildung angeht. Zwischen Deutschland und der Türkei stehen Welten und ich möchte mich nicht auf die Welt Erdogans hin bewegen.
Wo liegt Chatou? Ist nur eine belanglose Frage, damit man Sie evtl. besser einordnen kann. Kiautschou isses wohl nicht.

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Tarja13 02.11.2011, 19:06
86. ...

Zitat von Mimimat
Tut mir leid, wenn ich widersprechen muss, aber im militärischen Bereich sind wir bereits mit der Türkei verbündet. Nennt sich NATO. Zum Glück ist das bisher ohne negative Folgen geblieben.
Ich denke, die Zusammenarbeit in der NATO hatte durchaus positive Folgen - für beide Seiten. Allerdings sehe ich die aktuell ebenfalls gefährdet, wenn Erdogan etwa wieder seinen Großmannsrappell kriegen sollte und gemeinsame Beschlüsse wie etwa die Ernennung eines neuen Generalsekretärs zu blockieren beliebt, nur um für die Türkei noch ein kleines Bakschisch herauszuschlagen.

Ansonsten gilt: Zusammenarbeit, wo und soweit gemeinsame Interessen bestehen, gerne. Im Fall des EU-Beitritts sind die Interessen höchst einseitig verteilt - zuungunsten der EU. Die Türkei stellt außerdem ein paar nicht EU-kompatible Bedingungen, z.B. weigert sie sich mit einem zypriotischen EU-Ratsvorsitzenden zu verhandeln. Das alleine sollte schon reichen, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass die Türkei nicht EU-Mitglied werden kann. Wer neu in einen Club möchte, kann nicht ernsthaft fordern, dass vorher bestehende Mitglieder entmündigt oder gar entfernt werden. Eigentlich ganz einfach.

Ich möchte wetten, nach einer relativ kurzen Schmollphase würde die Türkei auch begreifen, dass z.B. ihr wirtschaftlicher Aufschwung u.a. auch auf guten Beziehungen zur EU basiert. Mag sein, dass nach einer endgültigen Absage eine kurze Eiszeit in den gegenseitigen Beziehungen einkehrt, aber von Dauer wird die eh nicht sein - und auf lange sich ist das sowieso besser als die immer unglaubwürdigeren Beitrittsverhandlungen, an deren Erfolg doch eh keiner mehr glauben kann - jedenfalls nicht solange die Türkei mit Zypern nicht ins Reine kommt. Und selbst dann gäbe es noch genug andere Differenzen, die vorher geklärt sein müssten.

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alaxa 02.11.2011, 19:09
87. Insofern

Zitat von MonaM
...Nicht nur die Politiker, vor allem die Bevölkerungen der EU-Staaten sind gegen einen EU-Beitritt der Türkei. Könnten die Bürger abstimmen, wäre das Thema vom Tisch.
Insofern kommen die EU-Wünsche Erdogans einige Jahre zu früh. Er sollte noch ein wenig warten und nicht so ungeduldig sein.

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Tarja13 02.11.2011, 19:09
88. ...

Zitat von Tango
Schimpfen Sie nicht auf Erdogan. Das o.a. Zitat gibt 1:1 die offizielle Position von CDU und SPD wieder. Googeln Sie mal "muttersprachlichen Unterricht"!
Für mich ist das Definitionssache: Die Muttersprache von hier geborenen Menschen ist nun mal Deutsch, ganz egal, was ob die Eltern oder Großeltern irgendwann mal in grauer Vorzeit nach D eingewandert sind. Von daher wäre ich sehr dafür, man würde tatsächlich den muttersprachlichen Unterricht soweit durchsetzen, dass überhaupt nur eingeschult wird, wer genug Deutsch kann, um dem Unterricht zu folgen.

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Chris110 02.11.2011, 19:20
89. Re

Zitat von ha19
Da kann man Ihnen nur zustimmen! Die Art und Weise wie Herr Erdogan in einem anderen Land auftritt und seine "Landsleute" aufstachelt, ist eine absolute Unverschämtheit! Man hat den Eindruck er möchte Deutschland mit den hier lebenden Türken als 5.Kolonne drohen.
Vielleicht tut er das, weil er weiß, dass der Zug zur EU-Mitgliedschaft längst abgefahren ist.
Sarkozy hat es eigentlich mehrfach schon deutlich ausgesprochen.

Beispiel
http://www.rp-online.de/politik/deut...id_706853.html

Man sollte die Verhandlungen auch formal beenden, um diesem unwürdigen Vorgang ein Ende zu setzen.

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