Forum: Politik
Deutschland im Streik: Sollen sie doch ihren Chauffeur holen!
AP

Klassenkampf einmal andersherum: Statt weiter "die da oben" zu quälen, nehmen die Gewerkschaften einfach alle in die Mangel, die sich nicht Limousine oder Privatkita leisten können. Unfair? Sicher. Aber wann ist das Leben schon fair?

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Racer77 05.05.2015, 17:24
70. Gewerkschaft für Gewerkschaftsmitarbeiter?

Gibt es eigentlich eine Gewerkschaft, welche die Mitarbeiter der Gewerkschaften vertritt?

Wenn ja, sollten diese inbesondere beim Tarifvertrag mit der GDL hart bleiben und mal wochenlang streiken.

Ob der Herr Weselski mit dem schicken Oberlippenbart der 40er Jahre es dann so toll finden wird, wenn seine Sekretärin ihm den Stinkefinger zeigt und ihn sagt, er solle doch gefälligst seinen Kaffee selbst kochen, da sie streike???

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maxuniverse 05.05.2015, 17:24
71. Naja ..

das Problem ist, dass "die da oben" eben relativ gut auf andere Fortbewegungsmittel ausweichen können. Ergo trifft man sie einfach nicht. Das ist beim Otto-Normalbürger anders - und das wissen die auch.

Ich finde es ärgerlich, dass Streiks auf dem Rücken der ehrlichen Kunden, die eben auf das, was sie kaufen, angewiesen sind, ausgetragen werden. Aber ich glaube anders kann man das Unternehmen leider kaum dazu zwingen das zu tun, was sie tun sollten, nämlich ggf. die Löhne anpassen.

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tweet4fun 05.05.2015, 17:25
72. Herr Fleischhauer trifft den Nagel genau auf den Kopf!

Man kann die gegenwärtige Situation doch nur noch mit Sarkasmus und Ironie betrachten. Da stehe ich ganz auf der Seite des Herrn Fleischhauer.

Natürlich sind die Lohnforderungen der Lokführer berechtigt. Selbst im Mutterland des knallharten Kapitalismus, den USA, verdient ein Lokführer das Doppelte bis Dreifache – bei ähnlichen oder sogar niedrigeren Lebenshaltungskosten. Und angesichts der Verantwortung und der Arbeitsbedingungen eines Lokführers ist das auch völlig berechtigt.

Nur – darum geht es Herrn Weselsky ja kaum noch. Er benutzt diese Forderung nur noch als Aushängeschild. Und er weiß ganz genau, daß es andere und bessere Methoden gibt, dies durchzusetzen. Es geht Herrn Weselsky hauptsächlich darum, die Stellung seiner kleinen Nischengewerkschaft als unentbehrlich zu zementieren angesichts des Auftrags der Richter an die Politik, eine Tarifeinheit durchzusetzen. Und genau deshalb handelt Herr Weselsky im klassischen Sinne als „Bonze“. Daß er dabei langfristig den Lokführern schadet, indem er nachhaltig jede Solidarität den Lokführern gegenüber zerstört, ist ihm offenbar vollkommen egal.

Und die völlige Unfähigkeit und Untätigkeit einer Andea Nahles, die mit der SPD nur noch soviel gemein hat wie ein Hering mit dem Bergsteigen, spielt dem Herrn Weselsky dabei regelrecht in die Hände. Das ganze erinnert an ein Possenspiel à la Shakespear, dem man nur noch mit Sarkasmus und Ironie etwas abgewinnen kann – wenn überhaupt.

Es gäbe natürlich eine Chance, den Teufelskreis zu durchbrechen, indem die Lokführer das perfide Machtspiel durchschauen und sich dem Streikaufruf nicht anschließen und sich selbst der Gesamtgesellschaft gegenüber solidarisch erklären. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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fdeiters@gmx.de 05.05.2015, 17:25
73. Englands Gewerkschaften

Von ca. 1960 - 1980 haben es die Gewerkschaften in England geschafft, die Industriebetriebe zu ruinieren und damit auch die englische Wirtschaftskraft zugrunde zurichten. Damals war es in der englischen Demokratie üblich, dass es mehrere Gewerkschaften in einem Unternehmen gab, die sich gegenseitig mit ihren Forderungen hochschaukelten - ohne Rücksicht auf Land und Leute. Erst Margret Thatcher hat dieses unerträgliche System abgeschafft, aber da war es für die meisten Betriebe schon zu spät - sie waren nicht mehr konkurrenzfähig.
Und dieses System hat unser Bundesarbeitsgericht in Leipzig 2010 für Deutschland legalisiert - fatal. Es wird immer wieder Gewerkschaftsführer geben, die ihr persönliches Profil dogmatisch durchsetzen wollen.
Demokratie leben heißt aber auch gesellschaftliche Verantwortung übernehmen! Davon ist Mr. Weselski weit entfernt!

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tkirchner 05.05.2015, 17:26
74. Frauenquote in Aufsichtsräten

Wie kommen Sie denn auf die Zahl von 1.000 Profiteurinnen (oder Profiteur_Innen?) der Frauenquote in Aufsichtsräten? Die haben doch alle drei- oder vierfache Mandate. Unterm Strich profitieren bestenfalls 250-300 Frauen davon.

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NixNeues 05.05.2015, 17:27
75. Zeter schreien - und dann?

Ich verstehe dieses Theater nicht! Diejenigen, die laut Zeter schreien, sitzen in zwei Wochen ohnehin wieder im Zug und zeigen artig ihren Fahrschein vor. Als wäre nichts gewesen. Auf diese Feigheit setzt die Gewerkschaft doch! Und das ist das besonders perfide an dem GDL-Kalkül.

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Dark Agenda 05.05.2015, 17:28
76. Klassenkampf ist nur ein Schlagwort der Gestrigen

Der Kampf läuft längst jeder gegen jeden. Solidarität? Warum streikt die GDL nicht für günstigere Bahntickets? Das würde den schwächsten Teilen der Gesellschaft helfen. Statt dessen kämpft sie für ihr eigenes Säckel welches nicht nach Mindestlohn bezahlt wird, nehme ich an und schadet der Lebensqualität der Menschen massiv, die keine Alternative zur Bahn haben. Nebenbei wird auch die deutsche Automobilbranche gefördert.

Gehaltsforderungen einiger privilegierter Kreise, die mal einfach alles lahm legen wollen, nutzen keiner imaginierten "Klasse" aus den Denkmustern des letzten Jahrtausends.
Verkehr sollte kritische Infrastruktur sein wie Strom und Wasser oder meinetwegen Telefon und Internet oder wird etwa der Strom abgeschaltet weil sich die Tarifparteien nicht einigen konnten?

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Erythronium2 05.05.2015, 17:28
77. Streikrecht und Solidarität

Einerseits hat Herr Fleischhauer natürlich recht. Wer genügend betucht ist, wird von den genannten Streiks kaum getroffen, was aber auch auf viele andere zutrifft, die keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen und auch keine Kinder im Kita-Alter haben. Der Streik im Güterverkehr könnte aber auch einigen reichen Leuten Geld kosten. Aber wo sind Herrn Fleischhauers Alternativen? Das Streikrecht bleibt sehr wichtig, auch wenn seine exzessive Ausübung unangenehm ist. Dieses Recht wird wohl auch das Tarifeinheitsgesetz nicht ernsthaft und nachhaltig beeinträchtigen können, weil dieses Gesetz entweder verfassungswidrig oder zahnlos sein wird. Warum ich allerdings mit einer Gewerkschaft wie der GdL solidarisch sein soll, wenn ich weder Lokführer noch Gewerkschaftsmitglied bin, leuchtet auch mir nicht ein. Diese Leute vertreten die Interesssen ihrer Mitglieder, nicht die meinigen. Und das womöglich auch noch schlecht, wenn sie damit den sowieso nicht gerade makellosen Ruf der Bahn weiter schädigen.

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zeisig 05.05.2015, 17:31
78. Streik ist Kindergarten.

Zitat von themirage
Schade das man versucht die Gewerkschaften als "die Bösen" darzustellen -- würde die Bahn auf die Forderungen eingehen oder akzeptable Gegenangebote unterbreiten, gäb es auch keinen Streik. Ich sag nur Klassenkämpfe verbinden - warum nicht selber solidarisch mit der GDL zeigen und ebenfalls Streiken? Wenn man mit dem Nahverkehr eh nicht zur Arbeit kommt, kann man die neu gewonnene Zeit doch gleich sinnvoll investieren
Wer ist der Stärkere, wer hält länger durch. Den Bürger in den Schwitzkasten nehmen. "Klassenkämpfe verbinden". Na ich weiß nicht. Das richt nach Mob. Nach dem Motto "wir zeigen's denen da oben mal so richtig". Erbärmliche Relikte aus vergangener Zeit.

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Dark Agenda 05.05.2015, 17:32
79. Sprach der Autofahrer

Zitat von L!nk
Es geht nicht darum, jemanden in die Mangel zu nehmen, sondern Sand in das Getriebe des Systems zu streuen, das dafür sorgt, das die Armen immer Ärmer werden. Aber Herrn Fleischhauer interessiert es nicht, wenn andere für harte Arbeit ungenügend entlohnt werden ....
Was nützt das den Leuten, die im Zementwerk für 8,50€ schaffen? Die müssen ein Taxi zur Arbeit nehmen. Hören sie endlich auf die "Armen" mit den Lokführern in moralische Geiselhaft zu nehmen und vom Sand im Getriebe des "Systems" zu faseln.

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