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Deutschland und die Flüchtlinge: Wir brauchen eine Leitkultur
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Neues Deutschland: So viel Freude über Fremde war noch nie. Lieben wir plötzlich das Bunte - oder wollen wir schon wieder vor uns selber fliehen? Das wird nicht funktionieren. Eine Frage wird immer wichtiger: Was ist eigentlich deutsch?

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nocomment77 03.09.2015, 17:46
150. Mehr Toleranz gegenüber andersdenkenden

Was haben Sie, Herr Augstein, bisher für Flüchtlinge getan? Haben Sie gespendet, jemanden bei sich im Garten aufgenommen, Wasser verteilt? Oder sitzen Sie lieber in Ihrer Villa bei einem guten Gläschen Rotwein und philosophieren darüber was man als Mensch mit Idealen, Herz und Menschlichkeit denken und tun sollte? (Sie haben das dann natürlich schon durchs Schreiben abgegolten und können sich toll fühlen.) Andere Bürger haben andere Probleme und Ängste: dass Wohnungen teurer werden, Arbeit knäpper, Freiheiten eingeschränkt, Kriminalität wächst etc. Unabhängig davon wie berechtigt diese Ängste sind, sollte man sie ernst nehmen und ernsthaft und ehrlich diskutieren, anstatt jeden Kritiker der Flüchtlingsmassen als Rassisten hinzustellen und ein Mundverbot zu erteilen. Es gibt viel zwischen Flüchtlingseuphorie und Flüchtlingshass.

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xm29oicw 03.09.2015, 17:47
151. Ich fass es nicht

Der Autor meint tatsächlich, dass die Mehrheit der Bundesbürger die gleiche Einstellung hat und so denkt wie er....
Allein bei dem Gedanken, dass jemand diesen gesamten Text ernsthaft so meint kann einem schlecht werden.
Nächstenliebe und Verantwortung sind vollkommen in Ordnung und auch in dieser Welt absolut notwendig, sich wissentlich ausnehmen und ausnutzen lassen und dabei seine Kultur und Herkunft allmählich zu verlieren sicher nicht. Ich persönlich und ich denke insgesamt die Mehrheit der Deutschen möchte aber unsere deutsche Kultur behalten. Und das hat für mich nichts mit irgendwelchen braun-faschistischen Ideen zu tun, sondern mit Werten, Tugenden und gewissen gemeinschaftlichen Übereinkünften, die für mich Deutschland und in gewisser Weise auch "Deutschein" ausmachen.
Dazu gehört die Bekenntnis zum Grundgesetz, die Bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft, Tugenden wie Fleiß, Ordnung, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit. Ich bin überzeugt davon, dass in der Gesellschaft, die der Autor offenbar begrüßt und anstrebt, diese Dinge nicht mehr gegeben sind. Man kann ganz neutral und sachlich feststellen, dass die Mehrzahl derer die in den letzten Monaten und Jahren in dieses Land als Flüchtlinge bzw. Asylbewerber eingereist sind, diese Werte und Auffassungen nicht teilen bzw. nicht verstehen, ebensowenig wie sie unsere Sprache und Gesellschaft kennen. Dies allein ist kein Vorwurf bzw. Fehler der Flüchtlinge bzw. Asylbewerber, das Problem ist aber, dass so wie es sich Herr Augstein und ein paar weltfremde Linke in diesem Land es sich vorstellen, die Neuankömmlinge sich nicht an uns anpassen müssen, sondern wir Deutsche möglichst an alle anderen.

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MephistoX 03.09.2015, 17:47
152. Tja, ...

Zitat von fürstätter
Zu wichtigen Werten einer europäischen Kulturgemeinschaft gehört auch Toleranz gegenüber anderen Menschen, die aber gegenseitig gelebt werden muss.
... machen Sie diese Toleranz mal dem wütenden braunen Mob klar, der genau diese "wichtigen Werte der europäischen Kulturgemeinschaft" verachtet. Faschisten kennen keine Achtung vor anderen Menschen, die die eigene faschistoide "Kultur" anzutasten wagen - in DEM Punkt sind sich Islamisten und Nazis in der Tat ziemlich ähnlich, aber: Nur wenige Muslime sind Islamisten, so wie nur wenige Deutsche zum Glück Nazis sind.

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dieter-ploetze 03.09.2015, 17:47
153. wir erfinden uns eine leitkultur

wenn wir eine haben,wissen wir es nicht.denn das
bild das es im ausland von uns gibt,ist nicht unseres.
eine leitkultur auf grundlage der franzoesischen revolution,freiheit,gleichheit,bruederlichkeit ware nicht
schlecht.das ist dann aber eine europaeische leitkultur.
eine rein deutsche leitkultur faellt mir im positiven sinn
nicht ein.

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Lion 03.09.2015, 17:48
154. Eine Leitkultur gibt es nicht - Das Deutsche auch nicht

Wir haben das Grundgesetzt auf dem unsere Gesetzgebung basiert. Das könnte ma, so gut es ist, modernisiert werden an manchen Stellen. Aber das beinhaltet doch sind unserer Grundwerte.
Die Frage "Was ist deutsch" ist so schwammig und unklar und wird auch nicht zu beantworten sein. Das Bier? Die Kirchenglocken am Sonntagmorgen? Die Pünktlichkeit? Die Besserwisserei? Das Autoritätsdenken? Der Sozialneid? Der Auto-Fetischismus?
Aber "Wer ist unter welchen Umständen deutsche(r) StaatsbürgerIn und wie kann man Deutscher /Deutsche im staatsbürgerlichen Sinne werden. Das sind die spannenden Fragen! Wie sieht das denn genau aus mit der Trennung von Religion und Staat? Auch das ist eine spannende Frage. Meinten Sie das, Herr Augstein? Darum wird doch tagtäglich gerungen mit oder ohne Flüchtlingsflut. Die neuen Flüchtlinge werde einige dieser Debatten eventuell neu entfachen. Das ist gut für unser Land aber wir müssen nichts überstürzen. Jetzt haben humanitäre Fragen Priorität. Wir müssen uns nur an unsere Grundwerte im GG besinnen und Ruhe bewahren. Auch Sie, Herr Augstein!

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vogel50 03.09.2015, 17:48
155. Nichts Statisches

Die deutsche Leitkultur ist nichts Statisches, sondern ist gewachsen über Jahrhunderte und wird sich durch positive Einflüsse anderer Kulturen weiterentwickeln. Die deutsche Leitkultur z.B. zu Zeiten Luthers war eine wesentlich andere als heute.
Sie besteht übrigens nicht nur aus dem Grundgesetz, sondern wird auch geprägt durch Kunst, Literatur, gewisse Tugenden und Tradition.

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Lichtgestalt1503 03.09.2015, 17:50
156. Ich

Zitat von schoene neue welt
Ich - 2nd genertion, deutsche Mutter - hatte nie etwas gegen den Begriff " Leitkultur ", solange dieser nicht den subtilen Rassismus widerspiegelte. Lieber Herr Augstein, wir kommen nicht umhin " Leitkultur " im Kontext des immens zunehmenden Rassismus zu diskutieren. Solange ich nicht als Deutscher gesehen werde ( der ich mich fuehle ) , solange wird es innere Widerstaende geben. Solange es seit ueber 1000 Jahren heisst " deutscher Jude " und nicht " Deutscher " oder um die Neugier zu befriedigen hoechstens " juedischer Deutscher " etc., solange wird die Akzeptanz der " Leitkultur " in Frage gestellt sein. Wie koennen Sie verlangen, dass jemand das akzeptiert, wenn er durch Wortwahl, Belehrungen und allein schon durch Blicke ausgeschlossen wird.
lebe seit 46 Jahren in unserem Land und habe noch nie gehört, dass jemand "deutscher Jude" sondern Jude, wenn es um die Religion ging oder eben Deutscher gesagt hat. In Geschichtsbüchern habe ich das gelesen, aber sorry, dieser stille Nazivorwurf mal pauschal an alle hat einen soooooo langen Bart und geht komplett an deutscher Lebensrealität vorbei.

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MephistoX 03.09.2015, 17:55
157. Selbst ...

Zitat von wecan
Zu recht kritisiert der Ungarische Präsident die Deutsche Politik, die sich unverantwortlich verhält.
.. wenn man das so sehen will, berechtigt das nicht, Flüchtlinge pauschalisierend als ""Infektionsgefahr", "aggressive Belagerer" usw. zu diffamieren - die von Ihnen so gepriesene ungarische Regierung verhält sich da keineswegs vorbildlich, sondern schürt gezielt Ressentiments.

Siehe z.B. hier:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/fluechtlinge-in-ungarn-helfen-gegen-den-hass-a-1050665.html

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hanjohöricht 03.09.2015, 17:56
158. *

Zitat von Vergil
Der Krieg in Syrien wäre zu beenden, wenn der Westen - im Grunde an der Seite Assads - gegen den IS mit Bodentruppen vorgeht, ebenso in Libyen, Irak und anderswo. Dann wäre der IS zu besiegen.
Der Westen bräuchte gegen den IS gar nicht Krieg zu führen, der der Westen ist der IS! Es sind unsere Jungs, fanatisiert in unseren Schulen, kämpfend mit unseren Waffen, besoldet mit unserem Geld.

Wer das noch nicht kapiert hat, der kapiert garnichts mehr.

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stoffi 03.09.2015, 17:57
159.

Zitat von ludwig49
...sind vor allem eine Herausforderung. Die typisch deutsche Stärke - mit unseren Fähigkeiten schaffen wir alles - ist gefragt. Eigentlich sollten wir stolz darauf sein, dass Deutschland für Flüchtlinge ein Zielgebiet ist,weil dies anscheinend das einzige Land ist, dem diese Menschen vertrauen und Hilfe erwarten können. Die Politik sollte unverzüglich handeln, und gleichzeitig aber Flüchtlinge aus sicheren Gebieten (Balkan) unter Strafandrohung bei Wiederkehr sofort abschieben.
"Die Eigendynamik dieser Migrationswelle überrascht selbst die Kritiker, die schon lange vor den zu erwartenden Ausmaßen gewarnt haben. Weltweit hat sich herum gesprochen, dass Deutschland jeden aufnimmt und versorgt. Selbst in Indien und Pakistan (sozusagen am anderen Ende der Welt) brechen Menschen auf und ihr Ziel ist Deutschland. Die meisten anderen Länder der EU verweigern sich der Flüchtlingsaufnahme, denn je mehr sie aufnehmen würden, desto mehr würden aufbrechen. Diese Betrachtung mag zynisch sein, aber sie entspricht eben der Realität. Unsere Kanzlerin will uns mehr oder weniger erklären, dass wir die Herausforderungen meistern können, wenn wir uns anstrengen. Aber das können wir nicht. Vielleicht können wir die diesjährigen Flüchtlinge noch größtenteils integrieren, aber über die kommenden Jahre werden wir absolut sicher an unsere Grenzen stoßen. Eine Million Flüchtlinge pro Jahr zuzüglich Familiennachzug und mit steigender Tendenz, das können wir beim besten Willen nicht schultern. Dazu sagt die Kanzlerin aber nichts. Es ist fast so, als ob sie zu Kleinkindern spricht, denn offensichtlich erwartet sie, dass ihre Zuhörer nicht soweit in die Zukunft denken können."Ein Artikel, der dieses Dilemma auf den Punkt bringt
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kommentar-von-jasper-von-altenbockum-zu-fremdenfeindlichkeit-13776677.html

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