Forum: Politik
Deutschland und die Flüchtlinge: Wir brauchen eine Leitkultur
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Neues Deutschland: So viel Freude über Fremde war noch nie. Lieben wir plötzlich das Bunte - oder wollen wir schon wieder vor uns selber fliehen? Das wird nicht funktionieren. Eine Frage wird immer wichtiger: Was ist eigentlich deutsch?

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nomadas 04.09.2015, 05:37
290. Am deutschen Wesen soll die Welt...

Der Chefredakteur von DIE RHEINPFALZ, also ein Kollege von ihnen, Herr Augstein, sagte es kürzlich: "Wir brauchen eine klare Friedenspolitik"! Ganz schlicht und ergreifend! Doch, solange kein wahrer Frieden in uns selber herrscht, solange kann auch außen kein Frieden herrschen. Und das, obwohl wir doch ab `45 von der Kriegskutur zur Friedenskultur mutierten. Obeflächlich betrachtet. In Wahrheit blieb alles auch weiterhin sehr kriegerisch. Unser neues Schlachtfeld wurde die Wirtschaft. Wir führten und führen bis heute ganz besonders gerne "Vertiebsoffensiven". Oder was uns auch so gut gefällt sind "feindliche Übernahmen". Das gesamte businessVokabular ist verdeckter Militärchargon. Die Bosse sind quasi die Generalität. So gehen wir denn auch folglich mit dem Planeten um, mit Pflanzen, Tieren, Menschen. Alles wird verbraten, verbraucht, vermarktet, vernichtet. Sogar ein Eneast gibt es heute endlich zu:"Der Status quo führt in die Selbstzerstörung", sagt Monsieur Macron, der französische Wirtschaftsminister. Die Deutschen haben es nach 70 Jahren endlich wieder ganz nach oben geschafft. Von 1000-jährigem Reich, Herrenrasse und Weltherrschaft kamen sie via Untergang zur Exportweltmeisterschaft. Sehen sie Herr Augstein, das ist Deutschland. Unverwüstlich. Vor 70 Jahren die Auschwitzerfinder, heute die Willkommenenskultur-Europameister. Deutscher geht es nicht. Immer schön von einem Strassengraben in den anderen. Von einem Extrem ins andere fallen. Nur eins ist klar, es ist nicht das deutsche Volk per se, das so ist, nein, es sind seine immer gleichen Typen hinter den Kulissen, Elitenkontinuität, lieber Herr Augstein!

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nullneunelf 04.09.2015, 06:46
291. Sie machen

genau den gleichen Fehler, den Sie so gerne anderen vorhalten. Ein kleiner Seitenhieb auf zu viel Hilfe in München darf auch nicht fehlen das sind Sie sich schließlich schuldig. Dabei verwenden Sie, wie alle medialen Indoktrinatoren, in identischer Dümmlichkeit für eine riesige Zahl von Personen den Begriff "die Deutschen", ebenso eine völlig abwegige Bezeichnung wie "die Flüchtlinge". Sie verwenden die gleiche Sprache wie die dumpfesten Verallgemeinerer, die Sie ja so gerne und sicher zutreffend genau dafür anprangern. Die simple Erkenntnis, dass "die Deutschen" offensichtlich nicht so homogen schlecht sind, wie es Ihr feuchtester Wunschtraum ist, ist offenbar zu hoch für Sie.

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snoook 04.09.2015, 07:36
292. Typisch Deutsch ist vor allem, erst einmal Begriffe zu definieren.

z.B. Leitkultur o.ä.
Oder aber Aufrufe zu starten, wie in diesem Artikel (extreme Form: Besserwissertum). Macht auch nix - so sind wir eben.
Das mit dem Grundgesetz ist natürlich Quatsch, weil es die Politiker selbst (vor allem die Grünen!) waren, die es aushölten.
Ihr wollt immer eine Definition "Was ist Deutsch?" Die gibt es (glücklicherweise) nicht. So kann jeder ein Deutscher werden, wenn er will ;-)

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freiwilligfrei.de 04.09.2015, 07:51
293.

Zitat von the.sprevan
wir schaffen das schon. Die Zeit wird zeigen, ob es dann auch so kommt. Unsere Leitkultur sind die ersten Artikel des GG, wie Menschenwürde, Meinungsfreiheit usw, unsere Sprache, unsere Traditionen und Bräuche. Ich befürchte, dass sich eher Paralelgesellschaften bilden werden, als echte Integration. Deutschland hat es bisher auch nicht geschafft, die schon vor einiger Zeit eingewanderten Menschen zufriedenstellend zu integrieren.
Dass im GG von Grundrechten die Rede ist, ist Makulatur, da im gleichen GG drinsteht, dass die Grundrechte je nach Lust und Laune vom Gesetzgeber mit Füßen getreten werden können. Was definitiv auch geschieht.

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nobody_incognito 04.09.2015, 08:09
294. Kultur(-Revolution)...

...oder "Scheitern als Weg" (zur Erlösung)...
"Das Unvereinbare" legt doch irgendwo den Verdacht nahe, dass sich hinter den Kulturen eine deterministsche Schöpferkraft verstecken könnte. In jedem von uns steckt viel mehr Kultur als dies unserem narzisstischen Wesen bewusst ist, weil es in Sprache (Dialekt) und frühkindliche Prägung/Konditionierung reicht. Menschwerdung hat vllt. mit Überwindung des Narzissmus zu tun. Liegt darin vllt. der Schlüssel zur Erkenntnis und "reiner Vernunft", die ohne Transzendenz nicht "machbar" ist, bzw. müsste man Spiritualität nicht erfinden, wenn sie nicht irgendwo doch real wäre? Wenn sich jedeR um sein eigenes Seelenheil kümmern würde, wär doch die Welt schon perfekt.

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Hythlodeus 04.09.2015, 08:09
295.

Zitat von Celestine
"Eine sonderbare Dialektik der Geschichte: Am Ende wird Deutschland beides haben, Leitkultur und Multikulturalität.", so Augstein. In aller Hilfsbereitschaft und dem Willen, die Flüchtlinge anzunehmen, finde ich den Satz nicht ganz richtig. Die Multikulturalität wird zum großen Anteil islamisch geprägt sein, das heißt: religiös geprägt. Mit Multikulti verstehe ich etwas anderes. Denn immer mehr Muslime scheinen ausgeprägt islamisch leben zu wollen. Das ist nicht multikulti, sondern eine religiös geprägte Lebens-weise, mit zT steigender Tendenz, sich immer mehr von der westlichen Lebensart abzugrenzen. Inwieweit es gelingt, dieser Entwicklung durch "Leitkultur" entgegenzuwirken, bleibt abzuwarten.
Völlig richtig. Es ist nun mal so, dass eine rückständige Denkstruktur, deren Bestand mit dem Ablehnen des modernen aufgeklärten Gedankentums nur sich erhalten kann, sich in den weich gespülten diskursfreudigen Gesellschaften durchsetzt, weil sie auf den Diskurs pfeift.

Die Schäfchen dieser Denkstruktur können ihre einfach gestrickte Welt durchexerzieren egal, was auf sie zukommt. Dummerweise befeuern wir das, da wir den Mist aus den Medienkanälen des Hinterwaldes, die Protagonisten des ausgrenzenden nationalistischen Hinterwald mit Schnäuzer den Hinzukomm(ge)kommenden hier so einfach auf dem Präsentierteller anbieten. Integrationsarbeit geht anders.

Aus den Kreisen, aus denen die Flüchtlinge stammen, hat es nie eine Leitkultur heraus gegeben, die richtig zum Leben im Heute anleitet. Deshalb dürfen wir auch keine haben.

Weitermachen und sich den nächsten Bodensatz in der Gesellschaft heranziehen. Hat was

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Rebellierender 04.09.2015, 08:36
296. Herzliche Grüße nach Frankreich.

Zitat von 93160
Etwas sagt mir, Sie moechten mich beleidigen. Nur, ich kann es nicht greifen. Sie haben rechjt wenn sie meinen, stolz auf etwas zu sein, fuer was man nie gearbeitet hat oder gekaempft hat. da bin ich ganz bei Ihnen. .....
Es dürfte generell schwer sein, den "typischen Deutschen" zu verstehen. Er versteht sich nämlich meist selbst nicht unbedingt. Aber vielleicht kann ich Ihnen ja eine kurze - ebenso typische - Beschreibung liefern:

Er versteht sich nicht nur als Mensch, sondern als "reinen und Übermenschen". Er ist jedem anderen Menschen allein schon deshalb, weil er seine Nationalität als "deutsch" bezeichnet, überlegen. Er ist stolz, obrigkeitshörig zu sein. Er glaubt heutzutage immer noch, einem Volk der Dichter und der Denker anzugehören; übriggeblieben ist aber ein geistiger Horizont, der maximal seinen Kontostand erreicht, wenn er denn mal über seinen Tellerrand hinausreichen sollte.

Gern gebe ich zu, dass es viele wohltuende Abweichungen in Deutschland gibt. Ich kann nur froh darüber sein, dass Deutschland durch die Zuwanderung noch bunter wird.

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nobody_incognito 04.09.2015, 09:08
297. Frage

Zitat von MrMetaphysic
"Es kennzeichnet die Deutschen, dass bei ihnen die Frage "Was ist deutsch?" niemals ausstirbt." Jenseits von Gut und Böse, Achtes Hauptstück: Völker und Vaterländer
Tja, was ist Identität, was Mensch, was Vernunft? "Völkerverständigung" war mal ein Ansatz kulturelle Animositäten zu überwinden und zu einer menschlich "solidarischen" Meta-Kultur zu gelangen. Was die Welt derzeit (noch) halbwegs zusammen hält, wird wohl die Meta-Kultur des amoralischen Mammons sein und der Angst, dass ohne seine "ordnende Hand" die Welt im Chaos versinken wird.

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Schweigbrecher 04.09.2015, 09:26
298. Wilde Entschlossenheit

Zitat von Wildes Herz
...und während Sie hier nur wortreich Ihre Übelkeit publik machen, sind gerade zig-tausende Menschen in Deutschland (darunter auch ich) als freiwillige Helfer im unermüdlichen Einsatz, um diese Menschen (ja, auch männliche Muslime!) willkommen zu heißen, sie zu unterstützen, sie......
Ihr Engagement in allen Ehren...
Für mich stellt sich die Frage ob ihnen klar ist, dass Sie ihr ganzes Leben auf dauerhafte Sozialarbeit umstellen werden müssen. Und mit Ihnen zusammen werden hunderttausende andere Menschen bereit sein müssen dies zu tun, damit das Maß an erforderlicher Integrationsarbeit geleistet werden kann, das nötig ist um den vielen hier ankommenden Menschen eine Perspektive zu geben.

Sind Sie wirklich dazu bereit und glauben Sie, dass es hunderttausende andere Mitbürger/innen auf Dauer auch sind?

Ihre Einstellung ist nur dann hilfreich, lobenswert und vor allen Dingen durchzuhalten wenn der Zustrom neuer Flüchtlinge ganz schnell begrenzt wird!

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Hank Hill 04.09.2015, 09:36
299. Helmut Schmidt

hat mal gesagt daß ihm an unserer Nationalhyme die Reihenfolge der Werte nicht gefällt: erst die Einigkeit, dann das Recht und erst am Ende die Freiheit. Ein freies Deutschland wäre ein Land ohne Vollkasko-Versorgungsmentalität. Der Begriff "Vater Staat" paßt zu Deutschland. Die Deutschen wollen vom Staat beschützt und versorgt werden. Wir brauchen keine neue Leitkultur sondern einen schlankeren Staat. Mit der Betonung auf mehr Eigenverantwortung. Weniger Gesetze die Alles bis ins Kleinste reglementieren, weniger Behörden, weniger Politíker, etc. Doch ich glaube die meisten Deutschen hätten Angst so ohne "staatlichen Schutz" zu leben. Ihnen wird die fadenscheinige "Einigkeit" immer über die größere Freiheit gehen.

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