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Deutschland und die Flüchtlinge: Wir brauchen eine Leitkultur
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Neues Deutschland: So viel Freude über Fremde war noch nie. Lieben wir plötzlich das Bunte - oder wollen wir schon wieder vor uns selber fliehen? Das wird nicht funktionieren. Eine Frage wird immer wichtiger: Was ist eigentlich deutsch?

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schlamassel_hoch_12 03.09.2015, 16:12
80. ok, dann aber wirklich.

Normalerweise halte ich von den Augstein-Kolumnen nicht allzu viel. Diesmal hat er aber meine Zustimmung. Hätte man vor 10-15 Jahren, als die Leitkultur-Sau schonmal vehement durch das Dorf getrieben wurde, die Debatte geführt anstatt sich daran aufzugeilen, dass allein der Begriff "deutsche Leitkultur" rechte Gesinnung offenbart, wären wir heute weiter. Daher: Diskussion ja, aber dann auch wirklich bis zu einem brauchbaren Ergebnis.

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PeterSch 03.09.2015, 16:15
81. Leitkultur ohne Patriotismus funktioniert nicht!

Wir können den Zuwanderern soviele Gesetzestexte, Ratschläge, Leitfäden und sonst was zur Hand geben. Das alles ist doch völlig emotionslos und schafft keine Verbundenheit!
Patriotismus ist für die einfachen Leute sehr viel einfacher zu greifen, als irgendwelche komplizierten Gesetzestexte.

Wirkliche Verbundenheit wird nun mal nur durch Gefühle ausgelöst! Gemeinsame Gefühle! Deutschland unterschätzt konsequent, was Patriotismus und Nationalstolz für den Zusammenhalt der eigenen Gesellschaft, aber auch für die Aufnahme von Einwanderern bedeutet. Bei der WM 2006 habe ich Deutsche und Türken gesehen, die sich vor lauter Freude gemeinsam in den Armen lagen. So viel Verbundenheit zwischen Deutschen und Türken habe ich davor noch nie erlebt.

Überhaupt, warum sollte Deutschland heute nicht stolz auf sich sein? Wir leben in Frieden, Freiheit und Wohlstand. Wir kümmern uns um den Zusammenhalt in Europa und sind eine offene Gesellschaft.
Warum sollte man dafür keine offenen, patriotischen Gefühle zeigen dürfen?
Nationalstolz und Patriotismus haben eben nicht nur was mit braunem Dreck und dunklen Diktaturen zu tun. Sie können auch für Gesellschaften wie unsere einen positiven Effekt haben, den man mit Geld und anderen Mitteln niemals erreichen kann.

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Na Sigoreng 03.09.2015, 16:15
82. Sie wohnen doch nicht etwa in D?

Zitat von Wheredoyouwanttogotoday?
Vor 30 Jahren in New York, in London und Paris, vor 25 Jahren in Stockholm, überall waren die Menschen viel bunter als in Deutschland. Interessanter, alles war vielfältiger. Die Musik, die Kleidung, das Essen, die Sprachen. Ich zog in immer größere Städte in D und sah doch nur weiße langweilige Gesichter, wie in einem Spiegel. ... ich habe noch nie Probleme mit ausländischen Nachbarn gehabt, immer nur mit deutschen Spießern, die irgendwas meckern oder schlecht reden über andere. ...
Sie wohnen doch nicht etwa in D?
Und wenn doch - was treibt Sie zu uns Spießern?
Die soziale Hängematte?

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wolly21 03.09.2015, 16:15
83. Leitkultur

sollte unsere gemeinsame Sprache sein. Und Kenntnis dieser Sprache, nicht nur zur alltäglichen Kommunikation, sondern auch von Anfang an, vom Walter von der Vogelweide und dem Minnesang, über die Luthersche Bibelübersetzung, über die Aufklärer und Philosophen, die Klassiker Goethe und Schiller (sein "Freude, schöner Götterfunken..." ist ja schon Europahymne), über die Brüder Mann, Günther Graß....

Die SPRACHE ist's, was uns Deutsche verbindet. Deswegen sind ja auch die Sprachkurse für die zu uns Kommenden so wichtig zur Integration.
Und mit der Sprache lernen sie dann auch unsere Geschichte mit.

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Umbriel 03.09.2015, 16:16
84. die eu

ist viel wichtiger als Einzelstaaten. die meisten EU Staaten sollen sofort integrieren zu föderalen Staat mit sinnvoller Struktur. Paris schlage ich als Hauptstadt vor, dann wird es auch funktionieren.

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spon-facebook-550817439 03.09.2015, 16:16
85. Deutsch ist...

der unerschütterliche Wille für Freiheit und Recht einzutreten, die Würde des Menschen zu achten und zu schützen.

Diese Prinzipien müssen wir den Ankommenden beibringen. Dazu braucht es eventuell garnicht so viel. Immerhin könnte schon die simple Tatsache als Lektion dienen, dass Länder, die diese Prinzipien nicht vertreten versagen und scheitern, a la Syrien.

Die Asylsuchenden müssen sachte an diese neue Gesellschaft herangeführt werden, in der Menschen Alkohol trinken und Sex haben, mit wem es ihnen beliebt. Die persönliche Freiheit muss erst gelernt werden, denn das heißt auch die des Anderen zu achten. Hierin liegt vielleicht die schwerste Aufgabe.

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Willi Wacker 03.09.2015, 16:16
86.

Zitat von m.breitkopf
Wir brauchen auch eine europäische Leitkultur! Und Frau Merkel sollte noch heute alle Regierungschefs der EU zusammentrommeln und so lange verhandeln bis eine gemeinsame und faire Lösung für alle herauskommt. Das betrifft die Außensicherung der Grenzen, die Schaffung von legalen Fluchtwegen, die gerechte Verteilung der Flüchtlinge und auch konsequente Abschiebung bei Ablehnung des Asylantrages.
Ungarn kümmert sich um die Sicherung der Aussengrenze (weil es denen Spaß macht?) und wird genau dafür von Schulz und Co kritisiert.

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maxweber 03.09.2015, 16:16
87. Wer Flüchtlinge abwehren wollte

müsste nur alle Kommentare von Herrn Augstein in verschiedene Sprachen übersetzen und über den Herkunftsländern abwerfen. Dann würden die Menschen dort denken, Deutschland sei ein ganz furchtbares Land, regiert und egoistischen Frühkapitalisten und Nationalisten, wo die Menschen unter Ausbeutung und Despotie leiden. Offenbar haben die Flüchtlinge aber ein ganz anderes Bild von Deutschland, jedenfalls nicht das von Herrn Augstein.

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PeterSch 03.09.2015, 16:16
88. Leitkultur ohne Patriotismus funktioniert nicht!

Wir können den Zuwanderern soviele Gesetzestexte, Ratschläge, Leitfäden und sonst was zur Hand geben. Das alles ist doch völlig emotionslos und schafft keine Verbundenheit!
Patriotismus ist für die einfachen Leute sehr viel einfacher zu greifen, als irgendwelche komplizierten Gesetzestexte.

Wirkliche Verbundenheit wird nun mal nur durch Gefühle ausgelöst! Gemeinsame Gefühle! Deutschland unterschätzt konsequent, was Patriotismus und Nationalstolz für den Zusammenhalt der eigenen Gesellschaft, aber auch für die Aufnahme von Einwanderern bedeutet. Bei der WM 2006 habe ich Deutsche und Türken gesehen, die sich vor lauter Freude gemeinsam in den Armen lagen. So viel Verbundenheit zwischen Deutschen und Türken habe ich davor noch nie erlebt.

Überhaupt, warum sollte Deutschland heute nicht stolz auf sich sein? Wir leben in Frieden, Freiheit und Wohlstand. Wir kümmern uns um den Zusammenhalt in Europa und sind eine offene Gesellschaft.
Warum sollte man dafür keine offenen, patriotischen Gefühle zeigen dürfen?

Nationalstolz und Patriotismus haben eben nicht nur was mit braunem Dreck und dunklen Diktaturen zu tun. Sie können auch für Gesellschaften wie unsere einen positiven Effekt haben, den man mit Geld und anderen Mitteln niemals erreichen kann.

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sonic29 03.09.2015, 16:16
89. Demokratie beibringen?

Zitat von Wheredoyouwanttogotoday?
Vor 30 Jahren in New York, in London und Paris, vor 25 Jahren in Stockholm, überall waren die Menschen viel bunter als in Deutschland. Interessanter, alles war vielfältiger. Die Musik, die Kleidung, das Essen, die Sprachen........
Ich muss bei solchen Beiträgen immer spontan an den letzten Fleischhauer-Kommentar denken.
Zu Demokratie gehört natürlich dass man über die entsprechenden Willensbildungsprozesse den Wünschen und Bedürfnissen der Mehrheit Rechnung trägt. Und die unterscheiden sich möglicherweise von den Ihren. Man kann ja auch demokratiekonform und viel einfacher Konsequenzen aus seiner Abneigung gegen deutsche Mitbürger oder seine Vorliebe für Bunt-Kulturelles ziehen - indem man wegzieht. Möglicherweise kommen übrigens viele Migranten hauptsächlich hierher, weil Sie gern mit den "deutschen Spießern" zusammenleben wollen oder die hiesige Kultur (darum ging es u.a. in Augsteins Kommentar) zumindest attraktiver finden. Es gibt da einige Beispiele in meiner Nachbarschaft...

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