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Deutschland und die türkische Militäroperation in Syrien: Zum Zuschauen verdammt
Foto: Anas Alkharboutli/dpa

Der türkische Einmarsch in den Norden Syriens bringt die Bundesregierung in die Bredouille: Die Deutschen zeigen sich sehr besorgt, sind aber machtlos. Gibt es einen Ausweg?

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newage85 14.10.2019, 19:11
1. Peinlich

Es ist nicht lange her, da war Hr. Steinmeier dort und hat sich Medienwirksam in Händeschütteln und Lob ergossen. Hat Werbung für die EU-Aufnahme gemacht...


Er hätte es in seiner Position besser wissen sollen.

Meiner Meinung nach werden wir mit der Türkei nicht zum letzten Mal unser blaues Wunder erleben.

Die Bundesregierung soll sich endlich klar gegen eine Zusammenarbeit mit der Türkei positionieren.

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Evere2013 14.10.2019, 19:19
2. Mitnichten!

Art 5 setzt einen Angriff voraus. Es ist aber die Türkei, die angreift. Syrien verteidigt sich gegen den Angriff. Also greift Art 5 überhaupt nicht.
Darüber hinaus bedeutet Art 5 nicht, dass alle NATO Staaten sofort mit eigenen Truppen in die Türkei verlegen.
Also einfach mal lesen und denken, bevor man redet.

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whitewisent 14.10.2019, 19:25
3.

Das Problem ist, dass dort seit Jahren keine konzeptionelle Realpolitik mehr gemacht wird, sondern die Außenpolitik Deutschlands (und der EU) scheinbar darin besteht, möglichst medienwirksam in der Tagespolitik die Stimmung an der Heimatfront einzuschläfern. Nun fliegt uns der ganze Laden um die Ohren und man merkt, daß man es versäumt hat, sich außer dem Kriegstreiber Saudi Arabien mit seinem Fundamentalislam Partner und Gesprächspartner zu sichern. Man weiß nur, gegen wen man ist. Und das auf einem Feld, wo die Anzahl der Parteien sogar ziemlich übersichtlich ist (im Gegensatz zu Afghanistan). Will man auf der Seite der Kurden, der sunnitschen Araber, Schiiten oder der Türkei stehen? Vier Optionen, wenn man den IS und Assad als direkte Partner ausschließt. Sollte also relativ einfach sein, dort sich zu positionieren. Wenn man für die Kurden ist, muss man eben dann auch mit denen auf Assad zugehen, oder man ist einfach kein Partner und Player dort. Die Waffen gibt es auf dem Weltmarkt, da sind Liefergenehmigungen nicht das Papier wert. Selbst Israels Waffenschmieden dürften bereit stehen, die Kurden gegen die Fanatiker zu unterstützen.

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Piantao 14.10.2019, 19:27
4. "sehr besorgt aber machtlos"

Natürlich ist Deutschland und der Rest der EU machtlos. Man kann sich ja nicht einmal in Brüssel auf ein gemeinsames Vorgehen gegen den Despoten Erdogan einigen. So bleibt es bei lächerlichen Einzelaktionen, wie zum Beispiel das Fernbleiben des französischen Außenminister beim Fussballspiel Frankreich gegen Türkei. Sollte hier sogar noch jemand an etwas militärisches denken, dann natürlich erst recht ohne Deutschland. Unsere BW ist nicht einsatzfähig und ohne kompetente Führung.

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dirkcoe 14.10.2019, 19:28
5. Aber die EU

könnte umgehend die Beitrittsgespräche mit der Türkei beenden und alle Wirtschaftshilfen auf Null setzen - aber selbst dafür sind die Hosen zu voll. EU - ein Haufen der Erbärmlichkeit.

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chimm 14.10.2019, 19:30
6. Europa muss fähig zu Machtpolitik werden

Frankreich wäre wohl dazu bereit, Deutschland nicht. Aufbau einer an dem Grenzen der EU einsatzfähigen Europäische Armee, die von Russland, Türkei etc. respektiert wird. Seit die USA sich aus politisch Europa zurückziehen, müssen wir selber unseren Hinterhof als Aufgabe ansehen. Russland hat nichts in Syrien zu suchen, das ist wenn Einflussspähre Europas, da wir essentiell von den Instabilitäten dort betroffen sind. Klar das ist völlig unrealistisch, was mich allerdings deprimiert, was die Zukunft Europas als Spielball des 21 Jhd angeht. Wir sind keine Mitspieler mehr.

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bigroyaleddi 14.10.2019, 19:30
7. Türkei und EU - niente

Nach dieser Invasion ist ein Nachdenken über eine evtl. EU-Aufnahme endgültig erledigt. Der Sultan hat auch offensichtlich dafür kein weiteres Interesse. Alle von türkischer Seite kommenden Äuerungen diesbezüglich sollen den Europäern höchstens ein schlechtes Gewissen machen.

Aber solange Erdo dort regiert und osmanische Großmachtsträume hat, können wir diesen getrost vergessen, Und bitte bitte, sich nicht von Erdo wg. einer evtl. Grenzöffnung unter Druck setzen lassen. Vorher drehen wir ihm von hier aus den Geldhahn ab. Und ja, die Trumpschen Äußerungen bezüglich der Türkei haben mir ausmahmsweise mal gefallen.

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Nikos34 14.10.2019, 19:33
8. Zum zuschauen verdammt?

Was für eine Lüge! Gegen kleinere Staaten, die Geld schuldeten wusste man ganz genau was zu tun ist, aber sorry, da ging es ja um Geld und nicht um Menschenleben. Deutschland verhält sich so, wie es sich die Jahre nach dem 2WK verhält. Anfangs noch verständlich, spätestens jedoch seit dem Shah-Besuch unbegreiflich.
Klare und eindeutige Absage an einen EU-Beitritt der Türkei
Klare Sanktionen im wirtschaftlichen Bereich
Und gebt diesem Vollhorst und anderen Despoten keine Bühne mehr. Schon gar nicht in Deutschland.
Wir sollten doch gelernt haben, dass man mit Despoten NIE vernüftig leben kann. Anscheinend nicht, und das gilt nicht nur für D.

Klare Ansprachen der EU und vor allem D auch was die ständigen Ansprüche in fremdem, vom internationalen Seerecht anerkannten Gebieten die auch EU -Gebiete sind.

Warum sagt ihr Politiker nicht einfach "wir haben Angst". Angst dass die hier lebenden Türken mit und ohne dt. Pass, dass ist egal, zu viel Unruhe stiften könnten. Das habt ihr nicht im Griff.

Fördert die moderaten Türken, die ihr Heimatland lieben aber nicht Personen, den diese Türken haben in D und in Europa keine Stimme.

Die tanzen Euch auf der Nase herum, im eigenen LAND! und ihr kommt mit irgendwelchen Gutmenschentum. Gegen Leute wie Erdogan kannst Du reden soviel du willst. Ein Wolf wechselt das Fell aber er bleibt ein Wolf.

Das zieht sich wie ein rotes Tuch in D. Man versucht uns glaubhaft zu machen, dass man mit Menschen, die z. T. freiwillig Ihre Kinder in den Tot schicken oder eigene Landsleute drangsalieren (nicht (nur) Türken) verhandeln, sprechen, sie ändern kann.......Mann, das kann alles nicht wahr sein.

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Bohrwurm 14.10.2019, 19:34
9. Deutschland will doch machtlos sein.

Deutschland will doch machtlos sein. Ist doch unser Ideal seit 1945 und steht so der Verfassung. Nun wird es ernst damit. Scheckbuch Diplomatie geht auch nicht mehr. Erdogan würde zwar das Geld jederzeit nehmen aber dann seine Soldaten davon ins nächste Bordell schicken und weiter machen. Und wenn die NATO erst mal Geschichte ist und die Groch Fock dazu können wir uns zum offenen Land erklären und nur noch beten.

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