Forum: Politik
Deutschland und die USA: Geht's noch?
DPA

Ärger über Handel, Verteidigung, Energie - die transatlantische Entfremdung schreitet voran. Die Kanzlerin wirbt leidenschaftlich für mehr Zusammenarbeit - aber was ist ihr Plädoyer wert?

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domino3116 18.02.2019, 10:02
140. Und weil das so ist,

Zitat von Palmstroem
Deutschland ist nicht Europa. Die osteuropäischen Staaten sehen die Beziehingen zu Russland auf Grund ihrer Erfahrungen anders als wir. Frankreich und Großbritannien haben als Atommächte ein anderes Standing als wir. Und dem Süden Europas liegt vor allem die Lage in Afrika und im Nahen Osten näher als Russland. Eigentlich steht Deutschland ziemlich alleine. Und die Hoffnung auf eine gemeinsame europäische Verteidigungspolitik ist nur eine Schimäre - denn dazu bräuchte es vor allem eines - gegenseitigem Vertrauen.
... sollten wir Deutschland neutralisieren. Dann können die alle ihren Dreck alleine machen. So wie es derzeit läuft, ist Deutschland immer an allem schuld. Wenn ein neuer US-Krieg geführt wird, ist Deutschland schuld, wenn wir mal ausnahmsweise nicht mitmachen. Wenn die Polen Geld brauchen, ist die heutige deutsche Jugend daran schuld, weil sie keine Reparationen für einen Krieg zahlen will, der vor 80 Jahren begonnen hat. Wenn MERKEL die Flüchtlinge aus Ungarn 2015 hat nach D weiterreisen lassen, muss sich D nachher noch von Orban verscheissern lassen! Wenn die Amis deutsche Autos kaufen, ist Deutschland eine nationale Gefahr für die USA. Wenn Deutschland eine Gasleitung durch internationales Gewässer baut, brüllen gewisse Festlandsnationalisten auf, weil sie nur dann mit verdienen können, wenn die Leitungen über ihr Territorium gehen. Aber wenn sie Angst vor den Russen haben, sollen unsere Soldaten die Ostgrenze verteidigen. Fazit: man ist nur an deutschem Geld interessiert. Ansonsten sind wir der Buhmann für alles, was derzeit in der Welt schief läuft. Und wenn dann eine Frau Merkel, die ausgleichen will, in unverschämter Weise beschimpft wird, leider auch durch eigene Kräfte, sollte man sich mal vor Augen halten, wie es ausgeht, wenn Deutschland durch soviel Bashing wieder in alte Verhaltensmuster zurück fällt. Aber daran ist es dann ja auch wieder allein schuld.

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wiseguyno1 18.02.2019, 10:04
141. Der ganze Irak-Krieg ...

Zitat von funkstörung
meiner meinung nach war das damals schon ein fehler. niemand hätte von den deutschen erwartet das sie tatsächlich soldaten in nennenswerten umfang in das kriegsgebiet schicken würden, aber man hätte eine symbolische unterstützung erwartet. das wurde in amerika nicht vergessen.
.. war damals schon ein Fehler!
Niemand hätte von den USA (seit Tonking) erwartet, daß sie tatsächlich so etwas wie "Begründungen" dafür liefern, um überall in der Welt ihre Kriege vom Zaun zu brechen, aber man hat symbolische Lügen erwartet (und auch bekommen).
DAS, verehrte funkstörung, wurde in Deutschland nicht vergessen.

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Pless1 18.02.2019, 10:11
142. Guter Beitrag!

Zitat von thorgur
wenn Trump wiedergewählt wird. Unmöoglich ist das nicht. Und selbst nach Trump werden die USA nicht mehr der selbe Staat sein wie früher. Es wird Zeit für Europa erwachsen zu werden und auf eigenen Beinen zu stehen. Bzgl. Frau Merkel kann man nur sagen, dass Ihr geplanter Austritt aus der Politik, sie zu befreien scheint. Hätte sie nur immer so agiert wie die letzten Wochen/Monate. Aber das hat man häufig, dass sobald ein Ende absehbar ist, die Menschen auf einmal viel befreiter handeln als zuvor.
Die Präsidentschaft Trumps sollte Geburtshelfer für ein erwachsenes, eigenverantwortliches und geeintes Europa werden. Eigentlich ist das die einzig vernünftige Lehre, die man daraus ziehen kann. Leider sieht es gegenwärtig nicht danach aus, auch in Europa handelt man zunehmend nach Partikularinteressen.

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Pless1 18.02.2019, 10:16
143.

Zitat von mostly_harmless
Ich denke die deutschen Autobauer sollten in den USA für die USA produzieren und jegliche Produktion für den Weltmarkt aus den USA in andere Länder verlagern. Die Teile für die Endfertigung in den USA kann man abenfalls ausserhalb der USA produzieren lassen. Das ist die einzige Sprache, die Trump versteht. Und wenn das in den USA diverse zehntausend Arbeitsplätze kostet, sollen die Leute sich bei Trump bedanken
Es ist allerdings nicht die Aufgabe der deutschen Autobauer, deutsche (nationale) Interessen zu vertreten. Die Autobauer vertreten nur ihre eigenen Interessen und sie werden nichts tun, was Trump ihnen negativ auslegen wird. Denn genau das liegt nicht in ihrem Interesse. Sehr gut war das zu sehen, als Daimler und Co. in der Iranfrage eingeknickt sind.

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draco2007 18.02.2019, 10:24
144.

Zitat von Pless1
Ich bin nun wahrlich kein Freund dieses unwürdigen Präsidenten. Aber hier hat er ausnahmsweise Recht. Der "IS" ist eine Terrororganisation, die sich zu großen Teilen aus Konvertiten aus Europa zusammensetzt. Für diese Organisation kämpfen also jede Menge Belgier, Franzosen, Briten, Deutsche etc. Für diese Menschen kann man schwerlich Trump verantwortlich machen. Im Grunde gehörten sie vor Ort vor ein Kriegsverbrechertribunal. Das wird es aber nicht geben, da sich einer der Hauptkriegsverbrecher mithilfe Russlands, des Iran und der Türkei an der Macht halten konnte. Wollen wir nun Deutsche, die in Syrien zu Kriegsverbrechern wurden, einem anderen Kriegsverbrecher ausliefern, der sie dann tötet? Das wird wohl nicht gehen. Es bleibt somit eigentlich nur die Rücknahme und ein Prozess in den jeweiligen Heimatländern.
Trump kann man nicht dafür verantwortlich machen, aber sehr wohl die USA.

Die USA waren es, die im Irak und in Afghanistan Krieg angefangen haben, NICHT die EU.
Die USA haben diese Länder soweit destabilsiert, dass ein IS überhaupt erst entstehen konnte.

Die USA steht ebenso für den JEDEN Flüchtling aus Afghanisten und dem Irak in der Verantwortung. Indirekt auch für jeden syrischen Flüchtling. Da sehe ich aber keine Verantwortung.

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trex#1 18.02.2019, 10:43
145.

Zitat von babbelnet
Und dass Sie Nord Stream 2 gegen alle anderen EU Partner verteidigt ist nur als Abschiedgeschenk an Putin zu verstehen.
Erstens haben die anderen EU-Staaten damit rein überhaupt nichts zu tun und sind davon nicht negativ betroffen. Zweitens ist es ein Abschiedsgeschenk an die Deutschen, die eine sichere Versorgung mit Gas dringend brauchen.

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mostly_harmless 18.02.2019, 10:52
146.

Zitat von Pless1
Es ist allerdings nicht die Aufgabe der deutschen Autobauer, deutsche (nationale) Interessen zu vertreten. Die Autobauer vertreten nur ihre eigenen Interessen und sie werden nichts tun, was Trump ihnen negativ auslegen wird. [...]
Es liegt durchaus im Interesse deutscher Autobauer, Zölle zu vermeiden. Sowohl die möglichen US-Zölle auf deutsche Autos als auch die chinesischen Zölle auf US-Produkte. In Spartansburg beispielweise wird AFAIK auch für den chinesischen Markt produziert.

Und was nun Trump angeht: Man könnte politisch so einiges tun, um sich zu wehren. Die EU könnte auf allen Ebenen beispielsweise von Windows und MS-Office auf andere Produkte umsteigen. Oder Amazon, Apple, Facebook etc. adäquat besteuern. Die EU ist als Wirtschaftsraum genauso groß wie die USA, ein Handelskrieg täte nicht nur uns weh.

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bss.as 18.02.2019, 11:07
147. America first, aber wie!!!!

Erpressen, einschüchtern, drohen und andere auf den Kosten für Kollateralschäden von Ölkriegen sitzen lassen. Zudem die besagten 2 Prozent Rüstungsausgaben vehement einklagen.
Die Geschäftsgebaren der New Yorker Immobilienmafia wurden offiziell zur Staatsraison der USA erhoben. Schön das Frau Merkel diesem schändlichem Gehabe mit geradem Rücken entgegen tritt.

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Pless1 18.02.2019, 11:30
148.

Zitat von draco2007
Trump kann man nicht dafür verantwortlich machen, aber sehr wohl die USA. Die USA waren es, die im Irak und in Afghanistan Krieg angefangen haben, NICHT die EU. Die USA haben diese Länder soweit destabilsiert, dass ein IS überhaupt erst entstehen konnte. Die USA steht ebenso für den JEDEN Flüchtling aus Afghanisten und dem Irak in der Verantwortung. Indirekt auch für jeden syrischen Flüchtling. Da sehe ich aber keine Verantwortung.
Dass die USA den Irak destabilisiert haben ist unstrittig. Das rechtfertigt aber nicht, dass deutsche Staatsbürger in Syrien einen vermeintlich heiligen Krieg führen, um dort ein Kalifat unter der Scharia zu erreichten. Für unsere eigenen Bürger sind wir schon doch noch selbst verantwortlich.

Ich will die USA nicht in Schutz nehmen. Wir müssen uns aber schon entscheiden, was genau wir ihnen vorwerfen wollen. Mischen sie sich aktiv ein wie im Irak und in Afghanistan gelten sie als Kriegstreiber. Halten sie sich zurück wie in Syrien ist es auch wieder nicht richtig und wir machen sie "indirekt auch für jeden syrischen Flüchtling verantwortlich".

Wir erwarten von den USA die Übernahme von Verantwortung - auch und vor allem, weil es sonst keiner tut. Jedenfalls niemand mit westlichen Werten und wir Europäer schon mal gar nicht. Gehen die USA dann in die Verantwortung stehen wir abseits und geben anschließend den Kritiker, was man im Nachhinein alles anders oder besser hätte machen können. Das ist wohlfeil. Auch dann, wenn es berechtigt ist. Denn dass die USA so handeln wie sie es tun liegt auch daran, dass sie allein ein Machtvakuum füllen, aus dem wir Europäer uns seit Jahrzehnten geflissentlich heraushalten.

Nun kommt einer wie Trump und fordert von seinen Bündnispartnern mehr eigenes Engagement. Das ist auch vollkommen richtig so, auch wenn Trump es natürlich aus den vollkommen falschen Gründen tut. Er tut es letztlich aus den gleichen falschen Gründen, aus denen wir Europäer und da vor allem wir Deutschen uns so lange zurück gehalten haben: Ihm sind seine ganz konkreten Kontostände wichtiger als die abstrakte und wenig fassbare Sicherheit.

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SigismundRuestig 18.02.2019, 11:38
149. Vorauseilende Willfährigkeit!

Willfährigkeit, wie von Merkel und von der Leyen oder auch von Seehofer und Röttgen ohne Not bei der Militärpolitik in der Vergangenheit schon gezeigt, ebenso wie gar Kuschel- oder Umarmungskurse mit Trumps Administration bringen nichts. Die ursprüngliche Einschätzung dieser Unions-Größen wie auch von anderen "Politikverstehern" - als Dauer-Bewunderer von Trump frühzeitig geoutet - dass das Amt diesen Trump schon entsprechend "formen" und "einbremsen" werde, ist schon kurz nach Trumps Wahl krachend widerlegt worden. Um von dieser falschen Abschätzung abzulenken, wurde von diesen selbsternannten Trump-Verstehern dann behauptet, dass die Persönlichkeitsmerkmale Trump's nun mal nicht veränderbar seien, dafür aber die "Check and Balances" der amerikanischen Verfassung schon das Schlimmste verhindern werden. Wir werden weiterhin das ein oder andere Mal erleben, dass sich Trump auch darüber hinwegsetzen wird. Und mit der Ausrufung des nationalen Notstandes haben wir diesen Zustand jetzt erreicht! Was jetzt, Ihr Trump-Versteher?
Mittlerweile ruderte Trump-Versteher und -Bewunderer Röttgen weiter zurück und erklärte schlaumeierhaft, Trump werde seine Polarisierungsrhetorik weiter verschärfen! Er sei eben ständig im Wahlkampfmodus - bzw. neuerdings im Notstandsmodus. Andererseits treibt Röttgen mit seiner Ablehnung von Nord Stream 2 und seiner Befürwortung des 2%-Wehretatziels seine Willfährigkeit ggü. Trump auf die Spitze! Diese Unions-Typen wollen Deutschland an Trump ausliefern!
Und jetzt verkündet im vorauseilenden Sauseschritt vdLeyen auf der SiKo in München, im GroKo-Vertrag wäre das 2%-Ziel der NATO fest vereinbart, was definitiv so nicht der Wahrheit entspricht! Immerhin hat Merkel das auf derselben Konferenz richtig gestellt und nur von 1,5% gesprochen!

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