Forum: Politik
Deutschland und die USA: Geht's noch?
DPA

Ärger über Handel, Verteidigung, Energie - die transatlantische Entfremdung schreitet voran. Die Kanzlerin wirbt leidenschaftlich für mehr Zusammenarbeit - aber was ist ihr Plädoyer wert?

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kuac 17.02.2019, 20:16
40.

Zitat von qwertreiber
Das waren noch Zeiten als der Spiegel intelligente Fragen stellte und zwischen den Zeilen lesen konnte. Die MSC mal grob übersetzt: Auch Trump geht vorbei und dann arbeitet man wieder konstruktiver zusammen als derzeit. Die USA hatten noch nie wirkliche Verbündete im letzten Jahrhundert, lediglich Interessensphären. Das ist das einzige Motiv, was die USA außenpolitisch handeln lässt. America first war schon immer, nur spricht es jetzt mal jemand aus. Also: Solange wir Interessensphäre bleiben, wird es Support geben.
Das stimmt nicht so ganz. Als DE sich weigerte, beim Irakeinmarsch zu beteiligen, war die Stimmung schlecht. Dennoch redete GWB nicht so dominierend und beleidigend wie Trump-Pence. Trump zerstört alle Zusammenarbeiten, die in den letzten Jahrzehnten aufgebaut wurde. Und er versteht das nicht mal!

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quark2@mailinator.com 17.02.2019, 20:22
41.

Auf den Verlust der Hegemonie folgen oft chaotische Zustände. Im Moment scheint mir die USA noch zu versuchen, möglichst lange die Kontrolle zu behalten. Allerdings hilft es dabei nicht gerade, wenn sie ihre Lieblingspartner antagonisieren. Wenn es zu einem ernsthaften Wirtschaftskonflikt kommt, steht die USA im Moment zwar ganz gut da, weil sie kaum groß auf Importe angewiesen ist und auch die Exporte nicht wirklich braucht, wenn man einige wenige Branchen wegläßt. Aber es schwächt "den Westen" halt insgesamt. Womit will man denn noch drohen, um z.B. die Rüstungsausgaben hochzutreiben ? Ne, das sieht mir nicht gut aus, für die USA, auch wenn sie gerade einen Aufschwung haben. Aber ganz allein gegen die ganze Welt ... das wäre 1945 halbwegs möglich gewesen, aber nicht mehr heute. Sie können sich noch aussuchen, wie genau sie verlieren wollen, aber der Vorgang ist abseits von Weltkriegen wohl nicht aufzuhalten. Ich hoffe nur, daß uns das erspart bleibt und die USA sich mit China darauf einigen, die Kugel gemeinsam zu verwalten.

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anja-boettcher1 17.02.2019, 20:23
42. Verstehe ich nicht

Zitat von tinosaurus
Europa ist derzeit alles andere als einig. Das ist auch nicht ungefährlich. Auf die USA kann man sich nicht mehr verlassen und so muss Europa eine baldige Einigung erzielen und aufrüsten. Gegen Russland hätte man im Ernstfall keine Chance. Momentan bleibt nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Das ist traurig genug, aber auch ein gewichtiger Grund, endlich aufzuwachen und entsprechend zu reagieren. Die alte Weltordnung existiert nicht mehr.
Worin sollen wir eine "traurige Wahl" zwischen "Washington und Moskau" haben?

Die EU umfasst 450 Millionen Einwohner, also so viel wie Russland und die USA zusammen. Warum sollen wir, wenn hier endlich keine fremden Militärbasen und keine fremden Nuklearwaffen mehr liegen, genötigt sein, uns andere reinzuholen? Seit wann wollen die Russen so etwas?

Europa muss lernen, seine Grenzen zu sichern. Das aber hat noch nie irgendwer sonst für uns getan. Ansonsten sollte Europa zu allen Ländern um uns rum auf Pragmatismus und gegenseitiges Gedeihen bezogene bilaterale Beziehungen aufbauen.

Ich sehe nicht, was wir durch den Abzug der USA verlieren sollen. Dadurch wird nur verhindert, dass irgendeine außenstehende Macht von unserem Grund aus zündeln kann und wir nachher die Zeche dafür zu zahlen haben. Das ist doch ein Gewinn.

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mohali 17.02.2019, 20:24
43. Laden dicht

Wenn es stimmt das deutsche Mobilfirmen tausende von Arbeitsplätzen in den USA schufen und den dortigen Export von Fahrzeugen kräftig ankurbeln gibt es eine Lösung.
Sämtliche Fabriken schließen, alle Arbeitsplätze nach Deutschland holen und den Export von Deutschland aus durchführen.
Das ist die einzige Sprache die dieser politische Erstklässler versteht. Ich begreife sowieso nicht warum unsere Politiker den Amerikanern nach wie vor in den Allerwertesten kriechen. Die Amerikaner haben in der Nachkriegszeit einiges für uns getan. Umsonst war das allerdings nicht. Sie hatten und haben in den großen Konzernen das Mitspracherecht. Die Wiedervereinigung haben wir in erster Linie nicht unseren großen Bruder aus Übersee sondern Michael Gorbaschow zu verdanken.

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funkstörung 17.02.2019, 20:26
44. umbruch

Zitat von anja-boettcher1
Weder zahlen die USA "Milliarden für Deutschland" noch für unsere "Sicherheit vor den Russen". Deutschland ist ihr Flugzeugträger für die Kriege gegen den Nahen Osten und Rampe zum Abschießen von einer Drohne all zwölf Minuten über Africom. Mit unserer "Sicherheit" hat das nichts zu tun. Und laut dem wissenschaftlichen Dienst des Bundestags ist es höchst unwahrscheinlich, dass Russland entfernt vorhat, irgendein Land der Nato anzugreifen, erst recht nicht Deutschland. Warum soll man irgendeinen guten Kunden angreifen? Uns schützt der Pipeline-Deal aber tausendfach mehr "vor Russland" als irgendwelche US-Militärinfrastruktur samt Soldaten. Ich vermute mal eher, dass die Anwesenheit der USA uns gefährdet. Früher wurde gesagt, es ginge um den Schutz von Handelsrouten, aber die versperren uns die USA ja inwzischen, da sie mit ihrem Sanktionsregime unseren Handel begrenzen. Deshalb ist ihre Anwesenheit inzwischen kontraproduktiv.
sicher, niemand hätte etwas dagegen wenn die amis anziehen aus deutschland und man die kasernen dem sozialen wohnungsbau zuführen könnte.

wenn deutschland ein land mit militärischer kompetenz und agenda wäre, dann wäre es genau richtig, aber deutschland ist ein zwerg mit einer überforderten burn-out armee.

deshalb fürchten die balten, polen und ukrainer auch den deutschen kurs sich mit viel getöse bei den amerikanern unbeliebt zu machen, sie wissen - auch aus der geschichte - auf deutschland ist kein verlass, wenn deutschland sich mit russland einigt dann werden diese staaten zerstückelt, besetzt und unterdrückt.

nein, ein abzug der amerikaner wird europa zerstören, denn deutschland wird keine militärische führungsrolle übernehmen wollen und können, da niemand in der EU dies will und franzosen und briten usw. werden nicht nach deutscher flöte tanzen wollen.

alles in allem steht deutschland ein gewaltiger umbruch ins haus, mehr als in den anderen europäischen staaten.

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kuac 17.02.2019, 20:26
45.

Zitat von Calenberg
Die Welt wird wohl noch bis 2024 mit Präsident Trump auskommen müssen. Die USA bestehen nicht nur aus der Ost- und Westküste. Trump hat seine Wahl in der Mitte, in den fly-overs, gewonnen. Und die Menschen dort stehen zunehmend auf Trumps Seite. Und selbst nach 2024, wenn Trump nicht mehr US-Präsident sein wird, werden die USA ein anderes Land sein, geprägt von acht Jahren Trump und mit einem neuen Selbstbewußtsein, in der Erkenntnis, daß eine Politik außerhalb des Establishments schlicht und ergreifend mehr Freiheit bedeutet. ....
Als ich Establishment und Freiheit in einem Satz las, habe ich aufgehört weiter zu lesen. Fehlt nur noch deep state!
Fakt ist, mehr kriminelle Establishment, wie bei Trumps Kabinett bzw. Team, gab es bei keinem anderen Potus.

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ArnoNyhm1984 17.02.2019, 20:28
46. Die USA-Außenpolitik..

..war immer schon "wir befehlen -Ihr gehorcht!". Nur wurde es nie groß thematisiert, weil die Interessen Europas großteils deckungsgleich mit denen der USA waren.
Es galt immer der schöne Ausspruch des Politologen Michael Mandelbaum über die Weltmacht USA: "Wenn Du ein konkurrenzlos schwerer 800-Pfund-Gorilla bist, konzentrierst Du Dich auf Deine
Bananen, und alle anderen konzentrieren sich auf Dich!".
Dass Angela Merkel nun schöne Reden hält, reizt diesen Orang-Utan maximal zu einem Wutanfall -zu melden hat sie aber rein gar nichts.

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spon1899 17.02.2019, 20:32
47.

@calenberg: Sieh an, eine AFD-Bauchredner-Puppe aus der Parallelwelt. Süß!

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funkstörung 17.02.2019, 20:33
48. umfang

Zitat von kuac
Das stimmt nicht so ganz. Als DE sich weigerte, beim Irakeinmarsch zu beteiligen, war die Stimmung schlecht. Dennoch redete GWB nicht so dominierend und beleidigend wie Trump-Pence. Trump zerstört alle Zusammenarbeiten, die in den letzten Jahrzehnten aufgebaut wurde. Und er versteht das nicht mal!
meiner meinung nach war das damals schon ein fehler.

niemand hätte von den deutschen erwartet das sie tatsächlich soldaten in nennenswerten umfang in das kriegsgebiet schicken würden, aber man hätte eine symbolische unterstützung erwartet.

das wurde in amerika nicht vergessen.

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havel23 17.02.2019, 20:38
49. #derleibhaftige

Zitat von derleibhaftige
Frau Merkel hat offensichtlich ein Problem mit jedem, der nicht ihre Meinung teilt und halb Europa und die ganze USA teilen ihre Meinung nicht. Inzwischen scheint alles nur noch auf den finalen Befreiungsschlag zu warten......
Wo, bitte schön, hat Frau Merkel ein Problem mit Leuten, die ihre Meinung nicht teilen? Ich habe eher den Eindruck dass Sie ein Problem mit Leuten haben, die Ihre Meinung nicht teilen. Und dass die "ganze" USA Merkels Meinung nicht teilt, ist Ihre alleinige Wahrnehmung, oder wie kommt es, dass die Mehrheit der amerikanischen Delegation den Beitrag von Merkel beklatscht hat, nicht aber den Beitrag von Pence. Trumps Wahrnehmungsschwierigkeiten sind offensichtlich ansteckend.

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