Forum: Politik
Deutschland und die USA: Geht's noch?
DPA

Ärger über Handel, Verteidigung, Energie - die transatlantische Entfremdung schreitet voran. Die Kanzlerin wirbt leidenschaftlich für mehr Zusammenarbeit - aber was ist ihr Plädoyer wert?

Seite 6 von 18
HanzWachner 17.02.2019, 20:39
50. Good bye USA...

...jetzt ist klar, dass Europa sich um sich selbst kümmern muss.
Das heißt ab sofort: keine US-Truppen mehr in Deutschland, Schließung von Ramstein und Landstuhl, Schließung von Wiesbaden und Wi-Erbenheim, Abzug aller ABC-Waffen aus deutschem Hoheitsgebiet. Die Allmachtsgefühle der Amerikaner beruhen nur auf ihrem Militär und dessen Qualität darf mehr als bezweifelt werden.
Darüberhinaus muss eine europäische Verteidigungs- und Militärpolitik zeitnah terminiert werden, sowie ein enger diplomatischer Kanal mit Russland, der sowohl wirtschaftliche wie militärische Themen behandelt. Europa darf sich nicht einem amerikanischen Diktat von übelster Mafiamethode unterwerfen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
at.engel 17.02.2019, 20:42
51.

Es ist ja nicht immer einfach, zu verstehen, was Merkel wirklich will, aber das Problem ist, dass gerade Trump eine etwas direktere Sprache braucht, um zu kapieren, "wie weit er zu weit gehen kann" - um das mit Worten Coluche's zu paraphrasieren.
Merkel kann natürlich nicht alles alleine entscheiden - aber gerade deshalb wäre es halt mal wichtig, dass sie sich vorher mit europäischen Staatschefs abspricht, um dann entschiedener auftreten zu können. Aber Europa ist ja auch nicht gerade ihre Stärke...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
willibaldus 17.02.2019, 20:45
52.

Zitat von derleibhaftige
Frau Merkel wird doch momentan international regelrecht vorgeführt. Auf die vielen drängenden Fragen transatlantischer Partner fehlen die wichtigen wirtschaftlichen und militärischen Antworten. Vollmundigen Ankündigungen folgen viel zu wenig Taten. Aussenpolitik wird zum Verhängnis und zur Zerreißprobe für Deutschland und ganz Europa. Es reicht längst nicht mehr aus, nur die trotzige und frustrierte Widersacherin zu Amerika zu mimen. Obama und die Demokraten sind nicht mehr da, damit sollte man sich endlich abfinden können in Europa. Frau Merkel hat offensichtlich ein Problem mit jedem, der nicht ihre Meinung teilt und halb Europa und die ganze USA teilen ihre Meinung nicht. Inzwischen scheint alles nur noch auf den finalen Befreiungsschlag zu warten......
Echt jetzt? Haben sie den tosenden Beifall für Frau Merkel mitbekommen und die Nadel fallen hören, nachdem Pence die Grüsse von Trump ausrichtete?

Wir sind eine Union von europäischen Staaten. Da wird diskutiert und gestritten, was ist daran schlimm? Manche Dinge versucht man und muss sie begraben, wenn man die Mehrheit dazu nicht findet. Ich glaube, manche Leute müssen sich noch mit der Idee von Demokratie vertraut machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
willibaldus 17.02.2019, 20:48
53.

Zitat von luwigal
Europa haben, etwas angesprochen, was längst in Vergessenheit geraten ist. Nämlich, dass die USA sich nicht uneigennützig, Hals über Kopf in eine Rettung Europas stürzen würden, nur weil Europa am Abgrund steht. Selbst während des Zweiten Weltkriegs war das nicht der Fall. Erst nach der "Schande von Pearl Harbor", immerhin erst 1941 und der nachfolgenden Kettenreaktion betreffend Kriegerklärungen weichte das zögerliche Verhalten der USA hinsichtlich eines Kriegseintrittes auf. Selbst heute noch reden Verschwörungstheoretiker davon, dass Roosevelt vom Überfall wusste, ihn aber geschehen ließ. Warum? Weil er die USA nicht dazu bringen konnte, dass sie in den Krieg eintraten. Ich denke nicht, dass sich die USA bis heute grundsätzlich änderten. Heisst, es würde nie zu einem interkontinentalen atomaren Schlagabtausch mit Beteiligung der USA im Ernstfall kommen. Denn, solange es für sie möglich ist, ziehen sich die USA im Fall des Falles auf ihren Kontinent zurück. Wir in Europa sind und bleiben Fallobst, aus Sicht der USA. Lange Rede kurzer Sinn, lieber Europa in der Hand, als die USA auf dem Dach. Europa muss endlich selbständig werden und sollte nicht zum Selbstbedienungsladen us-amerkanischer Rüstungsspekulanten und -interessen werden.
Als die USA den bisher einzigen Nato Verteidigungsfall ausgerufen haben, sind alle gefolgt. Unsere Truppen stehen immer noch in Afghanistan. Ob man sich im Gegenzug auf die Amis verlassen kann? Ok, als es gegen Gaddafi ging, haben sich die Amis schließlich dem Willen von Frankreich und auch des UK gebeugt. Ob das immer so sein wird? Wer weiß. Diesem Präsidentendarsteller traue ich alles zu.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
steviebloom 17.02.2019, 20:48
54. Es ist doch allles relativ einfach

Man muß diesem Honk einfach nur den Spiegel vorhalten. Keinerlei Diskussion über den Irandeal, wenn er nicht gleichzeitig bei Sanktionen gegen Saudi Arabien zustimmt.
Anrechnung unser Ausgaben für unsere aufgenommen Flüchtlinge, plus Entwicklungshilfe zu unseren Militärausgaben !!!!
Bei einer Besteuerung der Autoindustrie (wegen der nationalen Sicherheit WTF!), die komplette IT Branche der USA mit einer Sondersteuer belegen. Am besten EU weit und insbesondere Twitter, für die geistigen Ergüsse von DT.
Zusätzlich wieder eine Annäherung Richtung Osten .

Beitrag melden Antworten / Zitieren
xxgreenkeeperxx 17.02.2019, 20:49
55. Es muss gehen.

Frau Merkels Rede wird von Mr. Trump wahrscheinlich nicht mal wahrgenommen werden. Er ist viel zu sehr mit seiner Mauer beschäftigt. Immerhin will er dafür den nationalen Notstand ausrufen. Da ist was Frau Merkel sagt sicher nur zweitrangig. Und Mr. Pence sieht auf den Fotos nun auch nicht so aus als ob er tief beeindruckt wäre. Und das die Europäer bei "America First" ihm nicht applaudieren wird für ihn nun auch nichts neues sein. Leider hat man den Eindruck als ob Frau Merkel im Weißen Haus überhaupt nicht ernst genommen wird. Trotzdem muss es weiter gehen, irgendwie. Wir sollten da unsere Strategie ändern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
waldschrat_72 17.02.2019, 20:50
56. Eine grosse Rede macht erst einmal in der Tat noch keine Politik.

Da hat Norbert Röttgen ein wahres Wort gesprochen. Und für das Durchanalysieren und grosse Reden schwingen, danach jedoch keine adäquate, lösungs- und ergebnisorientierte Sachpolitik folgen zu lassen, ist Frau Merkel ja weithin bekannt. Es gibt jedoch noch eine viel wichtigere Frage, die aktuell so gut wie überhaupt nicht aufgeworfen wird:
Was eigentlich sind das Wort und der Appell einer Kanzlerin noch wert, der ein Großteil der wahlberechtigten Bevölkerung von der Fahne gegangen ist ? Und was bedeutet das für Deutschlands momentane aussenpolitische Position bzw. deren Renomee und Schwergewicht?
Ich habe hier an der Stelle von Monaten schon einmal das Wort von der "lame duck" in Rede gebracht. Ich bin mir sicher, als genau das wird Merkel in USA wahr-und nicht mehr ernst genommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chemiesaft 17.02.2019, 20:53
57. Selbstreflektion

Sicher mag Trumps Vorgehen rüpelhaft und taktlos sein. Aber die bestehenden Ungleichgewichte in den transatlantischen Beziehungen bestehen schon länger. Insbesondere in Bezug auf Eigenverantwortung, NATO Engagement und Protektionismus. Die gewichteten Zölle der EU sind wesentlich höher als in umgekehrter Richtung, die der USA. Insbesondere im Agrar und KFZ Sektor. Hier hat die EU doch genug Zeit gehabt nachzubessern? NATO 2% Ziel ebenfalls. Wenn man so einem Bündnis beiwohnt sollte man sich schon entsprechend beteiligen. Ist zumindest meine Meinung. Und wenn man es mal ganz nüchtern betrachtet, ist die EU wirtschaftlich sowie militärisch wesentlich abhängiger von den USA als umgekehrt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
PeterAlef 17.02.2019, 20:53
58. ...starke Rede, Frau Merkel...

...aber wo bleiben Ihre '...IF...THENS...'. Was haben die Amerikaner von Ihnen zu fürchten? Ihre Verteidigungsministerin kriecht angstvoll der Nato und den Ami's sonstwohin und konterkariert Sie. Und Ihr Außenminister fordert...und fordert...und fordert...das hat schon an der Saar nicht geklappt...
Ja und Sie haben keinen Plan, sie nehmen nicht einmal die Deutschen mit, schon gar nicht die Franzosen oder die Südländer oder die Ostländer...
Man kann nur hoffen, dass Sie dieses Land machtpolitisch nicht verkommen lassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mara Cash 17.02.2019, 20:58
59. US-Angst vor Eurasien

Zitat von felisconcolor
Wer solche Freunde hat, Zumindest sieht sich die andere Seite so. Der braucht keine Feinde mehr. Europa muss Entschlossenheit und Zusammenhalt gegenüber den USA zeigen. Wirtschaftlich und militärisch. Warum sind die USA so entschieden gegen Nordstream2? Doch nicht weil uns der Erzfeind beliefert, sonder ganz einfach weil Europa für US Amerikanisches Gas ein entscheidender Wirtschaftsfaktor ist. Und zeigt auch zwischen den Zeilen das jedes Kilogramm Gas aus den USA an uns eh schon viel zu teuer verkauft würde. Die USA haben sich durch Trumps Verhalten wirtschaftlich schon so isoliert das ihnen der Hintern auf Grundeis geht. Die brauchen jeden Cent von Aussen. Natürlich ist Russland nicht der Kuschelteddy weder nach Aussen noch nach Innen. Und man darf Russland durchaus auch zu verstehen geben das man mit deren Fahrweise nicht einverstanden ist, aber Diversität am Energiemarkt kann nur nützlich für Europa sein.
Es ist klar wie Kloßbrühe, dass die USA eine wirtschaftliche Zusammenarbeit von Europa und Russland fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Technisches Know-How gepaart mit Ressourcenreichtum würde die US-Vormachtstellung enorm gefährden. Seit dem Zusammenbruch des Kommunismus arbeiten die US-Regierungen mit Nachdruck daran, Feindbilder präsent und Russland möglichst isoliert zu halten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 18