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Deutschlands Hilfe für Nordirak: Plötzlich einsatzbereit
DPA

Erst sagte die Bundesregierung nein, jetzt will sie die Kurden im Kampf gegen die IS-Terroristen doch mit militärischer Ausrüstung unterstützen. Selbst Waffenlieferungen sind kein Tabu mehr. Warum dieser Zickzack-Kurs?

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hajode 12.08.2014, 18:22
1. Besser spät als nie

Zitat:'Diese Einsicht muss sich binnen Stunden im Kanzleramt, im Auswärtigen Amt und Verteidigungsministerium durchgesetzt haben, nachdem man das politische Stimmungsbild zunächst wohl falsch eingeschätzt hatte.'
Wer kann schon zusehen wenn ein Genozid vor aller Augen abläuft. Es werden sich allerdings noch einige unbelehrbare Bedenkenträger zu Worte melden. Lassen wir sie meckern.

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strixaluco 12.08.2014, 18:23
2. Bloß keine Waffen liefern, die geraten in falsche Hände!

Dass niemand in dieser Situation zuschauen will, ist klar. Aber wenn wir jetzt Waffen liefern, sind das die nächsten, die in falsche Hände geraten - die wandern dann auch mit in den _nächsten_ Krieg.
Warum versucht man nicht als erstes, zu helfen, die Zivilisten wo irgend möglich in Sicherheit zu bringen, mit großen Hubschraubern, was auch immer? - Erstens braucht es einen eindeutigen Auftrag der UNO, zweitens etwas, das unter den Terroristen so viel Verwirrung wie möglich stiftet, und wenn man dann die Unbeteiligten wegbringt, haben die Verbrecher keine Geiseln mehr 8oder immerhin weniger). Man könnte sie dann versuchen, einzugrenzen, nichts mehr rein lassen und nur noch Leute raus, die nicht mehr kämpfen wollen, und den Konflikt langsam austrocknen.
Jede Waffe, die in die Hand einer Partei gerät, wird ihn dagegen weiter befeuern!

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lc2010 12.08.2014, 18:24
3. Richtig

Leider gibt es derzeit keine gewaltlose Alternative oder glaubt jemand mit IS verhandeln zu können. Und diesmal ist ist konkrete militärische Hilfe aus D ein Muss.

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atech 12.08.2014, 18:27
4. gestern die Guten, heute die Bösen

Ich halte eventuelle deutsche Waffenlieferungenan für die Kurden oder gar deutsche Militäreinsätze im Irak für keine gute Idee. Die IS-Kämpfer waren gestern noch die Guten - als sie in Syrien Assad stürzen sollten. Jetzt wo diese Männer ihre eigenen Ziele mit CIA-Training und US-Waffen verfolgen, wo sie gar Regionen mit Ölquellen erobert haben, da müssen sie gestoppt werden.

Nein, ich glaube nicht an das humanitäre Argument. Jahrelang hat es in den USA und in Europa niemanden interessiert, wie viele tausend Tote die US-Armee verursacht hat. Ob da Christen, Frauen und Kinder darunter waren. Jahrelang hat sich weder in den USA noch in Europa jemand über die US-Foltergefängnisse aufgeregt. in der Menschen brutal gefoltert wurden und auch einige starben. In Afrika bekriegen sich seit Jahrzehnten Stämme, da werden Frauen und Kinder verschleppt und verstümmelt. Niemand regt sich darüber auf.

Aber jetzt plötzlich, da ist das alles so wahnsinnig wichtig. Und wir müssen natürlich voll mit dabei sein. Flüchtlinge aufzunehmen, Verletzte zu versorgen, das reicht nicht. Nein, auch wir müssen jetzt Waffen liefern. Die Bundeswehr muss mitkämpfen.

Bin gespannt, wer dann Schuld sein soll, wenn die Kurden dann - nach der vollen Unterstützung aus USA und Europa und der Rückeroberung der Ölgebiete um Mossul - ihren eigenen Staat wollen. Ein bisschen Irak, ein bisschen Türkei, Syrien und Iran...und in ihrem Kurdenstaat dann FGM an ihren Töchtern praktizieren. Da will dann wieder niemand schuld sein. Hätte man aber wissen können....

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sikasuu 12.08.2014, 18:28
5. Humanitäre Hilfe... wenns sein muss bis zum Feldkrankenhaus.....

Geld, aber KEINE Waffen und erst recht kein Personal!
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Wir können auch langfristig helfen, beim Wiederaufbau mit THW,DRK,....., mit Übernahme von Flüchtlingen.... alles kein Problem, aber in bewaffneten Konflikten. Wenn dort nicht Soldaten von der UN als Friedenstruppe eingestetzt werden, haben wir, besser die BW dort nichts verloren.
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Den Menschen dort zu helfen ist das eine, dort in einen Krieg einzugreifen und wieder Ruhe und Frieden herzustellen (wenn das überhaupt noch möglich ist) ist AUFGABE derer, die diese Konflikte zu verantworten haben und die diese Regionen aus geostratischen Gründen destabilisiert haben!
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Die können wir unter Druck setzen, aber nicht mit Personal unterstützen!

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kimba_2014 12.08.2014, 18:31
6.

Zitat von sysop
Erst sagte die Bundesregierung nein, jetzt will sie die Kurden im Kampf gegen die IS-Terroristen doch mit militärischer Ausrüstung unterstützen. Selbst Waffenlieferungen sind kein Tabu mehr. Warum dieser Zickzack-Kurs?
Da gab es wohl gestern Abend einen Anruf aus Washington im Kanzleramt.
Wäre nicht das erste mal, dass sich Merkel dann um 180 Grad dreht.

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zephyroz 12.08.2014, 18:31
7. Erst hü dann hott...

Warum denkt die deutsche Politik nicht erst nach und wenn dann eine Entscheidung gefallen ist, wird sie öffentlich. Das erst hü dann hott ist doch völlig unprofessionell.

Vor einer Woche hat Herr Gabriel noch Waffenexporte gesperrt und nun werden Waffen verschenkt. Ist doch völlig unlogisch.

Wenn man sich den Realitäten stellen muß, dann bitte konsequent und von Anfang an.

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against_all_odds 12.08.2014, 18:33
8. genauso

ratlos und konzeptionslos wie bei der Eingrenzung der sich immer mehr ausbreitenden radikaler Muslim Bewegung im eigenen Land. Da werden Einwanderungs Kritiker als Neo Nazis und "islamophob" verteufelt, und ISIS rekrutiert eifrig unter unseren Augen.

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rmuekno 12.08.2014, 18:34
9. gerade Deutschland hat eine Verantwortung

Zitat von sysop
Erst sagte die Bundesregierung nein, jetzt will sie die Kurden im Kampf gegen die IS-Terroristen doch mit militärischer Ausrüstung unterstützen. Selbst Waffenlieferungen sind kein Tabu mehr. Warum dieser Zickzack-Kurs?
Wenn ich auch normalerweise gegen jegliche Einsätze der Bundeswehr im Ausland bin, so gibt es doch Ausnahmen. Insbesondere hat Deutschland aufgrund der Judenvernichtung etc. im 3. Reich die Pflicht sich notfalls mit Waffenlieferung oder sogar militärischer Unterstützung dafür einzusetzen, dass so etwas nicht wieder geschieht. Und im Irak passiert das gerade.

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