Forum: Politik
Die Deutschen und die Flüchtlinge: Die Idealisierung des Fremden
DPA

Die Flüchtlingseuphorie nimmt bedenkliche Formen an. Vielen reicht es nicht mehr, die Fremden, die zu uns kommen, freundlich aufzunehmen - sie wollen in jedem Asylbewerber gleich einen Neubürger sehen.

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Bondurant 02.09.2015, 10:03
530.

Zitat von Boone
Muss man jetzt Herzchirug sein, um als Flüchtling willkommen geheißen zu werden?
Aber gar nicht. Haben Sie sich übrigens mal gefragt, wer von den vielen, die unter dem Bürgerkrieg etc. leiden, es bis hier schaffen? Das sind die Harten, die Durchsetzungsfähigen, die mit den Ellbogen. Da sind bestimmt viele drunter, die auch Ihren Job besser und billiger machen könnten, ganz bestimmt jedenfalls mit mehr Einsatz.

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michfisch00 02.09.2015, 10:03
531. Lieber Herr Fleischhauer

als Medienproduktion sollten Sie eigentlich wissen, dass dies der übliche mediale Profitmaximierungsprozess ist. Klar kann man das alles auch nüchtern und vernünftig diskutieren. Nur lässt sich ein Thema dann nicht so lange auflagensteigernd am köcheln halten. Durch den Prozess schafft man sich so auch Themen für Diskussionen in der Zukunft, die sich dann wieder gut medial verkaufen lassen. Egal welche Probleme oder Katastrophen anstehen läuft immer der gleiche Prozess ab:
- Die Eskalationsphase: Alles wird so schlimm als möglich dargestellt. Dies erzeugt Kontra Positionen und Kontroversen, die Themen liefern.
- Die Benefiz-Phase: Nun wird Milde und Güte unreflektiert postuliert und verstärkt. Im konkreten Fall warte ich nur auf Spendengala und den ersten Spenden-Song, der dann wochenlang auf Platz 1 dudelt.
- Die Kritikphase. Diese bringt dann ( wieder übertrieben) zum Ausdruck, dass die Hilfsbereitschaft ausgenutzt wurde.
- Die Wut-Phase. Die nicht ausbleibende Reaktion der Menschen, die sich dann vor den Kopf gestoßen fühlen und ihren Unmut äußern, wird thematisiert.

Durch die Übertreibungen werden die Gegensätze der Phasen besonders hervorgehoben. Damit schaffen sich die Medien jeweils gleich ihre Themen selbst mit. Das bringt Profit.
Bedenklich dabei ist, dass das auf dem Rücken von Menschen in Not durchgezogen wird. Ich halte das für zutiefst unethisch, sehe das aber auch als Folge einer viel zu starken Konzentration von Medien zu einigen viel zu wenigen und viel zu großen Medienkonsortien.

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wolfganggiessler 02.09.2015, 10:04
532. Ein echter Fleischhauer

Eigentlich ist ein Kommentar überflüssig. Ekel, Fremdschämen, Wut ja. Aber was soll man sonst sagen? Signifikante Unterschreitung des Mindestniveaus - nicht von Herrn Fleischhauer, sondern von Spiegel Online. Herrn Fleischhauers Niveau dürfte so auf dem Level der CSU-Lichtgestalten liegen: Dobrindt, Söder, Herrmann.
Pfui Teufel!

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emmel22 02.09.2015, 10:10
533.

Zitat von likaner
Nur weil man es nicht lesen will oder übersehen hat, heisst das noch lange nicht, dass es das nicht gibt. Als Spiegelautor darf man ruhig auch mal zumindest im Spiegelarchiv wühlen (Arbeit von 15sec) bevor man etwas behauptet. Nach Russland sind 700000 Menschen geflüchtet.
Nach 30 sec sieht man auch, dass diese 700000 Menschen aus der Ukraine geflüchtet sind, und das ist eine ganz andere Geschichte. Nach 1 min erfährt man, dass Flüchtlinge aus dem Syrien des Putinfreundes Assad schon beim Versuch der Einreise abgewiesen werden. Ausnahme sind Bschedugen, die in die Heimat ihrer Vorfahren, den Kaukasus "zurückkehren".

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vn.nn 02.09.2015, 10:11
534. Donald Trump?

"Einige werden den Nachbarn ermordet haben, bevor sie sich auf den Weg in den Westen machten." - Glückwunsch, Donald Trump hätte das sicher genauso formuliert!

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Gutmensch a.D. 02.09.2015, 10:13
535.

Ich hätte es nie gedacht dass Sie Herr Fleischhauer mal mein Mann der Stunde sein würden.
Vielen Dank für die exakte Beleuchtung diesen Aspekts der derzeitigen Willkommenspsychose.

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Wildes Herz 02.09.2015, 10:13
536. @ Olaf

Zitat von Olaf
"Refugees Welcome" - "Schwaben raus". Kann es sein, dass da große Überschneidungen zwischen den Bevölkerungsgruppen gibt, die diese Meinung vertreten? Wundert mich auch immer wieder, wie man die eigene Kultur und Landsleute verachten, und sich gleichzeitig als Tolerant und Weltoffen bezeichnen kann.
Irgendwelche Belege für diese steile These?

A) Wie viele Menschen fordern denn ernsthaft "Schwaben raus"? 9 vielleicht? Oder gar 10...?
B) Und wie viele zig-tausende engagieren sich gleichzeitig als freiwillige Helfer für die Flüchtlinge?
Und wie kann es dann zwischen der (völlig marginalen) Gruppe A und der (erfreulich starken) Gruppe B "große Überschneidungen" geben?

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karl_murx 02.09.2015, 10:15
537.

"Man kann den Realitätssinn mit dem Ende des Humanismus gleichsetzen, wie es Georg Seeßlen in den "taz" getan hat." Nichts anderes erwartet man von einem taz-Journalisten. Das es auch anders geht, hat Fleischhauer mit seinem Artikel bewiesen. Danke für diesen Beitrag!

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robertelee 02.09.2015, 10:16
538. ?

Zitat von agua
Herr Fleischauer,sie vergessen,dass die westliche Politik einer der Ursachen für diese Flüchtlingswelle ist.Wer mit Waffenverkauf Kriege unterstützt und billige Lebensmittel exportiert sollte wissen,dass dies über einen längeren Zeitraum Konsequenzen mit sich bringt.Es geht nicht um Willkommenskultur,sondern um einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Problem.Dazu gehört auch,nicht in subtiler Form gewisse Ängste weiter zu schüren.
Wenn man die "westliche Verantwortung" für das Elend der Welt beschwört - was in vielen Fällen sogar berechtigt ist - kommt man trotzdem nicht um ein Mindestmaß an Differenzierung herum.
Waffenverkauf - welche Rüstungsgüter liefert Deutschland tatsächlich an wen? Sind darunter die hauptsächlichen Herkunftsländer der "Flüchtlingskrise"? Ein Blick in die amtliche Ausfuhrstatistik zeigt, daß dieses "Argument" nicht trägt.

Westliche Politik - wir wollen einmal von dem Problem absehen, "den Westen" sinnvoll zu definieren. Wieviel Gestaltungsspielraum und Einfluß hat Deutschland realistisch im Konzert seiner europäischen und transatlantischen Verbündeten und Partner? (Vom Zahlen mal abgesehen)
Ausbeutung - Man sollte doch meinen, daß zumindest die Länder mit langer und folgenreicher Kolonialgeschichte hier eher in der Kritik stehen sollten, als Deutschland. Und in die Betrachtung sollten zwei Dinge zumindest einfließen: Deutschlands hohe und erst jüngst weiter gewachsene Ausgaben für Entwicklung sowie Deutschlands Beiträge (v.a. finanziell) zu internationalen Organisationen von der UN abwärts.

Wenn man die aktuelle Situation betrachtet, dann sollte man nicht vergessen, daß praktische der gesamte nordafrikanische Raum bis zum nahen Osten durch den sog. "arabischen Frühling" in eine Phase politischer Instabilität und Gewalt gestürzt wurden. Hieran haben einige EU Länder und auch die USA zweifellos aktiv Anteil gehabt. Deutschland hat sich an keiner der Interventionen beteiligt.

Ich kann beim besten Willen nichts erkennen, was hier eine besondere Verantwortung respektive "Schuld" Deutschlands begründen könnte.

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mansky 02.09.2015, 10:19
539. Nicht Vernunft, sondern die Stimme der German Angst!

Der Kommentar ist nicht differenziert, sondern Stimmungsmache im Stile von Sarrazin. Herr Fleischhauer bedient die Vorurteile der Menschen und schürt Ängste, weil ihm, wie die Vielzahl der Menschen hierzulande, offensichtlich auch Kenntnisse über Ökonomie, insbs. Energiewirtschaft, Geschichte und globale Politik fehlen. Beim Vergleich des Westens mit Saudi Arabien und Russland vergisst Fleischhauer mal wieder zu erwähnen, wie unser Wohlstand zustande kommt und wer für diese Flüchtlingsströme verantwortlich ist. Herr Fleischhauer gehört auch zu den Menschen, die glauben, dass unser Wohlstand ausschließlich auf unseren Fleiß beruht. Das ist ein Irrtum! Wenn wir nicht bald anfangen, aufrichtig über die Gründe der Flüchtlingsströme und Maßnahme zur Vermeidung zu reden, wird das Volk weiteren Populisten auf den Leim gehen. Wie hoch wollen sie denn die Mauern bauen, um den Zustrom an Flüchtlingen zu unterbinden? Oder möchten sie die Flüchtlinge erschießen, wenn sie über die Mauern Europas klettern möchten?

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