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Die Europäer und das Iran-Abkommens: Dann eben ohne Trump
AP

Bis zuletzt haben die Europäer für den Erhalt des Iran-Abkommens gekämpft - und verloren: Die USA steigen aus. Kann man den Deal auch ohne den Verbündeten am Leben erhalten?

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j.vantast 09.05.2018, 09:42
100. Falsch

Zitat von Howard Brubaker
Europa an der Seite Amerikas stehen und bleiben. Alles andere geht richtig schief.
Nein, sicher nicht. Zumindest nicht um jeden Preis. Europa muss sich nicht von einem Irren mit in den Abgrund ziehen lassen. Die Erfahrung wie es ist ganz allein dazustehen, diese Erfahrung dürfen die USA mal schön alleine machen.

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lathea 09.05.2018, 09:43
101. An diesem Vorgehen der USA zeigt sich,.....

.......wie wichtig eine weitere wirtschaftliche und politische Stärkung der EU ist. Die Wirtschaft der USA basiert in erster Linie auf dem Binnenmarkt und ist deshalb sehr stark. Die aktuelle Entscheidung Trumps soll wohl einfach nur die heimische Wirtschaft stärken und einen unliebsamen Konkurrenten der USA und der Saudis vom Markt fernhalten, um ohne Preisdumping mehr Gas und Öl auf dem Weltmarkt und in die EU zu exportieren. Deshalb ist es für die EU notwendig, den EU-Binnenmarkt und die Zollunion zu stärken und zu erweitern. Je stärker wir werden, umso weniger sind wir vom Weltmarkt und den Exporten in die USA abhängig. Eine EU der zwei Geschwindigkeiten wäre ein Weg dazu, damit man die Querelen innerhalb der EU-Staaten eindämmen könnte und sich weiter um eine besseren Aufbau der EU sowie um ihre Erweiterung kümmern könnte. Ausserdem könnte sich die EU dann auch mehr für weitere Mittelmeerstaaten oder auch afrikanische Staaten, in denen Demokratie und Wirtschaft schon fortschrittlicher und stabiler sind, öffnen und auch einen Platz für Grossbritanien nach dem Brexit sowie der Türkei innerhalb der EU haben.

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Harald 09.05.2018, 09:45
102. Erpressung wird folgen

Ist doch abzusehen, was jetzt folgen wird: Gegenüber deutschen Unternehmen, die weiterhin Handel mit dem Iran betreiben, werden von U.S.-Seite massive Sanktionen angedroht werden (Strafzölle, Handelsverbote mit den USA). Dann standhaft zu bleiben wird kaum möglich sein. Am Ende werden nur Russland und China weiterhin uneingeschränkt zur Vereinbarung stehen, und das wird nicht ausreichen, den Iran im Abkommen zu halten.

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vici46 09.05.2018, 09:45
103. iran und europa

europa sollte jetzt schnell handeln und alle lieferungen, welche nun nicht mehr aus den usa kommen übernehmen um so den iran innerhalb dieses vertrages zu halten.
sanktionen gegen die usa wären auch ein mittel druck auszuüben und nicht nur zu reden.

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sibbi78 09.05.2018, 09:45
104. Nächster trumpscher Part gegen die EU:

Mit seiner Aufkündigung des Atomvertrages und der Verkündung harter Santionen gegen den Iran, räumt Trump, bzw. die, die in den USA wirklich das Sagen haben, einen starken Konkurrenten auf dem Erdölfördermarkt fast völlig aus dem Weg. Die heimische Ölindustrie wird's freuen. Gleichzeitig zerschlägt Trump - wie jeder Potentat - außenpolitisches Porzellan, riskiert Unruhen bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten, nur um von SEINEN und innenpolitischen Problemen in den USA abzulenken. Wie kann die amerikanische Öffentlichkeit, die ich im Grunde für friedliebend halte, einen Psychopathen an die wichtigsten Schalthebel der Macht belassen, der augenscheinlich dem Größenwahn verfallen und damit nicht mehr zurechnungsfähig ist? Welchen weiteren - außer dem wirtschaftlichen - Aspekt folgen die USA mit ihrer Vorgehensweise? In westlichen Staaten, gerade in Demokratien, hat auch ein Präsident der USA nicht die Macht, womöglich die ganze Welt ins Chaos zu stürzen. Wer hat ein Interesse daran, seinen Kurs zu unterstützen oder gar zu fördern? Es wird allerhöchste Zeit für den Rest der Welt, v.a. für Europa, für die EU, sich von den USA abzunabeln. Viel zu lange hat man am Rockzipfel der Amis gehangen. Das ist, denke ich, auch völlig im Sinne von Trump. Tun wir ihm doch den Gefallen!

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kobold17 09.05.2018, 09:49
105. Europa, Zeit zum wach werden…

Wer sich in der Strategie des Militärs nicht auskennen sollte, könnte mal wieder einen Blick auf die Landkarte werfen und ernsthafte Gedanken greisen lassen. Europa ist immer noch nicht erwachsen geworden und das ist die Stärke der USA und der so genannten NATO. Die Türkei als zweitgrößte NATO Macht steht schon mit dem Gewehr bei Fuß und wartet auf den vernichteten Befehl aus der USA. Der Rest von Europa dürfte dabei erst einmal keine große Rolle spielen. Die krankhafte Sucht nach Kriegen, angeblich zur Erhaltung des Weltfriedens, sollte Europa nicht weiter bedingungslos erfüllen. Gleichzeitig wäre es ratsam alle amerikanischen Waffensysteme aus Europa endlich mal zu entfernen, und eine eigene Allianz zu bilden. Die Türkei als NATO Partner zu haben, sollten diese Überlegungen noch ernsthaft bekräftigen. Die USA versucht schon seit Jahrzehnten einen friedlichen Zusammenschluss von Europa, durch irgendwelche diplomatische Gründe zu verhindern. Es sollte wieder ein Kontinent der Europäer werden und nicht irgendein neuer Bundesstaat von Amerika. Die Osterweiterung sollte nicht mit den Drohgebärden der NATO vorangetrieben werden, sondern mit der Fähigkeit der Wirtschaft und einer intelligenten Diplomatie.

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mwroer 09.05.2018, 09:50
106.

Zitat von kuac
Wieso liefert Trump keine Beweise, dass Iran an dem Atomdeal nicht hält und weiter heimlich die Bombe baut?
Weil der Iran sich an das Abkommen hält. Das ist unstrittig. Auch in den USA weiß man das, darum geht es nicht. Trump hält das Abkommen für schlecht - das ist alles.

Es geht den USA nicht weit genug, sie haben nicht genug Rechte etc etc.

Das ganze hat nichts mit Verstößen der Iraner zu tun. Sie können das gerne mit einem Arbeitsvertrag vergleichen den Ihr Arbeitgeber von heute auf morgen auflöst weil ... ach keine Ahnung, Sie zuviel Urlaub haben, zuviel Gehalt und keine Sperrfristen wenn Sie kündigen usw.

Was Ihr Arbeitgeber nicht kann - nämlich einfach den Vertrag einseitig kündigen - weil er sich an geltendes Recht halten muss, können die USA.

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flux71 09.05.2018, 09:50
107.

Zitat von lathea
.......wie wichtig eine weitere wirtschaftliche und politische Stärkung der EU ist.
Ganz genau richtig! Wer jetzt noch glaubt, Deutschland könnte sich genauso abschotten, vielleicht sogar ringsrum eine Mauer bauen, der hat die Schüsse echt nicht gehört.

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themistokles 09.05.2018, 09:51
108.

Zitat von stadtmusikant123
Wirklich überzeugende Argumente gibt es nicht für die EU, nicht konsequent mit den USA die harten Sanktionen mitzutragen. Das das Ayatollah-Regime in Teheran seit Jahrzehnten die Region mit terroristischen Akten in Unruhe hält ist unstrittig. Das alleine ist Grund für Isolation und Sanktion genug. Die Ankündigung, dass man die USA-Sanktionen teilweise ausgleichen will, ist politisch "dumm". Das Verhältnis und die Lösung des Handelskonflikts zwischen EU-USA wird damit wohl unmöglich.
Die Politik der USA (und ja, auch der EU) ist scheinheilig. Wer den Iran wg. mit solchen Sachverhalten attackiert, muss das gleiche auch mit Saudi Arabien machen. Aber die Scheichs sind ja aktuell Trumps best buddies und Deutschland liefert fleissig die Waffen dazu.

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mwroer 09.05.2018, 09:55
109.

Zitat von nickleby
Wenn man sich die entscheidenden Bestuimmungen des Vertrages anschaut, fällt auf, dass die Urananreicherung nur für 10 Jahre ausgesetzt ist. Was danach kommt, ist unklar.
Nein daran ist nichts unklar. Wann der Iran welche Art von Uran wie hoch anreichern darf mit welcher Menge an Zentrifugen etc. ist alles sehr klar geregelt.

Der Vertrag läuft über 25 Jahre. Einfache Frage: Mit welchem Recht wollen Sie einem autonomen Staat seine Energiepolitik für die Ewigkeit aufzwingen?

In Europa will man unsaubere Energien verbieten, am besten gestern ohne Rücksicht auf die Folgen, aber der nahe Osten soll weiter Öl verbrennen und Erdgas verschenken? Weil? Damit man die Jungs in 10 Jahren wegen Umweltverschmutzung sanktionieren kann?

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